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„ÜdSAC/Buch I • Kapitel 5“ – Versionsunterschied

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Die Seite wurde neu angelegt: „Seite 49–66 5. Es ergibt sich aber, wie wir gesagt haben, einerseits, dass (die Theorie der Seele als Zahl, die sich selbst bewegt) dasselbe behauptet wie diejenigen, welche die Seele als einen feinteiligen Körper ansehen, andererseits hat es mit der Weise, in der Demokrit behauptet, dass die Bewegung von der Seele ausgeht, seine eigene Abwegigkeit. Denn wenn die Seele in jedem wahrnehmenden Körper ist, dann ist es notwendig, dass zwei Körper an…“
 
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Es nützt also nichts, dass die Elemente in der Seele sind, wenn nicht auch die Verhältnisse darin sein werden und die (Weise ihrer) Zusammensetzung; ein jedes Element wird nämlich das (ihm) Gleiche erkennen, den Knochen oder den Menschen dagegen keines, wenn nicht auch diese sich in ihr befinden. Dass das aber unmöglich ist, braucht man nicht eigens zu sagen. Wer wird sich ernsthaft fragen, ob der Stein oder der Mensch in der Seele ist? Desgleichen auch das Gute und das Nicht­-Gute. Und ebenso auch bei den übrigen Dingen. Ferner: Da »seiend« vielfach ausgesagt wird – denn einerseits bedeutet es ein [[Dies]], andererseits [[Quantität]] oder [[Qualität]] oder auch eine andere der [[Kategorien]], wie wir sie unterschieden haben –, wird die Seele aus ihnen allen bestehen oder nicht? Es scheint aber keine für alle gemeinsamen [[Elemente]] zu geben. Besteht sie also nur aus dem, woraus die Substanz besteht? Wie erkennt sie dann auch jedes der übrigen? Oder werden sie behaupten, dass es für jede [[Gattung]] des [[Seienden]] besondere Elemente und [[Prinzipien]] gibt, aus denen die Seele zusammengesetzt ist? Also wird sie Quantität, Qualität und Substanz sein. Aber es ist unmöglich, dass aus den Elementen der Quantität eine Substanz bestehen soll und nicht eine Quantität. Für diejenigen, die behaupten, die Seele bestehe aus allen (Elementen), ergeben sich also diese und auch andere derartige Konsequenzen. Auch ist es abwegig zu behaupten, dass das Gleiche durch das Gleiche zwar nicht [[affiziert]] werde, das Gleiche das Gleiche aber wahrnehme und mit dem Gleichen das Gleiche erkenne. Doch sie behaupten, das Wahrnehmen sei eine Art Affiziert­- und Bewegtwerden und ebenso auch das Denken und Erkennen. Das gerade Gesagte bezeugt, dass es viele Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten mit sich bringt, so wie Empedokles zu behaupten, dass die Dinge jeweils durch die körperlichen Elemente erkannt werden, und zwar in Beziehung auf das (jeweils) Gleichartige: So scheint alles, was in den Körpern der Lebewesen ganz zur Erde gehört, z. B. Knochen, Sehnen und Haare, überhaupt nichts wahrzunehmen und folglich auch nicht das Gleichartige. freilich müsste es dies. Außerdem würde jedem der Prinzipien mehr Unkenntnis als Einsicht zukommen. Denn jedes (Element) wird zwar jeweils eines erkennen, vieles aber wird es nicht erkennen. nämlich alles andere. Auch ergibt sich – für Empedokles wenigstens –, dass der Gott am unverständigsten ist, weil er als einziger eines der Elemente, nämlich den Streit, nicht erkennt; die Sterblichen dagegen (erkennen es) alle, jedes Ding besteht ja aus allen (Elementen). Und überhaupt, aus welchem Grund haben nicht alle Dinge eine Seele, da doch alles entweder Element ist oder aus einem Element besteht oder aus vielen oder allen? Es ist (dann) ja notwendig, dass sie eines oder einige oder alle Dinge erkennen. Auch dürfte man wohl darüber in Schwierigkeiten geraten, was es denn sein soll, das die Elemente zur Einheit macht. Denn sie gleichen jedenfalls der Materie. Entscheidend aber ist jenes, das sie zusammenhält, was immer dies auch ist; und dass es etwas geben soll, das stärker ist als die Seele und sie beherrschend, ist unmöglich. Noch unmöglicher ist dies aber bei der Vernunft. Es macht nämlich guten Sinn, dass sie Vorrang vor allem und von Natur aus entscheidende Autorität hat. Sie dagegen behaupten, dass die Elemente die primären unter den seienden Dingen seien. Alle jedoch – und zwar sowohl diejenigen, die deswegen, weil sie die Dinge erkennt und wahrnimmt, behaupten, die Seele bestehe aus den Elementen, als auch diejenigen, die behaupten, sie sei das am meisten zum Bewegen Fähige – sprechen nicht über jede (Art von) Seele. Denn nicht alles, was wahrnehmend ist, ist bewegungsfähig, einige Lebewesen scheinen nämlich ortsgebunden zu sein, und doch scheint jedenfalls die Seele das Lebewesen nur in diese (Orts­)Bewegung zu versetzen – und ebenso auch alle diejenigen, welche die Vernunft und das Wahrnehmungsvermögen aus den Elementen bestehen lassen. Die Gewächse scheinen ja lebendig zu sein, obwohl sie weder an Ortsbewegung noch an Wahrnehmung teilhaben, und viele Lebewesen scheinen kein Denken zu haben. Wenn man aber auch dies zugestehen und die Vernunft als einen bestimmten Teil der Seele ansetzen wollte und ebenso auch das Wahrnehmungsvermögen, so würden sie auch dann nicht allgemein über jede (Art von) Seele sprechen und auch nicht über irgendeine (Seele) als Ganze. – Dies gilt aber auch für die Erzählung in den sogenannten [[orphischen Liedern]]: Sie besagt nämlich, die Seele werde von den Winden getragen und komme beim Einatmen aus dem All (in den Körper) hinein. Dies kann ja bei den Gewächsen nicht passieren und auch bei einigen Lebewesen nicht, so sie denn nicht alle atmen. Aber dies entging denen, die dieser Meinung waren. Und wenn man die Seele schon aus den Elementen bestehen lassen soll, so muss es nicht aus allen sein. Es reicht nämlich, dass ein Glied des Gegensatzpaares sowohl sich selber als auch sein Gegenüberliegendes unterscheidet. Denn mit dem Geraden erkennen wir sowohl es selbst als auch das Krumme. Unterscheidende Instanz für beide ist der [[Richtscheit]], das Krumme dagegen ist dies weder für sich selbst noch für das Gerade. Manche sagen aber auch, die Seele sei in dem All vermischt, weshalb vielleicht auch [[Thales]] glaubte, alles sei voller Götter. Aber damit gibt es einige Schwierigkeiten: Denn aus welchem Grund bringt die Seele, wenn sie in der Luft oder im Feuer ist, kein Lebewesen hervor, dagegen aber in den vermischten (Elementen), und dies, obwohl sie in jenen (unvermischten Elementen) besser zu sein scheint. – Man könnte aber auch der Frage nachgehen, warum die in der Luft befindliche Seele besser und unsterblicher ist als die in den Lebewesen. In beiden Fällen aber ergibt sich Abwegiges und Widersinniges: Denn zu behaupten, das Feuer oder die Luft sei ein Lebewesen, ist gar zu gewagt, und auch zu bestreiten, es seien Lebewesen, obwohl sich eine Seele in ihnen befindet, ist abwegig. Sie scheinen aber zu der Auffassung gelangt zu sein, die Seele befinde sich in diesen (Elementen), weil das Ganze mit seinen Teilen [[homogen]] ist. Es ist daher notwendig für sie zu sagen, dass auch die Seele homogen mit ihren Teilen ist, falls die Lebewesen dadurch beseelt werden, dass sie etwas von ihrer Umgebung empfangen. Wenn aber die abgetrennte Portion Luft (im Lebewesen) homogen ist und die Seele [[inhomogen]], ist klar, dass ein Teil von ihr vorhanden sein wird, ein anderer aber nicht vorhanden sein wird. Also ist notwendig, dass sie entweder homogen ist oder sich nicht in jedem Teil des Alls befindet. Aus dem Gesagten ist also klar, dass weder das Erkennen der Seele dadurch zukommt, dass sie aus den Elementen besteht, noch die Behauptung zutreffend oder wahr ist, dass sie sich bewegt.
Es nützt also nichts, dass die Elemente in der Seele sind, wenn nicht auch die Verhältnisse darin sein werden und die (Weise ihrer) Zusammensetzung; ein jedes Element wird nämlich das (ihm) Gleiche erkennen, den Knochen oder den Menschen dagegen keines, wenn nicht auch diese sich in ihr befinden. Dass das aber unmöglich ist, braucht man nicht eigens zu sagen. Wer wird sich ernsthaft fragen, ob der Stein oder der Mensch in der Seele ist? Desgleichen auch das Gute und das Nicht­-Gute. Und ebenso auch bei den übrigen Dingen. Ferner: Da »seiend« vielfach ausgesagt wird – denn einerseits bedeutet es ein [[Dies]], andererseits [[Quantität]] oder [[Qualität]] oder auch eine andere der [[Kategorien]], wie wir sie unterschieden haben –, wird die Seele aus ihnen allen bestehen oder nicht? Es scheint aber keine für alle gemeinsamen [[Elemente]] zu geben. Besteht sie also nur aus dem, woraus die Substanz besteht? Wie erkennt sie dann auch jedes der übrigen? Oder werden sie behaupten, dass es für jede [[Gattung]] des [[Seienden]] besondere Elemente und [[Prinzipien]] gibt, aus denen die Seele zusammengesetzt ist? Also wird sie Quantität, Qualität und Substanz sein. Aber es ist unmöglich, dass aus den Elementen der Quantität eine Substanz bestehen soll und nicht eine Quantität. Für diejenigen, die behaupten, die Seele bestehe aus allen (Elementen), ergeben sich also diese und auch andere derartige Konsequenzen. Auch ist es abwegig zu behaupten, dass das Gleiche durch das Gleiche zwar nicht [[affiziert]] werde, das Gleiche das Gleiche aber wahrnehme und mit dem Gleichen das Gleiche erkenne. Doch sie behaupten, das Wahrnehmen sei eine Art Affiziert­- und Bewegtwerden und ebenso auch das Denken und Erkennen. Das gerade Gesagte bezeugt, dass es viele Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten mit sich bringt, so wie Empedokles zu behaupten, dass die Dinge jeweils durch die körperlichen Elemente erkannt werden, und zwar in Beziehung auf das (jeweils) Gleichartige: So scheint alles, was in den Körpern der Lebewesen ganz zur Erde gehört, z. B. Knochen, Sehnen und Haare, überhaupt nichts wahrzunehmen und folglich auch nicht das Gleichartige. freilich müsste es dies. Außerdem würde jedem der Prinzipien mehr Unkenntnis als Einsicht zukommen. Denn jedes (Element) wird zwar jeweils eines erkennen, vieles aber wird es nicht erkennen. nämlich alles andere. Auch ergibt sich – für Empedokles wenigstens –, dass der Gott am unverständigsten ist, weil er als einziger eines der Elemente, nämlich den Streit, nicht erkennt; die Sterblichen dagegen (erkennen es) alle, jedes Ding besteht ja aus allen (Elementen). Und überhaupt, aus welchem Grund haben nicht alle Dinge eine Seele, da doch alles entweder Element ist oder aus einem Element besteht oder aus vielen oder allen? Es ist (dann) ja notwendig, dass sie eines oder einige oder alle Dinge erkennen. Auch dürfte man wohl darüber in Schwierigkeiten geraten, was es denn sein soll, das die Elemente zur Einheit macht. Denn sie gleichen jedenfalls der Materie. Entscheidend aber ist jenes, das sie zusammenhält, was immer dies auch ist; und dass es etwas geben soll, das stärker ist als die Seele und sie beherrschend, ist unmöglich. Noch unmöglicher ist dies aber bei der Vernunft. Es macht nämlich guten Sinn, dass sie Vorrang vor allem und von Natur aus entscheidende Autorität hat. Sie dagegen behaupten, dass die Elemente die primären unter den seienden Dingen seien. Alle jedoch – und zwar sowohl diejenigen, die deswegen, weil sie die Dinge erkennt und wahrnimmt, behaupten, die Seele bestehe aus den Elementen, als auch diejenigen, die behaupten, sie sei das am meisten zum Bewegen Fähige – sprechen nicht über jede (Art von) Seele. Denn nicht alles, was wahrnehmend ist, ist bewegungsfähig, einige Lebewesen scheinen nämlich ortsgebunden zu sein, und doch scheint jedenfalls die Seele das Lebewesen nur in diese (Orts­)Bewegung zu versetzen – und ebenso auch alle diejenigen, welche die Vernunft und das Wahrnehmungsvermögen aus den Elementen bestehen lassen. Die Gewächse scheinen ja lebendig zu sein, obwohl sie weder an Ortsbewegung noch an Wahrnehmung teilhaben, und viele Lebewesen scheinen kein Denken zu haben. Wenn man aber auch dies zugestehen und die Vernunft als einen bestimmten Teil der Seele ansetzen wollte und ebenso auch das Wahrnehmungsvermögen, so würden sie auch dann nicht allgemein über jede (Art von) Seele sprechen und auch nicht über irgendeine (Seele) als Ganze. – Dies gilt aber auch für die Erzählung in den sogenannten [[orphischen Liedern]]: Sie besagt nämlich, die Seele werde von den Winden getragen und komme beim Einatmen aus dem All (in den Körper) hinein. Dies kann ja bei den Gewächsen nicht passieren und auch bei einigen Lebewesen nicht, so sie denn nicht alle atmen. Aber dies entging denen, die dieser Meinung waren. Und wenn man die Seele schon aus den Elementen bestehen lassen soll, so muss es nicht aus allen sein. Es reicht nämlich, dass ein Glied des Gegensatzpaares sowohl sich selber als auch sein Gegenüberliegendes unterscheidet. Denn mit dem Geraden erkennen wir sowohl es selbst als auch das Krumme. Unterscheidende Instanz für beide ist der [[Richtscheit]], das Krumme dagegen ist dies weder für sich selbst noch für das Gerade. Manche sagen aber auch, die Seele sei in dem All vermischt, weshalb vielleicht auch [[Thales]] glaubte, alles sei voller Götter. Aber damit gibt es einige Schwierigkeiten: Denn aus welchem Grund bringt die Seele, wenn sie in der Luft oder im Feuer ist, kein Lebewesen hervor, dagegen aber in den vermischten (Elementen), und dies, obwohl sie in jenen (unvermischten Elementen) besser zu sein scheint. – Man könnte aber auch der Frage nachgehen, warum die in der Luft befindliche Seele besser und unsterblicher ist als die in den Lebewesen. In beiden Fällen aber ergibt sich Abwegiges und Widersinniges: Denn zu behaupten, das Feuer oder die Luft sei ein Lebewesen, ist gar zu gewagt, und auch zu bestreiten, es seien Lebewesen, obwohl sich eine Seele in ihnen befindet, ist abwegig. Sie scheinen aber zu der Auffassung gelangt zu sein, die Seele befinde sich in diesen (Elementen), weil das Ganze mit seinen Teilen [[homogen]] ist. Es ist daher notwendig für sie zu sagen, dass auch die Seele homogen mit ihren Teilen ist, falls die Lebewesen dadurch beseelt werden, dass sie etwas von ihrer Umgebung empfangen. Wenn aber die abgetrennte Portion Luft (im Lebewesen) homogen ist und die Seele [[inhomogen]], ist klar, dass ein Teil von ihr vorhanden sein wird, ein anderer aber nicht vorhanden sein wird. Also ist notwendig, dass sie entweder homogen ist oder sich nicht in jedem Teil des Alls befindet. Aus dem Gesagten ist also klar, dass weder das Erkennen der Seele dadurch zukommt, dass sie aus den Elementen besteht, noch die Behauptung zutreffend oder wahr ist, dass sie sich bewegt.


Da das Erkennen zur Seele gehört und das Wahrnehmen und das Meinen, ferner das Begehren und Wünschen und insgesamt die Strebungen und den Lebewesen auch die Orts­bewegung durch die Seele zuteil wird, außerdem Wachstum, Blüte und Schwinden, (fragt sich), ob dies jeweils der gesamten Seele zukommt und wir (also) mit der ganzen Seele denken und wahrnehmen, uns bewegen und auch alles andere jeweils tun und erleiden oder mit jeweils anderen Teilen anderes? Und so auch das Lebendig­-Sein, ob es sich in einem bestimmten (Teil) davon befindet oder auch in mehreren oder allen oder noch etwas anderes Ursache dafür ist? Einige behaupten in der Tat, dass sie geteilt sei und dass sie mit einem Teil denke und mit einem anderen (Teil) begehre. Was hält dann aber die Seele zusammen, wenn sie von Natur geteilt ist? Der Körper wird es ja gewiss nicht sein; es scheint nämlich eher im Gegenteil die Seele den Körper zusammenzuhalten. So verweht und verfault er z. B., wenn die Seele ihn verlassen hat. Wenn denn also etwas anderes sie zu einer macht, so dürfte wohl dieses am ehesten Seele sein. Doch man wird dann wieder bei diesem nachforschen müssen, ob es eines ist oder vielteilig. Denn wenn es eines ist, warum ist nicht gleich auch die Seele eines? Wenn es aber geteilt ist, so wird wieder die Frage sein, was es ist, das dieses zusammenhält, und so geht es weiter ins Unendliche. Man könnte hinsichtlich ihrer Teile auch darüber in Schwierigkeiten geraten, welches Vermögen sie jeweils im Körper haben. Wenn nämlich die gesamte Seele den ganzen Körper zusammenhält, dann wird es auch jedem Teil (der Seele) zukommen, einen Teil des Körpers zusammenzuhalten. Das scheint aber ein Ding der Unmöglichkeit. Es ist nämlich schwer, sich auch nur auszudenken, welchen Körperteil die Vernunft zusammenhalten soll bzw. auf welche Weise. Aber auch die Gewächse scheinen (weiter) lebendig zu sein, wenn sie durchschnitten wurden, und manche von den Insekten, was nahelegt, dass sie der Art nach dieselbe Seele haben, wenn schon nicht der Zahl nach. Denn jeder ihrer Teile verfügt über Wahrnehmung und bewegt sich für eine gewisse Zeit dem Orte nach. Wenn sie aber nicht lange am Leben bleiben, so ist dies nicht befremdlich; sie haben ja keine Organe, um ihre Natur zu bewahren. Es befinden sich aber um nichts weniger in jedem einzelnen der (durchschnittenen Körper­)Teile alle Seelenteile und sind miteinander und mit der ganzen Seele homogen: miteinander, da sie nicht (voneinander) abtrennbar sind und mit der ganzen Seele, da sie teilbar ist. Es scheint aber auch das Prinzip in den Gewächsen eine Art Seele zu sein. Dieses ist nämlich das einzige, an dem Lebewesen und Gewächse gemeinsam Anteil haben, und es lässt es sich zwar vom wahrnehmungsmäßigen Prinzip abtrennen, doch nichts hat Wahrnehmung ohne es.
Da das Erkennen zur Seele gehört<ref group="Anm. Hrsg.">411<sup>a</sup>26 »Da das Erkennen zur Seele gehört ...« Hier handelt es sich um einen starken thematischen Einschnitt. Die Behandlung der Meinungen der Vorgänger ist an dieser Stelle beendet. Aristoteles kehrt mit der Diskussion der Konzeption von Seelenteilen wieder zur systematischen Behandlung der Probleme der Seelenlehre zurück. </ref> und das Wahrnehmen und das Meinen, ferner das Begehren und Wünschen und insgesamt die Strebungen und den Lebewesen auch die Orts­bewegung durch die Seele zuteil wird, außerdem Wachstum, Blüte und Schwinden, (fragt sich), ob dies jeweils der gesamten Seele zukommt und wir (also) mit der ganzen Seele denken und wahrnehmen, uns bewegen und auch alles andere jeweils tun und erleiden oder mit jeweils anderen Teilen anderes? Und so auch das Lebendig­-Sein, ob es sich in einem bestimmten (Teil) davon befindet oder auch in mehreren oder allen oder noch etwas anderes Ursache dafür ist? Einige behaupten in der Tat, dass sie geteilt sei und dass sie mit einem Teil denke und mit einem anderen (Teil) begehre. Was hält dann aber die Seele zusammen, wenn sie von Natur geteilt ist? Der Körper wird es ja gewiss nicht sein; es scheint nämlich eher im Gegenteil die Seele den Körper zusammenzuhalten. So verweht und verfault er z. B., wenn die Seele ihn verlassen hat. Wenn denn also etwas anderes sie zu einer macht, so dürfte wohl dieses am ehesten Seele sein. Doch man wird dann wieder bei diesem nachforschen müssen, ob es eines ist oder vielteilig. Denn wenn es eines ist, warum ist nicht gleich auch die Seele eines? Wenn es aber geteilt ist, so wird wieder die Frage sein, was es ist, das dieses zusammenhält, und so geht es weiter ins Unendliche. Man könnte hinsichtlich ihrer Teile auch darüber in Schwierigkeiten geraten, welches Vermögen sie jeweils im Körper haben. Wenn nämlich die gesamte Seele den ganzen Körper zusammenhält, dann wird es auch jedem Teil (der Seele) zukommen, einen Teil des Körpers zusammenzuhalten. Das scheint aber ein Ding der Unmöglichkeit. Es ist nämlich schwer, sich auch nur auszudenken, welchen Körperteil die Vernunft zusammenhalten soll bzw. auf welche Weise. Aber auch die Gewächse scheinen (weiter) lebendig zu sein, wenn sie durchschnitten wurden, und manche von den Insekten, was nahelegt, dass sie der Art nach dieselbe Seele haben, wenn schon nicht der Zahl nach. Denn jeder ihrer Teile verfügt über Wahrnehmung und bewegt sich für eine gewisse Zeit dem Orte nach. Wenn sie aber nicht lange am Leben bleiben, so ist dies nicht befremdlich; sie haben ja keine Organe, um ihre Natur zu bewahren. Es befinden sich aber um nichts weniger in jedem einzelnen der (durchschnittenen Körper­)Teile alle Seelenteile und sind miteinander und mit der ganzen Seele homogen: miteinander, da sie nicht (voneinander) abtrennbar sind und mit der ganzen Seele, da sie teilbar ist. Es scheint aber auch das Prinzip in den Gewächsen eine Art Seele zu sein. Dieses ist nämlich das einzige, an dem Lebewesen und Gewächse gemeinsam Anteil haben, und es lässt es sich zwar vom wahrnehmungsmäßigen Prinzip abtrennen, doch nichts hat Wahrnehmung ohne es.
 
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Aktuelle Version vom 5. Dezember 2023, 17:03 Uhr

Seite 49–66

5. Es ergibt sich aber, wie wir gesagt haben, einerseits, dass (die Theorie der Seele als Zahl, die sich selbst bewegt) dasselbe behauptet wie diejenigen, welche die Seele als einen feinteiligen Körper ansehen, andererseits hat es mit der Weise, in der Demokrit behauptet, dass die Bewegung von der Seele ausgeht, seine eigene Abwegigkeit. Denn wenn die Seele in jedem wahrnehmenden Körper ist, dann ist es notwendig, dass zwei Körper an demselben Ort sind, wenn die Seele eine Art Körper ist. Und für diejenigen, die behaupten (die Seele) sei eine Zahl, (ergibt sich,) dass in dem einen Punkt viele Punkte sind oder jeder Körper eine Seele hat, wenn nicht eine davon verschiedene Zahl hineinkommt, und zwar eine, die von den in den Körpern befindlichen Punkten verschieden ist. Auch ergibt sich, dass das Lebewesen von der Zahl bewegt wird, ganz so wie wir auch gesagt haben, dass Demokrit es in Bewegung setzt. Denn was für einen Unterschied macht es, ob man sagt, es seien kleine Kugeln oder große Einheiten oder schlicht Einheiten, die sich bewegen? Auf beide Weisen ist ja notwendig, das Lebewesen dadurch in Bewegung zu setzen, dass diese (Kugeln oder Einheiten) bewegt werden. Dies und vieles andere Derartige ergibt sich also für diejenigen, die Bewegung und Zahl in dasselbe zusammenflechten. Denn es ist nicht nur unmöglich, dass dergleichen eine Definition der Seele ist, sondern auch, dass es eine hinzukommende Eigenschaft (der Seele) ist. Dies würde deutlich, wenn man es unternähme, aus dieser Annahme die Affektionen und Leistungen der Seele herzuleiten, z. B. Überlegungen, Wahrnehmungen, Lust­ und Leidempfindungen und alles, was sonst von dieser Art ist. Denn wie wir vorher gesagt haben: Aus diesen (Annahmen) ist es nicht einmal leicht, Vermutungen anzustellen.

Es gibt drei auf uns gekommene Weisen, deren gemäß die Seele definiert wird: Die einen erklärten, sie sei das, was vornehmlich Bewegung verursacht, weil es sich selber bewegt, die anderen, sie sei der feinteiligste Körper bzw. das, was im Vergleich zu den anderen am unkörperlichsten ist. Welche Schwierigkeiten und auch Widersprüchlichkeiten diese (Definitionsweisen) aber mit sich bringen, sind wir so ungefähr durchgegangen. Es bleibt aber noch zu untersuchen, wie die Behauptung gemeint ist, die Seele bestehe aus den Elementen. Denn sie behaupten dies zwar, damit sie (die Seele) die Dinge wahrnehmen und ein jedes Ding erkennen kann, doch es ergeben sich notwendig viele und auch unmögliche Konsequenzen für diese Annahme. Sie behaupten nämlich, sie erkenne mit dem Gleichen das Gleiche, so als ob sie behaupteten, die Seele sei die Dinge (selbst). Es gibt aber nicht nur diese (Elemente), sondern auch viele andere und der Zahl nach wohl eher unbegrenzt viele Dinge, die aus ihnen zusammengesetzt sind. Nun sei zugestanden, die Seele könne das, woraus ein jedes Ding besteht, erkennen und wahrnehmen. Aber womit wird sie das Ganze erkennen bzw. wahrnehmen? Zum Beispiel was Gott ist oder Mensch, Fleisch oder Knochen und ebenso auch sonst irgendeines von den zusammengesetzten Dingen? Denn bei jedem dieser Dinge verhalten sich die Elemente nicht auf beliebige Weise, sondern stehen in einem gewissen Verhältnis und sind in bestimmter Weise zusammengesetzt, ganz so wie es auch Empedokles vom Knochen sagt:

Die willfährige Erde in breitbrüst’gen Schmelztiegeln

Nahm von den acht Teilen zwei des nüchternen Schimmers,

Des Hephaist aber vier; und die weißen Knochen entstanden.

Es nützt also nichts, dass die Elemente in der Seele sind, wenn nicht auch die Verhältnisse darin sein werden und die (Weise ihrer) Zusammensetzung; ein jedes Element wird nämlich das (ihm) Gleiche erkennen, den Knochen oder den Menschen dagegen keines, wenn nicht auch diese sich in ihr befinden. Dass das aber unmöglich ist, braucht man nicht eigens zu sagen. Wer wird sich ernsthaft fragen, ob der Stein oder der Mensch in der Seele ist? Desgleichen auch das Gute und das Nicht­-Gute. Und ebenso auch bei den übrigen Dingen. Ferner: Da »seiend« vielfach ausgesagt wird – denn einerseits bedeutet es ein Dies, andererseits Quantität oder Qualität oder auch eine andere der Kategorien, wie wir sie unterschieden haben –, wird die Seele aus ihnen allen bestehen oder nicht? Es scheint aber keine für alle gemeinsamen Elemente zu geben. Besteht sie also nur aus dem, woraus die Substanz besteht? Wie erkennt sie dann auch jedes der übrigen? Oder werden sie behaupten, dass es für jede Gattung des Seienden besondere Elemente und Prinzipien gibt, aus denen die Seele zusammengesetzt ist? Also wird sie Quantität, Qualität und Substanz sein. Aber es ist unmöglich, dass aus den Elementen der Quantität eine Substanz bestehen soll und nicht eine Quantität. Für diejenigen, die behaupten, die Seele bestehe aus allen (Elementen), ergeben sich also diese und auch andere derartige Konsequenzen. Auch ist es abwegig zu behaupten, dass das Gleiche durch das Gleiche zwar nicht affiziert werde, das Gleiche das Gleiche aber wahrnehme und mit dem Gleichen das Gleiche erkenne. Doch sie behaupten, das Wahrnehmen sei eine Art Affiziert­- und Bewegtwerden und ebenso auch das Denken und Erkennen. Das gerade Gesagte bezeugt, dass es viele Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten mit sich bringt, so wie Empedokles zu behaupten, dass die Dinge jeweils durch die körperlichen Elemente erkannt werden, und zwar in Beziehung auf das (jeweils) Gleichartige: So scheint alles, was in den Körpern der Lebewesen ganz zur Erde gehört, z. B. Knochen, Sehnen und Haare, überhaupt nichts wahrzunehmen und folglich auch nicht das Gleichartige. freilich müsste es dies. Außerdem würde jedem der Prinzipien mehr Unkenntnis als Einsicht zukommen. Denn jedes (Element) wird zwar jeweils eines erkennen, vieles aber wird es nicht erkennen. nämlich alles andere. Auch ergibt sich – für Empedokles wenigstens –, dass der Gott am unverständigsten ist, weil er als einziger eines der Elemente, nämlich den Streit, nicht erkennt; die Sterblichen dagegen (erkennen es) alle, jedes Ding besteht ja aus allen (Elementen). Und überhaupt, aus welchem Grund haben nicht alle Dinge eine Seele, da doch alles entweder Element ist oder aus einem Element besteht oder aus vielen oder allen? Es ist (dann) ja notwendig, dass sie eines oder einige oder alle Dinge erkennen. Auch dürfte man wohl darüber in Schwierigkeiten geraten, was es denn sein soll, das die Elemente zur Einheit macht. Denn sie gleichen jedenfalls der Materie. Entscheidend aber ist jenes, das sie zusammenhält, was immer dies auch ist; und dass es etwas geben soll, das stärker ist als die Seele und sie beherrschend, ist unmöglich. Noch unmöglicher ist dies aber bei der Vernunft. Es macht nämlich guten Sinn, dass sie Vorrang vor allem und von Natur aus entscheidende Autorität hat. Sie dagegen behaupten, dass die Elemente die primären unter den seienden Dingen seien. Alle jedoch – und zwar sowohl diejenigen, die deswegen, weil sie die Dinge erkennt und wahrnimmt, behaupten, die Seele bestehe aus den Elementen, als auch diejenigen, die behaupten, sie sei das am meisten zum Bewegen Fähige – sprechen nicht über jede (Art von) Seele. Denn nicht alles, was wahrnehmend ist, ist bewegungsfähig, einige Lebewesen scheinen nämlich ortsgebunden zu sein, und doch scheint jedenfalls die Seele das Lebewesen nur in diese (Orts­)Bewegung zu versetzen – und ebenso auch alle diejenigen, welche die Vernunft und das Wahrnehmungsvermögen aus den Elementen bestehen lassen. Die Gewächse scheinen ja lebendig zu sein, obwohl sie weder an Ortsbewegung noch an Wahrnehmung teilhaben, und viele Lebewesen scheinen kein Denken zu haben. Wenn man aber auch dies zugestehen und die Vernunft als einen bestimmten Teil der Seele ansetzen wollte und ebenso auch das Wahrnehmungsvermögen, so würden sie auch dann nicht allgemein über jede (Art von) Seele sprechen und auch nicht über irgendeine (Seele) als Ganze. – Dies gilt aber auch für die Erzählung in den sogenannten orphischen Liedern: Sie besagt nämlich, die Seele werde von den Winden getragen und komme beim Einatmen aus dem All (in den Körper) hinein. Dies kann ja bei den Gewächsen nicht passieren und auch bei einigen Lebewesen nicht, so sie denn nicht alle atmen. Aber dies entging denen, die dieser Meinung waren. Und wenn man die Seele schon aus den Elementen bestehen lassen soll, so muss es nicht aus allen sein. Es reicht nämlich, dass ein Glied des Gegensatzpaares sowohl sich selber als auch sein Gegenüberliegendes unterscheidet. Denn mit dem Geraden erkennen wir sowohl es selbst als auch das Krumme. Unterscheidende Instanz für beide ist der Richtscheit, das Krumme dagegen ist dies weder für sich selbst noch für das Gerade. Manche sagen aber auch, die Seele sei in dem All vermischt, weshalb vielleicht auch Thales glaubte, alles sei voller Götter. Aber damit gibt es einige Schwierigkeiten: Denn aus welchem Grund bringt die Seele, wenn sie in der Luft oder im Feuer ist, kein Lebewesen hervor, dagegen aber in den vermischten (Elementen), und dies, obwohl sie in jenen (unvermischten Elementen) besser zu sein scheint. – Man könnte aber auch der Frage nachgehen, warum die in der Luft befindliche Seele besser und unsterblicher ist als die in den Lebewesen. In beiden Fällen aber ergibt sich Abwegiges und Widersinniges: Denn zu behaupten, das Feuer oder die Luft sei ein Lebewesen, ist gar zu gewagt, und auch zu bestreiten, es seien Lebewesen, obwohl sich eine Seele in ihnen befindet, ist abwegig. Sie scheinen aber zu der Auffassung gelangt zu sein, die Seele befinde sich in diesen (Elementen), weil das Ganze mit seinen Teilen homogen ist. Es ist daher notwendig für sie zu sagen, dass auch die Seele homogen mit ihren Teilen ist, falls die Lebewesen dadurch beseelt werden, dass sie etwas von ihrer Umgebung empfangen. Wenn aber die abgetrennte Portion Luft (im Lebewesen) homogen ist und die Seele inhomogen, ist klar, dass ein Teil von ihr vorhanden sein wird, ein anderer aber nicht vorhanden sein wird. Also ist notwendig, dass sie entweder homogen ist oder sich nicht in jedem Teil des Alls befindet. Aus dem Gesagten ist also klar, dass weder das Erkennen der Seele dadurch zukommt, dass sie aus den Elementen besteht, noch die Behauptung zutreffend oder wahr ist, dass sie sich bewegt.

Da das Erkennen zur Seele gehört[Anm. Hrsg. 1] und das Wahrnehmen und das Meinen, ferner das Begehren und Wünschen und insgesamt die Strebungen und den Lebewesen auch die Orts­bewegung durch die Seele zuteil wird, außerdem Wachstum, Blüte und Schwinden, (fragt sich), ob dies jeweils der gesamten Seele zukommt und wir (also) mit der ganzen Seele denken und wahrnehmen, uns bewegen und auch alles andere jeweils tun und erleiden oder mit jeweils anderen Teilen anderes? Und so auch das Lebendig­-Sein, ob es sich in einem bestimmten (Teil) davon befindet oder auch in mehreren oder allen oder noch etwas anderes Ursache dafür ist? Einige behaupten in der Tat, dass sie geteilt sei und dass sie mit einem Teil denke und mit einem anderen (Teil) begehre. Was hält dann aber die Seele zusammen, wenn sie von Natur geteilt ist? Der Körper wird es ja gewiss nicht sein; es scheint nämlich eher im Gegenteil die Seele den Körper zusammenzuhalten. So verweht und verfault er z. B., wenn die Seele ihn verlassen hat. Wenn denn also etwas anderes sie zu einer macht, so dürfte wohl dieses am ehesten Seele sein. Doch man wird dann wieder bei diesem nachforschen müssen, ob es eines ist oder vielteilig. Denn wenn es eines ist, warum ist nicht gleich auch die Seele eines? Wenn es aber geteilt ist, so wird wieder die Frage sein, was es ist, das dieses zusammenhält, und so geht es weiter ins Unendliche. Man könnte hinsichtlich ihrer Teile auch darüber in Schwierigkeiten geraten, welches Vermögen sie jeweils im Körper haben. Wenn nämlich die gesamte Seele den ganzen Körper zusammenhält, dann wird es auch jedem Teil (der Seele) zukommen, einen Teil des Körpers zusammenzuhalten. Das scheint aber ein Ding der Unmöglichkeit. Es ist nämlich schwer, sich auch nur auszudenken, welchen Körperteil die Vernunft zusammenhalten soll bzw. auf welche Weise. Aber auch die Gewächse scheinen (weiter) lebendig zu sein, wenn sie durchschnitten wurden, und manche von den Insekten, was nahelegt, dass sie der Art nach dieselbe Seele haben, wenn schon nicht der Zahl nach. Denn jeder ihrer Teile verfügt über Wahrnehmung und bewegt sich für eine gewisse Zeit dem Orte nach. Wenn sie aber nicht lange am Leben bleiben, so ist dies nicht befremdlich; sie haben ja keine Organe, um ihre Natur zu bewahren. Es befinden sich aber um nichts weniger in jedem einzelnen der (durchschnittenen Körper­)Teile alle Seelenteile und sind miteinander und mit der ganzen Seele homogen: miteinander, da sie nicht (voneinander) abtrennbar sind und mit der ganzen Seele, da sie teilbar ist. Es scheint aber auch das Prinzip in den Gewächsen eine Art Seele zu sein. Dieses ist nämlich das einzige, an dem Lebewesen und Gewächse gemeinsam Anteil haben, und es lässt es sich zwar vom wahrnehmungsmäßigen Prinzip abtrennen, doch nichts hat Wahrnehmung ohne es.


  1. ↑ 411a26 »Da das Erkennen zur Seele gehört ...« Hier handelt es sich um einen starken thematischen Einschnitt. Die Behandlung der Meinungen der Vorgänger ist an dieser Stelle beendet. Aristoteles kehrt mit der Diskussion der Konzeption von Seelenteilen wieder zur systematischen Behandlung der Probleme der Seelenlehre zurück.