„-bar“ – Versionsunterschied
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Egsw. urspl. ‘tragend, fähig zu tragen, fähig hervorzubringen, ’fähig zu tragen, machen, bewirken …’;<p>ursprünglich ist das erste Wortbildungsglied immer ein Hptw., vornehmlich ein Begriff, was von der Grundbedeutung „tragend“ her leicht zu verstehen ist bspw. ''Frucht'' + -''bar'' „-bar“, bildet Egsw.-Ustw. ''fruchtbar ''„Frucht tragend, vermögend Frucht zu tragen“ (ein für gewöhnlich meist ''Frucht tragender'' Boden ist also ein ''fruchtbarer'' Boden).</p> | |||
Schon in ahd. Zeit entwickelt sich ''[[wikt:-bari#Old_High_German|-bāri]] (mhd. [[wikt:-bære#Middle_High_German|-bære]])'' zum Wortbildungsendung, das, bei verblassender Eigenbedeutung, auch an Vertreter anderer Wortklassen tritt; seit spätmhd. Zeit bildet -''bære'' nach dem Vorbild der Endung -''lich'' und -''ic'' (nhd. -''ig'') zunehmend Egstw.. | |||
<p>In dieser Funktion bleibt -''bar'' bis auf den heutigen Tag überaus ertragreich. Die Bedeutung solcher Wortableitungen ist im allgemeinen erleidend, bspw. ''unerreichbar'' ‘(nicht) zu erreichen’, entsprechend ''unheilbar'', ''zerlegbar'', ''passierbar'', machbar; lautlich setzt nhd. -''bar'' die unumgelautete umstandswortliche Wortform ahd. -''bāro'', mhd. -''bāre'' fort, die [https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Luther Luther] auch in eigenschaftlicher Wirkweise gegenüber der regelhaften, aus mhd. -''bære'' entwickelten spätmhd. frühnhd. Form -''ber'' durchsetzt.;</p> | |||
<p>Seit dem Spätmittelhochdeutschen tritt ''bar'' als Endung -''bar ''vermehrt zu Tw. und bildet mit ihnen Egsw.-Ustw.: z.b. „hörbar“ – „was man (zu) hören (ertragen) kann“ oder „essbar“ – „was man (zu) essen (ertragen) kann“.</p> | |||
<p>''Beispiele: unbâri'' (''umbâri'') : Egsw. „unfruchtbar“ (aus dieser negierten Form kann man sehen, dass „''bâri''“ ursprünglich ein selbständiges Egsw. zu „''beran''“: tragen war)</p> | |||
<p>''unthancbâri'' : Egsw.. „unbankbar“ – Endung an ein Hptw. „''unthanc''“ angehängt</p> | |||
<p>''skinbâri'': Egsw. „Schein tragend“ – „glänzend“ : Endung an ein Hptw. „''skin''“ (Glanz, Schein) angehängt</p> | |||
<p>dazu: Notker, Martianus Capella, Lib. I, cap. 38 („''Ioh selber Iupiter tuncheleta fore sinero <u>skinbari</u> uuidere uuichender''.“) – interessant: ''skinbari'' ist hier wl. Hptw., aber doch eindeutig durch Anhängen von –''bâri'' an das Hptw. ''skîn'' (Schein) gebildet!</p> | |||
=== Herkunft === | |||
<p>aengl. –''bâre, ''aisl. ''bârr'' "tragfähig", lat. -''fer''/-''ferus'' Egsw.-Endung zu ''ferre'' "tragen", agr. -''fo¢roj'' als Egsw.-Endung zu ''fe¢rein'' "tragen"; Grimmschen Wörterbuch „frucht | bar“ lat. ''fructi'' | ''fer'', agr. ''karpo''¢ | ''foroj,''</p><p>ist, wie die verneinende Formen ahd. ''unbāri'', mhd. ''unbære'' ‘unfruchtbar’ zeigen, ursprünglich ein selbständiger Wortlaut mit der Bedeutung ‘tragend, fähig zu tragen, hervorzubringen’, zu ger.*beran, ahd. beran ‘tragen’ (s. ''Bahre'', gebären).</p><p>¦√¦ uig. ''[https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Indo-European/b%CA%B0er- bʰer-]'' "tragen, ertragen, dulden"; auch in Wortbildungen in Bezug auf Schwanger sein; uig. ''[https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Indo-European/b%CA%B0%C3%A9reti *bʰéreti]'', from ''[https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Indo-European/b%CA%B0er- *bʰer-]''. ugerm. ''[https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Germanic/beran%C4%85 *beraną]'' "tragbar, fruchtbar, zuverlässig; ugerm. ''[https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Germanic/b%C4%93riz *bēriz]''. zu germ.*''beran'', ahd. ''beran'' ‘tragen’</p><p>Seit Beginn der Überlieferung erscheint es in Zusammensetzungen wie ''dankbar'', ahd. ''unthancbāri'', ''thancbāri'' mhd. ''dancbære'' s. -''bar''.</p> | |||
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Aktuelle Version vom 8. Juni 2025, 13:35 Uhr
| Endngswrt |
Egsw. urspl. ‘tragend, fähig zu tragen, fähig hervorzubringen, ’fähig zu tragen, machen, bewirken …’;
ursprünglich ist das erste Wortbildungsglied immer ein Hptw., vornehmlich ein Begriff, was von der Grundbedeutung „tragend“ her leicht zu verstehen ist bspw. Frucht + -bar „-bar“, bildet Egsw.-Ustw. fruchtbar „Frucht tragend, vermögend Frucht zu tragen“ (ein für gewöhnlich meist Frucht tragender Boden ist also ein fruchtbarer Boden).
Schon in ahd. Zeit entwickelt sich -bāri (mhd. -bære) zum Wortbildungsendung, das, bei verblassender Eigenbedeutung, auch an Vertreter anderer Wortklassen tritt; seit spätmhd. Zeit bildet -bære nach dem Vorbild der Endung -lich und -ic (nhd. -ig) zunehmend Egstw..
In dieser Funktion bleibt -bar bis auf den heutigen Tag überaus ertragreich. Die Bedeutung solcher Wortableitungen ist im allgemeinen erleidend, bspw. unerreichbar ‘(nicht) zu erreichen’, entsprechend unheilbar, zerlegbar, passierbar, machbar; lautlich setzt nhd. -bar die unumgelautete umstandswortliche Wortform ahd. -bāro, mhd. -bāre fort, die Luther auch in eigenschaftlicher Wirkweise gegenüber der regelhaften, aus mhd. -bære entwickelten spätmhd. frühnhd. Form -ber durchsetzt.;
Seit dem Spätmittelhochdeutschen tritt bar als Endung -bar vermehrt zu Tw. und bildet mit ihnen Egsw.-Ustw.: z.b. „hörbar“ – „was man (zu) hören (ertragen) kann“ oder „essbar“ – „was man (zu) essen (ertragen) kann“.
Beispiele: unbâri (umbâri) : Egsw. „unfruchtbar“ (aus dieser negierten Form kann man sehen, dass „bâri“ ursprünglich ein selbständiges Egsw. zu „beran“: tragen war)
unthancbâri : Egsw.. „unbankbar“ – Endung an ein Hptw. „unthanc“ angehängt
skinbâri: Egsw. „Schein tragend“ – „glänzend“ : Endung an ein Hptw. „skin“ (Glanz, Schein) angehängt
dazu: Notker, Martianus Capella, Lib. I, cap. 38 („Ioh selber Iupiter tuncheleta fore sinero skinbari uuidere uuichender.“) – interessant: skinbari ist hier wl. Hptw., aber doch eindeutig durch Anhängen von –bâri an das Hptw. skîn (Schein) gebildet!
Herkunft
aengl. –bâre, aisl. bârr "tragfähig", lat. -fer/-ferus Egsw.-Endung zu ferre "tragen", agr. -fo¢roj als Egsw.-Endung zu fe¢rein "tragen"; Grimmschen Wörterbuch „frucht | bar“ lat. fructi | fer, agr. karpo¢ | foroj,
ist, wie die verneinende Formen ahd. unbāri, mhd. unbære ‘unfruchtbar’ zeigen, ursprünglich ein selbständiger Wortlaut mit der Bedeutung ‘tragend, fähig zu tragen, hervorzubringen’, zu ger.*beran, ahd. beran ‘tragen’ (s. Bahre, gebären).
¦√¦ uig. bʰer- "tragen, ertragen, dulden"; auch in Wortbildungen in Bezug auf Schwanger sein; uig. *bʰéreti, from *bʰer-. ugerm. *beraną "tragbar, fruchtbar, zuverlässig; ugerm. *bēriz. zu germ.*beran, ahd. beran ‘tragen’
Seit Beginn der Überlieferung erscheint es in Zusammensetzungen wie dankbar, ahd. unthancbāri, thancbāri mhd. dancbære s. -bar.