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* [[Güte]], eine Tugend | |||
* [[Gütefaktor]] in Schwingungslehre und Elektrotechnik | |||
* [[Gütte]], historischer Schöpflöffel der Leinenveredelung | |||
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* Güte bzw. [[Trennschärfe eines Tests]] | |||
* [[Anpassungsgüte]] einer Schätzung | |||
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* [[Anpassungsgüte#Anpassungsmaße bei Strukturgleichungsmodellen|Gütekriterien]] in Strukturgleichungsmodellen | |||
* [[Punktschätzer#Qualitätskriterien für Punktschätzer|Gütekriterien von Punktschätzern]] | |||
* [[Gütefunktion]], eine spezielle reellwertige Funktion in der Testtheorie | |||
'''Güte''' ist der Familienname folgender Personen: | |||
* [[Heinrich Ernst Güte]] (1754–1805), deutscher evangelischer Theologe und Hochschullehrer | |||
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* [[Gut]] | |||
* [[Gute Güte]] | |||
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Unter '''Güte''' (von ''gut'', mhd. güete, ahd. guoti, ‚[https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Gute#Begriffsbestimmung Gutheit]‘, früher auch [[Herzensgüte]]) versteht man eine freundliche, wohlwollende und [[Nachsicht|nachsichtige Einstellung]] gegenüber anderen. Elemente von Güte sind ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Gute Gutes] tun'', [https://de.wikipedia.org/wiki/Gnade_(Recht) Gnade] üben, [[Wohlwollen]] und [[Barmherzigkeit]]. Als Gegenteil von Güte bzw. Herzensgüte werden Strenge oder Unnachgiebigkeit angesehen. Im Christentum ist Güte bzw. [[Allgüte]] eine der Haupteigenschaften [[Gott|Gottes]]<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCte#cite_note-1 [1]]</sup> (siehe auch [[Liebe Gottes]]), sowie [[Frucht des Heiligen Geistes]].<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCte#cite_note-2 [2]]</sup> | |||
Damit verbunden sind Haltungen und Handlungen von Achtsamkeit, Wohlwollen, Hilfsbereitschaft und Fürsorge, Mitgefühl, Teilen und Schenken, Freundlichkeit etc. Güte ist häufig gepaart mit Weisheit und Gelassenheit. Voraussetzung dafür ist eine innere und äußere Zufriedenheit. Güte als Tugend ist eine Wesenseigenschaft; also nicht etwas, um das man sich bemüht oder das man „tut“. Ein „guter Mensch“ sieht immer „das Gute“ im anderen und in Situationen und „tut Gutes“. Gutartigkeit darf nicht verwechselt werden mit „kann sich nicht wehren“.<div class="mw-heading mw-heading2"> | |||
== Güte in der Tugendlehre == | |||
</div><p>In einzelnen Betrachtungen zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Tugend Tugend] wird die Güte eigens genannt. Das allegorische Gedicht ''[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Der_Meide_Kranz&action=edit&redlink=1 Der Meide Kranz]'' (um 1355) von [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_von_M%C3%BCgeln Heinrich von Mügeln] lässt zwölf Tugenden auftreten, darunter die Güte. Der deutsche Philosoph [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Friedrich_Herbart Johann Friedrich Herbart] nennt als [https://de.wikipedia.org/wiki/Kardinaltugend Kardinaltugenden]: [https://de.wikipedia.org/wiki/Tapferkeit Tapferkeit], [https://de.wikipedia.org/wiki/Freiheit Freiheit], Güte und [https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechtigkeit Gerechtigkeit].<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCte#cite_note-3 [3]]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading2"> | |||
== Voraussetzungen für Güte == | |||
</div><p>Güte ist nach dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Neues_Testament Neuen Testament] eine Frucht des [https://de.wikipedia.org/wiki/Heiliger_Geist Heiligen Geistes]. Sie wird durch diesen in den Menschen gewirkt und ist nicht auf ein bestimmtes Maß beschränkt, sondern kann zunehmen und wachsen. Der Brief des [https://de.wikipedia.org/wiki/Paulus_von_Tarsus Paulus] an die Galater führt aus: ''"Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue"'' ([https://de.wikipedia.org/wiki/Brief_des_Paulus_an_die_Galater Gal] 5,22 <small>[https://www.bibleserver.com/EU/Gal5%2C22 EU]</small>)</p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Schweitzer Albert Schweitzer] führt in seinem Buch ''Die Lehre der [https://de.wikipedia.org/wiki/Ehrfurcht Ehrfurcht] vor dem Leben'' aus, dass in der Gütigkeit vorankomme, wer den Mut habe, sich selber zu beurteilen und zu richten, darum zu ringen, wahrhaft friedfertig zu werden:</p> | |||
:„Rechtes Denken lässt das Herz mitreden. Stetige Gütigkeit vermag viel. Wie die Sonne das Eis zum Schmelzen bringt, bringt sie Missverständnisse, Misstrauen und Feindseligkeit zum Schwinden. Was ein Mensch an Gütigkeit in die Welt hinausgibt, arbeitet an den Herzen und an dem Denken der Menschen.“<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCte#cite_note-4 [4]]</sup> | |||
<p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Schopenhauer Arthur Schopenhauer] führt die Herzensgüte auf das Überwiegen von [https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnis Erkenntnis] über den [https://de.wikipedia.org/wiki/Wille Willen] zurück:</p> | |||
:„Denn jene [die Güte] entsteht ja zuletzt dadurch, dass das bloß erkannte Leiden anderer unser Tun mehr bestimmt als der eigene Wille und sein unmittelbares Genügen. ... Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fmut Großmut], die Clementia, das [https://de.wikipedia.org/wiki/Vergeben Vergeben], das Erwidern des Bösen mit Gutem zwingt uns deshalb so ungemessenes Lob und Bewunderung ab, weil der es übt, sein eignes Wesen wiedererkennt auch in dem, welcher in ihm das seinige verkannte: und zugleich ihn von seinem Irrtum zurückbringt auf dem Wege, welcher der sanfteste und zugleich der allein sichere ist: denn dieser ist genötigt zu sich (im innersten Gefühl) zu sagen: ‚Das Wesen, das ich verletzte, war ich selbst, denn es behandelt mich wie sich selbst.‘ - Wie wenig vermag dagegen der unsichere Weg der Vorwürfe.“<sup id="cite_ref-5" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCte#cite_note-5 [5]]</sup> | |||
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== Literatur == | |||
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*[https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Wickert Ulrich Wickert]: Das Buch der Tugenden, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3455110452 ISBN 3-455-11045-2]: Solidarität, Brüderlichkeit und Güte, S. 449 | |||
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*[https://de.wikipedia.org/wiki/Oscar_Wilde Oscar Wilde]: [https://web.archive.org/web/20020824210817/http://gutenberg.spiegel.de/wilde/maerchen/riese.htm Der eigensüchtige Riese] (Original: ''The Selfish Giant'') | |||
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== Einzelnachweise == | |||
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#<span class="reference-text">etwa ([https://de.wikipedia.org/wiki/Brief_des_Paulus_an_die_R%C3%B6mer Röm] 2,4 <small>[https://www.bibleserver.com/EU/R%C3%B6m2%2C4 EU]</small>), ([https://de.wikipedia.org/wiki/Brief_des_Paulus_an_die_R%C3%B6mer Röm] 11,22 <small>[https://www.bibleserver.com/EU/R%C3%B6m11%2C22 EU]</small>), ([https://de.wikipedia.org/wiki/Brief_des_Paulus_an_Titus Tit] 3,4 <small>[https://www.bibleserver.com/EU/Tit3%2C4 EU]</small>)</span> | |||
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Galaterbrief Galaterbrief] 5, 22: ''"Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue"'' ([https://de.wikipedia.org/wiki/Brief_des_Paulus_an_die_Galater Gal] 5,22 <small>[https://www.bibleserver.com/EU/Gal5%2C22 EU]</small>)</span> | |||
#<span class="reference-text">[https://www.retrobibliothek.de/retrobib/schlagwort.html?werk=Meyers&bandnr=9&seitenr=0507&wort=Kardinaltugenden ''Kardinaltugenden''.] In: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Meyers_Konversations-Lexikon Meyers Konversations-Lexikon].'' 4. Auflage. Band 9, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 507.</span> | |||
#<span class="reference-text">Albert Schweitzer: ''Die Lehre der Ehrfurcht vor dem Leben'', S. 49.</span> | |||
#<span class="reference-text">Arthur Schopenhauer: ''Über Güte und Großmut'', Bd. 4 der Vollständigen Ausgabe (''"Der Handschriftliche Nachlass in fünf Bänden."'', Hrsg. von Arthur Hübscher), zitiert nach Ulrich Wickert, ''Das Buch der Tugenden'', S. 449</span> | |||
Aktuelle Version vom 2. April 2026, 08:29 Uhr
güt-e ahd.-deu.f. Gutheit, ‘hilfreiche, großherzige Gesinnung, Nachsicht, Freundlichkeit, gute Beschaffenheit, Qualität (einer Ware)’,
- ahd. guotī (9. Jh.),
- mhd. güete,
- asächs. gōdi.
- Güte: Die Gutheit des Guten, ob und wie angemessen ein Dasein oder Daseinszustand ist.(HfwB)
- Das Ausmaß eines Gut, des Guten als Daseinszustand, von etwas oder jemand, eines Verfertiger, Eigenschaft oder Eigenmerkmal; ein technischer Begriff in Bezug auf Systeme in Bezug auf dessen Verlustfreiheit; Güte ist ein bedeutender Begriff den ich noch in einem Schriftstück erklären werde (21 Jh. ndt.);
Güte steht für:
- frühere Bedeutung von Benignität
- Güte, eine Tugend
- Gütefaktor in Schwingungslehre und Elektrotechnik
- Gütte, historischer Schöpflöffel der Leinenveredelung
- Qualität, die Beschaffenheit einer Sache
In der Statistik steht Güte für:
- Güte bzw. Trennschärfe eines Tests
- Anpassungsgüte einer Schätzung
- Gütemaße, als Maß der Anpassungsgüte
- Gütekriterien in Strukturgleichungsmodellen
- Gütekriterien von Punktschätzern
- Gütefunktion, eine spezielle reellwertige Funktion in der Testtheorie
Güte ist der Familienname folgender Personen:
- Heinrich Ernst Güte (1754–1805), deutscher evangelischer Theologe und Hochschullehrer
Siehe auch:
- Liste aller angelegten Artikel, deren Titel mit Güte beginnt
- Liste aller angelegten Artikel, deren Titel Güte enthält
Unter Güte (von gut, mhd. güete, ahd. guoti, ‚Gutheit‘, früher auch Herzensgüte) versteht man eine freundliche, wohlwollende und nachsichtige Einstellung gegenüber anderen. Elemente von Güte sind Gutes tun, Gnade üben, Wohlwollen und Barmherzigkeit. Als Gegenteil von Güte bzw. Herzensgüte werden Strenge oder Unnachgiebigkeit angesehen. Im Christentum ist Güte bzw. Allgüte eine der Haupteigenschaften Gottes[1] (siehe auch Liebe Gottes), sowie Frucht des Heiligen Geistes.[2]
Damit verbunden sind Haltungen und Handlungen von Achtsamkeit, Wohlwollen, Hilfsbereitschaft und Fürsorge, Mitgefühl, Teilen und Schenken, Freundlichkeit etc. Güte ist häufig gepaart mit Weisheit und Gelassenheit. Voraussetzung dafür ist eine innere und äußere Zufriedenheit. Güte als Tugend ist eine Wesenseigenschaft; also nicht etwas, um das man sich bemüht oder das man „tut“. Ein „guter Mensch“ sieht immer „das Gute“ im anderen und in Situationen und „tut Gutes“. Gutartigkeit darf nicht verwechselt werden mit „kann sich nicht wehren“.
Güte in der Tugendlehre
In einzelnen Betrachtungen zur Tugend wird die Güte eigens genannt. Das allegorische Gedicht Der Meide Kranz (um 1355) von Heinrich von Mügeln lässt zwölf Tugenden auftreten, darunter die Güte. Der deutsche Philosoph Johann Friedrich Herbart nennt als Kardinaltugenden: Tapferkeit, Freiheit, Güte und Gerechtigkeit.[3]
Voraussetzungen für Güte
Güte ist nach dem Neuen Testament eine Frucht des Heiligen Geistes. Sie wird durch diesen in den Menschen gewirkt und ist nicht auf ein bestimmtes Maß beschränkt, sondern kann zunehmen und wachsen. Der Brief des Paulus an die Galater führt aus: "Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue" (Gal 5,22 EU)
Albert Schweitzer führt in seinem Buch Die Lehre der Ehrfurcht vor dem Leben aus, dass in der Gütigkeit vorankomme, wer den Mut habe, sich selber zu beurteilen und zu richten, darum zu ringen, wahrhaft friedfertig zu werden:
- „Rechtes Denken lässt das Herz mitreden. Stetige Gütigkeit vermag viel. Wie die Sonne das Eis zum Schmelzen bringt, bringt sie Missverständnisse, Misstrauen und Feindseligkeit zum Schwinden. Was ein Mensch an Gütigkeit in die Welt hinausgibt, arbeitet an den Herzen und an dem Denken der Menschen.“[4]
Arthur Schopenhauer führt die Herzensgüte auf das Überwiegen von Erkenntnis über den Willen zurück:
- „Denn jene [die Güte] entsteht ja zuletzt dadurch, dass das bloß erkannte Leiden anderer unser Tun mehr bestimmt als der eigene Wille und sein unmittelbares Genügen. ... Die Großmut, die Clementia, das Vergeben, das Erwidern des Bösen mit Gutem zwingt uns deshalb so ungemessenes Lob und Bewunderung ab, weil der es übt, sein eignes Wesen wiedererkennt auch in dem, welcher in ihm das seinige verkannte: und zugleich ihn von seinem Irrtum zurückbringt auf dem Wege, welcher der sanfteste und zugleich der allein sichere ist: denn dieser ist genötigt zu sich (im innersten Gefühl) zu sagen: ‚Das Wesen, das ich verletzte, war ich selbst, denn es behandelt mich wie sich selbst.‘ - Wie wenig vermag dagegen der unsichere Weg der Vorwürfe.“[5]
Literatur
- Ulrich Wickert: Das Buch der Tugenden, ISBN 3-455-11045-2: Solidarität, Brüderlichkeit und Güte, S. 449
Weblinks
- Oscar Wilde: Der eigensüchtige Riese (Original: The Selfish Giant)
Einzelnachweise
- etwa (Röm 2,4 EU), (Röm 11,22 EU), (Tit 3,4 EU)
- Galaterbrief 5, 22: "Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue" (Gal 5,22 EU)
- Kardinaltugenden. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 9, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 507.
- Albert Schweitzer: Die Lehre der Ehrfurcht vor dem Leben, S. 49.
- Arthur Schopenhauer: Über Güte und Großmut, Bd. 4 der Vollständigen Ausgabe ("Der Handschriftliche Nachlass in fünf Bänden.", Hrsg. von Arthur Hübscher), zitiert nach Ulrich Wickert, Das Buch der Tugenden, S. 449