| <p>'''ob<sup>2</sup>''' | o +b | die bis in die Gegenwart indirekte Fragen, in älterer Zeit auch konditionale (‘wenn, falls’) und konzessive (‘wenn auch, obwohl’) Gliedsätze einleitet; ahd. ibu (8. Jh.), dann (durch Vokalveränderung und -umstellung, wenn nicht auf anderer Grundform beruhend) Varianten wie ibi, ubi, ube, oba, mhd. ob(e), op (frühmhd. ube) ‘ob, wenn (auch)’,</p><p>asächs. ef, of, mnd. of, ef und (durch Vermischung mit den mnd. Formen für ''oder'') oft(e), eft(e) ‘ob, wenn’, anfrk. of ‘wenn’,mnl. of, jof ‘ob, wenn (auch)’, nl. of ‘ob, als’, afries. (i)ef, gef, (i)of, ieft ‘wenn’, aengl. gif, engl. if ‘ob, wenn (auch)’, anord. ef, if ‘wenn’, got. ibai, iba ‘ob denn, etwa, wohl, daß nicht’.</p><p>Für die im Germ. bezeugten Verwendungen scheint man von einer den Zustand der Ungewißheit kennzeichnenden Partikel ausgehen zu können, deren Herleitung aber unklar bleibt.</p><p>Der Wortanfang läßt wahrscheinlich den Pronominalstamm uig. *e-, *i- (mit ursprünglich demonstrativer Funktion, s. ↗[https://www.dwds.de/wb/etymwb/er er], ↗[https://www.dwds.de/wb/etymwb/es es]) erkennen, doch weisen die westgerm. Formen mit j-, i-, g-Anlaut, die got. jabai ‘wenn’ entsprechen, auf Einflüsse des Relativstamms ie. *i̯o-.</p><p>Der mit dem Labial beginnende zweite Wortteil könnte wie enklitisches got. ba ‘wenn’ zuawest. bā ‘fürwahr’, griech. phḗ (φή, φῆ) ‘wie, gleichwie’, armen. ba, bay ‘gewiß, freilich’, aslaw. bo ‘denn, nun, also’, lit. ba‘denn, ja’ gestellt und an die Beteuerungs- und Hervorhebungspartikel ie. *bhē̌, *bhō̌ angeschlossen werden, falls nichtie. *bhō(u) ‘beide’ (zweites Glied von ie. *ambhō(u), s. ↗[https://www.dwds.de/wb/etymwb/beide beide]) zugrunde liegt. Im Dt. eröffnet die Konjunktion seit den frühesten Zeugnissen abhängige Fragesätze, mit denen Zweifel an der Wahrheit eines Sachverhalts oder Streben nach Gewißheit zum Ausdruck gebracht werden; dabei wird (schon mhd.) der regierende Satz gelegentlich erspart, so vor allem bei verwundertem Wiederholen des Wortlauts einer absurden Frage (Ob ich diese Stadt kenne? Ich bin ja dort aufgewachsen.), woraus sich wiederum umgangssprachliches Und ob! als nachdrückliche Bejahung einer Entscheidungsfrage erklärt. Konditionaler Gebrauch ist im Ahd. und Mhd. üblich, seit frühnhd. Zeit wird ob jedoch in diesem Sinne zunehmend durch ↗[https://www.dwds.de/wb/etymwb/wenn wenn] (s. d.) verdrängt und begegnet im 18./19. Jh. nur noch vereinzelt; es bleibt lebendig in der Verbindung mhd. nhd. als ob ‘wie wenn’ (bei angenommenem Vergleich, wo im Mhd. ob(e) bzw. als(ō)auch allein stehen kann). In den ältesten dt. Sprachstufen ermöglicht die Konjunktion außerdem den Anschluß von Konzessivsätzen; später tritt häufig ein die Einräumung verdeutlichendes Adverb hinzu, das im Nhd. mit obzusammenwächst und allenfalls in feierlich-altertümlicher Rede noch abgetrennt wird. Daher die zusammengesetzten Konjunktionen '''obwohl '''(17. Jh.), älter obwoln, ob wol (16. Jh.), ob(e) … wol(e) (15. Jh.); '''obgleich '''(16. Jh.), bis ins 18. Jh. daneben ob gleich, ob … gleich (16. Jh.); '''obschon '''(16. Jh.), bis ins 18. Jh. auch ob schon (16. Jh.), ob … schon (15. Jh.),mhd. (vereinzelt) obe schōne; '''obzwar '''(Ende 18. Jh.), zuvor ob zwar (17. Jh.), ob … zwar (16. Jh.).</p> | | <p>'''ob<sup>1</sup>''' | o +b | 'oben'; 'von oben': 'wegen'; 'oberhalb von'; 'über';</p> |
| <!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>(subordinating) [https://en.wiktionary.org/wiki/if if], [https://en.wiktionary.org/wiki/whether whether]''ob ... oder'' ― if ... or</p><p>Etymology 2[[https://en.wiktionary.org/w/index.php?title=ob&action=edit§ion=13 edit]]From [https://en.wikipedia.org/wiki/Middle_High_German Middle High German]''[https://en.wiktionary.org/wiki/obe#Middle_High_German obe]'', from [https://en.wikipedia.org/wiki/Old_High_German Old High German]''[https://en.wiktionary.org/wiki/oba#Old_High_German oba]'', from [https://en.wikipedia.org/wiki/Proto-Germanic_language Proto-Germanic]''[https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Germanic/ub *ub]''(“under”), from [https://en.wikipedia.org/wiki/Proto-Indo-European_language Proto-Indo-European]''[https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Indo-European/up%C3%B3 *upó]''(“under, below”). Related with ''[https://en.wiktionary.org/wiki/%C3%BCber#German über]'', ''[https://en.wiktionary.org/wiki/oben#German oben]''. A chiefly southern word, pronounced with a short vowel in Alemannic areas and with a long vowel in Austro-Bavarian areas. In the north, the short vowel is from etymology 1, perhaps also reinforced by association with regional forms of ''[https://en.wiktionary.org/wiki/auf#German auf]'' ([https://en.wikipedia.org/wiki/Central_Franconian_language Central Franconian]''[https://en.wiktionary.org/wiki/op#Central_Franconian op]'', [https://en.wikipedia.org/wiki/Low_German Low German]''[https://en.wiktionary.org/wiki/up#Low_German up, op]''). The long vowel is standard in ''[https://en.wiktionary.org/wiki/Obacht#German Obacht]'', ''[https://en.wiktionary.org/wiki/beobachten#German beobachten]''.Pronunciation[[https://en.wiktionary.org/w/index.php?title=ob&action=edit§ion=14 edit]]</p><p>[https://en.wiktionary.org/wiki/Wiktionary:International_Phonetic_Alphabet IPA]<sup>([https://en.wiktionary.org/wiki/Appendix:German_pronunciation key])</sup>: /ɔp/ (German standard; Switzerland)</p><p>[https://en.wiktionary.org/wiki/Wiktionary:International_Phonetic_Alphabet IPA]<sup>([https://en.wiktionary.org/wiki/Appendix:German_pronunciation key])</sup>: /oːp/ (Austria; Bavaria)</p><p>Preposition</p><p>'''ob'''</p>
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