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„Reim“ – Versionsunterschied

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<p><span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">Reim</span>&nbsp;|&nbsp;<span class="etymwb-orth">Reim |&nbsp;</span><span class="etymwb-gramgrp"><abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="Maskulinum">ml.</abbr></span></span> ‘Gleichklang einer oder mehrerer Silben bei verschiedenem Anlaut (besonders am Ende einer Verszeile), kleines Gedicht, Vers’,&nbsp;<abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">rīm</span>'' ‘''Reim'', Vers(zeile), Verspaar’ ist entweder eine Entlehnung von <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="altfranzösisch">afrz.</abbr> <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="französisch">frz.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">rime</span>'' ‘gebundene Rede, Reim’ oder übernimmt vielmehr als altes <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="germanisch">ger.</abbr> Wort im Sinne von ‘Reihe’ (wie auch das <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelniederdeutsch">Mnd.</abbr> und <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelniederländisch">Mnl.</abbr>) die im <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="altfranzösisch">Afrz.</abbr> übliche Bedeutung.</p><p>Denn <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="altfranzösisch">afrz.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">rime</span>'' stammt wohl&nbsp;seinerseits aus g<abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="germanisch">er.,</abbr>&nbsp;<abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="altniederfränkisch">anfrk.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">*''rīm''</span> ‘Reihe’ bzw. <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="althochdeutsch">ahd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">rīm</span>'' ‘Reihe, Reihenfolge, Zahl’ (8. Jh.), denen <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="altsächsisch">asächs.&nbsp;</abbr>''<span class="etymwb-mentioned">unrīm</span>'' ‘Unzahl’, <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="altenglisch">aengl.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">rīm</span>'' ‘Zahl, Zählung, Rechnung’, <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="altnordisch">anord.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">rīm</span>'' ‘Berechnung, Kalender’ (auch, nach dem <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelniederdeutsch">Mnd.</abbr>, ‘''Reim'', Gedicht’) entsprechen.</p><p>Diese sind verwandt mit <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="griechisch" aria-describedby="tooltip21133">grie.&nbsp;</abbr>''<span class="etymwb-mentioned">ararískein</span>''&nbsp;‘zusammenfügen, verfertigen’, ''<span class="etymwb-mentioned">arithmós</span>''&nbsp;‘Reihe, Zahl, Aufzählung, Zählung’, ''<span class="etymwb-mentioned">nḗritos</span>''&nbsp;‘zahllos, unendlich’, <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="lateinisch">lat.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">rītus</span>'' ‘Gebrauch, Sitte, Gewohnheit, Art’, <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="altirisch">air.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">rīm</span>'' ‘Zahl’, so daß Anschluß an die Wurzelform <span class="etymwb-mentioned">*''arī̌''-</span>, <span class="etymwb-mentioned">*''rī̌''-,</span>&nbsp;<span class="etymwb-mentioned">*''rēi''-</span> der unter ''Arm'') angeführten Ww. uig<abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="indoeuropäisch">.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">*''ar''(ə)-</span> ‘zusammenfügen, passen’ möglich ist.</p><p>Die Bedeutungsentwicklung führt von ‘Reihenfolge’ über ‘Reihe ähnlich klingender Versausgänge, ''Reimreihe''’ zu ‘Endreim’ und ‘Reimvers’.</p><p>Die bis ins 17. Jh. reichende Verwendung von ''<span class="etymwb-mentioned">Reim</span>'' im Sinne von ‘Verszeile, Zeile, Verspaar’ ist noch in ''Kehrreim''&nbsp;und <span class="etymwb-mentioned">Kinderreim&nbsp;</span>‘einfacher, leicht faßlicher, einprägsamer ''Reim'', Vers für Kinder’ bewahrt.</p><p>Durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Opitz Opitz] wird ''<span class="etymwb-mentioned">Reim</span>'' (nach <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="französisch">frz.</abbr> Vorbild) als ‘Endreim’ definiert.</p>
<p>[[rei-]][[-m]] [[Sprachstufe::deu.]] {{Wrtdtng}}: 'Fügreihe'</p>
 
* <span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">Reim</span></span> ml.  
** ‘Gleichklang einer oder mehrerer Silben bei verschiedenem Anlaut (besonders am Ende einer Verszeile), kleines Gedicht, Vers’,
** mhd. rīm ‘Reim, Vers(zeile), Verspaar’  
*** ist entweder eine Entlehnung von afrz. frz. ''rime'' ‘gebundene Rede, Reim’  
*** oder übernimmt vielmehr als altes ger. Wort im Sinne von ‘''[[Reihe]]''’
**** (wie auch das Mnd. und Mnl.) die im Afrz. übliche Bedeutung.
*** Denn afrz. ''rime'' stammt wohl&nbsp;seinerseits  
**** aus ger.,&nbsp;anfrk. *rīm ‘Reihe’  
**** bzw. ahd. rīm ‘Reihe, Reihenfolge, Zahl’ (8. Jh.),  
**** denen  
***** asächs. unrīm ‘Unzahl’,  
***** aengl. rīm ‘Zahl, Zählung, Rechnung’,  
***** anord. rīm ‘Berechnung, Kalender’ (auch, nach dem Mnd., ‘Reim, Gedicht’)  
****** entsprechen.
*** Diese sind verwandt mit  
**** grie. ''[[ararískein]]'' (''ἀραρίσκειν)'' ‘zusammenfügen, verfertigen’,  
***** ''arithmós'' (''[[ἀριθμός]]'') ‘Reihe, Zahl, Aufzählung, Zählung’,  
****** ''[[nḗritos]]'' (''νήριτος'') ‘zahllos, unendlich’,  
**** lat. [[rītus]] ‘Gebrauch, Sitte, Gewohnheit, Art’,  
**** air. rīm ‘Zahl’,  
*** so daß Anschluß an die Wurzelform *[[arī̌-]], *[[rī̌-]], *[[rēi-]] der unter ''[[Arm]]'' angeführten Ww. uig. *[[ar(ə)-]] ‘zusammenfügen, passen’ möglich ist.
* Die Bedeutungsentwicklung führt von ‘Reihenfolge’ über ‘Reihe ähnlich klingender Versausgänge, Reimreihe’ zu ‘Endreim’ und ‘Reimvers’.
* Die bis ins 17. Jh. reichende Verwendung von Reim im Sinne von ‘Verszeile, Zeile, Verspaar’ ist noch in Kehrreim und Kinderreim ‘einfacher, leicht faßlicher, einprägsamer Reim, Vers für Kinder’ bewahrt.
* Durch Opitz wird Reim (nach frz. Vorbild) als ‘Endreim’ definiert.

Aktuelle Version vom 8. Juni 2025, 06:00 Uhr

rei--m deu. Wrtdtng:: 'Fügreihe'

  • Reim ml.
    • ‘Gleichklang einer oder mehrerer Silben bei verschiedenem Anlaut (besonders am Ende einer Verszeile), kleines Gedicht, Vers’,
    • mhd. rīm ‘Reim, Vers(zeile), Verspaar’
      • ist entweder eine Entlehnung von afrz. frz. rime ‘gebundene Rede, Reim’
      • oder übernimmt vielmehr als altes ger. Wort im Sinne von ‘Reihe’
        • (wie auch das Mnd. und Mnl.) die im Afrz. übliche Bedeutung.
      • Denn afrz. rime stammt wohl seinerseits
        • aus ger., anfrk. *rīm ‘Reihe’
        • bzw. ahd. rīm ‘Reihe, Reihenfolge, Zahl’ (8. Jh.),
        • denen
          • asächs. unrīm ‘Unzahl’,
          • aengl. rīm ‘Zahl, Zählung, Rechnung’,
          • anord. rīm ‘Berechnung, Kalender’ (auch, nach dem Mnd., ‘Reim, Gedicht’)
            • entsprechen.
      • Diese sind verwandt mit
        • grie. ararískein (ἀραρίσκειν) ‘zusammenfügen, verfertigen’,
          • arithmós (ἀριθμός) ‘Reihe, Zahl, Aufzählung, Zählung’,
            • nḗritos (νήριτος) ‘zahllos, unendlich’,
        • lat. rītus ‘Gebrauch, Sitte, Gewohnheit, Art’,
        • air. rīm ‘Zahl’,
      • so daß Anschluß an die Wurzelform *arī̌-, *rī̌-, *rēi- der unter Arm angeführten Ww. uig. *ar(ə)- ‘zusammenfügen, passen’ möglich ist.
  • Die Bedeutungsentwicklung führt von ‘Reihenfolge’ über ‘Reihe ähnlich klingender Versausgänge, Reimreihe’ zu ‘Endreim’ und ‘Reimvers’.
  • Die bis ins 17. Jh. reichende Verwendung von Reim im Sinne von ‘Verszeile, Zeile, Verspaar’ ist noch in Kehrreim und Kinderreim ‘einfacher, leicht faßlicher, einprägsamer Reim, Vers für Kinder’ bewahrt.
  • Durch Opitz wird Reim (nach frz. Vorbild) als ‘Endreim’ definiert.