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„Heraklit Fragment/DK 22 B 1“ – Versionsunterschied

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Die Seite wurde neu angelegt: „ ==== DK 22 B 1.     Sextus Empiricus, adv.math. 7, 132 : Am Logos verlieren die Menschen ihren Verstand ==== * ''tou de logou toud' eontos aiei axunetoi ginontai anthrôpoi'' ** Am Logos, dem seienden, verlieren die Menschen immer ihren Verstand, * ''kai prosthen ê akousai kai akousantes to prôton;'' ** sowohl bevor sie als auch wenn sie ihn erst einmal vernommen haben. * ''ginomenôn gar pantôn kata ton logon tonde…“
 
 
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==== [[Heraklit Fragmente/DK 22 B 1|DK 22 B 1]].     Sextus Empiricus, adv.math. 7, 132 : Am Logos verlieren die Menschen ihren Verstand ====
==== DK 22 B 1.     Sextus Empiricus, adv.math. 7, 132 : Am Logos verlieren die Menschen ihren Verstand ====
{{SchaufensterBeginn|DK 22 B 1}}tou de logou toud' eontos aiei axunetoi ginontai anthrôpoi
* Am Logos, dem seienden, verlieren die Menschen immer ihren Verstand,
kai prosthen ê akousai kai akousantes to prôton;
* sowohl bevor sie als auch wenn sie ihn erst einmal vernommen haben.
ginomenôn gar pantôn kata ton logon tonde
* Denn obwohl alles diesem Logos gemäß geschieht,
apeiroisin eoikasi
* gleichen sie Unerfahrenen,
peirômenoi kai epeôn kai ergôn toiautôn hokoiôn egô diêgeumai,
* sobald sie sich überhaupt an solchen Worten und Werken versuchen, wie ich sie darlege,
kata phusin dihaireôn hekaston kai phrazôn hokôs echei;
* indem ich jedes Einzelne seiner Natur gemäß analysiere und sage, wie es sich damit verhält.
tous de allous anthrôpous lanthanei hokosa egerthentes poiousin
* Den anderen Menschen aber bleibt verborgen, was sie im Wachen tun,
hokôsper hokosa heudontes epilanthanontai.
* genau wie das, was sie im Schlaf vergessen.{{SchaufensterEnde|DK 22 B 1}}


* ''tou de logou toud' eontos aiei axunetoi ginontai anthrôpoi''
=== Übers. GH; M = Heraklit-Kapitel bei Mansfeld ===
** Am Logos, dem seienden, verlieren die Menschen immer ihren Verstand,
DK 22 B 1 (KRS #194, M #2): τοῦ δὲ λόγου τοῦδ' ἐόντος ἀεὶ ἀξύνετοι γίνονται ἄνϑρωποι καὶ
* ''kai prosthen ê akousai kai akousantes to prôton;''
 
** sowohl bevor sie als auch wenn sie ihn erst einmal vernommen haben.
πρόσϑεν ἢ ἀκοῦσαι καὶ ἀκούσαντες τὸ πρῶτον· γινομένων γὰρ πάντων κατὰ τὸν λόγον τόνδε
* ''ginomenôn gar pantôn kata ton logon tonde''
 
** Denn obwohl alles diesem Logos gemäß geschieht,
ἀπείροισιν ἐοίκασι, πειρώμενοι καὶ ἐπέων καὶ ἔργων τοιούτων, ὁκοίων ἐγὼ διηγεῦμαι κατὰ φύσιν
* ''apeiroisin eoikasi''
 
** gleichen sie Unerfahrenen,
διαιρέων ἕκαστον καὶ φράζων ὅκως ἔχει. τοὺς δὲ ἄλλους ἀνϑρώπους λανϑάνει ὁκόσα ἐγερϑέντες
* ''peirômenoi kai epeôn kai ergôn toiautôn hokoiôn egô diêgeumai,''
 
** sobald sie sich überhaupt an solchen Worten und Werken versuchen, wie ich sie darlege,
ποιοῦσιν, ὅκωσπερ ὁκόσα εὕδοντες ἐπιλανϑάνονται.<blockquote>Frg. 1: Für den hier angegebenen logos (etwa: Regel, Regularität) erweisen sich die Menschen stets als
* ''kata phusin dihaireôn hekaston kai phrazôn hokôs echei;''
 
** indem ich jedes Einzelne seiner Natur gemäß analysiere und sage, wie es sich damit verhält.
verständnislos, bevor sie ihn gehört haben und nachdem sie ihn bereits gehört haben. Obwohl alles
* ''tous de allous anthrôpous lanthanei hokosa egerthentes poiousin''
 
** Den anderen Menschen aber bleibt verborgen, was sie im Wachen tun,
nach diesem logos geschieht, gleichen sie Unerfahrenen, wenn sie sich an solchen Worten und
* ''hokôsper hokosa heudontes epilanthanontai.''
 
** genau wie das, was sie im Schlaf vergessen.
Tatsachen versuchen, wie ich sie darlege, indem ich jedes Einzelne nach seiner Natur (physis, d.h. der
 
Weise seines Zustandekommens) unterscheide und angebe, wie es beschaffen ist. Den andern
 
Menschen aber entgeht, was sie im Wachen tun, wie sie vergessen, was sie im Schlafen tun.</blockquote>
 
=== zeno.org ===
 
{{SchaufensterBeginn|zeno.org}}Für dies Wort [Weltgesetz] aber, ob es gleich ewig ist, gewinnen die Menschen kein Verständnis, weder ehe sie es vernommen noch sobald sie es vernommen. Alles geschieht nach diesem Wort, und doch geberden sie sich wie Unerprobte, so oft sie es probieren mit solchen Worten und Werken, wie ich sie künde, ein jegliches nach seiner Natur zerlegend und deutend, wie sich's damit verhält. Die anderen Menschen wissen freilich nicht, was sie im Wachen tun, wie sie ja auch vergessen, was sie im Schlafe [tun].{{SchaufensterEnde|zeno.org}}
 
=== Heraklit Erfahrung und Erkenntnis Zitat ===
{{SchaufensterBeginn|Heraklit Erfahrung und Erkenntnis Zitat}}Für diesen Logos aber, obgleich er ewig ist, gewinnen die Menschen kein Verständnis, weder ehe sie ihn vernommen noch sobald sie ihn vernommen. Alles geschieht nach diesem Logos, und doch gebärden sie sich wie Unerprobte, so oft sie es probieren mit solchen Worten und Werken, wie ich sie künde, ein jegliches nach seiner Natur zerlegend und deutend, wie sich’s damit verhält. Die anderen Menschen wissen freilich nicht, was sie im Wachen tun, wie sie ja auch vergessen, was sie im Schlafe [tun].<ref>[[Heraklit Fragment/DK 22 B 1|DK 22 B 1]]; Übersetzung leicht variiert nach Hans-Georg Gadamer (Hrsg.): ''Philosophisches Lesebuch'', Band 1, Frankfurt am Main 1965, S. 27 ({{lang|grc|τοῦ δὲ λόγου τοῦδ᾽ ἐόντος ἀεὶ ἀξύνετοι γίνονται ἄνθρωποι καὶ πρόσθεν ἢ ἀκοῦσαι καὶ ἀκούσαντες τὸ πρῶτον· γινομένων γὰρ πάντων κατὰ τὸν λόγον τόνδε ἀπείροισιν ἐοίκασι, πειρώμενοι καὶ ἐπέων καὶ ἔργων τοιούτων, ὁκοίων ἐγὼ διηγεῦμαι κατὰ φύσιν διαιρέων ἕκαστον καὶ φράζων ὅκως ἔχει· τοὺς δὲ ἄλλους ἀνθρώπους λανθάνει ὁκόσα ἐγερθέντες ποιοῦσιν, ὅκωσπερ ὁκόσα εὕδοντες ἐπιλανθάνονται.}}).</ref>{{SchaufensterEnde|Heraklit Erfahrung und Erkenntnis Zitat}}
 
τοῦ δὲ λόγου τοῦδ᾽ ἐόντος ἀεὶ ἀξύνετοι γίνονται ἄνθρωποι καὶ πρόσθεν ἢ ἀκοῦσαι καὶ ἀκούσαντες τὸ πρῶτον· γινομένων γὰρ πάντων κατὰ τὸν λόγον τόνδε ἀπείροισιν ἐοίκασι, πειρώμενοι καὶ ἐπέων καὶ ἔργων τοιούτων, ὁκοίων ἐγὼ διηγεῦμαι κατὰ φύσιν διαιρέων ἕκαστον καὶ φράζων ὅκως ἔχει· τοὺς δὲ ἄλλους ἀνθρώπους λανθάνει ὁκόσα ἐγερθέντες ποιοῦσιν, ὅκωσπερ ὁκόσα εὕδοντες ἐπιλανθάνονται.
 
=== Wikipedia ===
{{SchaufensterBeginn|Wikipedia}}
Für diesen Logos aber, obgleich er ewig ist, gewinnen die Menschen kein Verständnis, weder ehe sie ihn vernommen noch sobald sie ihn vernommen. Alles geschieht nach diesem Logos, und doch gebärden sie sich wie Unerprobte, so oft sie es probieren mit solchen Worten und Werken, wie ich sie künde, ein jegliches nach seiner Natur zerlegend und deutend, wie sich’s damit verhält.{{SchaufensterEnde|Wikipedia}}
 
=== Zitat zum einfügen ===
{{SchaufensterBeginn|Zitat zum einfügen}}
Am Logos, dem seienden, verlieren die Menschen immer ihren Verstand, sowohl bevor sie als auch wenn sie ihn erst einmal vernommen haben. Denn obwohl alles diesem Logos gemäß geschieht, gleichen sie Unerfahrenen, sobald sie sich überhaupt an solchen Worten und Werken versuchen, wie ich sie darlege, indem ich jedes Einzelne seiner Natur gemäß analysiere und sage, wie es sich damit verhält. Den anderen Menschen aber bleibt verborgen, was sie im Wachen tun, genau wie das, was sie im Schlaf vergessen.{{SchaufensterEnde|Zitat zum einfügen}}
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[[Kategorie:Heraklit Fragment]]
[[Kategorie:Heraklit Logos]]
[[Kategorie:DK 22 B 1]]
{{SORTIERUNG:DK 22 B 001}}

Aktuelle Version vom 16. Juli 2026, 10:22 Uhr

DK 22 B 1.     Sextus Empiricus, adv.math. 7, 132 : Am Logos verlieren die Menschen ihren Verstand

tou de logou toud' eontos aiei axunetoi ginontai anthrôpoi

  • Am Logos, dem seienden, verlieren die Menschen immer ihren Verstand,

kai prosthen ê akousai kai akousantes to prôton;

  • sowohl bevor sie als auch wenn sie ihn erst einmal vernommen haben.

ginomenôn gar pantôn kata ton logon tonde

  • Denn obwohl alles diesem Logos gemäß geschieht,

apeiroisin eoikasi

  • gleichen sie Unerfahrenen,

peirômenoi kai epeôn kai ergôn toiautôn hokoiôn egô diêgeumai,

  • sobald sie sich überhaupt an solchen Worten und Werken versuchen, wie ich sie darlege,

kata phusin dihaireôn hekaston kai phrazôn hokôs echei;

  • indem ich jedes Einzelne seiner Natur gemäß analysiere und sage, wie es sich damit verhält.

tous de allous anthrôpous lanthanei hokosa egerthentes poiousin

  • Den anderen Menschen aber bleibt verborgen, was sie im Wachen tun,

hokôsper hokosa heudontes epilanthanontai.

  • genau wie das, was sie im Schlaf vergessen.

Übers. GH; M = Heraklit-Kapitel bei Mansfeld

DK 22 B 1 (KRS #194, M #2): τοῦ δὲ λόγου τοῦδ' ἐόντος ἀεὶ ἀξύνετοι γίνονται ἄνϑρωποι καὶ

πρόσϑεν ἢ ἀκοῦσαι καὶ ἀκούσαντες τὸ πρῶτον· γινομένων γὰρ πάντων κατὰ τὸν λόγον τόνδε

ἀπείροισιν ἐοίκασι, πειρώμενοι καὶ ἐπέων καὶ ἔργων τοιούτων, ὁκοίων ἐγὼ διηγεῦμαι κατὰ φύσιν

διαιρέων ἕκαστον καὶ φράζων ὅκως ἔχει. τοὺς δὲ ἄλλους ἀνϑρώπους λανϑάνει ὁκόσα ἐγερϑέντες

ποιοῦσιν, ὅκωσπερ ὁκόσα εὕδοντες ἐπιλανϑάνονται.

Frg. 1: Für den hier angegebenen logos (etwa: Regel, Regularität) erweisen sich die Menschen stets als

verständnislos, bevor sie ihn gehört haben und nachdem sie ihn bereits gehört haben. Obwohl alles

nach diesem logos geschieht, gleichen sie Unerfahrenen, wenn sie sich an solchen Worten und

Tatsachen versuchen, wie ich sie darlege, indem ich jedes Einzelne nach seiner Natur (physis, d.h. der

Weise seines Zustandekommens) unterscheide und angebe, wie es beschaffen ist. Den andern

Menschen aber entgeht, was sie im Wachen tun, wie sie vergessen, was sie im Schlafen tun.

zeno.org

Für dies Wort [Weltgesetz] aber, ob es gleich ewig ist, gewinnen die Menschen kein Verständnis, weder ehe sie es vernommen noch sobald sie es vernommen. Alles geschieht nach diesem Wort, und doch geberden sie sich wie Unerprobte, so oft sie es probieren mit solchen Worten und Werken, wie ich sie künde, ein jegliches nach seiner Natur zerlegend und deutend, wie sich's damit verhält. Die anderen Menschen wissen freilich nicht, was sie im Wachen tun, wie sie ja auch vergessen, was sie im Schlafe [tun].

Heraklit Erfahrung und Erkenntnis Zitat

Für diesen Logos aber, obgleich er ewig ist, gewinnen die Menschen kein Verständnis, weder ehe sie ihn vernommen noch sobald sie ihn vernommen. Alles geschieht nach diesem Logos, und doch gebärden sie sich wie Unerprobte, so oft sie es probieren mit solchen Worten und Werken, wie ich sie künde, ein jegliches nach seiner Natur zerlegend und deutend, wie sich’s damit verhält. Die anderen Menschen wissen freilich nicht, was sie im Wachen tun, wie sie ja auch vergessen, was sie im Schlafe [tun].[1]

τοῦ δὲ λόγου τοῦδ᾽ ἐόντος ἀεὶ ἀξύνετοι γίνονται ἄνθρωποι καὶ πρόσθεν ἢ ἀκοῦσαι καὶ ἀκούσαντες τὸ πρῶτον· γινομένων γὰρ πάντων κατὰ τὸν λόγον τόνδε ἀπείροισιν ἐοίκασι, πειρώμενοι καὶ ἐπέων καὶ ἔργων τοιούτων, ὁκοίων ἐγὼ διηγεῦμαι κατὰ φύσιν διαιρέων ἕκαστον καὶ φράζων ὅκως ἔχει· τοὺς δὲ ἄλλους ἀνθρώπους λανθάνει ὁκόσα ἐγερθέντες ποιοῦσιν, ὅκωσπερ ὁκόσα εὕδοντες ἐπιλανθάνονται.

Wikipedia

Für diesen Logos aber, obgleich er ewig ist, gewinnen die Menschen kein Verständnis, weder ehe sie ihn vernommen noch sobald sie ihn vernommen. Alles geschieht nach diesem Logos, und doch gebärden sie sich wie Unerprobte, so oft sie es probieren mit solchen Worten und Werken, wie ich sie künde, ein jegliches nach seiner Natur zerlegend und deutend, wie sich’s damit verhält.

Zitat zum einfügen

Am Logos, dem seienden, verlieren die Menschen immer ihren Verstand, sowohl bevor sie als auch wenn sie ihn erst einmal vernommen haben. Denn obwohl alles diesem Logos gemäß geschieht, gleichen sie Unerfahrenen, sobald sie sich überhaupt an solchen Worten und Werken versuchen, wie ich sie darlege, indem ich jedes Einzelne seiner Natur gemäß analysiere und sage, wie es sich damit verhält. Den anderen Menschen aber bleibt verborgen, was sie im Wachen tun, genau wie das, was sie im Schlaf vergessen.


  1. ↑ DK 22 B 1; Übersetzung leicht variiert nach Hans-Georg Gadamer (Hrsg.): Philosophisches Lesebuch, Band 1, Frankfurt am Main 1965, S. 27 (τοῦ δὲ λόγου τοῦδ᾽ ἐόντος ἀεὶ ἀξύνετοι γίνονται ἄνθρωποι καὶ πρόσθεν ἢ ἀκοῦσαι καὶ ἀκούσαντες τὸ πρῶτον· γινομένων γὰρ πάντων κατὰ τὸν λόγον τόνδε ἀπείροισιν ἐοίκασι, πειρώμενοι καὶ ἐπέων καὶ ἔργων τοιούτων, ὁκοίων ἐγὼ διηγεῦμαι κατὰ φύσιν διαιρέων ἕκαστον καὶ φράζων ὅκως ἔχει· τοὺς δὲ ἄλλους ἀνθρώπους λανθάνει ὁκόσα ἐγερθέντες ποιοῦσιν, ὅκωσπερ ὁκόσα εὕδοντες ἐπιλανθάνονται.).