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„Schwindel“ – Versionsunterschied

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<p><span class="etymwb-headword">s<span class="etymwb-orth">chwind + el |&nbsp;</span></span><abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">swindel</span>'' ‘drehendes Gefühl im Kopf, Taumelgefühl’, aus dem Verb rückgebildet;&nbsp;‘Taumelgefühl, Lüge, Betrug’; Übertragen ‘Taumel der Erregung, der Begeisterung’ (18. Jh.).</p><p>Von ''schwind'',&nbsp;''schwinden'' abstammend abgeleitet.</p><p>Als Ausgangsbedeutung des Egsw. geschwind &nbsp;ist ‘stark, kräftig’ anzunehmen, die sich über ‘gewandt’ zu ‘schnell’ entwickelt (ähnlich wie bei ''bald''). siehe dazu ''geschwind und gesund, ''somit ''schwinden'', das verlieren an Sträke, Kraft bedeutet, somit körperliches S''chwindeln'', wie auch Schwindel in Bezug auf Betrug, Vortäuschung, Lüge auf Schwäche beruhen (21 Jh. ndt.)</p><p>Ausgehend von einer Verwendung ‘unbesonnenes Handeln’ (vereinzelt bereits 16. Jh.) entwickelt sich über ‘unlauteres Handeln’ die heute vorherrschende Bedeutung ‘Lüge, Betrug’ (18. Jh., geläufig seit dem 19. Jh.).</p><p><span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">schwindeln</span>&nbsp;| <span class="etymwb-orth">schwindel + n |&nbsp;</span><span class="etymwb-gramgrp">Tw. </span></span>‘sich schwindlig fühlen, betrügen’, <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="althochdeutsch">ahd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">swintilōn</span>'' ‘in Ohnmacht fallen, Schwindel empfinden’ (um 800), <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">swindeln</span>'' ist Wiederholbildung zu dem unter ''schwinden''&nbsp;dargestellten Tätigkeitswort.</p><p>Bereits im <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="althochdeutsch">Ahd.</abbr> stehen persönliche Konstruktion (''<span class="etymwb-mentioned">swintilōmēs</span>'' ‘wir schwindeln, fühlen uns schwindlig’) und unpersönliche mit Wemfall der Person (<span class="etymwb-mentioned">uns ''swintilōt''</span>) nebeneinander.</p><p>Durch freieren Gebrauch entwickelt sich im 18. Jh. ‘sich (wohin) versteigen, abenteuerliche Entwürfe oder Versprechungen machen’ und unter Einfluß von&nbsp;''<span class="etymwb-mentioned">Schwindel</span>'' ‘Betrug’ und ''<span class="etymwb-mentioned">Schwindler</span>'' ‘Phantast, Flunkerer’ die heute vorherrschende Bedeutung ‘die Unwahrheit sagen, lügen ’.</p>
<p><span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">[[Schwind]] + [[-el]] |&nbsp;</span></span><abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">swindel</span>'' ‘drehendes Gefühl im Kopf, Taumelgefühl’, aus dem Verb rückgebildet;&nbsp;‘Taumelgefühl, Lüge, Betrug’; Übertragen ‘Taumel der Erregung, der Begeisterung’ (18. Jh.).</p><p>Von ''schwind'',&nbsp;''schwinden'' abstammend abgeleitet.</p><p>Als Ausgangsbedeutung des Egsw. geschwind &nbsp;ist ‘stark, kräftig’ anzunehmen, die sich über ‘gewandt’ zu ‘schnell’ entwickelt (ähnlich wie bei ''bald''). siehe dazu ''geschwind und gesund, ''somit ''schwinden'', das verlieren an Sträke, Kraft bedeutet, somit körperliches S''chwindeln'', wie auch Schwindel in Bezug auf Betrug, Vortäuschung, Lüge auf Schwäche beruhen (21 Jh. ndt.)</p><p>Ausgehend von einer Verwendung ‘unbesonnenes Handeln’ (vereinzelt bereits 16. Jh.) entwickelt sich über ‘unlauteres Handeln’ die heute vorherrschende Bedeutung ‘Lüge, Betrug’ (18. Jh., geläufig seit dem 19. Jh.).</p><p><span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">schwindeln</span>&nbsp;| <span class="etymwb-orth">schwindel + n |&nbsp;</span><span class="etymwb-gramgrp">Tw. </span></span>‘sich schwindlig fühlen, betrügen’, <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="althochdeutsch">ahd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">swintilōn</span>'' ‘in Ohnmacht fallen, Schwindel empfinden’ (um 800), <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">swindeln</span>'' ist Wiederholbildung zu dem unter ''schwinden''&nbsp;dargestellten Tätigkeitswort.</p><p>Bereits im <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="althochdeutsch">Ahd.</abbr> stehen persönliche Konstruktion (''<span class="etymwb-mentioned">swintilōmēs</span>'' ‘wir schwindeln, fühlen uns schwindlig’) und unpersönliche mit Wemfall der Person (<span class="etymwb-mentioned">uns ''swintilōt''</span>) nebeneinander.</p><p>Durch freieren Gebrauch entwickelt sich im 18. Jh. ‘sich (wohin) versteigen, abenteuerliche Entwürfe oder Versprechungen machen’ und unter Einfluß von&nbsp;''<span class="etymwb-mentioned">Schwindel</span>'' ‘Betrug’ und ''<span class="etymwb-mentioned">Schwindler</span>'' ‘Phantast, Flunkerer’ die heute vorherrschende Bedeutung ‘die Unwahrheit sagen, lügen ’.</p>

Aktuelle Version vom 19. Dezember 2023, 09:22 Uhr

Schwind + -el | mhd. swindel ‘drehendes Gefühl im Kopf, Taumelgefühl’, aus dem Verb rückgebildet; ‘Taumelgefühl, Lüge, Betrug’; Übertragen ‘Taumel der Erregung, der Begeisterung’ (18. Jh.).

Von schwind, schwinden abstammend abgeleitet.

Als Ausgangsbedeutung des Egsw. geschwind  ist ‘stark, kräftig’ anzunehmen, die sich über ‘gewandt’ zu ‘schnell’ entwickelt (ähnlich wie bei bald). siehe dazu geschwind und gesund, somit schwinden, das verlieren an Sträke, Kraft bedeutet, somit körperliches Schwindeln, wie auch Schwindel in Bezug auf Betrug, Vortäuschung, Lüge auf Schwäche beruhen (21 Jh. ndt.)

Ausgehend von einer Verwendung ‘unbesonnenes Handeln’ (vereinzelt bereits 16. Jh.) entwickelt sich über ‘unlauteres Handeln’ die heute vorherrschende Bedeutung ‘Lüge, Betrug’ (18. Jh., geläufig seit dem 19. Jh.).

schwindeln | schwindel + n | Tw. ‘sich schwindlig fühlen, betrügen’, ahd. swintilōn ‘in Ohnmacht fallen, Schwindel empfinden’ (um 800), mhd. swindeln ist Wiederholbildung zu dem unter schwinden dargestellten Tätigkeitswort.

Bereits im Ahd. stehen persönliche Konstruktion (swintilōmēs ‘wir schwindeln, fühlen uns schwindlig’) und unpersönliche mit Wemfall der Person (uns swintilōt) nebeneinander.

Durch freieren Gebrauch entwickelt sich im 18. Jh. ‘sich (wohin) versteigen, abenteuerliche Entwürfe oder Versprechungen machen’ und unter Einfluß von Schwindel ‘Betrug’ und Schwindler ‘Phantast, Flunkerer’ die heute vorherrschende Bedeutung ‘die Unwahrheit sagen, lügen ’.