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„Scharlatan“ – Versionsunterschied

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<p><span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">Scharlatan</span> <span class="etymwb-gramgrp"><abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="Maskulinum">m.</abbr> </span></span>‘wer nichts von seinem Fach versteht, aber vorgibt, viel zu wissen, Aufschneider, Schwindler, Hochstapler’.</p><p>Auszugehen ist von <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="italienisch">ital.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">''Cerretano''&nbsp;</span>‘Einwohner von Cerreto’ (einem Ort bei Spoleto), dann appellativisch ‘Quacksalber, Marktschreier’, das sich mit <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="italienisch">ital.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">ciarlare</span>'' ‘schwatzen’ verbindet und zu <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="italienisch">ital.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">ciarlatano</span>um'' gestaltet wird. Daraus die Entlehnung ''<span class="etymwb-mentioned">Ziarlatani</span>'' Plur. (Anfang 17. Jh.). Auf ebenfalls aus dem <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="italienisch">Ital.</abbr> stammenden <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="französisch">frz.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">charlatan</span>'' beruhen die späteren Formen&nbsp;''<span class="etymwb-mentioned">Scarlatan</span>'', ''<span class="etymwb-mentioned">Scharleton</span>'', ''<span class="etymwb-mentioned">Charletan</span>'' (17. Jh.) und schließlich ''<span class="etymwb-mentioned">Scharlatan</span>'' (seit 18. Jh.).</p><p>Im <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="deutsch" aria-describedby="tooltip380543">Dt.&nbsp;</abbr>reicht der Anwendungsspielraum von ‘(umherziehender) Komödiant, Spaßvogel’ (Anfang 17. Jh.) über ‘Marktschreier, Gaukler, Schwindler, Kurpfuscher’ (Mitte 17. Jh.) bis hin zu ‘Demagoge, (Volks)verführer’ (20. Jh.).</p>
<span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">Scharlatan</span> <span class="etymwb-gramgrp"><abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="Maskulinum">m.</abbr> </span></span>‘wer nichts von seinem Fach versteht, aber vorgibt, viel zu wissen, Aufschneider, Schwindler, Hochstapler’.
 
''[[ita.]] [[Cerreto]]'' +‎ ''[[ita.]] [[ano]]''.<p>Auszugehen ist von ital. Cerretano&nbsp;‘Einwohner von Cerreto’ (einem Ort bei Spoleto), dann appellativisch ‘Quacksalber, Marktschreier’, das sich mit ital. ciarlare ‘schwatzen’ verbindet und zu ital. ciarlatanoum gestaltet wird. Daraus die Entlehnung Ziarlatani Plur. (Anfang 17. Jh.). Auf ebenfalls aus dem Ital. stammenden frz. charlatan beruhen die späteren Formen&nbsp;Scarlatan, Scharleton, Charletan (17. Jh.) und schließlich Scharlatan (seit 18. Jh.).</p><p>Im Dt.&nbsp;reicht der Anwendungsspielraum von ‘(umherziehender) Komödiant, Spaßvogel’ (Anfang 17. Jh.) über ‘Marktschreier, Gaukler, Schwindler, Kurpfuscher’ (Mitte 17. Jh.) bis hin zu ‘Demagoge, (Volks)verführer’ (20. Jh.).</p>

Aktuelle Version vom 8. Juni 2025, 16:56 Uhr

Scharlatan m. ‘wer nichts von seinem Fach versteht, aber vorgibt, viel zu wissen, Aufschneider, Schwindler, Hochstapler’.

ita. Cerreto +‎ ita. ano.

Auszugehen ist von ital. Cerretano ‘Einwohner von Cerreto’ (einem Ort bei Spoleto), dann appellativisch ‘Quacksalber, Marktschreier’, das sich mit ital. ciarlare ‘schwatzen’ verbindet und zu ital. ciarlatanoum gestaltet wird. Daraus die Entlehnung Ziarlatani Plur. (Anfang 17. Jh.). Auf ebenfalls aus dem Ital. stammenden frz. charlatan beruhen die späteren Formen Scarlatan, Scharleton, Charletan (17. Jh.) und schließlich Scharlatan (seit 18. Jh.).

Im Dt. reicht der Anwendungsspielraum von ‘(umherziehender) Komödiant, Spaßvogel’ (Anfang 17. Jh.) über ‘Marktschreier, Gaukler, Schwindler, Kurpfuscher’ (Mitte 17. Jh.) bis hin zu ‘Demagoge, (Volks)verführer’ (20. Jh.).