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„-schen“ – Versionsunterschied

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-schen
== -Schen ==
 
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Die Endsylben der Zeitwörter ''[[-sen]]'' und ''[[-zen]]'' können übrigens als nahe Verwandte von -schen angesehen werden.<div class="zenoCOMain">
== -Schen<ref>Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 1413-1414. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000403601; Lizenz: [http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei]; Faksimiles: [http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-03-1413 1413]&nbsp;| [http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-03-1414 1414]; Kategorien: [http://www.zeno.org/Kategorien/T/Lexikalischer+Artikel Lexikalischer Artikel]</ref> ==
<div class="zenoCOAdRight"><ref>[http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-03-1413 [1413]]</ref>'''-Schen''', eine Endsylbe vieler Zeitwörter,  
 
* welche oft Stammwörtern angehänget wird,  
** neue Wörter, mit einem veränderten Begriffe daraus zu bilden.  
* Am häufigsten macht diese Ableitungssylbe Intensiva;  
** forschen, klatschen, von einem veralteten klaten, wovon noch das Franz. ''éclate'' ist;  
** knirrschen von knirren;  
** peitschen und patschen von dem veralteten batten, πατασσειν,<ref>[http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-03-1413 [1413]]</ref> ''batuere;''  
** quetschen, von einem veralteten queten, ''quatere;''  
** herrschen, [[Notker]] ''herresen,'' von dem alten heren  
** u.s.f.  
* Die meisten dieser Wörter  
** sind indessen nur den niedrigen Sprecharten eigen,  
*** in welchen die Zahl dieser Intensivorum sehr groß ist:  
**** z.B. feilschen, hutschen, glitschen, rutschen, knätschen, knitschen, grätschen, latschen, ratschen, nutschen, tatschen,  
**** watscheln, wie eine Änte gehen, von waten  
**** u.s.f.  
** Diese Sylbe findet sich nicht bloß an Stammwörtern,  
*** welche auf einen Mitlaut ausgehen,  
*** sondern auch an solchen,  
**** deren Stammsylbe sich auf einen Selbstlaut oder auf ein [[-h]] endiget.  
**** So werden sich  
***** z.B. wischen, waschen, fischen, haschen, huschen, kreischen, mischen, naschen  
***** u.s.f.  
***** bey genauerer Untersuchung als Intensiva von veralteten  
****** wehen, wihen, wahen  
****** u.s.f.  
****** darstellen,  
***** obgleich in manchen der Zischlaut auch zu dem Stamme gehören kann,  
****** wie z.B. in zischen,  
****** welcher Fall aber dessen ungeachtet zu dem vorher gehenden gehöret,  
****** indem das sch der natürliche Ausdruck einer Intension in sehr vielen Fällen ist.  
** Die Lateiner haben ähnliche abgeleitete Zeitwörter auf ''[[sco]],''  
*** welche aber nicht so wohl Intensiva,  
*** als vielmehr Inchoativa sind,  
*** gemeiniglich von Nennwörtern herstammen,  
*** und ein Gerathen in einen gewissen Zustand bezeichnen,  
**** ''arescere, durescere, cornescere, acescere, albescere, arborescere''  
**** u.s.f.  
*** Unser erharrschen, hart werden, hat diesen Begriff gleichfalls.  
*** Indessen finden sich auch bey ihnen Spuren der Intension,  
**** in ''cognoscere, poscere,'' welches zu beten und bitten gehöret,  
**** ''suescere''von ''suere, sciscere,'' von ''scire, apisci,''  
**** in ''adipisci'' und ''indipisci,'' vom veralteten ''apo,'' welches zu unserm haben gehöret ''compescere,''  
**** zu dem Oberdeutschen faschen, fatschen, ''crescere,'' ehedem ''crere,''  
**** zu unserm grünen, ehedem grühen, Schwed. ''gro;''
**** ''proficisi'' u.s.f.  
* Die Endsylben der Zeitwörter ''[[-sen]]'' und ''[[-zen]]''
** können übrigens als nahe Verwandte dieser Sylbe angesehen werden.
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Aktuelle Version vom 8. Juni 2025, 17:11 Uhr

-schen

Die Endsylben der Zeitwörter -sen und -zen können übrigens als nahe Verwandte von -schen angesehen werden.

-Schen[1]

[2]-Schen, eine Endsylbe vieler Zeitwörter,
  • welche oft Stammwörtern angehänget wird,
    • neue Wörter, mit einem veränderten Begriffe daraus zu bilden.
  • Am häufigsten macht diese Ableitungssylbe Intensiva;
    • forschen, klatschen, von einem veralteten klaten, wovon noch das Franz. éclate ist;
    • knirrschen von knirren;
    • peitschen und patschen von dem veralteten batten, πατασσειν,[3] batuere;
    • quetschen, von einem veralteten queten, quatere;
    • herrschen, Notker herresen, von dem alten heren
    • u.s.f.
  • Die meisten dieser Wörter
    • sind indessen nur den niedrigen Sprecharten eigen,
      • in welchen die Zahl dieser Intensivorum sehr groß ist:
        • z.B. feilschen, hutschen, glitschen, rutschen, knätschen, knitschen, grätschen, latschen, ratschen, nutschen, tatschen,
        • watscheln, wie eine Änte gehen, von waten
        • u.s.f.
    • Diese Sylbe findet sich nicht bloß an Stammwörtern,
      • welche auf einen Mitlaut ausgehen,
      • sondern auch an solchen,
        • deren Stammsylbe sich auf einen Selbstlaut oder auf ein -h endiget.
        • So werden sich
          • z.B. wischen, waschen, fischen, haschen, huschen, kreischen, mischen, naschen
          • u.s.f.
          • bey genauerer Untersuchung als Intensiva von veralteten
            • wehen, wihen, wahen
            • u.s.f.
            • darstellen,
          • obgleich in manchen der Zischlaut auch zu dem Stamme gehören kann,
            • wie z.B. in zischen,
            • welcher Fall aber dessen ungeachtet zu dem vorher gehenden gehöret,
            • indem das sch der natürliche Ausdruck einer Intension in sehr vielen Fällen ist.
    • Die Lateiner haben ähnliche abgeleitete Zeitwörter auf sco,
      • welche aber nicht so wohl Intensiva,
      • als vielmehr Inchoativa sind,
      • gemeiniglich von Nennwörtern herstammen,
      • und ein Gerathen in einen gewissen Zustand bezeichnen,
        • arescere, durescere, cornescere, acescere, albescere, arborescere
        • u.s.f.
      • Unser erharrschen, hart werden, hat diesen Begriff gleichfalls.
      • Indessen finden sich auch bey ihnen Spuren der Intension,
        • in cognoscere, poscere, welches zu beten und bitten gehöret,
        • suescerevon suere, sciscere, von scire, apisci,
        • in adipisci und indipisci, vom veralteten apo, welches zu unserm haben gehöret compescere,
        • zu dem Oberdeutschen faschen, fatschen, crescere, ehedem crere,
        • zu unserm grünen, ehedem grühen, Schwed. gro;
        • proficisi u.s.f.
  • Die Endsylben der Zeitwörter -sen und -zen
    • können übrigens als nahe Verwandte dieser Sylbe angesehen werden.
  1. ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 1413-1414. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000403601; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 1413 | 1414; Kategorien: Lexikalischer Artikel
  2. ↑ [1413]
  3. ↑ [1413]