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„Teuthonista“ – Versionsunterschied

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= <span class="mw-page-title-main">Teuthonista (Lautschrift)12. Oktober 2023 um 05:18 Uhr</span> =
[ [[teuthonist]] + [[-a]] ]
<div id="bodyContent" class="vector-body"><div id="mw-content-text" class="mw-body-content"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" dir="ltr" lang="de"><p>'''Teuthonista''' ist die Bezeichnung für eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Lautschrift Lautschrift], die in der deutschen [https://de.wikipedia.org/wiki/Dialektologie Dialektologie] breite Anwendung findet. Eng verwandt ist das besonders in der romanischen Dialektologie verwendete ''Böhmer-Ascoli-System''.</p><div id="mw-content-text" class="mw-body-content"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" dir="ltr" lang="de">
 
== <span id="Ursprung">Ursprung</span> ==
== <span class="mw-page-title-main">Teuthonista (Lautschrift)</span> <ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Teuthonista_(Lautschrift); Stand <span class="mw-page-title-main">12. Oktober 2023 um 05:18 Uhr.</span></ref> ==
<p>Der Name ''Teuthonista'' geht auf die Zeitschrift ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Teuthonista_(Zeitschrift) Teuthonista]'' zurück, durch die die Schrift 1924/25 bekannt wurde. Die Grundlagen entstanden jedoch schon im 19.&nbsp;Jahrhundert. Entwürfe für eine Lautschrift speziell für die Dialektologie wurden beispielsweise von [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Andreas_Schmeller Johann Andreas Schmeller], [https://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_Brenner Oskar Brenner] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Bremer Otto Bremer] vorgelegt. In der Folge entwickelte der Mundartforscher Philipp Lenz ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Lautschrift Lautschrift]system, welches im Jahr 1900 in der ''Zeitschrift für hochdeutsche Mundarten'' vorgestellt und in den Jahren 1924/25 in geringfügig veränderter Form von [https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Teuchert Hermann Teuchert] in der dialektologischen Zeitschrift ''Teuthonista'' unter dem Titel „Lautschrift des Teuthonista“ präsentiert wurde.<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Teuthonista_(Lautschrift)#cite_note-1 [1]]</sup></p><p>Parallel dazu präsentierte der Begründer der italienischen Dialektologie, [https://de.wikipedia.org/wiki/Graziadio_Ascoli Graziadio Isaia Ascoli], 1873 ein diakritisches Umschriftsystem, das er auf der 1855 vom Ägyptologen [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Richard_Lepsius Karl Richard Lepsius] entworfenen Lautschrift aufbaute. Diese Basis wurde von [https://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_B%C3%B6hmer_(Romanist) Eduard Böhmer] weiterentwickelt, sodass man heute vom ''Böhmer-Ascoli-System'' spricht. Unter anderem orientierten sich die Schweizer Romanisten [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Jaberg Karl Jaberg] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Jud Jakob Jud] bei der Erstellung des ''[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Sprach-_und_Sachatlasses_Italiens_und_der_S%C3%BCdschweiz&action=edit&redlink=1 Sprach- und Sachatlasses Italiens und der Südschweiz]'' (publiziert ab 1928) sowie die Germanisten [https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Hotzenk%C3%B6cherle Rudolf Hotzenköcherle] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Baumgartner Heinrich Baumgartner] im ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachatlas_der_deutschen_Schweiz Sprachatlas der deutschen Schweiz]'' (erschienen ab 1962) an dieser Umschrift.</p><p>Die Systeme von Teuthonista und Böhmer-Ascoli sind einander sehr ähnlich. Beide verwenden als Basis das [https://de.wikipedia.org/wiki/Lateinisches_Alphabet lateinische Alphabet] und drücken die einzelnen Lautvarianten mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Diakritika Diakritika] aus. Heute sind die verschiedenen Unterarten praktisch zusammengefallen. Tatsächlich kann die Teuthonista somit auf eine romanistische wie auch auf eine germanistische Linie zurückgeführt werden.</p>
'''Teuthonista''' ist die Bezeichnung für eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Lautschrift Lautschrift], die in der deutschen [https://de.wikipedia.org/wiki/Dialektologie Dialektologie] breite Anwendung findet. Eng verwandt ist das besonders in der romanischen Dialektologie verwendete ''Böhmer-Ascoli-System''.
== <span id="Funktionsweise">Funktionsweise</span> ==
 
<p>Die Schrift basiert vorwiegend auf lateinischen Buchstaben. Die verschiedenen Abstufungen der Laute werden durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Diakritikum Diakritika] ausgedrückt. Durch die große Zahl dieser Diakritika lässt die Schrift einige Flexibilität beim Transkribieren zu. Teuthonista beziehungsweise Böhmer-Ascoli fanden sowohl in der deutschen als auch in der französischen und der italienischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Dialektologie Dialektologie] breite Anwendung und werden noch heute für die [https://de.wikipedia.org/wiki/Transkription_(Schreibung) Transkription] und Dokumentation der jeweiligen Mundarten verwendet.</p>
=== <span id="Ursprung">Ursprung</span> ===
== <span id="Vokale">Vokale</span> ==
Der Name ''Teuthonista'' geht auf die [https://de.wikipedia.org/wiki/Teuthonista_(Zeitschrift) Zeitschrift ''Teuthonista''] zurück, durch die die Schrift 1924/25 bekannt wurde. Die Grundlagen entstanden jedoch schon im 19.&nbsp;Jahrhundert. Entwürfe für eine Lautschrift speziell für die Dialektologie wurden beispielsweise von [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Andreas_Schmeller Johann Andreas Schmeller], [https://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_Brenner Oskar Brenner] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Bremer Otto Bremer] vorgelegt. In der Folge entwickelte der Mundartforscher Philipp Lenz ein [[Lautschriftsystem]], welches im Jahr 1900 in der ''Zeitschrift für hochdeutsche Mundarten'' vorgestellt und in den Jahren 1924/25 in geringfügig veränderter Form von [https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Teuchert Hermann Teuchert] in der dialektologischen Zeitschrift ''Teuthonista'' unter dem Titel „Lautschrift des Teuthonista“ präsentiert wurde. <ref><span class="reference-text"><span class="cite">Teuthonista Goes Unicode (TGU): ''Die Lautschrift Teuthonista.'' Institut für Corpuslinguistik und Texttechnologie (ICLTT) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 23.&nbsp;März 2009, ehemals im <span class="dewiki-iconexternal">[https://redirecter.toolforge.org/?url=http%3A%2F%2Fwww.oeaw.ac.at%2Ficltt%2Fdinamlex-archiv%2FTeuthonista.html Original]</span> (nicht mehr online verfügbar);<span class="Abrufdatum">abgerufen am 8.&nbsp;Juni 2014</span></span></span></ref>
<figure class="mw-default-size">[https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:TeuthonistaBeispielVokale.png ]<figcaption>Anwendungsbeispiel (Handbuch SMF-Teuthonista) – Liste der Diakritika für Vokale</figcaption></figure><p>Im Bereich der [https://de.wikipedia.org/wiki/Vokal Vokale] verfolgt die Teuthonista eine eher diakritische Strategie. Die Grundzeichen entstammen größtenteils dem lateinischen Alphabet und werden mit Diakritika über oder unter dem Grundzeichen modifiziert. Haken unter einem Grundzeichen symbolisieren eine offene, Punkte eine geschlossene Artikulation. Viele Teuthonista-Versionen können auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Zentralisierung_(Vokal) Zentralisierungen] durch Aufstriche vor dem Grundzeichen kennzeichnen. Quantitäten werden durch Striche, Bögen oder Dächer über dem Zeichen markiert. Auch für [https://de.wikipedia.org/wiki/Nasalvokal Nasalierung], [https://de.wikipedia.org/wiki/Rundung_(Phonetik) Lippenrundung] sowie Haupt- und Nebenakzente gibt es Diakritika, welche auch kombiniert auftreten können.</p>
 
== <span id="Konsonanten">Konsonanten</span> ==
Parallel dazu präsentierte der Begründer der italienischen Dialektologie, [https://de.wikipedia.org/wiki/Graziadio_Ascoli Graziadio Isaia Ascoli], 1873 ein diakritisches Umschriftsystem, das er auf der 1855 vom Ägyptologen [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Richard_Lepsius Karl Richard Lepsius] entworfenen Lautschrift aufbaute. Diese Basis wurde von [https://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_B%C3%B6hmer_(Romanist) Eduard Böhmer] weiterentwickelt, sodass man heute vom ''Böhmer-Ascoli-System'' spricht. Unter anderem orientierten sich die Schweizer Romanisten [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Jaberg Karl Jaberg] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Jud Jakob Jud] bei der Erstellung des ''[https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Sprach-_und_Sachatlasses_Italiens_und_der_S%C3%BCdschweiz&action=edit&redlink=1 Sprach- und Sachatlasses Italiens und der Südschweiz]'' (publiziert ab 1928) sowie die Germanisten [https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Hotzenk%C3%B6cherle Rudolf Hotzenköcherle] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Baumgartner Heinrich Baumgartner] im ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachatlas_der_deutschen_Schweiz Sprachatlas der deutschen Schweiz]'' (erschienen ab 1962) an dieser Umschrift.
<figure class="mw-default-size">[https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:TeuthonistaBeispielLaterale.png ]<figcaption>Anwendungsbeispiel (Handbuch SMF-Teuthonista) – Liste der Laterale (SMF-Version)</figcaption></figure><p>Bei den Konsonanten ist die Teuthonista eher monotyp. Das heißt, es gibt jeweils ein Zeichen (viele aus dem lateinischen Alphabet) für einen Laut. Jedoch können auch diese Grundzeichen – wie auch die Vokale – durch Diakritika modifiziert werden. So steht beispielsweise ein Kringel unter einem Konsonanten, wenn er [https://de.wikipedia.org/wiki/Syllabizit%C3%A4t Silbenträger] ist.</p>
 
== <span id="Verwendung">Verwendung</span> ==
Die Systeme von Teuthonista und Böhmer-Ascoli sind einander sehr ähnlich. Beide verwenden als Basis das [[Lateinisches Alphabet|lateinische Alphabet]] und drücken die einzelnen Lautvarianten mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Diakritika Diakritika] aus. Heute sind die verschiedenen Unterarten praktisch zusammengefallen. Tatsächlich kann die Teuthonista somit auf eine romanistische wie auch auf eine germanistische Linie zurückgeführt werden.
<p>Teuthonista wird heute unter anderem von folgenden Projekten verwendet:</p>
 
=== <span id="Wörterbücher">Wörterbücher</span> ===
== <span id="Symbols">Symbole</span> <ref>https://en.wikipedia.org/wiki/Teuthonista#Symbols; Stand  8 October 2023, at 08:05.</ref> ==
<p>Teuthonista und ihre Varianten wird in fast allen [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_bedeutender_W%C3%B6rterb%C3%BCcher#Regionalsprachliche_und_Dialektw%C3%B6rterb%C3%BCcher großlandschaftlichen Wörterbüchern] der deutschen Sprache verwendet, darunter:</p>
Die meisten Zeichen stammen aus dem lateinischen oder griechischen Alphabet und aus früheren Systemen wie [[wikipedia:Dania_transcription|Dania]]. Die Konsonanten sind hauptsächlich monophonemische Symbole. Feine Nuancen in der Artikulation können durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Diakritisches_Zeichen diakritische Zeichen] (z. B. Punkte oder Tilden unter oder über dem Zeichen) unterschieden werden. Vokale werden durch ein umfangreicheres System diakritischer Zeichen unterschieden. Um beispielsweise die verschiedenen dialektalen Laute des deutschen Buchstabens „[[e]]“ zu beschreiben, verwendet das System den Buchstaben „e“ mit darunter liegenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Trema Tremas], Aufschlägen, [https://de.wikipedia.org/wiki/Tilde Tilden] und Haken, einzeln und in Kombination. Es ist möglich, mehr als 500 verschiedene Varianten des Buchstabens „e“ zu schreiben. Es gibt eine Reihe von Teuthonista-Systemen, die unterschiedliche Grundbuchstaben und diakritische Zeichen verwenden, und die Zeichen, die sie gemeinsam haben, haben keine definierten Werte zwischen den Systemen.
 
In Reichel (2003) sind die Grundvokalbuchstaben a e i o u. Vokale werden für eine mittlere Artikulation gestapelt (nahe tiefe Vokale aͤ und aͦ, hohe mittlere Vokale iͤ und oͧ, zentrale Vokale uͥ und oͤ). Reduzierte Vokale sind ɪ ʊ ə α.
 
Die Konsonanten Lenis und Fortis werden gepaart: b p, d t, k g. Für Frikative sind es:
{| class="wikitable"
|-
|
! Bilabial
! Labio-<br>dental
! Dental
! Post-<br>alveolar
! Palatal
! <br>
! Velar
|-
! Lenis
| β
| v
| s
| š
| ꭓ
| ꭗ<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://en.wikipedia.org/wiki/Teuthonista#cite_note-2 [2]]</sup>
| x
|-
! Fortis
| w
| ꬵ
| ʃ
| ʃ̌
|
|
|}
 
=== <span id="Funktionsweise">Funktionsweise</span> ===
Die Schrift basiert vorwiegend auf lateinischen Buchstaben. Die verschiedenen Abstufungen der Laute werden durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Diakritikum Diakritika] ausgedrückt. Durch die große Zahl dieser Diakritika lässt die Schrift einige Flexibilität beim Transkribieren zu. Teuthonista beziehungsweise Böhmer-Ascoli fanden sowohl in der deutschen als auch in der französischen und der italienischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Dialektologie Dialektologie] breite Anwendung und werden noch heute für die [https://de.wikipedia.org/wiki/Transkription_(Schreibung) Transkription] und Dokumentation der jeweiligen Mundarten verwendet.
 
=== <span id="Vokale">Vokale</span> ===
[[Datei:TeuthonistaBeispielVokale.png|mini|410x410px|Anwendungsbeispiel (Handbuch SMF-Teuthonista) – Liste der Diakritika für Vokale]]
Im Bereich der [[Vokal|Vokale]] verfolgt die Teuthonista eine eher diakritische Strategie. Die Grundzeichen entstammen größtenteils dem lateinischen Alphabet und werden mit Diakritika über oder unter dem Grundzeichen modifiziert. Haken unter einem Grundzeichen symbolisieren eine offene, Punkte eine geschlossene Artikulation. Viele Teuthonista-Versionen können auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Zentralisierung_(Vokal) Zentralisierungen] durch Aufstriche vor dem Grundzeichen kennzeichnen. Quantitäten werden durch Striche, Bögen oder Dächer über dem Zeichen markiert. Auch für [https://de.wikipedia.org/wiki/Nasalvokal Nasalierung], [https://de.wikipedia.org/wiki/Rundung_(Phonetik) Lippenrundung] sowie Haupt- und Nebenakzente gibt es Diakritika, welche auch kombiniert auftreten können.
 
=== <span id="Konsonanten">Konsonanten</span> ===
[[Datei:TeuthonistaBeispielLaterale.png|mini|410x410px|Anwendungsbeispiel (Handbuch SMF-Teuthonista) – Liste der Laterale (SMF-Version)]]
Bei den Konsonanten ist die Teuthonista eher monotyp. Das heißt, es gibt jeweils ein Zeichen (viele aus dem lateinischen Alphabet) für einen Laut. Jedoch können auch diese Grundzeichen – wie auch die Vokale – durch Diakritika modifiziert werden. So steht beispielsweise ein Kringel unter einem Konsonanten, wenn er [https://de.wikipedia.org/wiki/Syllabizit%C3%A4t Silbenträger] ist.
 
=== <span id="Verwendung">Verwendung</span> ===
Teuthonista wird heute unter anderem von folgenden Projekten verwendet:
 
==== <span id="Wörterbücher">Wörterbücher</span> ====
Teuthonista und ihre Varianten wird in fast allen [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_bedeutender_W%C3%B6rterb%C3%BCcher#Regionalsprachliche_und_Dialektw%C3%B6rterb%C3%BCcher großlandschaftlichen Wörterbüchern] der deutschen Sprache verwendet, darunter:
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Badisches_W%C3%B6rterbuch Badisches Wörterbuch]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Badisches_W%C3%B6rterbuch Badisches Wörterbuch]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Bayerisches_W%C3%B6rterbuch Bayerisches Wörterbuch]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Bayerisches_W%C3%B6rterbuch Bayerisches Wörterbuch]
Zeile 23: Zeile 72:
*[https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%B6rterbuch_der_bairischen_Mundarten_in_%C3%96sterreich Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%B6rterbuch_der_bairischen_Mundarten_in_%C3%96sterreich Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich]
<p>Eine gewichtige Ausnahme stellt das [https://de.wikipedia.org/wiki/Schweizerisches_Idiotikon Schweizerische Idiotikon] dar, dessen Publikation schon 1881 angefangen hat und deshalb auf ältere Lautschriften zurückgreift.</p>
<p>Eine gewichtige Ausnahme stellt das [https://de.wikipedia.org/wiki/Schweizerisches_Idiotikon Schweizerische Idiotikon] dar, dessen Publikation schon 1881 angefangen hat und deshalb auf ältere Lautschriften zurückgreift.</p>
=== <span id="Sprachatlanten">Sprachatlanten</span> ===
 
==== <span id="Sprachatlanten">Sprachatlanten</span> ====


*[https://de.wikipedia.org/wiki/Atlas_der_historischen_deutschen_Mundarten_auf_dem_Gebiet_der_Tschechischen_Republik Atlas der historischen deutschen Mundarten auf dem Gebiet der Tschechischen Republik]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Atlas_der_historischen_deutschen_Mundarten_auf_dem_Gebiet_der_Tschechischen_Republik Atlas der historischen deutschen Mundarten auf dem Gebiet der Tschechischen Republik]
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*[https://de.wikipedia.org/wiki/Vorarlberger_Sprachatlas_mit_Einschluss_des_F%C3%BCrstentums_Liechtenstein,_Westtirols_und_des_Allg%C3%A4us Vorarlberger Sprachatlas mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein, Westtirols und des Allgäus]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Vorarlberger_Sprachatlas_mit_Einschluss_des_F%C3%BCrstentums_Liechtenstein,_Westtirols_und_des_Allg%C3%A4us Vorarlberger Sprachatlas mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein, Westtirols und des Allgäus]


=== <span id="Ortsgrammatiken">Ortsgrammatiken</span> ===
==== <span id="Ortsgrammatiken">Ortsgrammatiken</span> ====
<p>Teuthonista wird auch in den meisten, in der Regel als Dissertation erarbeiteten [https://de.wikipedia.org/wiki/Ortsgrammatik Ortsgrammatiken] verwendet.</p>
Teuthonista wird auch in den meisten, in der Regel als Dissertation erarbeiteten [https://de.wikipedia.org/wiki/Ortsgrammatik Ortsgrammatiken] verwendet.
== <span id="Literatur">Literatur</span> ==
 
=== <span id="Literatur">Literatur</span> ===


*[https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Teuchert Hermann Teuchert]: ''Lautschrift des Teuthonista.'' In: ''Teuthonista'' 1 (1924/25), 5.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Teuchert Hermann Teuchert]: ''Lautschrift des Teuthonista.'' In: ''Teuthonista'' 1 (1924/25), 5.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Wiesinger Peter Wiesinger]: ''Das phonetische Transkriptionssystem der Zeitschrift „Teuthonista“. Eine Studie zu seiner Entstehung und Anwendbarkeit in der deutschen Dialektologie mit einem Überblick über die Geschichte der phonetischen Transkription im Deutschen bis 1924.'' In: ''Zeitschrift für Mundartforschung'' 31 (1964), 1–20.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Wiesinger Peter Wiesinger]: ''Das phonetische Transkriptionssystem der Zeitschrift „Teuthonista“. Eine Studie zu seiner Entstehung und Anwendbarkeit in der deutschen Dialektologie mit einem Überblick über die Geschichte der phonetischen Transkription im Deutschen bis 1924.'' In: ''Zeitschrift für Mundartforschung'' 31 (1964), 1–20.


== <span id="Weblinks">Weblinks</span> ==
=== <span id="Weblinks">Weblinks</span> ===


*[https://wboe.oeaw.ac.at/ressourcen/font Dinamlex] – Ressourcen zum Projekt ''Datenbank der bairischen Mundarten in Österreich electronically mapped''
*[https://wboe.oeaw.ac.at/ressourcen/font Dinamlex] – Ressourcen zum Projekt ''Datenbank der bairischen Mundarten in Österreich electronically mapped''
*[https://web.archive.org/web/20040724105759/http://www.sprachatlas.phil.uni-erlangen.de/materialien/Teuthonista_Handbuch.pdf Handbuch zum Zeichensatz SMFTeuthonista] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Web-Archivierung#Begrifflichkeiten Memento] vom 24. Juli 2004 im ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Archive Internet Archive]'') <small>(<abbr title="Portable Document Format">PDF</abbr>; 122&nbsp;kB)</small> von ''Sibylle Reichel'', Erlangen 2003
*[https://web.archive.org/web/20040724105759/http://www.sprachatlas.phil.uni-erlangen.de/materialien/Teuthonista_Handbuch.pdf Handbuch zum Zeichensatz SMFTeuthonista] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Web-Archivierung#Begrifflichkeiten Memento] vom 24. Juli 2004 im ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Archive Internet Archive]'') <small>(<abbr title="portabel Dokumentformat">PDF</abbr>; 122&nbsp;kB)</small> von ''Sibylle Reichel'', Erlangen 2003


== <span id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</span> ==
== <span id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</span> ==
 
<div id="bodyContent" class="vector-body"><div class="mw-body-content"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" dir="ltr" lang="de"><div id="catlinks" class="catlinks" data-mw="interface"><div class="mw-normal-catlinks">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Kategorien Kategorien]:
#<span class="reference-text"><span class="cite">Teuthonista Goes Unicode (TGU): ''Die Lautschrift Teuthonista.'' Institut für Corpuslinguistik und Texttechnologie (ICLTT) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 23.&nbsp;März 2009, ehemals im <span class="dewiki-iconexternal">[https://redirecter.toolforge.org/?url=http%3A%2F%2Fwww.oeaw.ac.at%2Ficltt%2Fdinamlex-archiv%2FTeuthonista.html Original]</span> (nicht mehr online verfügbar);<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 8.&nbsp;Juni 2014</span>. <small>([https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Defekte_Weblinks Seite nicht mehr abrufbar]. [http://timetravel.mementoweb.org/list/2010/http://www.oeaw.ac.at/icltt/dinamlex-archiv/Teuthonista.html Suche in Webarchiven])</small>&nbsp;<small><span class="wp_boppel noviewer" role="presentation" aria-hidden="true"><span title="i">[[file:15px-Pictogram_voting_info.svg.png|15x15px]]</span></span>&nbsp;'''Info:''' Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß [https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:InternetArchiveBot/Anleitung/Toter_Link Anleitung] und entferne dann diesen Hinweis.</small></span></span>
</div></div><div id="catlinks" class="catlinks" data-mw="interface"><div id="mw-normal-catlinks" class="mw-normal-catlinks">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Kategorien Kategorien]:
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Phonetisches_Alphabet Phonetisches Alphabet]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Phonetisches_Alphabet Phonetisches Alphabet]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Dialektologie_des_Deutschen Dialektologie des Deutschen]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Dialektologie_des_Deutschen Dialektologie des Deutschen]
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Aktuelle Version vom 9. September 2025, 19:37 Uhr

[ teuthonist + -a ]

Teuthonista (Lautschrift) [1]

Teuthonista ist die Bezeichnung für eine Lautschrift, die in der deutschen Dialektologie breite Anwendung findet. Eng verwandt ist das besonders in der romanischen Dialektologie verwendete Böhmer-Ascoli-System.

Ursprung

Der Name Teuthonista geht auf die Zeitschrift Teuthonista zurück, durch die die Schrift 1924/25 bekannt wurde. Die Grundlagen entstanden jedoch schon im 19. Jahrhundert. Entwürfe für eine Lautschrift speziell für die Dialektologie wurden beispielsweise von Johann Andreas Schmeller, Oskar Brenner oder Otto Bremer vorgelegt. In der Folge entwickelte der Mundartforscher Philipp Lenz ein Lautschriftsystem, welches im Jahr 1900 in der Zeitschrift für hochdeutsche Mundarten vorgestellt und in den Jahren 1924/25 in geringfügig veränderter Form von Hermann Teuchert in der dialektologischen Zeitschrift Teuthonista unter dem Titel „Lautschrift des Teuthonista“ präsentiert wurde. [2]

Parallel dazu präsentierte der Begründer der italienischen Dialektologie, Graziadio Isaia Ascoli, 1873 ein diakritisches Umschriftsystem, das er auf der 1855 vom Ägyptologen Karl Richard Lepsius entworfenen Lautschrift aufbaute. Diese Basis wurde von Eduard Böhmer weiterentwickelt, sodass man heute vom Böhmer-Ascoli-System spricht. Unter anderem orientierten sich die Schweizer Romanisten Karl Jaberg und Jakob Jud bei der Erstellung des Sprach- und Sachatlasses Italiens und der Südschweiz (publiziert ab 1928) sowie die Germanisten Rudolf Hotzenköcherle und Heinrich Baumgartner im Sprachatlas der deutschen Schweiz (erschienen ab 1962) an dieser Umschrift.

Die Systeme von Teuthonista und Böhmer-Ascoli sind einander sehr ähnlich. Beide verwenden als Basis das lateinische Alphabet und drücken die einzelnen Lautvarianten mit Diakritika aus. Heute sind die verschiedenen Unterarten praktisch zusammengefallen. Tatsächlich kann die Teuthonista somit auf eine romanistische wie auch auf eine germanistische Linie zurückgeführt werden.

Symbole [3]

Die meisten Zeichen stammen aus dem lateinischen oder griechischen Alphabet und aus früheren Systemen wie Dania. Die Konsonanten sind hauptsächlich monophonemische Symbole. Feine Nuancen in der Artikulation können durch diakritische Zeichen (z. B. Punkte oder Tilden unter oder über dem Zeichen) unterschieden werden. Vokale werden durch ein umfangreicheres System diakritischer Zeichen unterschieden. Um beispielsweise die verschiedenen dialektalen Laute des deutschen Buchstabens „e“ zu beschreiben, verwendet das System den Buchstaben „e“ mit darunter liegenden Tremas, Aufschlägen, Tilden und Haken, einzeln und in Kombination. Es ist möglich, mehr als 500 verschiedene Varianten des Buchstabens „e“ zu schreiben. Es gibt eine Reihe von Teuthonista-Systemen, die unterschiedliche Grundbuchstaben und diakritische Zeichen verwenden, und die Zeichen, die sie gemeinsam haben, haben keine definierten Werte zwischen den Systemen.

In Reichel (2003) sind die Grundvokalbuchstaben a e i o u. Vokale werden für eine mittlere Artikulation gestapelt (nahe tiefe Vokale aͤ und aͦ, hohe mittlere Vokale iͤ und oͧ, zentrale Vokale uͥ und oͤ). Reduzierte Vokale sind ɪ ʊ ə α.

Die Konsonanten Lenis und Fortis werden gepaart: b p, d t, k g. Für Frikative sind es:

Bilabial Labio-
dental
Dental Post-
alveolar
Palatal
Velar
Lenis β v s š ꭓ ꭗ[2] x
Fortis w ꬵ ʃ ʃ̌

Funktionsweise

Die Schrift basiert vorwiegend auf lateinischen Buchstaben. Die verschiedenen Abstufungen der Laute werden durch Diakritika ausgedrückt. Durch die große Zahl dieser Diakritika lässt die Schrift einige Flexibilität beim Transkribieren zu. Teuthonista beziehungsweise Böhmer-Ascoli fanden sowohl in der deutschen als auch in der französischen und der italienischen Dialektologie breite Anwendung und werden noch heute für die Transkription und Dokumentation der jeweiligen Mundarten verwendet.

Vokale

Anwendungsbeispiel (Handbuch SMF-Teuthonista) – Liste der Diakritika für Vokale

Im Bereich der Vokale verfolgt die Teuthonista eine eher diakritische Strategie. Die Grundzeichen entstammen größtenteils dem lateinischen Alphabet und werden mit Diakritika über oder unter dem Grundzeichen modifiziert. Haken unter einem Grundzeichen symbolisieren eine offene, Punkte eine geschlossene Artikulation. Viele Teuthonista-Versionen können auch Zentralisierungen durch Aufstriche vor dem Grundzeichen kennzeichnen. Quantitäten werden durch Striche, Bögen oder Dächer über dem Zeichen markiert. Auch für Nasalierung, Lippenrundung sowie Haupt- und Nebenakzente gibt es Diakritika, welche auch kombiniert auftreten können.

Konsonanten

Anwendungsbeispiel (Handbuch SMF-Teuthonista) – Liste der Laterale (SMF-Version)

Bei den Konsonanten ist die Teuthonista eher monotyp. Das heißt, es gibt jeweils ein Zeichen (viele aus dem lateinischen Alphabet) für einen Laut. Jedoch können auch diese Grundzeichen – wie auch die Vokale – durch Diakritika modifiziert werden. So steht beispielsweise ein Kringel unter einem Konsonanten, wenn er Silbenträger ist.

Verwendung

Teuthonista wird heute unter anderem von folgenden Projekten verwendet:

Wörterbücher

Teuthonista und ihre Varianten wird in fast allen großlandschaftlichen Wörterbüchern der deutschen Sprache verwendet, darunter:

Eine gewichtige Ausnahme stellt das Schweizerische Idiotikon dar, dessen Publikation schon 1881 angefangen hat und deshalb auf ältere Lautschriften zurückgreift.

Sprachatlanten

Ortsgrammatiken

Teuthonista wird auch in den meisten, in der Regel als Dissertation erarbeiteten Ortsgrammatiken verwendet.

Literatur

  • Hermann Teuchert: Lautschrift des Teuthonista. In: Teuthonista 1 (1924/25), 5.
  • Peter Wiesinger: Das phonetische Transkriptionssystem der Zeitschrift „Teuthonista“. Eine Studie zu seiner Entstehung und Anwendbarkeit in der deutschen Dialektologie mit einem Überblick über die Geschichte der phonetischen Transkription im Deutschen bis 1924. In: Zeitschrift für Mundartforschung 31 (1964), 1–20.

Einzelnachweise

  1. ↑ https://de.wikipedia.org/wiki/Teuthonista_(Lautschrift); Stand 12. Oktober 2023 um 05:18 Uhr.
  2. ↑ Teuthonista Goes Unicode (TGU): Die Lautschrift Teuthonista. Institut für Corpuslinguistik und Texttechnologie (ICLTT) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 23. März 2009, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar);abgerufen am 8. Juni 2014
  3. ↑ https://en.wikipedia.org/wiki/Teuthonista#Symbols; Stand 8 October 2023, at 08:05.