„Himbeere“ – Versionsunterschied
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* <abbr>[[mhdt.]]</abbr> ''hintber'', eigentlich ‘Beere der Hinde’ (s. [[Hinde]]), wird durch Angleichung des stimmhaften b an vorangehendes t (d. h. Wandel des b zu p) und Ausfall des t zu <abbr>frühnhd.</abbr> ''hinper'', ferner durch Assimilation des n zu m vor labialem Verschlußlaut zu (mundartlich erhaltenem) ''Himper''. Die gleiche Lautentwicklung findet sich bei empor, Wimper (s. d.). Im allgemeinen aber wird das zweite Kompositionsglied (s. Beere) wiederhergestellt. So erklären sich <abbr>frühnhd.</abbr> ''himpber'', späteres ''Himbeere''; doch vgl. landschaftlich ''Hindbeere''und <abbr>nd.</abbr> ''Hinzelbeere'' (aus vorauszusetzendem ''Hindsbeere''). Der <abbr>ahd.</abbr> und <abbr>mhd.</abbr> Form entsprechen <abbr>asächs.</abbr> ''hindberi'', <abbr>aengl.</abbr> ''hindberge'', <abbr>engl.</abbr> (mundartlich) ''hindberry'', <abbr>dän.</abbr> ''hindbær''. Das Benennungsmotiv ist nicht geklärt. Die Deutungen, daß die Hirschkuh (''Hinde'') diese Beere gern frißt oder daß sie sich (mit ihren Jungen) vor den Fliegen im Himbeerstrauch verbirgt, sind ebensowenig zwingend wie die Gegenüberstellung von ''Hirschbeere'' (als Synonym zu ''Brombeere'') für den Strauch mit starken Stacheln nach dem geweihtragenden Hirsch und ''Himbeere'' mit wenigen bzw. an den jungen Trieben gar keinen Stacheln nach der geweihlosen Hinde (vgl. Marzell 3, 1470 ff.). | * <abbr>[[mhdt.]]</abbr> ''hintber'', eigentlich ‘Beere der Hinde’ (s. [[Hinde]]), wird durch Angleichung des stimmhaften b an vorangehendes t (d. h. Wandel des b zu p) und Ausfall des t zu <abbr>frühnhd.</abbr> ''hinper'', ferner durch Assimilation des n zu m vor labialem Verschlußlaut zu (mundartlich erhaltenem) ''Himper''. Die gleiche Lautentwicklung findet sich bei empor, Wimper (s. d.). Im allgemeinen aber wird das zweite Kompositionsglied (s. Beere) wiederhergestellt. So erklären sich <abbr>frühnhd.</abbr> ''himpber'', späteres ''Himbeere''; doch vgl. landschaftlich ''Hindbeere''und <abbr>nd.</abbr> ''Hinzelbeere'' (aus vorauszusetzendem ''Hindsbeere''). Der <abbr>ahd.</abbr> und <abbr>mhd.</abbr> Form entsprechen <abbr>asächs.</abbr> ''hindberi'', <abbr>aengl.</abbr> ''hindberge'', <abbr>engl.</abbr> (mundartlich) ''hindberry'', <abbr>dän.</abbr> ''hindbær''. Das Benennungsmotiv ist nicht geklärt. Die Deutungen, daß die Hirschkuh (''Hinde'') diese Beere gern frißt oder daß sie sich (mit ihren Jungen) vor den Fliegen im Himbeerstrauch verbirgt, sind ebensowenig zwingend wie die Gegenüberstellung von ''Hirschbeere'' (als Synonym zu ''Brombeere'') für den Strauch mit starken Stacheln nach dem geweihtragenden Hirsch und ''Himbeere'' mit wenigen bzw. an den jungen Trieben gar keinen Stacheln nach der geweihlosen Hinde (vgl. Marzell 3, 1470 ff.). | ||
Aktuelle Version vom 17. April 2025, 18:18 Uhr
Himbeere f. ‘Beere der Hinde’
- saftige und wohlschmeckende rote Beere
- sowie der diese Beeren tragende (wildwachsende oder angebaute) Strauch.
- ahd. hintberi (10. Jh.),
- mhdt. hintber, eigentlich ‘Beere der Hinde’ (s. Hinde), wird durch Angleichung des stimmhaften b an vorangehendes t (d. h. Wandel des b zu p) und Ausfall des t zu frühnhd. hinper, ferner durch Assimilation des n zu m vor labialem Verschlußlaut zu (mundartlich erhaltenem) Himper. Die gleiche Lautentwicklung findet sich bei empor, Wimper (s. d.). Im allgemeinen aber wird das zweite Kompositionsglied (s. Beere) wiederhergestellt. So erklären sich frühnhd. himpber, späteres Himbeere; doch vgl. landschaftlich Hindbeereund nd. Hinzelbeere (aus vorauszusetzendem Hindsbeere). Der ahd. und mhd. Form entsprechen asächs. hindberi, aengl. hindberge, engl. (mundartlich) hindberry, dän. hindbær. Das Benennungsmotiv ist nicht geklärt. Die Deutungen, daß die Hirschkuh (Hinde) diese Beere gern frißt oder daß sie sich (mit ihren Jungen) vor den Fliegen im Himbeerstrauch verbirgt, sind ebensowenig zwingend wie die Gegenüberstellung von Hirschbeere (als Synonym zu Brombeere) für den Strauch mit starken Stacheln nach dem geweihtragenden Hirsch und Himbeere mit wenigen bzw. an den jungen Trieben gar keinen Stacheln nach der geweihlosen Hinde (vgl. Marzell 3, 1470 ff.).