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„Eintrag“ – Versionsunterschied

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‘schriftlicher Vermerk, an bestimmter Stelle eingetragene Bemerkung, (Akten)notiz’ (17. Jh.);  
‘schriftlicher Vermerk, an bestimmter Stelle eingetragene Bemerkung, (Akten)notiz’ (17. Jh.);  

Aktuelle Version vom 8. Juni 2025, 06:00 Uhr

ein–trag m. deu. Wortbildung zu eintrag, eintragen

‘schriftlicher Vermerk, an bestimmter Stelle eingetragene Bemerkung, (Akten)notiz’ (17. Jh.);

  • vgl.
    • mhd. īntrac ‘Schaden, Nachteil, Einwand, Einrede’,
      • dazu die Wendung einer Sache Eintrag tun ‘sie beeinträchtigen, ihr abträglich sein, sie schädigen’, mhd. īntrac tuon.

EINTRAG, m. 1
[]1) subtegmen, subtemen, trama, was eintracht m.: das garn so in den wäfel getreit und eingewäben wirt. [ Maaler] 127b; derzettel ist gt, aber der intrag sol nicht (taugt nicht). [ Keisersb.] brös. 69; das alte wib was ein intrag spinnen. Terentius 1499 45a; dereintrag eines wups. [ Calepini] dictionarium undecim linguarum. Bisileae 1616 p. 1487; ich und mein weib sind die ganze zeit, so wirbei einander gewesen, nicht einig, sondern wie ihr wisset, allezeit zweispaltig gewesen und mag eines den wurf, das ander deneintrag gethan haben (was vorhin bei Luther werft und eintracht heiszt). heut aber wie ein fewer in unserm hause aufgieng, warenwir unserer sachen fein eins, begerten zugleich der thüren und liefen mit einander heraus, riefen einmütiglichen fewrio, fewrio,leschet, leschet! [ Meiandeb] jocoseria 2, 508 no 405; euch ist wol wissende, das der eintrag unseres lebens gewebet wird nachbelieben des höchsten anfängers und urhebers. [ Butschky] kanzl. 881;

der eintrag war von garn, der boden war von zwirne.
[ Gellert] 3, 383;
wie dicht an der brust des schöngegürteten weibes
fleugt das hin und her geworfene eilende webschif,
wenn sie den eintrag mit faden bewebt.
[ Stolberg] 12, 386;

er webt wahres und falsches so verhenkert durcheinander, dasz man zettel und eintrag unmöglich mehr von einander trennenkann. [ Wieland] bei Merk 2, 104; die schönheit des gewebes hängt vom gleichen auftreten des webegeschirres ab, vom gleichenschlag der lade, wie auch davon, ob der eintrag nasz oder trocken geschieht. [ Göthe] 23, 65. vgl. eintragen. 2
[]2) eintrag, damnum, injuria, impedimentum, vielleicht eine figur des vorigen, insofern der eintrag dem zettel entgegen tritt, in diequere kommt, man sagt eintrag thun, schaden, abbruch thun wie den eintrag thun, subtemen injicere. in einer urkunde des dorfesGambach in der Wetterau vom j. 1468: der pastor oder pherner sulle sich des nit underziegen und eme dhein intrag thune; in einerriedelschen urk. von 1489 wiederum intrag. beeinträchtigen, schaden scheint aus eintracht = eintrag gebildet, nicht aus eintrachtconcordia, und mit trachten gar nicht verwandt. ohn eintrag oder verhinderung. cammerger. ordn. von 1521 §. 30; die juden sollentire synagogen rüwigklich on irrung und eintrag mögen halten. [ Reuchlin] augensp. 1, 6; meinethalben soll dir kein eintraggeschehen. [ Frey] garteng. 59; niemand wolte eintrag darein thun. Witzenbürger 3, 21;

on all eintreg und widerspan.
[ H. Sachs] III. 1, 102d;
der werd uns einen eintrag than.
III. 1, 154c;

die wahre tugend leidet auch bei den gefährlichsten gelegenheiten nicht den geringsten eintrag. ehe eines mannes 384; ich wundere mich nun nicht mehr, dasz dieser junge mensch mir so viel eintrag thut. [ J. E. Schlegel] 2, 335; das wird dir keinen eintrag thun; diese vorgänge sollen meiner liebe wenig eintrag thun; lehre mich deine kunst, Kassim. ich gebe dir mein wort, dasz ich dir keinen eintrag thun will. [ Wieland] 8, 271; vielleicht würden die staatshaushälter finden, dasz manche ihrer besorgnisse wegen des eintrags, den fremder fleisz dem einheimischen bringen soll, ungegründet sind. [ Garve] anm. zu Cic. off. 3, 199; die zerstreuungen der jugend thaten dem einsamen stillen vergnügen eintrag. [ Göthe] 18, 32; so erkannte ich freilich, dasz ich bei dem versuch auf die einheit der zeit und des orts verzicht zu thun, auch der höhern einheit ... eintrag gethan hatte. 26, 201; war es schwer zu sagen, obder historischen wahrheit oder den practischen zwecken des lebens mehr eintrag geschehe. [ Savigny] kl. schr. 4, 198. 3
[]3) eintrag, quaestus, lucrum, ertrag, einnahme, ganz das entgegengesetzte von der vorigen bedeutung: die kaufleut haben ein sprichwort, es verdirbt keiner, er könne dann nit rechnen, das ist die in mehr darlegen, dan ir eintrag ist und nit   /Bd. 3, Sp. 325/ rechnen, das es also nit in die leng thon würt noch kan. [ Frank] sprichw. 1, 32a; sparen ist ein groszer zol und eintrag. 1, 46; und istja kunst ein solcher eintrag, das kein rent und zins auszeren kan. [ Weise] kluge reden 14b; der gottseligen ausgeben ist ein eintrag.147b; als ein esel eines bauers verreckt war, so setzte er des todten esels kopf in seinen weingarten allen schaden zu verhüten und dasz ein ander den eintrag der früchte nicht beneiden solte. pers. baumg. 5, 5. [ Frischlin] nomencl. 432 gibt eintrag foenus. 4
[]4) eintrag in das buch, register, in die rechnung, liste. 5
[]5) eintrag der erze, gläser in den ofen.