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Das '''Graßmannsche Gesetz''' (auch: '''Aspiratendissimilationsgesetz''') ist eine von dem Mathematiker und Sprachwissenschaftler [https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Gra%C3%9Fmann Hermann Graßmann] (1809–1877) für die [https://de.wikipedia.org/wiki/Indogermanistik indogermanische Sprachwissenschaft] 1863<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Gra%C3%9Fmannsches_Gesetz_(Sprachwissenschaft)#cite_note-1 [1]]</sup> nachgewiesene phonetische [https://de.wikipedia.org/wiki/Dissimilation_(Phonologie) Dissimilationsregel].
<p>Das Gesetz gilt für das [https://de.wikipedia.org/wiki/Vedische_Sprache Altindoarische] sowie für das [https://de.wikipedia.org/wiki/Altgriechische_Sprache Altgriechische] und besagt: ''Bei einer mittelbaren Aufeinanderfolge zweier [https://de.wikipedia.org/wiki/Aspiration_(Phonetik) aspirierter] [https://de.wikipedia.org/wiki/Plosiv Verschlusslaute] verliert der erste die Behauchung''.</p><p>Die Regel zeigt sich vor allem bei der Reduplikation von [https://de.wikipedia.org/wiki/Wurzel_(Linguistik) Verbalwurzeln]. Von ved. ''dhā-'' (3. Klasse) z. B. lautet der Präsensstamm nicht *''dhá-dhā-mi'' (1. Person Singular), sondern ''dádhāmi''.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Gra%C3%9Fmannsches_Gesetz_(Sprachwissenschaft)#cite_note-2 [2]]</sup> Im Altgriechischen betrifft die Regel die Tenues (tonlosen) aspiratae ''θ th, φ ph, χ kh'' sowie ''h'' (spiritus asper). Die bis auf den Reduplikationsvokal dem vedischen Beispiel entsprechende Form lautet ''τί-θη-μι, tí-thē-mi'' ‘ich setze’ entstanden aus *''θί-θη-μι, thí-thē-mi''. Auch das Präsens ''ἔχω, ékhō'' ‘ich habe’ hat so sein älteres anlautendes ''h'' verloren, *''ἕχω, hékhō''. Erhalten geblieben ist ''h'' jedoch im Futur ''ἕξω, héxō'' ‘ich werde haben’ aus *''hékhsō,'' weil das aus *''khs'' entstandene ''ξ, x'' unbehaucht und somit die Graßmannsche Bedingung nicht erfüllt ist. Die indische und die griechische Aspiratendissimilation haben unabhängig voneinander stattgefunden, im Griechischen erst nach dem Übergang von *''dh, *bh, *gh > th, ph, kh''.</p>
=== <span id="Beispiele_aus_dem_Altgriechischen">Beispiele aus dem Altgriechischen</span> ===
*<span class="Grek" lang="grc-Grek">''θ''άπτω</span> (Stamm: θαφτ-) (ich begrabe; Präs.) vs. <span class="Grek" lang="grc-Grek">ἐ''τ''άφην</span> (ich wurde begraben, Aorist)
*<span class="Grek" lang="grc-Grek">''φ''εύγω</span> (ich fliehe; Präs.) vs. <span class="Grek" lang="grc-Grek">''π''έφευγα</span> (ich bin geflohen, Perfekt)
Die Regel zeigt sich vor allem bei der Reduplikation von Verbalwurzeln. Von ved. dhā- (3. Klasse) z. B. lautet der Präsensstamm nicht *dhá-dhā-mi (1. Person Singular), sondern dádhāmi.[2] Im Altgriechischen betrifft die Regel die Tenues (tonlosen) aspiratae θ th, φ ph, χ kh sowie h (spiritus asper). Die bis auf den Reduplikationsvokal dem vedischen Beispiel entsprechende Form lautet τί-θη-μι, tí-thē-mi ‘ich setze’ entstanden aus *θί-θη-μι, thí-thē-mi. Auch das Präsens ἔχω, ékhō ‘ich habe’ hat so sein älteres anlautendes h verloren, *ἕχω, hékhō. Erhalten geblieben ist h jedoch im Futur ἕξω, héxō ‘ich werde haben’ aus *hékhsō, weil das aus *khs entstandene ξ, x unbehaucht und somit die Graßmannsche Bedingung nicht erfüllt ist. Die indische und die griechische Aspiratendissimilation haben unabhängig voneinander stattgefunden, im Griechischen erst nach dem Übergang von *dh, *bh, *gh > th, ph, kh.
Beispiele aus dem Altgriechischen
θάπτω (Stamm: θαφτ-) (ich begrabe; Präs.) vs. ἐτάφην (ich wurde begraben, Aorist)
φεύγω (ich fliehe; Präs.) vs. πέφευγα (ich bin geflohen, Perfekt)
Die Postulate gelten nicht universell für alle sehenden Lebewesen, sondern speziell für den menschlichen Sehsinn. Die Gesetze präzisieren die allgemeine Aussagekraft der Trichromasie. Sie ermöglichen es, exakte Vorhersagen über den zu erwartenden Gleichheitseindruck von Farben zu machen[1] und stellen somit die Grundlage der Farbmetrik dar, mit deren Hilfe beispielsweise die Farbreproduktion im Druck oder die Wiedergabe auf Monitoren vereinheitlicht wird. Ganz allgemein erlaubt diese Lehre von den Maßbezeichnungen der Farben eine Beschreibung der Farbvalenz mit grafischen Mitteln, wie es im Bild rechts auf einem Diagramm der graßmannschen Farbmischungsberechnung mit Hilfe von Vektoren dargestellt ist. Diese Art der Berechnung geht ebenfalls fundamental auf die Arbeiten Graßmanns zurück.