„Eleaten“ – Versionsunterschied
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Die '''Eleaten''' stellten eine der ältesten [ | [[Eleat]][[-en]][[Datei:Magna Graecia ancient colonies and dialects-eu.svg|miniatur|Antike griechische Städte mit Elea in der heutigen ''Region Kampanien'' (Campania)]] | ||
Die '''Eleaten''' stellten eine der ältesten [[Philosophie|philosophischen]] [[Schule (Wissenschaft)|Schulen]] der [[Antikes Griechenland|griechischen Antike]] dar (''eleatische Schule''). Benannt ist die Schule nach der von [[Griechen]] gegründeten, an der westitalienischen Küste gelegenen Stadt [[Elea]]. Die Eleaten gehören zur Gruppe der [[Vorsokratiker]]. | |||
[[Parmenides]] aus Elea gilt als Hauptvertreter dieser [[Monismus|monistischen]] Lehre, in der ein einziges, unveränderliches ''[[Sein]]'' postuliert wird. | |||
Weitere bekannte Vertreter dieser Philosophie sind [[Zenon von Elea]] und [[Melissos|Melissos von Samos]]. | |||
Nach früherer Ansicht wurde die eleatische Lehre etwa 540 v. Chr. von [[Xenophanes]] in Elea begründet, Xenophanes wird aber nach gegenwärtigem Wissensstand nicht mehr zu den Eleaten gerechnet. Zuvor sah man [[Parmenides]] als einen Schüler von Xenophanes (* um 570 v. Chr.) an. | |||
Als ''[[Eleatismus]]'' bezeichnet man „jede philosophische Lehre, die von einem absoluten, nur durch [[Denken]] zu erfassenden Sein ausgeht und ihm das Werden und die sichtbare Welt als Schein entgegensetzt“<ref>[[Anton Hügli]], Poul Lübcke (Hrsg.): ''Philosophielexikon. Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart.'' Erw. Auflage. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2013 (= rororo; 55689; Rowohlts Enzyklopädie), ISBN 978-3-499-55689-0: ''eleatische Schule'' = ''Eleatismus'', bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Eleatismus>, abgerufen am 8. Mai 2020</ref>. | |||
== Literatur == | |||
* {{RE|V,2|2244|2245|Eleatische Philosophie|[[Eduard Wellmann]]|RE:Eleatische Philosophie}} | |||
== Einzelnachweise == | |||
<references /> | |||
== Weblinks == | |||
{{Wiktionary|Eleate}} | |||
[[Kategorie:Griechische Philosophie]] | |||
[[Kategorie:Vorsokratik]] | |||
[[Kategorie:Wikipedia.de Artikel]] | |||
== Eleaten<ref>Quelle: Kirchner, Friedrich / Michaëlis, Carl: Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe. Leipzig <sup>5</sup>1907, S. 169-170. Permalink: http://www.zeno.org/nid/2000358139X; Lizenz: [http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei]; Faksimiles: [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/K/kimi-wbphil-001-0169 169] | [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/K/kimi-wbphil-001-0170 170]</ref> == | |||
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'''Eleaten'''. Die Eleaten, die ihren [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Name Namen] von der Stadt [[:de:Elea|Elea]] in [[:de:Lukanien|Lukanien]] hatten, waren Philosophen dreier Menschenalter im 6. und 5. Jahrh. v. Chr. (ungefähr 550-450), welche die Lehre von der [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Einheit Einheit] und Unveränderlichkeit des Seienden vertraten und die [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Existenz Existenz] der Vielheit, der [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Bewegung Bewegung] und des [[Werden|Werdens]] ableugneten. Ihr ältester Vertreter [[Xenophanes|Xenophanes von Kolophon]] (zwischen 580 und 575) gab der Lehre eine theologische [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Form Form], indem er den griechischen [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Polytheismus Polytheismus] und [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Anthropomorphismus Anthropomorphismus] bekämpfte, die [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Einheit Einheit], [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Ewigkeit Ewigkeit], Unveränderlichkeit und Geistigkeit des Göttlichen behauptete und das Weltall dem Göttlichen pantheistisch gleichsetzte. Der zweite Eleat, ''[[Parmenides]]'' (geb. zw. 520 u. 510 in Elea), ein Schüler des Xenophanes, gestaltete die eleatische Lehre in eine metaphysische [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Theorie Theorie] vom [[Sein und Nichtsein]] um. Nach ihm ist nur das [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Sein Sein]; es ist ungeworden, ewig, eins, unveränderlich und unbeweglich, eine den Raum kontinuierlich erfüllende Kugel, und [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Sein Sein] und [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Denken Denken] ist bei ihm ein und dasselbe. Das Nichtsein ist nicht. Es gibt kein Werden. Alles Viele und Wechselnde ist nur [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Schein Schein] und Redetrug, und alle Sinneserkenntnis ist nur Täuschung. Die dritte Generation bilden ''Zenon'' (geb. am Anf. d. 5. Jahrh.) und ''Melissos'' (5. Jahrh.), die beide Schüler des Parmenides waren. Sie sind die ''Dialektiker'' der eleatischen Schule und suchen die Lehre des Parmenides indirekt durch [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Beweis Beweise] gegen die Vielheit und [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Bewegung Bewegung] (wie den [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Achilleus Achilleus], den fliegenden [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Pfeil Pfeil] usw., s. d.) zu stützen. Alle Eleaten haben also gemeinsam den [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Gegensatz Gegensatz] zur Volksreligion, die Verwerfung des Erfahrungswissens, die [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Entwicklung Entwicklung] der [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Begriff Begriffe] des [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Sein Seins] und Nichtseins, die Leugnung der Vielheit und [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Bewegung Bewegung] und andrerseits die Unfähigkeit, zum reinen [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Idealismus Idealismus] vorzudringen. <u>Innerhalb der griechischen [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Philosophie Philosophie] hat die Lehre der Eleaten am meisten auf ''[[Platon]]'' (427-347) eingewirkt, der mit ihr in der Forderung eines [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Sein ''Seins''] und in der Verwerfung der ''[[Sinneserkenntnis]]'' übereinstimmte, hierauf aber seine [[Ideenlehre]] begründete.</u> Von neueren philosophischen [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Theorie Theorien] nähern sich stellenweise der eleatischen [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Philosophie Philosophie] der [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Spinozismus Spinozismus] (s. d.) und die [http://www.zeno.org/Kirchner-Michaelis-1907/A/Metaphysik Metaphysik] [[Johann Friedrich Herbart|Herbarts]] (1776-1841).<p></p></div></div></div></div> | |||
Aktuelle Version vom 28. Juli 2026, 15:46 Uhr

Die Eleaten stellten eine der ältesten philosophischen Schulen der griechischen Antike dar (eleatische Schule). Benannt ist die Schule nach der von Griechen gegründeten, an der westitalienischen Küste gelegenen Stadt Elea. Die Eleaten gehören zur Gruppe der Vorsokratiker.
Parmenides aus Elea gilt als Hauptvertreter dieser monistischen Lehre, in der ein einziges, unveränderliches Sein postuliert wird.
Weitere bekannte Vertreter dieser Philosophie sind Zenon von Elea und Melissos von Samos.
Nach früherer Ansicht wurde die eleatische Lehre etwa 540 v. Chr. von Xenophanes in Elea begründet, Xenophanes wird aber nach gegenwärtigem Wissensstand nicht mehr zu den Eleaten gerechnet. Zuvor sah man Parmenides als einen Schüler von Xenophanes (* um 570 v. Chr.) an.
Als Eleatismus bezeichnet man „jede philosophische Lehre, die von einem absoluten, nur durch Denken zu erfassenden Sein ausgeht und ihm das Werden und die sichtbare Welt als Schein entgegensetzt“[1].
Literatur
- Eduard Wellmann: Eleatische Philosophie. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band V,2, Stuttgart 1905, Sp. 2244 f.
Einzelnachweise
- ↑ Anton Hügli, Poul Lübcke (Hrsg.): Philosophielexikon. Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart. Erw. Auflage. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2013 (= rororo; 55689; Rowohlts Enzyklopädie), ISBN 978-3-499-55689-0: eleatische Schule = Eleatismus, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Eleatismus>, abgerufen am 8. Mai 2020
Weblinks
Eleaten[1]
- ↑ Quelle: Kirchner, Friedrich / Michaëlis, Carl: Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe. Leipzig 51907, S. 169-170. Permalink: http://www.zeno.org/nid/2000358139X; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 169 | 170