„Ehrlichkeit“ – Versionsunterschied
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'''[https://de.wikipedia.org/wiki/Ehrlichkeit Ehrlichkeit]''' bezeichnet die sittliche Eigenschaft<ref><span class="reference-text">Wilhelm Rein (Hrsg.): ''Encyklopädisches Handbuch der Pädagogik,'' Band 2, 1904 ([http://books.google.com/books?id=u6GgAAAAMAAJ&q=Ehrlichkeit&dq=Ehrlichkeit&hl=de&ei=o66vS92WM5H5_Aax3Zy3Dw&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=10&ved=0CE4Q6AEwCTgU books.google.com]).</span></ref> des ''Ehrlichseins'' (von „ehrlich“, ahd. „êrlîh“, mhd. „êrlîch“)<ref><span class="reference-text"><cite>ehrlich</cite>. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Jacob_Grimm Jacob Grimm], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Grimm Wilhelm Grimm] (Hrsg.): <cite>[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_W%C3%B6rterbuch Deutsches Wörterbuch]</cite>. Band 3: ''E–Forsche'' – (III). S. Hirzel, Leipzig 1862, Sp. 69–71 ([https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemma=ehrlich woerterbuchnetz.de]).</span></ref> und wird heute meist in der Bedeutung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Redlichkeit Redlichkeit], [https://de.wikipedia.org/wiki/Aufrichtigkeit Aufrichtigkeit], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wahrhaftigkeit Wahrhaftigkeit], [https://de.wikipedia.org/wiki/Offenheit_(Psychologie) Offenheit], Geradlinigkeit und [https://de.wikipedia.org/wiki/Fairness Fairness] verwendet.<ref><span class="reference-text"><span class="cite">[https://www.duden.de/rechtschreibung/Ehrlichkeit ''Ehrlichkeit.''] Duden,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 18. November 2012</span>.</span></span></ref><p>Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Ehre Ehre] (Ehrenhaftigkeit) als persönliches Attribut kann als Ergebnis der Ehrlichkeit (ehrlichen Verhaltens) angesehen werden. Parallel dazu läuft die Entwicklung von „ehrlich“ und „Ehrlichkeit“. Bis vor einigen Jahrzehnten verstand man unter einem ehrlichen Menschen ausschließlich einen Menschen, der nicht lügt und nicht stiehlt: So lautete die Forderung seit der Pädagogik der Aufklärung. Die Erziehung zur Ehrlichkeit oder – negativ gewendet – die Verabscheuung der Lüge blieb ein zentrales Anliegen erzieherischer Praxis.<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Koch_(Erziehungswissenschaftler) Friedrich Koch]: ''Der Kaspar-Hauser-Effekt. Über den Umgang mit Kindern.'' Opladen 1995. [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783810013590 ISBN 978-3-8100-1359-0].</span></ref> In neuerer Zeit – kurz nach dem Zweiten Weltkrieg durch literarische Werke wie etwa Osbornes ''Look back in Anger'' („Blick zurück im Zorn“) oder Kingsley Amis’ ''Lucky Jim'' angebahnt – hat sich eine Bedeutungserweiterung vollzogen: Als „ehrlich“ werden mittlerweile auch jene Menschen bewertet, die zu sich selbst, ihren Macken, ihren Defiziten, ihren entwicklungsbedingten Störungen usw. (reflektiert) stehen und nichts beschönigen<ref><span class="reference-text">[http://www.zeno.org/Kulturgeschichte/M/Leisi,+Ilse+und+Ernst/Sprach-Knigge+oder+Wie+und+was+soll+ich+reden/9.+Wahrheit,+L%C3%BCge+und+die+Zwischenbereiche/Echte+und+falsche+Ehrlichkeit ''Echte und falsche Ehrlichkeit''.] In: Ilse und Ernst Leisi: ''Sprach-Knigge oder Wie und was soll ich reden?'' Tübingen 1993, S. 173–176. Abgerufen am 28. März 2010.</span></ref> oder dramatisieren. Unterschieden wird Ehrlichkeit im Reden, was bedeutet, die [https://de.wikipedia.org/wiki/Wahrheit Wahrheit] zu sagen, und die Ehrlichkeit im Verhalten, zum Beispiel um andere nicht zu manipulieren, nicht zu täuschen, um anderen nicht zu schaden oder einen Auftrag (ohne einen eigenen Vorteil wahrzunehmen und im Sinne eines fairen Auftraggebers) sachlich zu Ende bringen.<ref><span class="reference-text">(Bollnow, zitiert nach Wickert, ''Das Buch der Tugenden.'' S. 234 f.)</span></ref></p> | '''[https://de.wikipedia.org/wiki/Ehrlichkeit Ehrlichkeit]''' bezeichnet die sittliche Eigenschaft<ref><span class="reference-text">Wilhelm Rein (Hrsg.): ''Encyklopädisches Handbuch der Pädagogik,'' Band 2, 1904 ([http://books.google.com/books?id=u6GgAAAAMAAJ&q=Ehrlichkeit&dq=Ehrlichkeit&hl=de&ei=o66vS92WM5H5_Aax3Zy3Dw&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=10&ved=0CE4Q6AEwCTgU books.google.com]).</span></ref> des ''Ehrlichseins'' (von „ehrlich“, ahd. „êrlîh“, mhd. „êrlîch“)<ref><span class="reference-text"><cite>ehrlich</cite>. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Jacob_Grimm Jacob Grimm], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Grimm Wilhelm Grimm] (Hrsg.): <cite>[https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_W%C3%B6rterbuch Deutsches Wörterbuch]</cite>. Band 3: ''E–Forsche'' – (III). S. Hirzel, Leipzig 1862, Sp. 69–71 ([https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemma=ehrlich woerterbuchnetz.de]).</span></ref> und wird heute meist in der Bedeutung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Redlichkeit Redlichkeit], [https://de.wikipedia.org/wiki/Aufrichtigkeit Aufrichtigkeit], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wahrhaftigkeit Wahrhaftigkeit], [https://de.wikipedia.org/wiki/Offenheit_(Psychologie) Offenheit], Geradlinigkeit und [https://de.wikipedia.org/wiki/Fairness Fairness] verwendet.<ref><span class="reference-text"><span class="cite">[https://www.duden.de/rechtschreibung/Ehrlichkeit ''Ehrlichkeit.''] Duden,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 18. November 2012</span>.</span></span></ref><p>Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Ehre Ehre] (Ehrenhaftigkeit) als persönliches Attribut kann als Ergebnis der Ehrlichkeit (ehrlichen Verhaltens) angesehen werden. Parallel dazu läuft die Entwicklung von „ehrlich“ und „Ehrlichkeit“. Bis vor einigen Jahrzehnten verstand man unter einem ehrlichen Menschen ausschließlich einen Menschen, der nicht lügt und nicht stiehlt: So lautete die Forderung seit der Pädagogik der Aufklärung. Die Erziehung zur Ehrlichkeit oder – negativ gewendet – die Verabscheuung der Lüge blieb ein zentrales Anliegen erzieherischer Praxis.<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Koch_(Erziehungswissenschaftler) Friedrich Koch]: ''Der Kaspar-Hauser-Effekt. Über den Umgang mit Kindern.'' Opladen 1995. [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783810013590 ISBN 978-3-8100-1359-0].</span></ref> In neuerer Zeit – kurz nach dem Zweiten Weltkrieg durch literarische Werke wie etwa Osbornes ''Look back in Anger'' („Blick zurück im Zorn“) oder Kingsley Amis’ ''Lucky Jim'' angebahnt – hat sich eine Bedeutungserweiterung vollzogen: Als „ehrlich“ werden mittlerweile auch jene Menschen bewertet, die zu sich selbst, ihren Macken, ihren Defiziten, ihren entwicklungsbedingten Störungen usw. (reflektiert) stehen und nichts beschönigen<ref><span class="reference-text">[http://www.zeno.org/Kulturgeschichte/M/Leisi,+Ilse+und+Ernst/Sprach-Knigge+oder+Wie+und+was+soll+ich+reden/9.+Wahrheit,+L%C3%BCge+und+die+Zwischenbereiche/Echte+und+falsche+Ehrlichkeit ''Echte und falsche Ehrlichkeit''.] In: Ilse und Ernst Leisi: ''Sprach-Knigge oder Wie und was soll ich reden?'' Tübingen 1993, S. 173–176. Abgerufen am 28. März 2010.</span></ref> oder dramatisieren. Unterschieden wird Ehrlichkeit im Reden, was bedeutet, die [https://de.wikipedia.org/wiki/Wahrheit Wahrheit] zu sagen, und die Ehrlichkeit im Verhalten, zum Beispiel um andere nicht zu manipulieren, nicht zu täuschen, um anderen nicht zu schaden oder einen Auftrag (ohne einen eigenen Vorteil wahrzunehmen und im Sinne eines fairen Auftraggebers) sachlich zu Ende bringen.<ref><span class="reference-text">(Bollnow, zitiert nach Wickert, ''Das Buch der Tugenden.'' S. 234 f.)</span></ref></p> | ||
Aktuelle Version vom 8. Juni 2025, 05:56 Uhr
Ehrlichkeit bezeichnet die sittliche Eigenschaft[1] des Ehrlichseins (von „ehrlich“, ahd. „êrlîh“, mhd. „êrlîch“)[2] und wird heute meist in der Bedeutung von Redlichkeit, Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit, Offenheit, Geradlinigkeit und Fairness verwendet.[3]
Die Ehre (Ehrenhaftigkeit) als persönliches Attribut kann als Ergebnis der Ehrlichkeit (ehrlichen Verhaltens) angesehen werden. Parallel dazu läuft die Entwicklung von „ehrlich“ und „Ehrlichkeit“. Bis vor einigen Jahrzehnten verstand man unter einem ehrlichen Menschen ausschließlich einen Menschen, der nicht lügt und nicht stiehlt: So lautete die Forderung seit der Pädagogik der Aufklärung. Die Erziehung zur Ehrlichkeit oder – negativ gewendet – die Verabscheuung der Lüge blieb ein zentrales Anliegen erzieherischer Praxis.[4] In neuerer Zeit – kurz nach dem Zweiten Weltkrieg durch literarische Werke wie etwa Osbornes Look back in Anger („Blick zurück im Zorn“) oder Kingsley Amis’ Lucky Jim angebahnt – hat sich eine Bedeutungserweiterung vollzogen: Als „ehrlich“ werden mittlerweile auch jene Menschen bewertet, die zu sich selbst, ihren Macken, ihren Defiziten, ihren entwicklungsbedingten Störungen usw. (reflektiert) stehen und nichts beschönigen[5] oder dramatisieren. Unterschieden wird Ehrlichkeit im Reden, was bedeutet, die Wahrheit zu sagen, und die Ehrlichkeit im Verhalten, zum Beispiel um andere nicht zu manipulieren, nicht zu täuschen, um anderen nicht zu schaden oder einen Auftrag (ohne einen eigenen Vorteil wahrzunehmen und im Sinne eines fairen Auftraggebers) sachlich zu Ende bringen.[6]
Wikiquote: Ehrlichkeit – Zitate
- ↑ Wilhelm Rein (Hrsg.): Encyklopädisches Handbuch der Pädagogik, Band 2, 1904 (books.google.com).
- ↑ ehrlich. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Hrsg.): Deutsches Wörterbuch. Band 3: E–Forsche – (III). S. Hirzel, Leipzig 1862, Sp. 69–71 (woerterbuchnetz.de).
- ↑ Ehrlichkeit. Duden, abgerufen am 18. November 2012.
- ↑ Friedrich Koch: Der Kaspar-Hauser-Effekt. Über den Umgang mit Kindern. Opladen 1995. ISBN 978-3-8100-1359-0.
- ↑ Echte und falsche Ehrlichkeit. In: Ilse und Ernst Leisi: Sprach-Knigge oder Wie und was soll ich reden? Tübingen 1993, S. 173–176. Abgerufen am 28. März 2010.
- ↑ (Bollnow, zitiert nach Wickert, Das Buch der Tugenden. S. 234 f.)