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„Wurzelwerk“ – Versionsunterschied

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*das gesamte Wurzelsystem einer Pflanze, siehe[https://de.wikipedia.org/wiki/Wurzel_(Pflanze) Wurzel (Pflanze)]
== <span id="Wurzelsysteme">Wurzelsysteme</span> ==
*Koch- oder Suppengemüse, siehe[https://de.wikipedia.org/wiki/Suppengr%C3%BCn Suppengrün]
[[Datei:220px-Brettwurzeln_eines_Urwaldriesen_in_Ecuador.jpg|verweis=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Brettwurzeln_eines_Urwaldriesen_in_Ecuador.jpg|mini|220x220px|Typisch für die [https://de.wikipedia.org/wiki/Tropischer_Regenwald tropischen Regenwälder] mit ihren flachgründigen Böden sind die breit stützenden Brettwurzeln der „[https://de.wikipedia.org/wiki/Urwaldriese Urwaldriesen]“]]
Als ''Wurzelsystem'' (''Wurzelwerk'' oder ''Wurzelgeflecht'') wird die Gesamtheit der Wurzeln einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Pflanze Pflanze] bezeichnet. Prinzipiell unterscheidet man:
*„heterogene Wurzelsysteme“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Allorhizie Allorhizie]) mit einer senkrecht nach unten wachsenden Hauptwurzel und seitlich von ihr abzweigenden Seitenwurzeln. Sie treten bei den [https://de.wikipedia.org/wiki/Dikotyle Dikotylen] auf.
*„homogene Wurzelsysteme“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Homorhizie Homorhizie]), die aus zahlreichen gleichrangigen, ähnlich gestalteten Wurzeln bestehen. Diese sind charakteristisch für die [https://de.wikipedia.org/wiki/Farne Farne] (primär homorrhiz) und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Monokotyle Monokotylen] (sekundär homorrhiz).
<p>Der Übergangsbereich zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Stamm_(Pflanze) Stamm] eines Baumes ist in der Forstsprache der ''[[Wurzelstock]]''; bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Krautige_Pflanze krautigen Pflanzen] hingegen meint der [https://de.wikipedia.org/wiki/Gartenbau Gärtner] damit das ''Wurzelgerüst'' oder den ''Wurzelballen'' (das ganze Wurzelsystem einer Topfpflanze). Das [https://de.wikipedia.org/wiki/Rhizom_(Botanik) Rhizom] (umgangssprachlich „Wurzelstock“) hingegen gehört nicht zum Wurzel-, sondern zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprossachse Sprossachsensystem].</p><p>Die Ausgestaltung eines Wurzelsystems, das sogenannte ''Wurzelbild'', hängt sehr stark von der [https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCndigkeit Gründigkeit] des Bodens ab. Bei Bäumen werden drei Grundtypen unterschieden:</p>
#''[https://de.wikipedia.org/wiki/Pfahlwurzel Pfahlwurzelsystem]'': eine senkrecht wachsende, verdickte Hauptwurzel dominiert ([https://de.wikipedia.org/wiki/Eichen Eichen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kiefern Kiefern], [https://de.wikipedia.org/wiki/Tannen Tannen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ulme Ulmen]).
#''Herzwurzelsystem'': Am Wurzelstock werden mehrere, unterschiedlich starke Wurzeln ausgebildet ([https://de.wikipedia.org/wiki/Buchen Buchen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Birken Birken], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hainbuche Hainbuchen], [https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A4rchen Lärchen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Linden_(Botanik) Linden]).
#''Horizontalwurzelsystem'': Die Hauptwurzel ist nur bei jungen Bäumen vorhanden. Es gibt mehrere waagrecht ([https://de.wikipedia.org/wiki/Geotropismus#Tropismen plagiotrop]) wachsende Seitenwurzeln ([https://de.wikipedia.org/wiki/Pappel Pappeln]).
#Eine Mischform ist das ''Senkerwurzelsystem'', bei dem aus starken Horizontalwurzeln ''Senkerwurzeln'' senkrecht in den Boden wachsen ([https://de.wikipedia.org/wiki/Eschen_(Pflanzengattung) Esche], [https://de.wikipedia.org/wiki/Fichten Fichte] in der Altersphase).
<p>Je nachdem, ob die Wurzeln tief in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Boden_(Bodenkunde) Erdboden] vorstoßen oder sich knapp unter der Erdoberfläche eher horizontal ausdehnen, unterscheidet man:</p>
*''Tiefwurzler'', die ihre [https://de.wikipedia.org/wiki/Pfahlwurzel Pfahlwurzel] in Richtung [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundwasser Grundwasser] treiben (neben den obengenannten heimischen Bäumen vor allem Wüstengewächse wie die [https://de.wikipedia.org/wiki/Dattelpalme Dattelpalme] sowie beispielsweise [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigskerze Königskerze] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Rettich Rettich]);
*''[https://de.wikipedia.org/wiki/Flachwurzler Flachwurzler]'', die mehr an die Aufnahme des im Boden versickernden [https://de.wikipedia.org/wiki/Oberfl%C3%A4chenwasser Oberflächenwassers] angepasst sind (wie hierzulande viele [https://de.wikipedia.org/wiki/Fichten Fichtenarten]);
*''Herzwurzler'', deren Wurzeln in alle Richtungen vordringen, weder ausgeprägt tief noch flach, so dass der Querschnitt der Pflanzenwurzeln bei diesen ebenfalls eine Herzform besitzt.
<p>Das Wurzelsystem kann bei den einzelnen Pflanzen – je nach den Standortbedingungen – ganz unterschiedlich ausgeprägt sein und richtet sich häufig nach Nährstoffangebot, Eigenschaften des Substrats usw., d.&nbsp;h. die Wurzel der gleichen Pflanze kann sich an zwei verschiedenen Standorten sehr unterschiedlich entwickeln.</p><p>Eine weitere Unterscheidung ist die zwischen – oft verholzter – ''Grobwurzel'' und der ''Feinwurzel'':</p>
*Die Grobwurzeln bilden das ''Wurzelgerüst'', geben der Pflanze Halt und definieren den durchwurzelten Bodenbereich.
*Die dünnen Feinwurzeln besitzen oft nur eine kurze Lebensdauer und sind für die Wasser- und Nährstoffaufnahme zuständig. Die Obergrenze für Feinwurzeln liegt je nach Definition und Pflanze zwischen 0,8 Millimetern Durchmesser für Ackerpflanzen<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wurzel_(Pflanze)#cite_note-2 [2]]</sup> und zwei Millimetern für Bäume.<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wurzel_(Pflanze)#cite_note-3 [3]]</sup> Die Feinwurzeln sind auch die physiologisch aktivsten Wurzeln.

Aktuelle Version vom 8. Juni 2025, 05:57 Uhr

Wurzel–Werk deu. Wurzelsystem oder Wurzelgeflecht

Wurzelsysteme

Typisch für die tropischen Regenwälder mit ihren flachgründigen Böden sind die breit stützenden Brettwurzeln der „Urwaldriesen“

Als Wurzelsystem (Wurzelwerk oder Wurzelgeflecht) wird die Gesamtheit der Wurzeln einer Pflanze bezeichnet. Prinzipiell unterscheidet man:

  • „heterogene Wurzelsysteme“ (Allorhizie) mit einer senkrecht nach unten wachsenden Hauptwurzel und seitlich von ihr abzweigenden Seitenwurzeln. Sie treten bei den Dikotylen auf.
  • „homogene Wurzelsysteme“ (Homorhizie), die aus zahlreichen gleichrangigen, ähnlich gestalteten Wurzeln bestehen. Diese sind charakteristisch für die Farne (primär homorrhiz) und die Monokotylen (sekundär homorrhiz).

Der Übergangsbereich zum Stamm eines Baumes ist in der Forstsprache der Wurzelstock; bei krautigen Pflanzen hingegen meint der Gärtner damit das Wurzelgerüst oder den Wurzelballen (das ganze Wurzelsystem einer Topfpflanze). Das Rhizom (umgangssprachlich „Wurzelstock“) hingegen gehört nicht zum Wurzel-, sondern zum Sprossachsensystem.

Die Ausgestaltung eines Wurzelsystems, das sogenannte Wurzelbild, hängt sehr stark von der Gründigkeit des Bodens ab. Bei Bäumen werden drei Grundtypen unterschieden:

  1. Pfahlwurzelsystem: eine senkrecht wachsende, verdickte Hauptwurzel dominiert (Eichen, Kiefern, Tannen, Ulmen).
  2. Herzwurzelsystem: Am Wurzelstock werden mehrere, unterschiedlich starke Wurzeln ausgebildet (Buchen, Birken, Hainbuchen, Lärchen, Linden).
  3. Horizontalwurzelsystem: Die Hauptwurzel ist nur bei jungen Bäumen vorhanden. Es gibt mehrere waagrecht (plagiotrop) wachsende Seitenwurzeln (Pappeln).
  4. Eine Mischform ist das Senkerwurzelsystem, bei dem aus starken Horizontalwurzeln Senkerwurzeln senkrecht in den Boden wachsen (Esche, Fichte in der Altersphase).

Je nachdem, ob die Wurzeln tief in den Erdboden vorstoßen oder sich knapp unter der Erdoberfläche eher horizontal ausdehnen, unterscheidet man:

  • Tiefwurzler, die ihre Pfahlwurzel in Richtung Grundwasser treiben (neben den obengenannten heimischen Bäumen vor allem Wüstengewächse wie die Dattelpalme sowie beispielsweise Königskerze und Rettich);
  • Flachwurzler, die mehr an die Aufnahme des im Boden versickernden Oberflächenwassers angepasst sind (wie hierzulande viele Fichtenarten);
  • Herzwurzler, deren Wurzeln in alle Richtungen vordringen, weder ausgeprägt tief noch flach, so dass der Querschnitt der Pflanzenwurzeln bei diesen ebenfalls eine Herzform besitzt.

Das Wurzelsystem kann bei den einzelnen Pflanzen – je nach den Standortbedingungen – ganz unterschiedlich ausgeprägt sein und richtet sich häufig nach Nährstoffangebot, Eigenschaften des Substrats usw., d. h. die Wurzel der gleichen Pflanze kann sich an zwei verschiedenen Standorten sehr unterschiedlich entwickeln.

Eine weitere Unterscheidung ist die zwischen – oft verholzter – Grobwurzel und der Feinwurzel:

  • Die Grobwurzeln bilden das Wurzelgerüst, geben der Pflanze Halt und definieren den durchwurzelten Bodenbereich.
  • Die dünnen Feinwurzeln besitzen oft nur eine kurze Lebensdauer und sind für die Wasser- und Nährstoffaufnahme zuständig. Die Obergrenze für Feinwurzeln liegt je nach Definition und Pflanze zwischen 0,8 Millimetern Durchmesser für Ackerpflanzen[2] und zwei Millimetern für Bäume.[3] Die Feinwurzeln sind auch die physiologisch aktivsten Wurzeln.