Zum Inhalt springen

„Stelligkeit“ – Versionsunterschied

aus AufEinWort, der freien Forschung
[ungesichtete Version][ungesichtete Version]
Die Seite wurde neu angelegt: „Der Begriff '''Stelligkeit''' ([https://de.wikipedia.org/wiki/Englische_Sprache englisch] ''arity'') steht in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Mathematik Mathematik] für die Anzahl der Argumente einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Funktion_(Mathematik) Abbildung], einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Verkn%C3%BCpfung_(Mathematik) Verknüpfung], bzw. eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Operator_(Mathematik) Operators] oder in der [https://de.wikipedia…“
 
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
 
(4 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
Der Begriff '''Stelligkeit''' ([https://de.wikipedia.org/wiki/Englische_Sprache englisch] ''arity'') steht in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Mathematik Mathematik] für die Anzahl der Argumente einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Funktion_(Mathematik) Abbildung], einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Verkn%C3%BCpfung_(Mathematik) Verknüpfung], bzw. eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Operator_(Mathematik) Operators] oder in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Informatik Informatik] für die [https://de.wikipedia.org/wiki/Parameter_(Informatik) Parameteranzahl] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Funktion_(Programmierung) Funktionen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Prozedur_(Programmierung) Prozeduren] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Methode_(Programmierung) Methoden]. Allgemeiner kann dieser Begriff auch auf Relationen angewendet werden.<sup id="cite_ref-EFT_1-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Stelligkeit#cite_note-EFT-1 [1]]</sup><div class="toctitle" dir="ltr" lang="de">
[[stellig]][[-keit]] [[Sprachstufe::deu.]]
== Inhaltsverzeichnis ==
 
<label class="toctogglelabel" for="toctogglecheckbox"></label></div>
Der Begriff '''Stelligkeit''' steht in der [[Mathematik]] für die Anzahl der Argumente einer [[Funktion (Mathematik)|Abbildung]], einer [[Verknüpfung (Mathematik)|Verknüpfung]], bzw. eines [[Operator (Mathematik)|Operators]] oder in der [[Informatik]] für die [[Parameter (Informatik)|Parameteranzahl]] von [[Funktion (Programmierung)|Funktionen]], [[Prozedur (Programmierung)|Prozeduren]] oder [[Methode (Programmierung)|Methoden]]. Allgemeiner kann dieser Begriff auch auf Relationen angewendet werden.<ref name="EFT" />
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Stelligkeit#Stelligkeit_f%C3%BCr_Abbildungen <span class="tocnumber">1</span><span class="toctext">Stelligkeit für Abbildungen</span>]
== Stelligkeit für Abbildungen ==
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Stelligkeit#Beispiele_und_Anmerkungen <span class="tocnumber">2</span><span class="toctext">Beispiele und Anmerkungen</span>]
'''Einstellige Funktionen''' sind nichts anderes als Abbildungen, in die man ein Argument einsetzen kann. Ein typisches Beispiel ist etwa die [[Betragsfunktion]] (absoluter Wert) einer Zahl.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Stelligkeit#Stelligkeit_von_Relationen <span class="tocnumber">3</span><span class="toctext">Stelligkeit von Relationen</span>]
 
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Stelligkeit#Zusammenhang_zwischen_Funktionen_und_Relationen <span class="tocnumber">4</span><span class="toctext">Zusammenhang zwischen Funktionen und Relationen</span>]
'''Zweistellige Funktionen''' benötigen zwei Argumente. Diese nennt man je nach Kontext auch [[zweistellige Verknüpfung]], wobei man sich vorstellt, dass die beiden Argumente durch die Funktion zu einem dritten verknüpft werden.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Stelligkeit#Anmerkungen <span class="tocnumber">5</span><span class="toctext">Anmerkungen</span>]
 
Beispiele für zweistellige Verknüpfungen sind etwa die arithmetischen Operationen [[Addition]], [[Subtraktion]], [[Multiplikation]], oder [[Division (Mathematik)|Division]], oder die logischen Operationen ''[[Konjunktion (Logik)|und]]'' und ''[[Disjunktion|oder]]''.
 
Die Funktion <math>f\colon\, \R \times \N \to \R,\, (x, n) \mapsto f(x, n) := x^n</math> ist ein Beispiel für eine zweistellige Funktion, die man eher nicht als Verknüpfung ansieht.
 
'''Mehrstellige Funktionen'''. Eine <math>k</math>-stellige Funktion, <math>k > 0</math>, ist eine Abbildung mit <math>k</math> Argumenten:
: <math>f\colon\, A_1 \times A_2 \times \dotsb \times A_k \to B,\, (a_1, \dotsc, a_k) \mapsto f(a_1, \dotsc, a_k).</math>
 
Für <math>A_1 = A_2 = \dotsb = A_k = A</math> gilt <math>A_1 \times A_2 \times \dotsb \times A_k = A^k = \{g \mid g\colon\, \{0, \dotsc, k-1\} \to A\}</math>,
so dass man dann eine Funktion <math>f\colon\, A^k \to B</math> hat.
 
Ein Beispiel ist die Norm eines Vektors aus dem Vektorraum <math>\R^k</math>, die aus den <math>k</math> Komponenten des Vektors gebildet wird. Man hat dann die <math>k</math>-stellige Funktion <math>\textstyle f\colon \R^k \rightarrow \R, \, (a_1, \ldots, a_k) \mapsto \sqrt(a_1^2+\ldots a_k^2)</math>.
 
'''Nullstellige Funktionen'''. Schließlich kann man die Auswahl eines festen Elements als '''nullstellige Funktion''' auffassen, etwa die Auswahl der Konstanten 0 oder 1. Das wird dadurch gerechtfertigt, dass das [[Kartesisches Produkt#Leeres Produkt|leere kartesische Produkt]] <math>A^0</math> gleich <math>\{\emptyset\}</math> ist und daher eine Abbildung <math>f\colon A^0\rightarrow B</math> durch die Wahl des Bildes <math>f(\emptyset)</math> festgelegt ist. Dem liegt die Vorstellung zu Grunde, dass man hier eine „Funktion“ hat, in die man nichts Variables einsetzen kann. Viele Autoren sprechen dann aber lieber von [[Konstante (Logik)|Konstanten]].
 
== Beispiele und Anmerkungen ==
* Die üblichen aus der Schule bekannten Funktionen wie die [[Quadratfunktion]] <math>x\mapsto x^2</math> oder die [[Exponentialfunktion]] <math>x\mapsto e^x</math> sind einstellig.
* Die Addition auf den reellen Zahlen ist eine zweistellige Abbildung <math>+:\R^2\rightarrow \R</math>. Statt <math>+(x,y)</math> für das Ergebnis einer solchen Addition verwendet man die geläufigere Schreibweise <math>x+y</math>.
* Mehrstellige Funktionen sind prinzipiell vermeidbar, denn man kann statt <math>k</math> Argumenten <math>a_1,\ldots a_k</math> genauso gut nur ein Argument verwenden, das dann das [[Tupel]] <math>(a_1,\ldots, a_k)</math> ist. In der Informatik entspricht das dem Übergang von einer [[Methode (Programmierung)|Methode]] mit <math>k</math> Variablen zu einer Methode, der ein [[Array (Datentyp)|Array]], bestehend aus <math>k</math> Einträgen, zu übergeben ist. Letztlich ist das eine Frage der Zweckmäßigkeit.
* In der [[Physik]] hat man es häufig mit Größen zu tun, die von mehreren Parameters abhängen. So hängt der [[Druck (Physik)|Druck]] <math>P</math> eines eingeschlossenen Gases von dessen Volumen <math>V</math> und dessen [[Temperatur]] <math>T</math> ab. In der Physik sagt man, <math>P</math> sei eine Funktion von <math>V</math> und <math>T</math> und schreibt das als zweistellige Funktion <math>P(V,T)</math>. Hier wäre eine Zusammenfassung der Argumente zu einem Tupel <math>(V,T)</math> unzweckmäßig, da man oft das Verhalten bei Änderung nur einer der Größen untersucht.  
 
== Stelligkeit von Relationen ==
Man nennt eine Teilmenge <math>R\subset A_1 \times A_2 \times \dotsb \times A_k</math> eine ''<math>k</math>-stellige Relation''. Ist <math>A_1=\dotsb =A_k = A</math>, so spricht man von einer ''<math>k</math>-stelligen Relation auf <math>A</math>.''
 
Eine einstellige Relation ist demnach nichts anderes als eine [[Teilmenge]].
 
Eine nullstellige Relation ist wegen <math>\textstyle \prod_{i=1}^0 A_i = \{\emptyset\}</math> bzw. <math>A^0 = \{\emptyset\}</math> (leeres kartesisches Produkt) stets eine Teilmenge von <math>\{\emptyset\}</math>, also gleich <math>\emptyset</math> oder <math>\{\emptyset\}</math>. Ordnet man dies den logischen (booleschen) Konstanten ''falsch'' (für <math>\emptyset</math>) und ''wahr'' (für <math>\{\emptyset\}</math>) zu, so erhält man die nullstelligen Relationen als Wahrheitswerte.
 
Ein typisches Beispiel für eine zweistellige Relation ist
:<math>\{(m,m+k)\mid m,k\in \N_0\} \subset \N_0 \times \N_0</math>,
Dies ist eine zweistellige Relation auf den natürlichen Zahlen <math>\N_0</math>, die man üblicherweise mit <math>\le</math> bezeichnet. Statt <math>(m,n)\in{\le}</math>
schreibt man <math>m\le n</math>.
Auch für beliebige zweistellige Relationen <math>R</math> wird <math>(x,y)\in R</math> der besseren Lesbarkeit wegen gern als <math>xRy</math> wiedergegeben.
 
== Zusammenhang zwischen Funktionen und Relationen ==
Beachtet man, dass Funktionen spezielle Relationen sind, so decken sich die hier für Abbildungen und Relationen gegebenen Definitionen der Stelligkeit nicht. Behandelt man eine <math>k</math>-stellige Funktion als Relation, so bedeutet das, dass man von der Funktion
:<math>f\colon\, A_1 \times \dotsb \times A_k \to B</math>
zu ihrem [[Funktionsgraph]]en
:<math>\{(a_1,\dotsc,a_k,b) \in A_1 \times \dotsb \times A_k \times B|\, f(a_1,\dotsc,a_k)=b\} \, \subset \, A_1 \times \dotsb \times A_k \times B</math>
übergeht, und das ist eine <math>(k+1)</math>-stellige Relation.<ref name="EFT127" />
 
== Anmerkungen ==
<references>
<ref name="EFT">
{{Literatur
|Autor=H.-D. Ebbinghaus, J. Flum, W. Thomas
|Titel=Einführung in die mathematische Logik
|Verlag=Spektrum Verlag
|Datum=1996
|ISBN=3-8274-0130-5
|Fundstelle=Kapitel II ''Syntax der Sprachen erster Stufe''}}
</ref>
<ref name="EFT127">
{{Literatur
|Autor=H.-D. Ebbinghaus, J. Flum, W. Thomas
|Titel=Einführung in die mathematische Logik
|Verlag=Spektrum Verlag
|Datum=1996
|ISBN=3-8274-0130-5
|Seiten=127}}
</ref>
</references>
 
[[Kategorie:Algebra]]
[[Kategorie:Logik]]
[[Kategorie:Stelligkeit]]
 
[[Kategorie:Wikipedia.de Artikel]]

Aktuelle Version vom 1. August 2026, 20:11 Uhr

stellig-keit deu.

Der Begriff Stelligkeit steht in der Mathematik für die Anzahl der Argumente einer Abbildung, einer Verknüpfung, bzw. eines Operators oder in der Informatik für die Parameteranzahl von Funktionen, Prozeduren oder Methoden. Allgemeiner kann dieser Begriff auch auf Relationen angewendet werden.[1]

Stelligkeit für Abbildungen

Einstellige Funktionen sind nichts anderes als Abbildungen, in die man ein Argument einsetzen kann. Ein typisches Beispiel ist etwa die Betragsfunktion (absoluter Wert) einer Zahl.

Zweistellige Funktionen benötigen zwei Argumente. Diese nennt man je nach Kontext auch zweistellige Verknüpfung, wobei man sich vorstellt, dass die beiden Argumente durch die Funktion zu einem dritten verknüpft werden.

Beispiele für zweistellige Verknüpfungen sind etwa die arithmetischen Operationen Addition, Subtraktion, Multiplikation, oder Division, oder die logischen Operationen und und oder.

Die Funktion f:ℝ×ℕ→ℝ,(x,n)↦f(x,n):=xn ist ein Beispiel für eine zweistellige Funktion, die man eher nicht als Verknüpfung ansieht.

Mehrstellige Funktionen. Eine k-stellige Funktion, k>0, ist eine Abbildung mit k Argumenten:

f:A1×A2×⋯×Ak→B,(a1,…,ak)↦f(a1,…,ak).

Für A1=A2=⋯=Ak=A gilt A1×A2×⋯×Ak=Ak={g∣g:{0,…,k−1}→A}, so dass man dann eine Funktion f:Ak→B hat.

Ein Beispiel ist die Norm eines Vektors aus dem Vektorraum ℝk, die aus den k Komponenten des Vektors gebildet wird. Man hat dann die k-stellige Funktion f:ℝk→ℝ,(a1,…,ak)↦(a12+…ak2).

Nullstellige Funktionen. Schließlich kann man die Auswahl eines festen Elements als nullstellige Funktion auffassen, etwa die Auswahl der Konstanten 0 oder 1. Das wird dadurch gerechtfertigt, dass das leere kartesische Produkt A0 gleich {∅︀} ist und daher eine Abbildung f:A0→B durch die Wahl des Bildes f(∅︀) festgelegt ist. Dem liegt die Vorstellung zu Grunde, dass man hier eine „Funktion“ hat, in die man nichts Variables einsetzen kann. Viele Autoren sprechen dann aber lieber von Konstanten.

Beispiele und Anmerkungen

  • Die üblichen aus der Schule bekannten Funktionen wie die Quadratfunktion x↦x2 oder die Exponentialfunktion x↦ex sind einstellig.
  • Die Addition auf den reellen Zahlen ist eine zweistellige Abbildung +:ℝ2→ℝ. Statt +(x,y) für das Ergebnis einer solchen Addition verwendet man die geläufigere Schreibweise x+y.
  • Mehrstellige Funktionen sind prinzipiell vermeidbar, denn man kann statt k Argumenten a1,…ak genauso gut nur ein Argument verwenden, das dann das Tupel (a1,…,ak) ist. In der Informatik entspricht das dem Übergang von einer Methode mit k Variablen zu einer Methode, der ein Array, bestehend aus k Einträgen, zu übergeben ist. Letztlich ist das eine Frage der Zweckmäßigkeit.
  • In der Physik hat man es häufig mit Größen zu tun, die von mehreren Parameters abhängen. So hängt der Druck P eines eingeschlossenen Gases von dessen Volumen V und dessen Temperatur T ab. In der Physik sagt man, P sei eine Funktion von V und T und schreibt das als zweistellige Funktion P(V,T). Hier wäre eine Zusammenfassung der Argumente zu einem Tupel (V,T) unzweckmäßig, da man oft das Verhalten bei Änderung nur einer der Größen untersucht.

Stelligkeit von Relationen

Man nennt eine Teilmenge R⊂A1×A2×⋯×Ak eine k-stellige Relation. Ist A1=⋯=Ak=A, so spricht man von einer k-stelligen Relation auf A.

Eine einstellige Relation ist demnach nichts anderes als eine Teilmenge.

Eine nullstellige Relation ist wegen ∏i=10Ai={∅︀} bzw. A0={∅︀} (leeres kartesisches Produkt) stets eine Teilmenge von {∅︀}, also gleich ∅︀ oder {∅︀}. Ordnet man dies den logischen (booleschen) Konstanten falsch (für ∅︀) und wahr (für {∅︀}) zu, so erhält man die nullstelligen Relationen als Wahrheitswerte.

Ein typisches Beispiel für eine zweistellige Relation ist

{(m,m+k)∣m,k∈ℕ0}⊂ℕ0×ℕ0,

Dies ist eine zweistellige Relation auf den natürlichen Zahlen ℕ0, die man üblicherweise mit ≤ bezeichnet. Statt (m,n)∈≤ schreibt man m≤n. Auch für beliebige zweistellige Relationen R wird (x,y)∈R der besseren Lesbarkeit wegen gern als xRy wiedergegeben.

Zusammenhang zwischen Funktionen und Relationen

Beachtet man, dass Funktionen spezielle Relationen sind, so decken sich die hier für Abbildungen und Relationen gegebenen Definitionen der Stelligkeit nicht. Behandelt man eine k-stellige Funktion als Relation, so bedeutet das, dass man von der Funktion

f:A1×⋯×Ak→B

zu ihrem Funktionsgraphen

{(a1,…,ak,b)∈A1×⋯×Ak×B|f(a1,…,ak)=b}⊂A1×⋯×Ak×B

übergeht, und das ist eine (k+1)-stellige Relation.[2]

Anmerkungen

  1. ↑ H.-D. Ebbinghaus, J. Flum, W. Thomas: Einführung in die mathematische Logik. Spektrum Verlag, 1996, ISBN 3-8274-0130-5, Kapitel II Syntax der Sprachen erster Stufe.
  2. ↑ H.-D. Ebbinghaus, J. Flum, W. Thomas: Einführung in die mathematische Logik. Spektrum Verlag, 1996, ISBN 3-8274-0130-5, S. 127.