„Akteur“ – Versionsunterschied
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Ein '''Akteur''' ([https://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sische_Sprache französisch] acteur ‚[[Handelnder]]‘) ist der Urheber einer [[Handeln|Handlung]]. | |||
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<p>Im Alltagsgebrauch wird meist ein [ | <p>Im Alltagsgebrauch wird meist ein [[Schauspieler]] (auf der [[Bühne]]) als „Akteur“ bezeichnet. Die veraltete weibliche Form '''Aktrice''' wird manchmal auch zur Bezeichnung einer Darstellerin benutzt, deren Können in Frage gestellt wird. Im [[Sportjargon]] wird Akteur für einen [[Spieler]] oder [[Wettkämpfer]] verwendet.<ref><span class="reference-text">[https://www.duden.de/rechtschreibung/Akteur#Bedeutung2b Akteur] im Duden.</span></ref></p> | ||
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<p>In der [ | <p>In der [[Soziologie]] (und [[Politikwissenschaft]]) wird der Begriff „Akteur“ (anglisierend auch ''Aktor'') vornehmlich für [[Sozialhandlung|sozial Handelnde]] verwendet. Dabei kann zwischen ''[[individueller Akteur|individuellen Akteuren]]'' und so genannten ''[[überindividueller Akteur|überindividuellen Akteuren]]'' unterschieden werden.</p><div class="sieheauch" role="navigation"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Methodologischer_Individualismus Methodologischer Individualismus]</div> | ||
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Aktuelle Version vom 8. Dezember 2025, 17:04 Uhr
Akteur lat.-frz.-deu.
- Akteur m.
- ‘Handelnder, Schauspieler’,
- Übernahme (Mitte 18. Jh.) von gleichbed. frz. acteur,
- Akteur wird lange Zeit als fremdsprachlicher Ausdruck empfunden (die Pluralform Acteurs, Akteurs findet sich vereinzelt noch bis zum Anfang des 20. Jhs.).
- Akteur
- (sowie Aktrice f. ‘Schauspielerin’, 1. Hälfte 18. Jh., nach gleichbed. frz. actrice, spätlat. āctrīx, Genitiv āctrīcis)
- ersetzt weithin das pejorativ empfundene Komödiant (s. d.),
- wird jedoch zu Beginn des 19. Jhs. von Schauspieler (s. d.) zurückgedrängt.
Akteur
Ein Akteur (französisch acteur ‚Handelnder‘) ist der Urheber einer Handlung.
Umgangssprache
Im Alltagsgebrauch wird meist ein Schauspieler (auf der Bühne) als „Akteur“ bezeichnet. Die veraltete weibliche Form Aktrice wird manchmal auch zur Bezeichnung einer Darstellerin benutzt, deren Können in Frage gestellt wird. Im Sportjargon wird Akteur für einen Spieler oder Wettkämpfer verwendet.[1]
Sozial- und Wirtschaftswissenschaften
Soziologie
In der Soziologie (und Politikwissenschaft) wird der Begriff „Akteur“ (anglisierend auch Aktor) vornehmlich für sozial Handelnde verwendet. Dabei kann zwischen individuellen Akteuren und so genannten überindividuellen Akteuren unterschieden werden.
Ausweitung auf Dinge
Der Techniksoziologe Bruno Latour versteht im Kontext einer Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) auch Dinge als handelnde Akteure, die zusammen mit menschlichen Akteuren in netzwerkartigen Handlungszusammenhängen agieren und so mit diesen zu Aktanten verschmelzen. Ein einfaches Beispiel dafür ist der Aktant „Mensch-Pistole“, der aus dem Zusammenwirken der beiden Einzelakteure Pistole und Mensch entsteht und nicht auf einen dieser beiden Akteure reduziert werden kann.
Betriebswirtschaftslehre
Auch eine engere betriebswirtschaftliche Bedeutung von „Akteur“ existiert: Bei der Modellierung von Geschäftsprozessen verwendet man das Konzept eines Akteurs als Modellierungselement. Ein Akteur abstrahiert dabei von realen Benutzern eines Systems der Informationstechnik, indem er für eine Rolle steht, die von verschiedenen Benutzern im Rahmen eines Geschäftsprozesses eingenommen werden kann.
Informationstechnik
Der Begriff des Akteur (englisch Actor) wird auch im Anforderungsmanagement bei der Modellierung von Anwendungsfällen verwendet (Unified Modeling Language).
Entwicklungspolitik
In der Entwicklungszusammenarbeit werden Individuen oder Gruppen, die an der Konzeption und Durchführung von Entwicklungsprojekten beteiligt sind, „Akteure“ genannt. Eine Möglichkeit der Betrachtung dieser Zusammenhänge bietet die sogenannte Akteuranalyse.
Literatur
- Manfred Gabriel (Hrsg.): Paradigmen der akteurszentrierten Soziologie. VS, Wiesbaden 2004, ISBN 3-531-13895-2.
- Nico Lüdtke, Hironori Matsuzaki (Hrsg.): Akteur – Individuum – Subjekt: Fragen zu ‚Personalität‘ und ‚Sozialität‘. VS, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-17854-7.