„anwandeln“ – Versionsunterschied
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== <span class="dwb-form">ANWANDELN</span> <ref>''„wenden“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <<nowiki>https://www.dwds.de/wb/etymwb/wenden</nowiki>>, abgerufen am 26.04.2024.''</ref> <span class="dwb-form">,</span> == | |||
<span class="dwb-italics dwb-hi">accedere, incedere, irrumpere, angehen, anfallen, anstoszen, doch leichter als diese, oft nur vorübergehend, launenhaft, richtiger mit dem acc., häufig aber auch mit dem dat. der person:</span> ''es wandelt mich schlaf an'' (<span class="dwb-italics dwb-hi">opprimor somno</span>); ''ihn wandelte die lust an den apfel zu brechen''; ''es wandelte ihr gähling eine kleine schwachheit an''. <span class="dwb-author">[https://www.dwds.de/wb/dwb/bibl/l#lessing Lessing]</span> 2, 49; ''dasz mir ganz gewis eine ohnmacht anwandeln würde''. <span class="dwb-author">[https://www.dwds.de/wb/dwb/bibl/l#liscov Liscov]</span> 171; ''er hatte zu viel lebensart, um dem trieb zum lachen, der ihn anwandelte, freien lauf zu lassen''. <span class="dwb-author">[https://www.dwds.de/wb/dwb/bibl/w#wieland Wieland]</span> 6, 215; ''eine kleine ungeduld wandelte den sohn der Venus an''. 10, 64; ''ihr bisweilen anwandelt''. <span class="dwb-author">[https://www.dwds.de/wb/dwb/bibl/k#klopst Klopst.]</span> 12, 110;<blockquote>wie anwandelnder sturm hinter dem herbstgewölk. | |||
<span class="dwb-author">[https://www.dwds.de/wb/dwb/bibl/v#voss Voss]</span> 3, 16;</blockquote> | |||
<blockquote>wer jung freit, den wandeltdie reue nicht an.<span class="dwb-author">[https://www.dwds.de/wb/dwb/bibl/g#gotter Gotter]</span> 3, ⅬⅩⅩⅤⅠⅠⅠ;</blockquote> | |||
<blockquote>ich habe einen gekannt, den dergleichen abwesenheit der gedanken zuweilen anwandelte.3, 385; | |||
es wandelt mir zuweilen an. | |||
<span class="dwb-author">[https://www.dwds.de/wb/dwb/bibl/h#hippel Hippel]</span> 14, 159;</blockquote> | |||
<blockquote>mir wandelte ein groszer widerwillen an.12, 42; | |||
so wandelt auch jeden der pfaffengeist an. | |||
<span class="dwb-author">[https://www.dwds.de/wb/dwb/bibl/k#klinger Klinger]</span> 11, 35;</blockquote> | |||
<blockquote>und färbet gleich auch unser blutdas feld des krieges roth, | |||
so wandelt furcht uns doch nicht an. | |||
<span class="dwb-author">[https://www.dwds.de/wb/dwb/bibl/b#buerger Bürger]</span> 112ᵇ;</blockquote> | |||
<blockquote>was wandelte den ritter an? | |||
<span class="dwb-author">[https://www.dwds.de/wb/dwb/bibl/s#schiller Schiller;]</span></blockquote> | |||
<blockquote>es schien ihn gleich nur anzuwandeln,mit dieser dirne grade hin zu handeln.<span class="dwb-author">[https://www.dwds.de/wb/dwb/bibl/g#goethe Göthe]</span> 12, 165;</blockquote>du bist mir heute ganz fremd, was ist dir angewandelt? <span class="dwb-author">[https://www.dwds.de/wb/dwb/bibl/t#tieck Tieck]</span> <span class="dwb-title">nov. kr.</span> 3, 112; ein bedürfnis der speculation, welches ihr (<span class="dwb-italics dwb-hi">der gemeinen vernunft</span>) niemals anwandelt. <span class="dwb-author">[https://www.dwds.de/wb/dwb/bibl/k#kant Kant]</span> 4, 24.</div> | |||
<div class="dwb-head"><div class="zenoCOMain"><p>'''<span class="zenoTXHighlight0">Anwandeln</span>'''<ref>Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 400-401. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000027847; Lizenz: [http://www.zeno.org/Zeno/-/Lizenz%3A+Gemeinfrei Gemeinfrei]; Faksimiles: [http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-01-0400 400] | [http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-01-0401 401]</ref>, ''verb. reg. neutr.'' welches das Hülfswort seyn erfordert, unvermuthet von etwas befallen werden; am häufigsten und sichersten im gemeinen Leben und der komischen Schreibart, ob es gleich auch oft genug in der edlern und ernsthaften vorkommt. Es wandelt ihm eine seltsame Andacht an. Ich weiß nicht, was ihm angewandelt ist, was ihm einfällt. Es wandelte ihr plötzlich eine kleine Schwachheit an, Less. Wenn ihr nur nicht ein unzeitiger Appetit anwandelt, Weiße. So auch die Anwandelung, so wohl für den Zustand des Anwandelns,[http://www.zeno.org/Adelung-1793/K/adelung-1793-01-0400 [400]] als auch für unerwartete Gemüthsveränderungen und Schwachheiten selbst. Er bekommt öfters dergleichen Anwandelungen. Meine erste Anwandelung war Furcht, Abt.</p></div></div> | |||
Aktuelle Version vom 8. Juni 2025, 06:05 Uhr
an-wandeln, deu. 'angehen, anfallen, anstoßen'; 'unvermutet von etwas befallen werden'
ANWANDELN [1] ,
wie anwandelnder sturm hinter dem herbstgewölk. 3, 16;
wer jung freit, den wandeltdie reue nicht an. 3, ⅬⅩⅩⅤⅠⅠⅠ;
ich habe einen gekannt, den dergleichen abwesenheit der gedanken zuweilen anwandelte.3, 385;
es wandelt mir zuweilen an.
14, 159;
mir wandelte ein groszer widerwillen an.12, 42;
so wandelt auch jeden der pfaffengeist an.
11, 35;
und färbet gleich auch unser blutdas feld des krieges roth,
so wandelt furcht uns doch nicht an.
112ᵇ;
was wandelte den ritter an?
du bist mir heute ganz fremd, was ist dir angewandelt? nov. kr. 3, 112; ein bedürfnis der speculation, welches ihr (der gemeinen vernunft) niemals anwandelt. 4, 24.es schien ihn gleich nur anzuwandeln,mit dieser dirne grade hin zu handeln. 12, 165;
Anwandeln[2], verb. reg. neutr. welches das Hülfswort seyn erfordert, unvermuthet von etwas befallen werden; am häufigsten und sichersten im gemeinen Leben und der komischen Schreibart, ob es gleich auch oft genug in der edlern und ernsthaften vorkommt. Es wandelt ihm eine seltsame Andacht an. Ich weiß nicht, was ihm angewandelt ist, was ihm einfällt. Es wandelte ihr plötzlich eine kleine Schwachheit an, Less. Wenn ihr nur nicht ein unzeitiger Appetit anwandelt, Weiße. So auch die Anwandelung, so wohl für den Zustand des Anwandelns,[400] als auch für unerwartete Gemüthsveränderungen und Schwachheiten selbst. Er bekommt öfters dergleichen Anwandelungen. Meine erste Anwandelung war Furcht, Abt.
- ↑ „wenden“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/wenden>, abgerufen am 26.04.2024.
- ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 400-401. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000027847; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 400 | 401