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„Metaphysikkritik“ – Versionsunterschied

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[[Metaphysik]] + [[Kritik]]
[[Metaphysik]] + [[Kritik]]


Mit dem Ausdruck '''[https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysikkritik Metaphysikkritik]''' bezeichnet man zusammenfassend [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie philosophische] Auffassungen, die [https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysik metaphysische] Erklärungen oder Erklärungssysteme [https://de.wikipedia.org/wiki/Kritik kritisieren] oder in Frage stellen – ob und wie diese möglich sind. Dabei werden die Thesen und Begriffe, aber auch die Methoden klassischer Ansätze der philosophischen Disziplin der Metaphysik einer Überprüfung unterzogen.
Mit dem Ausdruck '''Metaphysikkritik''' bezeichnet man zusammenfassend [[Philosophie|philosophische]] Auffassungen, die [[Metaphysik|metaphysische]] Erklärungen oder Erklärungssysteme [[Kritik|kritisieren]] oder in Frage stellen – ob und wie diese möglich sind. Dabei werden die Thesen und Begriffe, aber auch die Methoden klassischer Ansätze der philosophischen Disziplin der Metaphysik einer Überprüfung unterzogen.
== <span id="Gegenstand_der_Metaphysik">Gegenstand der Metaphysik</span> ==
 
<p>Die philosophische Disziplin der Metaphysik beschreibt zum einen Grundstrukturen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Realit%C3%A4t Realität], die nicht Gegenstand von einzelnen Erfahrungserkenntnissen oder von naturwissenschaftlichen Erklärungen sein können, sondern darüber hinausgehen oder ihnen zugrunde liegen. Darüber hinaus beinhaltete die Metaphysik bis zur Entstehung spezifischer Kultur-Geisteswissenschaften neben der [https://de.wikipedia.org/wiki/Naturphilosophie Naturphilosophie] auch die rationale Auseinandersetzung über Gegenstände, die nicht zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Natur Natur] im Sinne von [https://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Sprache griechisch] φύσις, [https://de.wikipedia.org/wiki/Physis physis] zählen. (Zur Ideen- und Begriffsgeschichte siehe auch die Artikel [https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysik Metaphysik], [https://de.wikipedia.org/wiki/Naturwissenschaft Naturwissenschaft], [https://de.wikipedia.org/wiki/Physik Physik] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Physik Geschichte der Physik].) Klassische Gegenstände der Metaphysik sind u.&nbsp;a. [https://de.wikipedia.org/wiki/Wesen_(Philosophie) Wesensfragen], ideelle Objekte (z. B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Universalienproblem Universalien]), aber auch philosophische Konzeptionen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Seele Seele], des [https://de.wikipedia.org/wiki/Geist Geistes] oder der [https://de.wikipedia.org/wiki/Nat%C3%BCrliche_Theologie Göttlichkeit]. Davon werden bereits seit der Antike [https://de.wikipedia.org/wiki/Ethik Ethik], [https://de.wikipedia.org/wiki/Mathematik Mathematik] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Logik Logik] abgegrenzt, obwohl durchaus Zusammenhänge bestehen – so setzten etwa bestimmte Systeme ethischer Gebote ein metaphysisches Modell für Handlungen voraus. Im modernen kulturellen Diskurs wird der Ausdruck „Metaphysik“ auch aufweichend für eine harmonische, die Welt insgesamt erklärende und auf einen letzten Sinn beziehende [https://de.wikipedia.org/wiki/Weltanschauung Weltanschauung] gebraucht.</p>
== Gegenstand der Metaphysik ==
== <span id="Kants_Metaphysikkritik">Kants Metaphysikkritik</span> ==
Die philosophische Disziplin der Metaphysik beschreibt zum einen Grundstrukturen der [[Realität]], die nicht Gegenstand von einzelnen Erfahrungserkenntnissen oder von naturwissenschaftlichen Erklärungen sein können, sondern darüber hinausgehen oder ihnen zugrunde liegen. Darüber hinaus beinhaltete die Metaphysik bis zur Entstehung spezifischer Kultur-Geisteswissenschaften neben der [[Naturphilosophie]] auch die rationale Auseinandersetzung über Gegenstände, die nicht zur [[Natur]] im Sinne von [[Griechische Sprache|griechisch]] φύσις, [[physis]] zählen. (Zur Ideen- und Begriffsgeschichte siehe auch die Artikel [[Metaphysik]], [[Naturwissenschaft]], [[Physik]] und [[Geschichte der Physik]].) Klassische Gegenstände der Metaphysik sind u.&nbsp;a. [[Wesen (Philosophie)|Wesensfragen]], ideelle Objekte (z. B. [[Universalienproblem|Universalien]]), aber auch philosophische Konzeptionen der [[Seele]], des [[Geist|Geistes]] oder der [[Natürliche Theologie|Göttlichkeit]]. Davon werden bereits seit der Antike [[Ethik]], [[Mathematik]] und [[Logik]] abgegrenzt, obwohl durchaus Zusammenhänge bestehen – so setzten etwa bestimmte Systeme ethischer Gebote ein metaphysisches Modell für Handlungen voraus. Im modernen kulturellen Diskurs wird der Ausdruck „Metaphysik“ auch aufweichend für eine harmonische, die Welt insgesamt erklärende und auf einen letzten Sinn beziehende [[Weltanschauung]] gebraucht.
<p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant Immanuel Kant] entwickelt im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts eine grundlegende Kritik an traditionellen metaphysischen Inhalten und Verfahren. Diese stammten zum Teil aus der [https://de.wikipedia.org/wiki/Scholastik Scholastik], Kant lagen sie aber historisch in [https://de.wikipedia.org/wiki/Rationalismus rationalistischen Rekonstruktionen], zuletzt von [https://de.wikipedia.org/wiki/Leibniz Leibniz] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Wolff_(Aufkl%C3%A4rer) Wolff] vor. Sein [https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnistheorie erkenntnistheoretisches] Programm formuliert Kant v.&nbsp;a. in der ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Kritik_der_reinen_Vernunft Kritik der reinen Vernunft]'' und den ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Prolegomena_zu_einer_jeden_k%C3%BCnftigen_Metaphysik,_die_als_Wissenschaft_wird_auftreten_k%C3%B6nnen Prolegomena]''.</p><p>Gegen die klassischen Verfahren der Begriffszergliederung und des indirekten Beweises führt Kant an, dass erstere keine Erweiterung der Erkenntnis ermöglicht, letzterer hingegen zu notwendigen Widersprüchen führen kann, wie sie Kant in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Antinomien_der_reinen_Vernunft Antinomien der reinen Vernunft] beschreibt.</p><p>Wichtige Fragen der klassischen Metaphysik müssen Kant zufolge notwendig unbeantwortet bleiben, da prinzipiell keine Möglichkeit besteht, etwas von den Eigenschaften der Objekte zu wissen, die traditionell in metaphysischen Systemen als Basis vorausgesetzt werden. Diese sollen nämlich übernatürliche, unabhängige [https://de.wikipedia.org/wiki/Substanz#Philosophie Substanzen] sein – Kant spricht von „[https://de.wikipedia.org/wiki/Ding_an_sich Dingen an sich]“. Diese Übernatürlichkeit aber macht nach Kant gerade ihre wesentlichen Eigenschaften nicht erfahrbar, denn Erkenntnis und Wissen sind auf die indirekte Vermittlung der Inhalte durch die Strukturen der Sinnlichkeit und des Denkens angewiesen. Erkennbar ist bei Kant daher nur, welche Wirkungen Gegenstände auf das Bewusstsein haben, und diese wieder nur so weit, wie sie sich gedanklich nachvollziehen lassen. Der Eigenanteil, den Sinnlichkeit und Verstand in das Erleben und in die Inhalte des Bewusstseins einbringen, lässt sich im konkreten Fall aber nicht abgrenzen.</p>
 
=== <span id="Transzendentalphilosophisches_Programm">Transzendentalphilosophisches Programm</span> ===
== Kants Metaphysikkritik ==
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" role="presentation" aria-hidden="true">→ </span>''<span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Transzendentalphilosophie Transzendentalphilosophie]''</div><p>Kant schlägt ein neues Programm für die Metaphysik vor: Statt ein Wissen von Dingen an sich anzustreben, soll die Metaphysik die allgemeinen Strukturen der Erkenntnisvermögen (Sinnlichkeit und Verstand) untersuchen, die die Erkenntnis einzelner Sachverhalte, also Urteile, ermöglichen. Diese allgemeinen Voraussetzungen („Bedingungen der Möglichkeit“) jeder Erkenntnis heißen in Kants Terminologie kurz [https://de.wikipedia.org/wiki/Transzendental transzendentale] Prinzipien. Dazu gehören:</p>
[[Immanuel Kant]] entwickelt im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts eine grundlegende Kritik an traditionellen metaphysischen Inhalten und Verfahren. Diese stammten zum Teil aus der [[Scholastik]], Kant lagen sie aber historisch in [[Rationalismus|rationalistischen Rekonstruktionen]], zuletzt von [[Leibniz]] und [[Christian Wolff (Aufklärer)|Wolff]] vor. Sein [[Erkenntnistheorie|erkenntnistheoretisches]] Programm formuliert Kant v.&nbsp;a. in der ''[[Kritik der reinen Vernunft]]'' und den ''[[Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können|Prolegomena]]''.
*die reinen Grundbegriffe unseres Verstandes, die Kategorien (zum Beispiel die [https://de.wikipedia.org/wiki/Kausalit%C3%A4t Kausalität]),
 
*die Formen unserer sinnlichen Anschauung: die linear-kontinuierliche, gerichtete ''Zeit'' als innere Anschauungsform und der euklidische ''Raum'' als äußere. Gegenstände der Natur sind in Zeit und Raum, [https://de.wikipedia.org/wiki/Mentaler_Zustand mentale Zustände] nur in der Zeit.
Gegen die klassischen Verfahren der [[Begriffszergliederung (klassisch)|Begriffszergliederung]] und des [[indirekter Beweis (Logik)|indirekten Beweises]] führt Kant an, dass erstere keine Erweiterung der Erkenntnis ermöglicht, letzterer hingegen zu notwendigen Widersprüchen führen kann, wie sie Kant in den [[Antinomien der reinen Vernunft]] beschreibt.
*die Ideen unserer Vernunft
 
<p>Kants zentrale These ist, dass mit den beiden ersten Gruppen der transzendentalen Prinzipien Erkenntnisse begründbar sind, die den besonderen Status von reinen [https://de.wikipedia.org/wiki/Synthetisches_Urteil_a_priori synthetischen Urteilen a priori] haben. Diese Grundsätze sind keine Aussagen über die Welt „an sich“ mehr, aber notwendige Regeln für die Welt, so wie sie uns erscheint. Synthetische Urteile sind nach Kant solche, deren Wahrheit nicht durch Begriffszergliederung, sondern durch ihre Bedeutung für die allgemeinen Strukturen der Sinnlichkeit erkannt wird. Im Gegensatz dazu wird bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Analytisches_Urteil analytischen Urteilen] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Proposition_(Linguistik) propositionale Gehalt] als Beziehung zwischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Intension Intensionen] der beteiligten Begriffe erkannt und ist also wahr dank semantischer [https://de.wikipedia.org/wiki/Implikation Implikation].<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysikkritik#cite_note-1 [1]]</sup> Kants Unterscheidung von Urteilen „[https://de.wikipedia.org/wiki/A_posteriori a posteriori]“ und „[https://de.wikipedia.org/wiki/A_priori a priori]“ betrifft ihr Verhältnis zur Sinneserfahrung: Wenn der Sachverhalt, der im Urteil erkannt wird, durch Sinneseindrücke vermittelt wird, heißt das Urteil „a&nbsp;posteriori“, sonst „a&nbsp;priori“. Urteile heißen „rein&nbsp;a&nbsp;priori“, wenn sie nicht einmal empirische Begriffe, die aus der Erfahrung stammen, verwenden, sondern nur die Begriffe des Verstandes und Begriffe, die sich auf die reinen Formen der Anschauung beziehen.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysikkritik#cite_note-2 [2]]</sup> Kant zufolge haben viele traditionelle metaphysische Thesen, die auch die Ideen der Vernunft miteinbeziehen, den Status ''möglicher'' reiner synthetischer Urteile a priori, d. h., wir können uns ihrer Wahrheit nicht sicher sein. Insofern dies aber auch für ihre [https://de.wikipedia.org/wiki/Negation Negation]gilt, können sie weder bestätigt noch widerlegt werden.</p><p>Kants Programm einer „Kritik der Vernunft“ ''unterscheidet'' (der [https://de.wikipedia.org/wiki/Etymologie etymologisch] ursprüngliche Wortsinn von [https://de.wikipedia.org/wiki/Kritik Kritik]) also die möglichen Erkenntnisse, die sich in den Strukturen von Anschauung und Denken bewegen, von unmöglichen, aber traditionell beanspruchten, die diese Grenzen überschreiten.</p>
Wichtige Fragen der klassischen Metaphysik müssen Kant zufolge notwendig unbeantwortet bleiben, da prinzipiell keine Möglichkeit besteht, etwas von den Eigenschaften der Objekte zu wissen, die traditionell in metaphysischen Systemen als Basis vorausgesetzt werden. Diese sollen nämlich übernatürliche, unabhängige [[Substanz#Philosophie|Substanzen]] sein – Kant spricht von „[[Ding an sich|Dingen an sich]]“. Diese Übernatürlichkeit aber macht nach Kant gerade ihre wesentlichen Eigenschaften nicht erfahrbar, denn Erkenntnis und Wissen sind auf die indirekte Vermittlung der Inhalte durch die Strukturen der Sinnlichkeit und des Denkens angewiesen. Erkennbar ist bei Kant daher nur, welche Wirkungen Gegenstände auf das Bewusstsein haben, und diese wieder nur so weit, wie sie sich gedanklich nachvollziehen lassen. Der Eigenanteil, den Sinnlichkeit und Verstand in das Erleben und in die Inhalte des Bewusstseins einbringen, lässt sich im konkreten Fall aber nicht abgrenzen.
== <span id="Historische_Entwicklung_seit_dem_19._Jahrhundert">Historische Entwicklung seit dem 19. Jahrhundert</span> ==
 
<p>Die Philosophie des [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Idealismus Deutschen Idealismus], die im 19. Jahrhundert tonangebend wurde, übernahm zum Teil Kants Kritik der traditionellen Metaphysik. Die Unentscheidbarkeit [https://de.wikipedia.org/wiki/Transzendent transzendenter] synthetischer Urteile a priori ermöglichte aber neue Systementwürfe, die diese durch „Setzung“ bestimmten. Da unter diese Urteile auch die Existenz des Erkenntnissubjekts als unabhängige Substanz fällt, konnte Kants erkenntnistheoretisches Programm scheinbar ohne Weiteres in neue „Metaphysiken“ integriert werden. Erst mit dem Aufkommen des [https://de.wikipedia.org/wiki/Positivismus Positivismus] und der Ablehnung des deutschen und britischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Britischer_Idealismus Idealismus]durch die britischen Philosophen [https://de.wikipedia.org/wiki/George_Edward_Moore G. E. Moore], [https://de.wikipedia.org/wiki/Bertrand_Russell Bertrand Russell] oder etwa den Sensualismus von [https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Mach Ernst Mach] kam es auch wieder zu einer Kritik der Metaphysik. Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Linguistische_Wende Linguistische Wende] stellte nicht nur die Erkennbarkeit oder Wahrheit, sondern sogar den Sinn der traditionellen wie idealistischen metaphysischen Urteile, sofern diese Transzendentes zum Gegenstand hatten, in Frage. Beim frühen [https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Wittgenstein Ludwig Wittgenstein] mündeten diese Zweifel im Diktum:</p><div class="Vorlage_Zitat"><div><blockquote><p>„Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“</p></blockquote></div><div class="cite">– <span class="Person h-card">Ludwig Wittgenstein</span>: <cite>[https://de.wikipedia.org/wiki/Tractatus_logico-philosophicus Tractatus logico-philosophicus], Absatz 7</cite><sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysikkritik#cite_note-3 [3]]</sup></div></div><p>Immerhin billigte Wittgenstein in dieser Phase der Metaphysik den Bereich der individuellen „mystischen“ Erfahrung als Reservat zu, diese war seiner Meinung nach aber prinzipiell unkommunizierbar.</p>
=== Transzendentalphilosophisches Programm ===
=== <span id="Metaphysikkritik_des_logischen_Empirismus">Metaphysikkritik des logischen Empirismus</span> ===
{{Hauptartikel|Transzendentalphilosophie}}Kant schlägt ein neues Programm für die Metaphysik vor: Statt ein Wissen von Dingen an sich anzustreben, soll die Metaphysik die allgemeinen Strukturen der [[Erkenntnis­vermögen|Erkenntnisvermögen]] (Sinnlichkeit und Verstand) untersuchen, die die Erkenntnis einzelner Sachverhalte, also Urteile, ermöglichen. Diese allgemeinen Voraussetzungen („Bedingungen der Möglichkeit“) jeder Erkenntnis heißen in Kants Terminologie kurz [[transzendental|transzendentale]] Prinzipien. Dazu gehören:
<p>Der ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Kreis Wiener Kreis]'' – eine etwa um 1922 entstandene Diskussionsgruppe um [https://de.wikipedia.org/wiki/Moritz_Schlick Moritz Schlick], [https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Carnap Rudolf Carnap], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_G%C3%B6del Kurt Gödel], [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Waismann Friedrich Waismann], [https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Neurath Otto Neurath] u. a. – vertrat einen sogenannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Logischer_Empirismus logischen Empirismus]. Damit war eine methodische Einschränkung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnistheorie Erkenntnistheorie] auf die Analyse logischer Beziehungen einerseits und auf wissenschaftlich verlässliche empirische Erkenntnisweisen andererseits. Alles darüber Hinausgehende war diesem Programm zufolge kein Gegenstand möglichen Wissens; es richtete sich entschieden gegen die Forschungsprogramme des [https://de.wikipedia.org/wiki/Neukantianismus Neukantianismus] und des [https://de.wikipedia.org/wiki/Britischer_Idealismus britischen Idealismus]. Überhaupt jeder Versuch, Wahrheiten auszumachen, die nicht auf naturwissenschaftliche Beobachtungen und deren Ausdruck, die [https://de.wikipedia.org/wiki/Beobachtungssatz Beobachtungssätze], reduzierbar waren, wurde vom Wiener Kreis als „metaphysisch“ abgelehnt. Ausgangspunkt war ein verifikationistisches [https://de.wikipedia.org/wiki/Sinnkriterium Sinnkriterium]: Der Sinn eines sprachlichen Ausdrucks wurde mit der Methode, ihn zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Verifizierung verifizieren], gleichgesetzt, d.&nbsp;h. mit den wissenschaftlich bestätigten Verfahren, mittels der wir das Bestehen des entsprechenden Sachverhalts feststellen können.</p><p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Carnap Rudolf Carnaps] Aufsatz ''Überwindung der Metaphysik durch logische Analyse der Sprache'' (1932) zeigt schon im Titel die metaphysikkritische Ausrichtung. Seiner These zufolge sind metaphysische Sätze lediglich [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Scheinsatz&action=edit&redlink=1 Scheinsätze]. Gemeint ist: Sie besitzen zwar die grammatikalische Form eines sinnvollen Satzes, bringen jedoch keinen möglichen ([https://de.wikipedia.org/wiki/Imagination#Philosophie denkbaren], aber nicht erforderlich existierenden) Sachverhalt zum Ausdruck – sie können also gar nicht wahr oder falsch sein. Scheinsätze entstehen nach Carnap auf zweierlei Arten: Zum einen dadurch, dass in einem Satz Wörter verwendet werden, die keine [https://de.wikipedia.org/wiki/Bedeutung_(Sprachphilosophie) Bedeutung]besitzen, da die so gebildeten Sätze empirisch nicht überprüfbar seien. Zum anderen entstehe ein Scheinsatz, wenn Wörter miteinander verknüpft werden, die fundamental unterschiedlichen semantischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie_(Philosophie) Kategorien] entstammen. So wird in dem Satz „Cäsar ist eine Primzahl“ das Wort „Primzahl“, das nur auf Zahlen anwendbar ist, auf ein Wort bezogen, das keine Zahl bezeichnet: „Cäsar“. Dieser Satz ist somit weder wahr noch falsch, sondern sinnlos. Zudem müsse nach Carnap der Sinn einer Aussage angegeben werden, wenn sie einen neuen oder zweifelhaft legitimen, d. h. hinsichtlich seiner wissenschaftlichen Verwendbarkeit strittigen Begriff enthält. Dafür sei es [https://de.wikipedia.org/wiki/Notwendige_und_hinreichende_Bedingung notwendig und hinreichend] zu nennen, in welchen Fällen von Erfahrung sie wahr und in welchen sie falsch sein soll.<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysikkritik#cite_note-4 [4]]</sup> Die Sinnlosigkeit metaphysischer Sätze liegt nun an ihrer von Kant bestimmten Charakteristik: Da sie [https://de.wikipedia.org/wiki/Synthetisches_Urteil_a_priori synthetische Urteile a priori] sein sollen, die sich empirischer Erkenntnis generell entziehen, seien sie ''per se'' sinnlos. Die Daseinsberechtigung der Metaphysik besteht laut Carnap nur darin, wie die Kunst ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Lebensphilosophie Lebensgefühl] zum Ausdruck zu bringen: „Metaphysiker sind Musiker ohne musikalische Fähigkeit“.<sup id="cite_ref-5" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysikkritik#cite_note-5 [5]]</sup></p>
 
=== <span id="Analytische_Kritik_am_logischen_Empirismus">Analytische Kritik am logischen Empirismus</span> ===
* die reinen Grundbegriffe unseres Verstandes, die Kategorien (zum Beispiel die [[Kausalität]]),
<p>Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Dichotomie Dichotomie] von analytisch und synthetisch, wie sie [https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Carnap Carnap] zugrunde legte, hat [https://de.wikipedia.org/wiki/Willard_Van_Orman_Quine Willard Van Orman Quine] bestritten und Anhängern von Carnaps Position die unkritische Vertretung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Zwei_Dogmen_des_Empirismus zwei Dogmen des Empirismus] vorgeworfen: Quine zufolge wird die analytisch-synthetische Unterscheidung von diesen einfach vorausgesetzt, obwohl es nur vage Kriterien für sie gibt. Insofern lässt sich aber auch die Abgrenzung der Metaphysik aus dem Bereich des möglichen Wissens nicht mehr halten. Nach Quine stehen vielmehr alle innerhalb einer Theorie der Welt als wahr ausgezeichneten Sätze, Überzeugungen, in einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Holismus holistischen] Zusammenhang, insofern sie sich gegenseitig stützen. Carnaps Bestimmung von „analytisch“ sei dabei ein Missverständnis der Tatsache, dass in diesem Netzwerk einige Überzeugungen eine wichtigere Rolle spielen, insofern sie viele Sätze stützen, ohne von ihnen gestützt zu werden. Sie erscheinen daher als notwendig und selbstverständlich. Andere Sätze haben nur eine periphere Funktion. Werden sie durch Erfahrung widerlegt, so bedroht das die Gesamtstruktur nicht, insofern auch die Negation eine Funktion im Netzwerk einnehmen kann. Diese Sätze erscheinen daher eher kontingent und synthetisch zu sein. Eine Kritik oder sogar Ablehnung der Metaphysik kann demnach nicht mehr auf Basis der Frage nach dem empirischen Gehalt metaphysischer Sätze gestellt werden, wohl aber, indem ihre Funktion für unsere Überzeugungssysteme untersucht wird.</p><p>Die Vertreter der [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_der_normalen_Sprache Philosophie der normalen Sprache] wiesen den semantischen Unterbau des logischen Empirismus zurück und konnten durch semantische Analysen ([https://de.wikipedia.org/wiki/Gilbert_Ryle Gilbert Ryle]) metaphysischen Ausdrücken und Behauptungen wieder eine sprachliche Funktion zuweisen. Allerdings führt diese nicht zu einer Rehabilitation der traditionellen Metaphysik. [https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Strawson Peter Strawson] setzt an deren Stelle sein Programm einer „deskriptiven Metaphysik“, das nicht mehr die Strukturen der Welt erforschen will, sondern die logische Struktur des Denkens, die dem alltäglichen Sprachgebrauch zugrunde liegt.</p><p>Auch der [https://de.wikipedia.org/wiki/Kritischer_Rationalismus kritische Rationalismus] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Popper Karl Popper] weist das Sinnkriterium des logischen Empirismus zurück und führt stattdessen ''Falsifizierbarkeit'' als Kriterium der Abgrenzung von Sätzen der empirischen Wissenschaft von metaphysischen Sätzen ein. Sätze der empirischen Wissenschaft müssen sich Popper zufolge vor allem dadurch auszeichnen, dass sie einen empirischen Gehalt derart haben, dass Erfahrungen vorstellbar sind, die sie widerlegen. Dieser [https://de.wikipedia.org/wiki/Falsifikationismus Falsifikationismus] schließt damit viele Thesen der traditionellen oder der idealistischen Metaphysik aus dem Bereich der empirischen Wissenschaft aus.</p>
* die Formen unserer sinnlichen Anschauung: die linear-kontinuierliche, gerichtete ''Zeit'' als innere Anschauungsform und der euklidische ''Raum'' als äußere. Gegenstände der Natur sind in Zeit und Raum, [[Mentaler Zustand|mentale Zustände]] nur in der Zeit.
=== <span id="Kontinentalphilosophische_Metaphysikkritik">Kontinentalphilosophische Metaphysikkritik</span> ===
* die Ideen unserer Vernunft
<p>Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts wurde von verschiedenster Seite die methodische Grundanlage traditioneller metaphysischer Erklärungen kritisiert. Ende des 19. Jahrhunderts beispielsweise von [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Nietzsche Friedrich Nietzsche] und zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Vertretern der [https://de.wikipedia.org/wiki/Lebensphilosophie Lebensphilosophie], der [https://de.wikipedia.org/wiki/Existenzphilosophie Existenzphilosophie] und des [https://de.wikipedia.org/wiki/Existenzialismus Existenzialismus].</p><p>Einige destruktive Kritikpunkte der Metaphysik stammen von Friedrich Nietzsche, der die Entstehung der Metaphysik bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Sokrates Sokrates] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Platon Platon] durch die Einführung „einer (falschen) Welt hinter der (wahren) Welt“ meinte, durch die die Metaphysik die einzige „wahre Welt“ abwerteten sollte. Nietzsche sah in der Metaphysik und im Christentum (das er in der ''Vorrede'' zu ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Jenseits_von_Gut_und_B%C3%B6se_(Nietzsche) Jenseits von Gut und Böse]'' „Platonismus für's 'Volk'“ nannte), eine Reihe entfremdender [https://de.wikipedia.org/wiki/Projektion_(Psychoanalyse) Projektionen], die durch die Angst vor der Ungewissheit und Sinnlosigkeit der Existenz verursacht werden. Dies hätte zu einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Nihilismus nihilistischen] Leugnung des konkreten und realen Lebens geführt.</p><p>In der Ablehnung der Metaphysik zeigt sich eine Parallele zwischen Carnap und [https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Heidegger Martin Heidegger], obwohl dieser Carnap (und auch Nietzsche) selbst für einen unbewussten Metaphysiker hielt. Heidegger begreift die Geschichte der Metaphysik als eine Manifestation der Geschichte des Seins selbst: Das Sein offenbart sich im Denken durch die Definitionen, die verschiedene Denker ihm nach und nach gegeben haben, beispielsweise als: „φύσις, λόγος…ἰδέα, ενέργεια, Substantialität…Wille, Wille zur Macht, Wille zum Willen“,<sup id="cite_ref-6" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Metaphysikkritik#cite_note-6 [6]]</sup> bis zu dem Punkt, dass es auf Nichts reduziert wird, das heißt, bis zur Aufhebung der „[https://de.wikipedia.org/wiki/Ontologische_Differenz ontologischen Differenz]“ zwischen dem Sein und dem Seienden. Metaphysik ist also nichts anderes als eine der Erscheinungsformen des Seins, aber da das Sein sich nur durch die Seienden manifestieren kann, die jedoch kein Sein sind, es sich daher gleichzeitig offenbart und verbirgt.</p><p>Aber auch die frühe und die späte [https://de.wikipedia.org/wiki/Kritische_Theorie kritische Theorie] wandten sich gegen die traditionelle Metaphysik, da sie sie verdächtigten, Ausdruck einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Ideologie Ideologie] der herrschenden Klassen zu sein. In der Spätmoderne erfolgte eine Kritik vor allem durch Autoren, die üblicherweise dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Strukturalismus Strukturalismus], [https://de.wikipedia.org/wiki/Poststrukturalismus Poststrukturalismus] oder der sog. [https://de.wikipedia.org/wiki/Postmoderne Postmoderne] zugerechnet werden, darunter beispielsweise [https://de.wikipedia.org/wiki/Michel_Foucault Michel Foucault], [https://de.wikipedia.org/wiki/Emmanuel_Levinas Emmanuel Levinas] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Jacques_Derrida Jacques Derrida], aber auch den Amerikaner [https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Rorty Richard Rorty].</p>
 
== <span id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</span> ==
Kants zentrale These ist, dass mit den beiden ersten Gruppen der transzendentalen Prinzipien Erkenntnisse begründbar sind, die den besonderen Status von reinen [[synthetisches Urteil a priori|synthetischen Urteilen a priori]] haben. Diese Grundsätze sind keine Aussagen über die Welt „an sich“ mehr, aber notwendige Regeln für die Welt, so wie sie uns erscheint. Synthetische Urteile sind nach Kant solche, deren Wahrheit nicht durch Begriffszergliederung, sondern durch ihre Bedeutung für die allgemeinen Strukturen der Sinnlichkeit erkannt wird. Im Gegensatz dazu wird bei [[Analytisches Urteil|analytischen Urteilen]] der [[Proposition (Linguistik)|propositionale Gehalt]] als Beziehung zwischen [[Intension|Intensionen]] der beteiligten Begriffe erkannt und ist also wahr dank semantischer [[Implikation]].<ref>{{SEP|http://plato.stanford.edu/entries/kant-judgment/#2.2|Kant's Theory of Judgment|Robert Hanna|beleg=1}}, 2.2.2.</ref> Kants Unterscheidung von Urteilen „[[a posteriori]]“ und „[[a priori]]“ betrifft ihr Verhältnis zur Sinneserfahrung: Wenn der Sachverhalt, der im Urteil erkannt wird, durch Sinneseindrücke vermittelt wird, heißt das Urteil „a&nbsp;posteriori“, sonst „a&nbsp;priori“. Urteile heißen „rein&nbsp;a&nbsp;priori“, wenn sie nicht einmal empirische Begriffe, die aus der Erfahrung stammen, verwenden, sondern nur die Begriffe des Verstandes und Begriffe, die sich auf die reinen Formen der Anschauung beziehen.<ref>{{SEP|http://plato.stanford.edu/entries/kant-judgment/|Kant's Theory of Judgment|Robert Hanna|beleg=1}}, l.c., 2.2.1</ref> Kant zufolge haben viele traditionelle metaphysische Thesen, die auch die Ideen der Vernunft miteinbeziehen, den Status ''möglicher'' reiner synthetischer Urteile a priori, d. h., wir können uns ihrer Wahrheit nicht sicher sein. Insofern dies aber auch für ihre [[Negation]] gilt, können sie weder bestätigt noch widerlegt werden.
 
Kants Programm einer „Kritik der Vernunft“ ''unterscheidet'' (der [[Etymologie|etymologisch]] ursprüngliche Wortsinn von [[Kritik]]) also die möglichen Erkenntnisse, die sich in den Strukturen von Anschauung und Denken bewegen, von unmöglichen, aber traditionell beanspruchten, die diese Grenzen überschreiten.
 
== Historische Entwicklung seit dem 19. Jahrhundert ==
Die Philosophie des [[Deutscher Idealismus|Deutschen Idealismus]], die im 19. Jahrhundert tonangebend wurde, übernahm zum Teil Kants Kritik der traditionellen Metaphysik. Die Unentscheidbarkeit [[transzendent|transzendenter]] synthetischer Urteile a priori ermöglichte aber neue Systementwürfe, die diese durch „Setzung“ bestimmten. Da unter diese Urteile auch die Existenz des Erkenntnissubjekts als unabhängige Substanz fällt, konnte Kants erkenntnistheoretisches Programm scheinbar ohne Weiteres in neue „Metaphysiken“ integriert werden.
 
Erst mit dem Aufkommen des [[Positivismus]] und der Ablehnung des deutschen und britischen [[Britischer Idealismus|Idealismus]] durch die britischen Philosophen [[George Edward Moore|G. E. Moore]], [[Bertrand Russell]] oder etwa den Sensualismus von [[Ernst Mach]] kam es auch wieder zu einer Kritik der Metaphysik. Die [[Linguistische Wende]] stellte nicht nur die Erkennbarkeit oder Wahrheit, sondern sogar den Sinn der traditionellen wie idealistischen metaphysischen Urteile, sofern diese Transzendentes zum Gegenstand hatten, in Frage. Beim frühen [[Ludwig Wittgenstein]] mündeten diese Zweifel im Diktum:
{{Zitat
|Text=Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.
|Autor=Ludwig Wittgenstein
|Quelle=[[Tractatus logico-philosophicus]], Absatz 7
|ref=<ref>Ludwig Wittgenstein: ''Logisch-philosophische Abhandlung'', W. Ostwald (Hrsg.), ''Annalen der Naturphilosophie'', Band 14, 1921, S. 185–262</ref>
}}
Immerhin billigte Wittgenstein in dieser Phase der Metaphysik den Bereich der individuellen „mystischen“ Erfahrung als Reservat zu, diese war seiner Meinung nach aber prinzipiell unkommunizierbar.
 
=== Metaphysikkritik des logischen Empirismus ===
Der ''[[Wiener Kreis]]'' – eine etwa um 1922 entstandene Diskussionsgruppe um [[Moritz Schlick]], [[Rudolf Carnap]], [[Kurt Gödel]], [[Friedrich Waismann]], [[Otto Neurath]] u. a. – vertrat einen sogenannten [[logischer Empirismus|logischen Empirismus]]. Damit war eine methodische Einschränkung der [[Erkenntnistheorie]] auf die Analyse logischer Beziehungen einerseits und auf wissenschaftlich verlässliche empirische Erkenntnisweisen andererseits. Alles darüber Hinausgehende war diesem Programm zufolge kein Gegenstand möglichen Wissens; es richtete sich entschieden gegen die Forschungsprogramme des [[Neukantianismus]] und des [[Britischer Idealismus|britischen Idealismus]]. Überhaupt jeder Versuch, Wahrheiten auszumachen, die nicht auf naturwissenschaftliche Beobachtungen und deren Ausdruck, die [[Beobachtungssatz|Beobachtungssätze]], reduzierbar waren, wurde vom Wiener Kreis als „metaphysisch“ abgelehnt. Ausgangspunkt war ein verifikationistisches [[Sinnkriterium]]: Der Sinn eines sprachlichen Ausdrucks wurde mit der Methode, ihn zu [[Verifizierung|verifizieren]], gleichgesetzt, d.&nbsp;h. mit den wissenschaftlich bestätigten Verfahren, mittels der wir das Bestehen des entsprechenden Sachverhalts feststellen können.
 
{{SchaufensterBeginn|Überwindung der Metaphysik durch logische Analyse der Sprache}}[[Rudolf Carnap|Rudolf Carnaps]] Aufsatz ''[[Überwindung der Metaphysik durch logische Analyse der Sprache]]'' (1932) zeigt schon im Titel die metaphysikkritische Ausrichtung. Seiner These zufolge sind metaphysische Sätze lediglich [[Scheinsatz|Scheinsätze]]. Gemeint ist: Sie besitzen zwar die grammatikalische Form eines sinnvollen Satzes, bringen jedoch keinen möglichen ([[Imagination#Philosophie|denkbaren]], aber nicht erforderlich existierenden) Sachverhalt zum Ausdruck – sie können also gar nicht wahr oder falsch sein. Scheinsätze entstehen nach Carnap auf zweierlei Arten: Zum einen dadurch, dass in einem Satz Wörter verwendet werden, die keine [[Bedeutung (Sprachphilosophie)|Bedeutung]] besitzen, da die so gebildeten Sätze empirisch nicht überprüfbar seien. Zum anderen entstehe ein Scheinsatz, wenn Wörter miteinander verknüpft werden, die fundamental unterschiedlichen semantischen [[Kategorie (Philosophie)|Kategorien]] entstammen. So wird in dem Satz „Cäsar ist eine Primzahl“ das Wort „Primzahl“, das nur auf Zahlen anwendbar ist, auf ein Wort bezogen, das keine Zahl bezeichnet: „Cäsar“. Dieser Satz ist somit weder wahr noch falsch, sondern sinnlos. Zudem müsse nach Carnap der Sinn einer Aussage angegeben werden, wenn sie einen neuen oder zweifelhaft legitimen, d. h. hinsichtlich seiner wissenschaftlichen Verwendbarkeit strittigen Begriff enthält. Dafür sei es [[Notwendige und hinreichende Bedingung|notwendig und hinreichend]] zu nennen, in welchen Fällen von Erfahrung sie wahr und in welchen sie falsch sein soll.<ref>{{Literatur |Autor=Rudolf Carnap |Titel=Scheinprobleme in der Philosophie: das Fremdpsychische und der Realismusstreit |Hrsg=[[Hans Blumenberg]], [[Jürgen Habermas]], [[Dieter Henrich (Philosoph)|Dieter Henrich]] und [[Jacob Taubes]] |Verlag=[[Suhrkamp Verlag|Suhrkamp]] |Ort=Frankfurt am Main |Datum=1966 |Seiten=47–48 |Online=https://archive.org/details/scheinproblemein0000carn}}</ref> Die Sinnlosigkeit metaphysischer Sätze liegt nun an ihrer von Kant bestimmten Charakteristik: Da sie [[synthetisches Urteil a priori|synthetische Urteile&nbsp;a&nbsp;priori]] sein sollen, die sich empirischer Erkenntnis generell entziehen, seien sie ''per se'' sinnlos. Die Daseinsberechtigung der Metaphysik besteht laut Carnap nur darin, wie die Kunst ein [[Lebensphilosophie|Lebensgefühl]] zum Ausdruck zu bringen: „Metaphysiker sind Musiker ohne musikalische Fähigkeit“.<ref>[https://www.phil.cmu.edu/projects/carnap/editorial/latex_pdf/1932-1.pdf Rudolf Carnap: ''Überwindung der Metaphysik durch logische Analyse der Sprache'' (1932)]. (Carnap Project: Benson No. 1932-1), S. 33.</ref>{{SchaufensterEnde|Überwindung der Metaphysik durch logische Analyse der Sprache}}
 
=== Analytische Kritik am logischen Empirismus ===
Die [[Dichotomie]] von analytisch und synthetisch, wie sie [[Rudolf Carnap|Carnap]] zugrunde legte, hat [[Willard Van Orman Quine]] bestritten und Anhängern von Carnaps Position die unkritische Vertretung von [[zwei Dogmen des Empirismus]] vorgeworfen: Quine zufolge wird die analytisch-synthetische Unterscheidung von diesen einfach vorausgesetzt, obwohl es nur vage Kriterien für sie gibt. Insofern lässt sich aber auch die Abgrenzung der Metaphysik aus dem Bereich des möglichen Wissens nicht mehr halten. Nach Quine stehen vielmehr alle innerhalb einer Theorie der Welt als wahr ausgezeichneten Sätze, Überzeugungen, in einem [[Holismus|holistischen]] Zusammenhang, insofern sie sich gegenseitig stützen. Carnaps Bestimmung von „analytisch“ sei dabei ein Missverständnis der Tatsache, dass in diesem Netzwerk einige Überzeugungen eine wichtigere Rolle spielen, insofern sie viele Sätze stützen, ohne von ihnen gestützt zu werden. Sie erscheinen daher als notwendig und selbstverständlich. Andere Sätze haben nur eine periphere Funktion. Werden sie durch Erfahrung widerlegt, so bedroht das die Gesamtstruktur nicht, insofern auch die Negation eine Funktion im Netzwerk einnehmen kann. Diese Sätze erscheinen daher eher kontingent und synthetisch zu sein. Eine Kritik oder sogar Ablehnung der Metaphysik kann demnach nicht mehr auf Basis der Frage nach dem empirischen Gehalt metaphysischer Sätze gestellt werden, wohl aber, indem ihre Funktion für unsere Überzeugungssysteme untersucht wird.
 
Die Vertreter der [[Philosophie der normalen Sprache]] wiesen den semantischen Unterbau des logischen Empirismus zurück und konnten durch semantische Analysen ([[Gilbert Ryle]]) metaphysischen Ausdrücken und Behauptungen wieder eine sprachliche Funktion zuweisen. Allerdings führt diese nicht zu einer Rehabilitation der traditionellen Metaphysik. [[Peter Strawson]] setzt an deren Stelle sein Programm einer „deskriptiven Metaphysik“, das nicht mehr die Strukturen der Welt erforschen will, sondern die logische Struktur des Denkens, die dem alltäglichen Sprachgebrauch zugrunde liegt.
 
Auch der [[kritischer Rationalismus|kritische Rationalismus]] von [[Karl Popper]] weist das Sinnkriterium des logischen Empirismus zurück und führt stattdessen ''[[Falsifizierbarkeit]]'' als Kriterium der Abgrenzung von Sätzen der empirischen Wissenschaft von metaphysischen Sätzen ein. Sätze der empirischen Wissenschaft müssen sich Popper zufolge vor allem dadurch auszeichnen, dass sie einen empirischen Gehalt derart haben, dass Erfahrungen vorstellbar sind, die sie widerlegen. Dieser [[Falsifikationismus]] schließt damit viele Thesen der traditionellen oder der idealistischen Metaphysik aus dem Bereich der empirischen Wissenschaft aus.
 
=== Kontinentalphilosophische Metaphysikkritik ===
Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts wurde von verschiedenster Seite die methodische Grundanlage traditioneller metaphysischer Erklärungen kritisiert. Ende des 19. Jahrhunderts beispielsweise von [[Friedrich Nietzsche]] und zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Vertretern der [[Lebensphilosophie]], der [[Existenzphilosophie]] und des [[Existenzialismus]].
 
Einige destruktive Kritikpunkte der Metaphysik stammen von Friedrich Nietzsche, der die Entstehung der Metaphysik bei [[Sokrates]] und [[Platon]] durch die Einführung „einer (falschen) Welt hinter der (wahren) Welt“ meinte, durch die die Metaphysik die einzige „wahre Welt“ abwerteten sollte. Nietzsche sah in der Metaphysik und im Christentum (das er in der ''Vorrede'' zu ''[[Jenseits von Gut und Böse (Nietzsche)|Jenseits von Gut und Böse]]'' „Platonismus für's 'Volk'“ nannte), eine Reihe entfremdender [[Projektion (Psychoanalyse)|Projektionen]], die durch die Angst vor der Ungewissheit und Sinnlosigkeit der Existenz verursacht werden. Dies hätte zu einer [[Nihilismus|nihilistischen]] Leugnung des konkreten und realen Lebens geführt.
 
In der Ablehnung der Metaphysik zeigt sich eine Parallele zwischen Carnap und [[Martin Heidegger]], obwohl dieser Carnap (und auch Nietzsche) selbst für einen unbewussten Metaphysiker hielt. Heidegger begreift die Geschichte der Metaphysik als eine Manifestation der Geschichte des Seins selbst: Das Sein offenbart sich im Denken durch die Definitionen, die verschiedene Denker ihm nach und nach gegeben haben, beispielsweise als: „φύσις, λόγος…ἰδέα, ενέργεια, Substantialität…Wille, Wille zur Macht, Wille zum Willen“,<ref>Martin Heidegger: ''Identität und Differenz'', Günther Neske Pfullingen 1957, Siebte Auflage 1982, S. 58.</ref> bis zu dem Punkt, dass es auf Nichts reduziert wird, das heißt, bis zur Aufhebung der „[[Ontologische Differenz|ontologischen Differenz]]“ zwischen dem Sein und dem Seienden. Metaphysik ist also nichts anderes als eine der Erscheinungsformen des Seins, aber da das Sein sich nur durch die Seienden manifestieren kann, die jedoch kein Sein sind, es sich daher gleichzeitig offenbart und verbirgt.
 
Aber auch die frühe und die späte [[kritische Theorie]] wandten sich gegen die traditionelle Metaphysik, da sie sie verdächtigten, Ausdruck einer [[Ideologie]] der herrschenden Klassen zu sein. In der Spätmoderne erfolgte eine Kritik vor allem durch Autoren, die üblicherweise dem [[Strukturalismus]], [[Poststrukturalismus]] oder der sog. [[Postmoderne]] zugerechnet werden, darunter beispielsweise [[Michel Foucault]], [[Emmanuel Levinas]] oder [[Jacques Derrida]], aber auch den Amerikaner [[Richard Rorty]].
 
== Einzelnachweise ==
<references />
 
== Literatur ==
=== Klassiker ===


#<span class="reference-text">Robert Hanna:&nbsp;[http://plato.stanford.edu/entries/kant-judgment/#2.2 ''Kant's Theory of Judgment.''] In: Edward N. Zalta (Hrsg.): ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Stanford_Encyclopedia_of_Philosophy Stanford Encyclopedia of Philosophy]''., 2.2.2.</span>
* [[Auguste Comte]]: ''Cours de philosophie positive'', Paris 1839.
#<span class="reference-text">Robert Hanna:&nbsp;[http://plato.stanford.edu/entries/kant-judgment/ ''Kant's Theory of Judgment.''] In: Edward N. Zalta (Hrsg.): ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Stanford_Encyclopedia_of_Philosophy Stanford Encyclopedia of Philosophy]''., l.c., 2.2.1</span>
* [[Rudolf Carnap]]: ''Überwindung der Metaphysik durch logische Analyse der Sprache.'' In: ''Erkenntnis'' 2. 1932, 219–241.
#<span class="reference-text">Ludwig Wittgenstein: ''Logisch-philosophische Abhandlung'', W. Ostwald (Hrsg.), ''Annalen der Naturphilosophie'', Band 14, 1921, S. 185–262</span>
* [[Immanuel Kant]]: ''Kritik der reinen Vernunft'', Riga 1781
#<span class="reference-text">Rudolf Carnap: <cite>Scheinprobleme in der Philosophie: das Fremdpsychische und der Realismusstreit</cite>. Hrsg.: [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Blumenberg Hans Blumenberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas Jürgen Habermas], [https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Henrich_(Philosoph) Dieter Henrich] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Jacob_Taubes Jacob Taubes]. [https://de.wikipedia.org/wiki/Suhrkamp_Verlag Suhrkamp], Frankfurt am Main 1966, S.&nbsp;47–48 ([https://archive.org/details/scheinproblemein0000carn archive.org]).</span>
* [[Willard Van Orman Quine]]: ''[http://www.ditext.com/quine/quine.html Two Dogmas of Empiricism]'', Synopse der Originalveröffentlichung (1951) und der Fassung in der Zweiten Ausgabe in ''From a logical point of view'' (1961).
#<span class="reference-text">[https://www.phil.cmu.edu/projects/carnap/editorial/latex_pdf/1932-1.pdf Rudolf Carnap: ''Überwindung der Metaphysik durch logische Analyse der Sprache'' (1932)]. (Carnap Project: Benson No. 1932-1), S. 33.</span>
#<span class="reference-text">Martin Heidegger: ''Identität und Differenz'', Günther Neske Pfullingen 1957, Siebte Auflage 1982, S. 58.</span>


== <span id="Literatur">Literatur</span> ==
=== Sekundärliteratur ===
=== <span id="Klassiker">Klassiker</span> ===


*[https://de.wikipedia.org/wiki/Auguste_Comte Auguste Comte]: ''Cours de philosophie positive'', Paris 1839.
* Myung Hee Guderian: ''Perspektiven der Metaphysikkritik: Typologie und Analyse metaphysikkritischer Argumente''. Mentis-Verlag, 2009, ISBN 3-89785-695-6.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Carnap Rudolf Carnap]: ''Überwindung der Metaphysik durch logische Analyse der Sprache.'' In: ''Erkenntnis'' 2. 1932, 219–241.
* [[Panajotis Kondylis]]: ''Die neuzeitliche Metaphysikkritik''. Klett-Cotta, Stuttgart 1990. <small>[http://www.kondylis.net/rezensionen/ChristophMenke.pdf Rezension] von [[Christoph Menke]]</small>
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant Immanuel Kant]: ''Kritik der reinen Vernunft'', Riga 1781
* [[Ursula Wolf (Philosophin)|Ursula Wolf]]: ''Warum sich die metaphysischen Fragen nicht beantworten, aber auch nicht überwinden lassen.'' In: ''Deutsche Zeitschrift für Philosophie'' 48. 2000, S. 499–504.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Willard_Van_Orman_Quine Willard Van Orman Quine]: ''[http://www.ditext.com/quine/quine.html Two Dogmas of Empiricism]'', Synopse der Originalveröffentlichung (1951) und der Fassung in der Zweiten Ausgabe in ''From a logical point of view'' (1961).
* [[Rüdiger Safranski]]: ''Wieviel Wahrheit braucht der Mensch''. Carl Hanser 1990, ISBN 3-596-10977-9
* [[Adrian Pabst]]: ''Metaphysics: the creation of hierarchy''. W.B. Eerdmans, 2012


=== <span id="Sekundärliteratur">Sekundärliteratur</span> ===
== Weblinks ==
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*Myung Hee Guderian: ''Perspektiven der Metaphysikkritik: Typologie und Analyse metaphysikkritischer Argumente''. Mentis-Verlag, 2009, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3897856956 ISBN 3-89785-695-6].
* [[Lorenz B. Puntel]]: [http://www.philosophie.uni-muenchen.de/lehreinheiten/philosophie_1/personen/puntel/download/carnap_1997.pdf Metaphysikkritik bei Carnap und Heidegger], München 1997.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Panajotis_Kondylis Panajotis Kondylis]: ''Die neuzeitliche Metaphysikkritik''. Klett-Cotta, Stuttgart 1990. <small>[http://www.kondylis.net/rezensionen/ChristophMenke.pdf Rezension] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Menke Christoph Menke]</small>
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Ursula_Wolf_(Philosophin) Ursula Wolf]: ''Warum sich die metaphysischen Fragen nicht beantworten, aber auch nicht überwinden lassen.'' In: ''Deutsche Zeitschrift für Philosophie'' 48. 2000, S. 499–504.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCdiger_Safranski Rüdiger Safranski]: ''Wieviel Wahrheit braucht der Mensch''. Carl Hanser 1990, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3596109779 ISBN 3-596-10977-9]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Adrian_Pabst Adrian Pabst]: ''Metaphysics: the creation of hierarchy''. W.B. Eerdmans, 2012


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*[https://de.wikipedia.org/wiki/Lorenz_B._Puntel Lorenz B. Puntel]: [http://www.philosophie.uni-muenchen.de/lehreinheiten/philosophie_1/personen/puntel/download/carnap_1997.pdf Metaphysikkritik bei Carnap und Heidegger], München 1997.
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Aktuelle Version vom 27. Juli 2026, 17:06 Uhr

Metaphysik + Kritik

Mit dem Ausdruck Metaphysikkritik bezeichnet man zusammenfassend philosophische Auffassungen, die metaphysische Erklärungen oder Erklärungssysteme kritisieren oder in Frage stellen – ob und wie diese möglich sind. Dabei werden die Thesen und Begriffe, aber auch die Methoden klassischer Ansätze der philosophischen Disziplin der Metaphysik einer Überprüfung unterzogen.

Gegenstand der Metaphysik

Die philosophische Disziplin der Metaphysik beschreibt zum einen Grundstrukturen der Realität, die nicht Gegenstand von einzelnen Erfahrungserkenntnissen oder von naturwissenschaftlichen Erklärungen sein können, sondern darüber hinausgehen oder ihnen zugrunde liegen. Darüber hinaus beinhaltete die Metaphysik bis zur Entstehung spezifischer Kultur-Geisteswissenschaften neben der Naturphilosophie auch die rationale Auseinandersetzung über Gegenstände, die nicht zur Natur im Sinne von griechisch φύσις, physis zählen. (Zur Ideen- und Begriffsgeschichte siehe auch die Artikel Metaphysik, Naturwissenschaft, Physik und Geschichte der Physik.) Klassische Gegenstände der Metaphysik sind u. a. Wesensfragen, ideelle Objekte (z. B. Universalien), aber auch philosophische Konzeptionen der Seele, des Geistes oder der Göttlichkeit. Davon werden bereits seit der Antike Ethik, Mathematik und Logik abgegrenzt, obwohl durchaus Zusammenhänge bestehen – so setzten etwa bestimmte Systeme ethischer Gebote ein metaphysisches Modell für Handlungen voraus. Im modernen kulturellen Diskurs wird der Ausdruck „Metaphysik“ auch aufweichend für eine harmonische, die Welt insgesamt erklärende und auf einen letzten Sinn beziehende Weltanschauung gebraucht.

Kants Metaphysikkritik

Immanuel Kant entwickelt im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts eine grundlegende Kritik an traditionellen metaphysischen Inhalten und Verfahren. Diese stammten zum Teil aus der Scholastik, Kant lagen sie aber historisch in rationalistischen Rekonstruktionen, zuletzt von Leibniz und Wolff vor. Sein erkenntnistheoretisches Programm formuliert Kant v. a. in der Kritik der reinen Vernunft und den Prolegomena.

Gegen die klassischen Verfahren der Begriffszergliederung und des indirekten Beweises führt Kant an, dass erstere keine Erweiterung der Erkenntnis ermöglicht, letzterer hingegen zu notwendigen Widersprüchen führen kann, wie sie Kant in den Antinomien der reinen Vernunft beschreibt.

Wichtige Fragen der klassischen Metaphysik müssen Kant zufolge notwendig unbeantwortet bleiben, da prinzipiell keine Möglichkeit besteht, etwas von den Eigenschaften der Objekte zu wissen, die traditionell in metaphysischen Systemen als Basis vorausgesetzt werden. Diese sollen nämlich übernatürliche, unabhängige Substanzen sein – Kant spricht von „Dingen an sich“. Diese Übernatürlichkeit aber macht nach Kant gerade ihre wesentlichen Eigenschaften nicht erfahrbar, denn Erkenntnis und Wissen sind auf die indirekte Vermittlung der Inhalte durch die Strukturen der Sinnlichkeit und des Denkens angewiesen. Erkennbar ist bei Kant daher nur, welche Wirkungen Gegenstände auf das Bewusstsein haben, und diese wieder nur so weit, wie sie sich gedanklich nachvollziehen lassen. Der Eigenanteil, den Sinnlichkeit und Verstand in das Erleben und in die Inhalte des Bewusstseins einbringen, lässt sich im konkreten Fall aber nicht abgrenzen.

Transzendentalphilosophisches Programm

Kant schlägt ein neues Programm für die Metaphysik vor: Statt ein Wissen von Dingen an sich anzustreben, soll die Metaphysik die allgemeinen Strukturen der Erkenntnisvermögen (Sinnlichkeit und Verstand) untersuchen, die die Erkenntnis einzelner Sachverhalte, also Urteile, ermöglichen. Diese allgemeinen Voraussetzungen („Bedingungen der Möglichkeit“) jeder Erkenntnis heißen in Kants Terminologie kurz transzendentale Prinzipien. Dazu gehören:

  • die reinen Grundbegriffe unseres Verstandes, die Kategorien (zum Beispiel die Kausalität),
  • die Formen unserer sinnlichen Anschauung: die linear-kontinuierliche, gerichtete Zeit als innere Anschauungsform und der euklidische Raum als äußere. Gegenstände der Natur sind in Zeit und Raum, mentale Zustände nur in der Zeit.
  • die Ideen unserer Vernunft

Kants zentrale These ist, dass mit den beiden ersten Gruppen der transzendentalen Prinzipien Erkenntnisse begründbar sind, die den besonderen Status von reinen synthetischen Urteilen a priori haben. Diese Grundsätze sind keine Aussagen über die Welt „an sich“ mehr, aber notwendige Regeln für die Welt, so wie sie uns erscheint. Synthetische Urteile sind nach Kant solche, deren Wahrheit nicht durch Begriffszergliederung, sondern durch ihre Bedeutung für die allgemeinen Strukturen der Sinnlichkeit erkannt wird. Im Gegensatz dazu wird bei analytischen Urteilen der propositionale Gehalt als Beziehung zwischen Intensionen der beteiligten Begriffe erkannt und ist also wahr dank semantischer Implikation.[1] Kants Unterscheidung von Urteilen „a posteriori“ und „a priori“ betrifft ihr Verhältnis zur Sinneserfahrung: Wenn der Sachverhalt, der im Urteil erkannt wird, durch Sinneseindrücke vermittelt wird, heißt das Urteil „a posteriori“, sonst „a priori“. Urteile heißen „rein a priori“, wenn sie nicht einmal empirische Begriffe, die aus der Erfahrung stammen, verwenden, sondern nur die Begriffe des Verstandes und Begriffe, die sich auf die reinen Formen der Anschauung beziehen.[2] Kant zufolge haben viele traditionelle metaphysische Thesen, die auch die Ideen der Vernunft miteinbeziehen, den Status möglicher reiner synthetischer Urteile a priori, d. h., wir können uns ihrer Wahrheit nicht sicher sein. Insofern dies aber auch für ihre Negation gilt, können sie weder bestätigt noch widerlegt werden.

Kants Programm einer „Kritik der Vernunft“ unterscheidet (der etymologisch ursprüngliche Wortsinn von Kritik) also die möglichen Erkenntnisse, die sich in den Strukturen von Anschauung und Denken bewegen, von unmöglichen, aber traditionell beanspruchten, die diese Grenzen überschreiten.

Historische Entwicklung seit dem 19. Jahrhundert

Die Philosophie des Deutschen Idealismus, die im 19. Jahrhundert tonangebend wurde, übernahm zum Teil Kants Kritik der traditionellen Metaphysik. Die Unentscheidbarkeit transzendenter synthetischer Urteile a priori ermöglichte aber neue Systementwürfe, die diese durch „Setzung“ bestimmten. Da unter diese Urteile auch die Existenz des Erkenntnissubjekts als unabhängige Substanz fällt, konnte Kants erkenntnistheoretisches Programm scheinbar ohne Weiteres in neue „Metaphysiken“ integriert werden.

Erst mit dem Aufkommen des Positivismus und der Ablehnung des deutschen und britischen Idealismus durch die britischen Philosophen G. E. Moore, Bertrand Russell oder etwa den Sensualismus von Ernst Mach kam es auch wieder zu einer Kritik der Metaphysik. Die Linguistische Wende stellte nicht nur die Erkennbarkeit oder Wahrheit, sondern sogar den Sinn der traditionellen wie idealistischen metaphysischen Urteile, sofern diese Transzendentes zum Gegenstand hatten, in Frage. Beim frühen Ludwig Wittgenstein mündeten diese Zweifel im Diktum:

„Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“

– Ludwig Wittgenstein: Tractatus logico-philosophicus, Absatz 7[3]

Immerhin billigte Wittgenstein in dieser Phase der Metaphysik den Bereich der individuellen „mystischen“ Erfahrung als Reservat zu, diese war seiner Meinung nach aber prinzipiell unkommunizierbar.

Metaphysikkritik des logischen Empirismus

Der Wiener Kreis – eine etwa um 1922 entstandene Diskussionsgruppe um Moritz Schlick, Rudolf Carnap, Kurt Gödel, Friedrich Waismann, Otto Neurath u. a. – vertrat einen sogenannten logischen Empirismus. Damit war eine methodische Einschränkung der Erkenntnistheorie auf die Analyse logischer Beziehungen einerseits und auf wissenschaftlich verlässliche empirische Erkenntnisweisen andererseits. Alles darüber Hinausgehende war diesem Programm zufolge kein Gegenstand möglichen Wissens; es richtete sich entschieden gegen die Forschungsprogramme des Neukantianismus und des britischen Idealismus. Überhaupt jeder Versuch, Wahrheiten auszumachen, die nicht auf naturwissenschaftliche Beobachtungen und deren Ausdruck, die Beobachtungssätze, reduzierbar waren, wurde vom Wiener Kreis als „metaphysisch“ abgelehnt. Ausgangspunkt war ein verifikationistisches Sinnkriterium: Der Sinn eines sprachlichen Ausdrucks wurde mit der Methode, ihn zu verifizieren, gleichgesetzt, d. h. mit den wissenschaftlich bestätigten Verfahren, mittels der wir das Bestehen des entsprechenden Sachverhalts feststellen können.

Rudolf Carnaps Aufsatz Überwindung der Metaphysik durch logische Analyse der Sprache (1932) zeigt schon im Titel die metaphysikkritische Ausrichtung. Seiner These zufolge sind metaphysische Sätze lediglich Scheinsätze. Gemeint ist: Sie besitzen zwar die grammatikalische Form eines sinnvollen Satzes, bringen jedoch keinen möglichen (denkbaren, aber nicht erforderlich existierenden) Sachverhalt zum Ausdruck – sie können also gar nicht wahr oder falsch sein. Scheinsätze entstehen nach Carnap auf zweierlei Arten: Zum einen dadurch, dass in einem Satz Wörter verwendet werden, die keine Bedeutung besitzen, da die so gebildeten Sätze empirisch nicht überprüfbar seien. Zum anderen entstehe ein Scheinsatz, wenn Wörter miteinander verknüpft werden, die fundamental unterschiedlichen semantischen Kategorien entstammen. So wird in dem Satz „Cäsar ist eine Primzahl“ das Wort „Primzahl“, das nur auf Zahlen anwendbar ist, auf ein Wort bezogen, das keine Zahl bezeichnet: „Cäsar“. Dieser Satz ist somit weder wahr noch falsch, sondern sinnlos. Zudem müsse nach Carnap der Sinn einer Aussage angegeben werden, wenn sie einen neuen oder zweifelhaft legitimen, d. h. hinsichtlich seiner wissenschaftlichen Verwendbarkeit strittigen Begriff enthält. Dafür sei es notwendig und hinreichend zu nennen, in welchen Fällen von Erfahrung sie wahr und in welchen sie falsch sein soll.[4] Die Sinnlosigkeit metaphysischer Sätze liegt nun an ihrer von Kant bestimmten Charakteristik: Da sie synthetische Urteile a priori sein sollen, die sich empirischer Erkenntnis generell entziehen, seien sie per se sinnlos. Die Daseinsberechtigung der Metaphysik besteht laut Carnap nur darin, wie die Kunst ein Lebensgefühl zum Ausdruck zu bringen: „Metaphysiker sind Musiker ohne musikalische Fähigkeit“.[5]

Analytische Kritik am logischen Empirismus

Die Dichotomie von analytisch und synthetisch, wie sie Carnap zugrunde legte, hat Willard Van Orman Quine bestritten und Anhängern von Carnaps Position die unkritische Vertretung von zwei Dogmen des Empirismus vorgeworfen: Quine zufolge wird die analytisch-synthetische Unterscheidung von diesen einfach vorausgesetzt, obwohl es nur vage Kriterien für sie gibt. Insofern lässt sich aber auch die Abgrenzung der Metaphysik aus dem Bereich des möglichen Wissens nicht mehr halten. Nach Quine stehen vielmehr alle innerhalb einer Theorie der Welt als wahr ausgezeichneten Sätze, Überzeugungen, in einem holistischen Zusammenhang, insofern sie sich gegenseitig stützen. Carnaps Bestimmung von „analytisch“ sei dabei ein Missverständnis der Tatsache, dass in diesem Netzwerk einige Überzeugungen eine wichtigere Rolle spielen, insofern sie viele Sätze stützen, ohne von ihnen gestützt zu werden. Sie erscheinen daher als notwendig und selbstverständlich. Andere Sätze haben nur eine periphere Funktion. Werden sie durch Erfahrung widerlegt, so bedroht das die Gesamtstruktur nicht, insofern auch die Negation eine Funktion im Netzwerk einnehmen kann. Diese Sätze erscheinen daher eher kontingent und synthetisch zu sein. Eine Kritik oder sogar Ablehnung der Metaphysik kann demnach nicht mehr auf Basis der Frage nach dem empirischen Gehalt metaphysischer Sätze gestellt werden, wohl aber, indem ihre Funktion für unsere Überzeugungssysteme untersucht wird.

Die Vertreter der Philosophie der normalen Sprache wiesen den semantischen Unterbau des logischen Empirismus zurück und konnten durch semantische Analysen (Gilbert Ryle) metaphysischen Ausdrücken und Behauptungen wieder eine sprachliche Funktion zuweisen. Allerdings führt diese nicht zu einer Rehabilitation der traditionellen Metaphysik. Peter Strawson setzt an deren Stelle sein Programm einer „deskriptiven Metaphysik“, das nicht mehr die Strukturen der Welt erforschen will, sondern die logische Struktur des Denkens, die dem alltäglichen Sprachgebrauch zugrunde liegt.

Auch der kritische Rationalismus von Karl Popper weist das Sinnkriterium des logischen Empirismus zurück und führt stattdessen Falsifizierbarkeit als Kriterium der Abgrenzung von Sätzen der empirischen Wissenschaft von metaphysischen Sätzen ein. Sätze der empirischen Wissenschaft müssen sich Popper zufolge vor allem dadurch auszeichnen, dass sie einen empirischen Gehalt derart haben, dass Erfahrungen vorstellbar sind, die sie widerlegen. Dieser Falsifikationismus schließt damit viele Thesen der traditionellen oder der idealistischen Metaphysik aus dem Bereich der empirischen Wissenschaft aus.

Kontinentalphilosophische Metaphysikkritik

Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts wurde von verschiedenster Seite die methodische Grundanlage traditioneller metaphysischer Erklärungen kritisiert. Ende des 19. Jahrhunderts beispielsweise von Friedrich Nietzsche und zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Vertretern der Lebensphilosophie, der Existenzphilosophie und des Existenzialismus.

Einige destruktive Kritikpunkte der Metaphysik stammen von Friedrich Nietzsche, der die Entstehung der Metaphysik bei Sokrates und Platon durch die Einführung „einer (falschen) Welt hinter der (wahren) Welt“ meinte, durch die die Metaphysik die einzige „wahre Welt“ abwerteten sollte. Nietzsche sah in der Metaphysik und im Christentum (das er in der Vorrede zu Jenseits von Gut und Böse „Platonismus für's 'Volk'“ nannte), eine Reihe entfremdender Projektionen, die durch die Angst vor der Ungewissheit und Sinnlosigkeit der Existenz verursacht werden. Dies hätte zu einer nihilistischen Leugnung des konkreten und realen Lebens geführt.

In der Ablehnung der Metaphysik zeigt sich eine Parallele zwischen Carnap und Martin Heidegger, obwohl dieser Carnap (und auch Nietzsche) selbst für einen unbewussten Metaphysiker hielt. Heidegger begreift die Geschichte der Metaphysik als eine Manifestation der Geschichte des Seins selbst: Das Sein offenbart sich im Denken durch die Definitionen, die verschiedene Denker ihm nach und nach gegeben haben, beispielsweise als: „φύσις, λόγος…ἰδέα, ενέργεια, Substantialität…Wille, Wille zur Macht, Wille zum Willen“,[6] bis zu dem Punkt, dass es auf Nichts reduziert wird, das heißt, bis zur Aufhebung der „ontologischen Differenz“ zwischen dem Sein und dem Seienden. Metaphysik ist also nichts anderes als eine der Erscheinungsformen des Seins, aber da das Sein sich nur durch die Seienden manifestieren kann, die jedoch kein Sein sind, es sich daher gleichzeitig offenbart und verbirgt.

Aber auch die frühe und die späte kritische Theorie wandten sich gegen die traditionelle Metaphysik, da sie sie verdächtigten, Ausdruck einer Ideologie der herrschenden Klassen zu sein. In der Spätmoderne erfolgte eine Kritik vor allem durch Autoren, die üblicherweise dem Strukturalismus, Poststrukturalismus oder der sog. Postmoderne zugerechnet werden, darunter beispielsweise Michel Foucault, Emmanuel Levinas oder Jacques Derrida, aber auch den Amerikaner Richard Rorty.

Einzelnachweise

  1. ↑ Robert Hanna: Kant's Theory of Judgment. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy., 2.2.2.
  2. ↑ Robert Hanna: Kant's Theory of Judgment. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy., l.c., 2.2.1
  3. ↑ Ludwig Wittgenstein: Logisch-philosophische Abhandlung, W. Ostwald (Hrsg.), Annalen der Naturphilosophie, Band 14, 1921, S. 185–262
  4. ↑ Rudolf Carnap: Scheinprobleme in der Philosophie: das Fremdpsychische und der Realismusstreit. Hrsg.: Hans Blumenberg, Jürgen Habermas, Dieter Henrich und Jacob Taubes. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1966, S. 47–48 (archive.org).
  5. ↑ Rudolf Carnap: Überwindung der Metaphysik durch logische Analyse der Sprache (1932). (Carnap Project: Benson No. 1932-1), S. 33.
  6. ↑ Martin Heidegger: Identität und Differenz, Günther Neske Pfullingen 1957, Siebte Auflage 1982, S. 58.

Literatur

Klassiker

Sekundärliteratur

  • Myung Hee Guderian: Perspektiven der Metaphysikkritik: Typologie und Analyse metaphysikkritischer Argumente. Mentis-Verlag, 2009, ISBN 3-89785-695-6.
  • Panajotis Kondylis: Die neuzeitliche Metaphysikkritik. Klett-Cotta, Stuttgart 1990. Rezension von Christoph Menke
  • Ursula Wolf: Warum sich die metaphysischen Fragen nicht beantworten, aber auch nicht überwinden lassen. In: Deutsche Zeitschrift für Philosophie 48. 2000, S. 499–504.
  • Rüdiger Safranski: Wieviel Wahrheit braucht der Mensch. Carl Hanser 1990, ISBN 3-596-10977-9
  • Adrian Pabst: Metaphysics: the creation of hierarchy. W.B. Eerdmans, 2012
Wiktionary: Metaphysikkritik – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen