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„Verschlußlaut“ – Versionsunterschied

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'''Plosive/Plosivlaute''' (auch '''Explosive/Explosivlaute''', '''Okklusive/Okklusivlaute''', '''Klusile''', '''Mutae''' oder '''Verschlusslaute''') werden die [https://de.wikipedia.org/wiki/Konsonant Konsonanten] genannt, bei deren [https://de.wikipedia.org/wiki/Artikulation_(Linguistik) Artikulation] der Atemluftstrom blockiert wird. Durch die sofort darauf folgende Wiederfreisetzung des gestauten Luftstromes entsteht eine kleine „Explosion“, die den Klang erzeugt. Die Benennung erfolgt also nach der [https://de.wikipedia.org/wiki/Artikulationsart Artikulationsart]. Der Verschluss erfolgt zum Beispiel durch einen Kontakt der Lippen (Beispiel: <span class="IPA">​[⁠[https://de.wikipedia.org/wiki/Stimmloser_bilabialer_Plosiv p]⁠]​</span>, <span class="IPA">​[⁠[https://de.wikipedia.org/wiki/Stimmhafter_bilabialer_Plosiv b]⁠]​</span>) oder der Zunge mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Artikulationsort Artikulationsort] im [https://de.wikipedia.org/wiki/Vokaltrakt Vokaltrakt] oder Ansatzrohr (Beispiele: <span class="IPA">​[⁠[https://de.wikipedia.org/wiki/Stimmloser_alveolarer_Plosiv t]⁠]​</span>, <span class="IPA">​[⁠[https://de.wikipedia.org/wiki/Stimmhafter_alveolarer_Plosiv d]⁠]​</span>, <span class="IPA">​[⁠[https://de.wikipedia.org/wiki/Stimmloser_velarer_Plosiv k]⁠]​</span>, <span class="IPA">​[⁠[https://de.wikipedia.org/wiki/Stimmhafter_velarer_Plosiv g]⁠]​</span>).
'''Plosive/Plosivlaute''' (auch '''Explosive/Explosivlaute''', '''Okklusive/Okklusivlaute''', '''Klusile''', '''Mutae''' oder '''Verschlusslaute''') werden die [https://de.wikipedia.org/wiki/Konsonant Konsonanten] genannt, bei deren [https://de.wikipedia.org/wiki/Artikulation_(Linguistik) Artikulation] der Atemluftstrom blockiert wird. Durch die sofort darauf folgende Wiederfreisetzung des gestauten Luftstromes entsteht eine kleine „Explosion“, die den Klang erzeugt. Die Benennung erfolgt also nach der [https://de.wikipedia.org/wiki/Artikulationsart Artikulationsart]. Der Verschluss erfolgt zum Beispiel durch einen Kontakt der Lippen (Beispiel: <span class="IPA">​[⁠[https://de.wikipedia.org/wiki/Stimmloser_bilabialer_Plosiv p]⁠]​</span>, <span class="IPA">​[⁠[https://de.wikipedia.org/wiki/Stimmhafter_bilabialer_Plosiv b]⁠]​</span>) oder der Zunge mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Artikulationsort Artikulationsort] im [https://de.wikipedia.org/wiki/Vokaltrakt Vokaltrakt] oder Ansatzrohr (Beispiele: <span class="IPA">​[⁠[https://de.wikipedia.org/wiki/Stimmloser_alveolarer_Plosiv t]⁠]​</span>, <span class="IPA">​[⁠[https://de.wikipedia.org/wiki/Stimmhafter_alveolarer_Plosiv d]⁠]​</span>, <span class="IPA">​[⁠[https://de.wikipedia.org/wiki/Stimmloser_velarer_Plosiv k]⁠]​</span>, <span class="IPA">​[⁠[https://de.wikipedia.org/wiki/Stimmhafter_velarer_Plosiv g]⁠]​</span>).
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<p>Ähnlich wie im Englischen mit den konkurrierenden Bezeichnungen ''plosive'' und ''stop'' gibt es auch in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Phonetik deutschsprachigen Phonetik] keine vollständige Übereinstimmung darüber, ob unter ''Verschlusslaut'' bzw. ''Okklusiv'' nur solche Laute zu verstehen sind, bei denen der Phonationsstrom völlig blockiert wird, oder auch solche, bei denen eine teilweise Blockade erfolgt. Wenn man der weiteren Definition folgt, bei der auch eine teilweise Unterbrechung („Okklusion“) einen Verschlusslaut erzeugt, so würden auch alle [https://de.wikipedia.org/wiki/Klick_(Phonetik) Schnalzlaute], [https://de.wikipedia.org/wiki/Implosiv Implosive], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ejektiv Ejektive] und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Nasal_(Phonetik) Nasale], bei denen der Luftstrom auch während des Verschlusses durch den Nasenraum hinaus strömt, zu den Verschlusslauten zählen. Insbesondere der Status der Nasale ist hier umstritten. Die Verschlusslösung des Konsonanten kann transient (= zeitlich begrenzt) erfolgen, d. h. der Verschluss wird durch eine andere [https://de.wikipedia.org/wiki/Artikulationsart Artikulationsart] realisiert. Dabei entstehen [https://de.wikipedia.org/wiki/Affrikate Affrikaten], nasale oder laterale Plosionen.</p><p>Bei der Beschreibung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Klassische_Sprachen klassischen Sprachen] (Latein und Griechisch) werden die Verschlusslaute als ''Mutae'' (Einzahl ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Muta_(Laut) Muta]'') bezeichnet. Abgeleitet ist die Bezeichnung von lat. ''muta'' ‚stumm‘, da die Verschlusslaute „bei der Aussprache keine Dauer haben“. Verschlusslaute werden hier also im Gegensatz zu den [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Dauerlaute&action=edit&redlink=1 Dauerlauten] gesetzt. Zu den Mutae gehören nach klassischer Einteilung die [https://de.wikipedia.org/wiki/Tenuis Tenues] (stimmlose Verschlusslaute, hier jeweils in der Reihenfolge ihrer [https://de.wikipedia.org/wiki/Artikulationsstelle Artikulationsstellen] ''labial,'' ''alveolar,'' ''velar;'' p, t, k) und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Media_(Phonetik) Mediae] (stimmhafte Verschlusslaute; b, d, g). Im weiteren Sinne werden zu den Mutae auch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Aspirata Aspiratae] (mit h verbunden; gewöhnlich in der Notierung pʰ, tʰ, kʰ, bʰ, dʰ, gʰ oder p<sup>c</sup>, t<sup>c</sup>, k<sup>c</sup>, b<sup>c</sup>, d<sup>c</sup>, g<sup>c</sup>) gezählt.</p><p>Sowohl in der vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Duden Duden] verwendeten Terminologie als auch in den neueren Lehrbüchern<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Verschlusslaut#cite_note-1 [1]]</sup><sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Verschlusslaut#cite_note-2 [2]]</sup> werden jedoch „Plosiv“, „Okklusiv“ und „Verschlusslaut“ als Synonyme betrachtet. Als Verschlusslaut gelten also nur solche Laute, bei denen der Phonationsstrom völlig blockiert wird. Zur Vermeidung terminologischer Unsicherheiten ist es dennoch besser, ausschließlich die Bezeichnung „Plosiv“ zu verwenden.</p>
<p>Ähnlich wie im Englischen mit den konkurrierenden Bezeichnungen ''plosive'' und ''stop'' gibt es auch in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Phonetik deutschsprachigen Phonetik] keine vollständige Übereinstimmung darüber, ob unter ''Verschlusslaut'' bzw. ''Okklusiv'' nur solche Laute zu verstehen sind, bei denen der Phonationsstrom völlig blockiert wird, oder auch solche, bei denen eine teilweise Blockade erfolgt. Wenn man der weiteren Definition folgt, bei der auch eine teilweise Unterbrechung („Okklusion“) einen Verschlusslaut erzeugt, so würden auch alle [https://de.wikipedia.org/wiki/Klick_(Phonetik) Schnalzlaute], [https://de.wikipedia.org/wiki/Implosiv Implosive], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ejektiv Ejektive] und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Nasal_(Phonetik) Nasale], bei denen der Luftstrom auch während des Verschlusses durch den Nasenraum hinaus strömt, zu den Verschlusslauten zählen. Insbesondere der Status der Nasale ist hier umstritten. Die Verschlusslösung des Konsonanten kann transient (= zeitlich begrenzt) erfolgen, d. h. der Verschluss wird durch eine andere [https://de.wikipedia.org/wiki/Artikulationsart Artikulationsart] realisiert. Dabei entstehen [https://de.wikipedia.org/wiki/Affrikate Affrikaten], nasale oder laterale Plosionen.</p><p>Bei der Beschreibung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Klassische_Sprachen klassischen Sprachen] (Latein und Griechisch) werden die Verschlusslaute als ''Mutae'' (Einzahl ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Muta_(Laut) Muta]'') bezeichnet. Abgeleitet ist die Bezeichnung von lat. ''muta'' ‚stumm‘, da die Verschlusslaute „bei der Aussprache keine Dauer haben“. Verschlusslaute werden hier also im Gegensatz zu den [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Dauerlaute&action=edit&redlink=1 Dauerlauten] gesetzt. Zu den Mutae gehören nach klassischer Einteilung die [https://de.wikipedia.org/wiki/Tenuis Tenues] (stimmlose Verschlusslaute, hier jeweils in der Reihenfolge ihrer [https://de.wikipedia.org/wiki/Artikulationsstelle Artikulationsstellen] ''labial,'' ''alveolar,'' ''velar;'' p, t, k) und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Media_(Phonetik) Mediae] (stimmhafte Verschlusslaute; b, d, g). Im weiteren Sinne werden zu den Mutae auch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Aspirata Aspiratae] (mit h verbunden; gewöhnlich in der Notierung pʰ, tʰ, kʰ, bʰ, dʰ, gʰ oder p<sup>c</sup>, t<sup>c</sup>, k<sup>c</sup>, b<sup>c</sup>, d<sup>c</sup>, g<sup>c</sup>) gezählt.</p><p>Sowohl in der vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Duden Duden] verwendeten Terminologie als auch in den neueren Lehrbüchern<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Verschlusslaut#cite_note-1 [1]]</sup><sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Verschlusslaut#cite_note-2 [2]]</sup> werden jedoch „Plosiv“, „Okklusiv“ und „Verschlusslaut“ als Synonyme betrachtet. Als Verschlusslaut gelten also nur solche Laute, bei denen der Phonationsstrom völlig blockiert wird. Zur Vermeidung terminologischer Unsicherheiten ist es dennoch besser, ausschließlich die Bezeichnung „Plosiv“ zu verwenden.</p>

Aktuelle Version vom 6. Juni 2024, 11:41 Uhr

Verschluß–Laut nhdt.-dt.

Plosive/Plosivlaute (auch Explosive/Explosivlaute, Okklusive/Okklusivlaute, Klusile, Mutae oder Verschlusslaute) werden die Konsonanten genannt, bei deren Artikulation der Atemluftstrom blockiert wird. Durch die sofort darauf folgende Wiederfreisetzung des gestauten Luftstromes entsteht eine kleine „Explosion“, die den Klang erzeugt. Die Benennung erfolgt also nach der Artikulationsart. Der Verschluss erfolgt zum Beispiel durch einen Kontakt der Lippen (Beispiel: ​[⁠p⁠]​, ​[⁠b⁠]​) oder der Zunge mit dem Artikulationsort im Vokaltrakt oder Ansatzrohr (Beispiele: ​[⁠t⁠]​, ​[⁠d⁠]​, ​[⁠k⁠]​, ​[⁠g⁠]​).

Terminologie

Ähnlich wie im Englischen mit den konkurrierenden Bezeichnungen plosive und stop gibt es auch in der deutschsprachigen Phonetik keine vollständige Übereinstimmung darüber, ob unter Verschlusslaut bzw. Okklusiv nur solche Laute zu verstehen sind, bei denen der Phonationsstrom völlig blockiert wird, oder auch solche, bei denen eine teilweise Blockade erfolgt. Wenn man der weiteren Definition folgt, bei der auch eine teilweise Unterbrechung („Okklusion“) einen Verschlusslaut erzeugt, so würden auch alle Schnalzlaute, Implosive, Ejektive und die Nasale, bei denen der Luftstrom auch während des Verschlusses durch den Nasenraum hinaus strömt, zu den Verschlusslauten zählen. Insbesondere der Status der Nasale ist hier umstritten. Die Verschlusslösung des Konsonanten kann transient (= zeitlich begrenzt) erfolgen, d. h. der Verschluss wird durch eine andere Artikulationsart realisiert. Dabei entstehen Affrikaten, nasale oder laterale Plosionen.

Bei der Beschreibung der klassischen Sprachen (Latein und Griechisch) werden die Verschlusslaute als Mutae (Einzahl Muta) bezeichnet. Abgeleitet ist die Bezeichnung von lat. muta ‚stumm‘, da die Verschlusslaute „bei der Aussprache keine Dauer haben“. Verschlusslaute werden hier also im Gegensatz zu den Dauerlauten gesetzt. Zu den Mutae gehören nach klassischer Einteilung die Tenues (stimmlose Verschlusslaute, hier jeweils in der Reihenfolge ihrer Artikulationsstellen labial, alveolar, velar; p, t, k) und die Mediae (stimmhafte Verschlusslaute; b, d, g). Im weiteren Sinne werden zu den Mutae auch die Aspiratae (mit h verbunden; gewöhnlich in der Notierung pʰ, tʰ, kʰ, bʰ, dʰ, gʰ oder pc, tc, kc, bc, dc, gc) gezählt.

Sowohl in der vom Duden verwendeten Terminologie als auch in den neueren Lehrbüchern[1][2] werden jedoch „Plosiv“, „Okklusiv“ und „Verschlusslaut“ als Synonyme betrachtet. Als Verschlusslaut gelten also nur solche Laute, bei denen der Phonationsstrom völlig blockiert wird. Zur Vermeidung terminologischer Unsicherheiten ist es dennoch besser, ausschließlich die Bezeichnung „Plosiv“ zu verwenden.

Plosive

Siehe auch

Literatur

Wiktionary: Plosiv – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Verschlusslaut – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. T. Alan Hall: Phonologie. Eine Einführung. 2., überarbeitete Auflage. de Gruyter, Berlin u. a. 2011, ISBN 978-3-11-021587-8, S. 9.
  2. Bernd Pompino-Marschall: Einführung in die Phonetik. 3., durchgesehene Auflage. de Gruyter, Berlin u. a. 2009, ISBN 978-3-11-022480-1, S. 184.