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„Werk:TDPC/40.2“ – Versionsunterschied

aus AufEinWort, der freien Forschung
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[[TDPC/40.2|▷]]Cardinalis: Semper varie multa dici posse, licet insufficientissime, haec quae praemisi et quae in variis libellis meis legisti ostendunt. Multis enim valde et saepissime profundissimis meditationibus mecum habitis diligentissimeque quaesitis antiquorum scriptis repperi ultimam atque altissimam de deo considerationem esse interminam seu infinitam seu excedentem omnem conceptum. Omne enim cuius conceptus est aliquis, utique in conceptu clauditur. Deus autem id omne excedit. Nam conceptus de deo est conceptus seu verbum absolutum in se omne conceptibile complicans, et hic non est conceptibilis in alio. Omne enim in alio aliter est. Nihil enim per intellectum actu concipitur ut concipi posset. Per altiorem enim intellectum melius conciperetur. Solus per se seu absolutus conceptus est actu omnis conceptibilis conceptus. Sed noster conceptus, qui non est per se seu absolutus conceptus sed alicuius conceptus, ideo per se conceptum non concipit, cum ille non sit plus unius quam alterius, cum sit absolutus.


Cardinalis: Semper varie multa dici posse, licet insufficientissime, haec quae praemisi et quae in variis libellis meis legisti ostendunt. Multis enim valde et saepissime profundissimis meditationibus mecum habitis diligentissimeque quaesitis antiquorum scriptis repperi ultimam atque altissimam de deo considerationem esse interminam seu infinitam seu excedentem omnem conceptum. Omne enim cuius conceptus est aliquis, utique in conceptu clauditur. Deus autem id omne excedit. Nam conceptus de deo est conceptus seu verbum absolutum in se omne conceptibile complicans, et hic non est conceptibilis in alio. Omne enim in alio aliter est. Nihil enim per intellectum actu concipitur ut concipi posset. Per altiorem enim intellectum melius conciperetur. Solus per se seu absolutus conceptus est actu omnis conceptibilis conceptus. Sed noster conceptus, qui non est per se seu absolutus conceptus sed alicuius conceptus, ideo per se conceptum non concipit, cum ille non sit plus unius quam alterius, cum sit absolutus.
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Kardinal: Man kann vieles immer auf verschiedene Art sagen, wenn es auch ganz unzureichend bleibt. Was ich gerade gesagt habe, zeigt es. Aus vielen, häufigen und tiefen Betrachtungen bei mir selbst und aus eifrigstem Forschen in dem Schrifttum der Antike fand ich, daß die letzte und höchste Betrachtung über Gott unbegrenzt und unendlich ist und jedes Begreifen überschreitet. Alles, dessen Begriff der Begriff von irgend etwas ist, ist gänzlich in ihm eingeschlossen. Gott aber überschreitet es, denn ein Begriff von Gott ist der absolute Begriff oder das absolute Wort, das in sich alles Begreifbare einfaltet und daher in Anderem nicht begreifbar ist. Im Anderen ist ja alles anders. Nichts wird von der Vernunft als Wirklichkeit so begriffen, wie es begreifbar ist. Durch eine höhere Vernunft könnte es nämlich besser begriffen werden. Allein der durch sich bestehende oder absolute Begriff ist als Wirklichkeit der Begriff alles Begreifbaren. Unser Begriff aber ist nicht der Begriff durch-sich oder der absolute Begriff, sondern der irgend eines Menschen und kann infolgedessen den durch-sich-selbst bestehenden Begriff nicht begreifen; denn dieser ist absolut und gehört darum dem einen nicht eher als dem anderen an.<noinclude>
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KARD: Daß Vieles stets auf verschiedene Weise gesagt werden kann, wenn auch höchst unzureichend, zeigt das was ich vorausgeschickt habe und was du in meinen verschiedenen kleinen Büchern gelesen hast. In sehr zahlreichen und zumeist äußerst tiefen Betrachtungen bei mir selbst und nach sorgfältigstem Forschen in den Schriften der Alten habe ich herausgefunden, daß die letzte und höchste Betrachtung über Gott unbegrenzt und unendlich ist und jeden Begriff übersteigt. Jedes Ding nämlich, von dem es einen bestimmten Begriff gibt, ist auch im Begriff eingeschlossen.<ref>{{Schaufenster|modus=ignorieren|link=1|linkpos=prefix|Seite=TDPC/Anm/40,1}}</ref> Gott aber übersteigt dies alles. Denn der Begriff von Gott ist der absolute Begriff bzw. das absolute Wort, das jedes Begreifbare in sich einfaltet, und dieser ist nicht in einem anderen begreifbar.<ref>{{Schaufenster|modus=ignorieren|link=1|linkpos=prefix|Seite=TDPC/Anm/40,2}}</ref> Denn alles ist ja in einem anderen anders.<ref>{{Schaufenster|modus=ignorieren|link=1|linkpos=prefix|Seite=TDPC/Anm/40,3}}</ref> Nichts wird nämlich durch die Vernunft wirklich so begriffen, wie es begriffen werden könnte.<ref>{{Schaufenster|modus=ignorieren|link=1|linkpos=prefix|Seite=TDPC/Anm/40,4}}</ref> Denn durch eine höhere Vernunft würde es besser begriffen. Allein der durch sich selbst seiende oder absolute Begriff ist wirklich jedes Begreifbaren Begriff. Aber unser Begriff, der nicht durch sich selbst seiender oder absoluter Begriff ist, sondern Begriff von irgendetwas<ref>{{Schaufenster|modus=ignorieren|link=1|linkpos=prefix|Seite=TDPC/Anm/40,5}}</ref>, begreift deshalb den durch sich selbst seienden Begriff nicht, weil jener als eben der absolute nicht in höherem Maße Begriff des einen als des anderen ist.
 
Kardinal: Man kann vieles immer auf verschiedene Art sagen, wenn es auch ganz unzureichend bleibt. Was ich gerade gesagt habe, zeigt es. Aus vielen, häufigen und tiefen Betrachtungen bei mir selbst und aus eifrigstem Forschen in dem Schrifttum der Antike fand ich, daß die letzte und höchste Betrachtung über Gott unbegrenzt und unendlich ist und jedes Begreifen überschreitet. Alles, dessen Begriff der Begriff von irgend etwas ist, ist gänzlich in ihm eingeschlossen. Gott aber überschreitet es, denn ein Begriff von Gott ist der absolute Begriff oder das absolute Wort, das in sich alles Begreifbare einfaltet und daher in Anderem nicht begreifbar ist. Im Anderen ist ja alles anders. Nichts wird von der Vernunft als Wirklichkeit so begriffen, wie es begreifbar ist. Durch eine höhere Vernunft könnte es nämlich besser begriffen werden. Allein der durch sich bestehende oder absolute Begriff ist als Wirklichkeit der Begriff alles Begreifbaren. Unser Begriff aber ist nicht der Begriff durch-sich oder der absolute Begriff, sondern der irgend eines Menschen und kann infolgedessen den durch-sich-selbst bestehenden Begriff nicht begreifen; denn dieser ist absolut und gehört darum dem einen nicht eher als dem anderen an.</noinclude>

Aktuelle Version vom 22. Mai 2026, 08:30 Uhr

▷Cardinalis: Semper varie multa dici posse, licet insufficientissime, haec quae praemisi et quae in variis libellis meis legisti ostendunt. Multis enim valde et saepissime profundissimis meditationibus mecum habitis diligentissimeque quaesitis antiquorum scriptis repperi ultimam atque altissimam de deo considerationem esse interminam seu infinitam seu excedentem omnem conceptum. Omne enim cuius conceptus est aliquis, utique in conceptu clauditur. Deus autem id omne excedit. Nam conceptus de deo est conceptus seu verbum absolutum in se omne conceptibile complicans, et hic non est conceptibilis in alio. Omne enim in alio aliter est. Nihil enim per intellectum actu concipitur ut concipi posset. Per altiorem enim intellectum melius conciperetur. Solus per se seu absolutus conceptus est actu omnis conceptibilis conceptus. Sed noster conceptus, qui non est per se seu absolutus conceptus sed alicuius conceptus, ideo per se conceptum non concipit, cum ille non sit plus unius quam alterius, cum sit absolutus.


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KARD: Daß Vieles stets auf verschiedene Weise gesagt werden kann, wenn auch höchst unzureichend, zeigt das was ich vorausgeschickt habe und was du in meinen verschiedenen kleinen Büchern gelesen hast. In sehr zahlreichen und zumeist äußerst tiefen Betrachtungen bei mir selbst und nach sorgfältigstem Forschen in den Schriften der Alten habe ich herausgefunden, daß die letzte und höchste Betrachtung über Gott unbegrenzt und unendlich ist und jeden Begriff übersteigt. Jedes Ding nämlich, von dem es einen bestimmten Begriff gibt, ist auch im Begriff eingeschlossen.[1] Gott aber übersteigt dies alles. Denn der Begriff von Gott ist der absolute Begriff bzw. das absolute Wort, das jedes Begreifbare in sich einfaltet, und dieser ist nicht in einem anderen begreifbar.[2] Denn alles ist ja in einem anderen anders.[3] Nichts wird nämlich durch die Vernunft wirklich so begriffen, wie es begriffen werden könnte.[4] Denn durch eine höhere Vernunft würde es besser begriffen. Allein der durch sich selbst seiende oder absolute Begriff ist wirklich jedes Begreifbaren Begriff. Aber unser Begriff, der nicht durch sich selbst seiender oder absoluter Begriff ist, sondern Begriff von irgendetwas[5], begreift deshalb den durch sich selbst seienden Begriff nicht, weil jener als eben der absolute nicht in höherem Maße Begriff des einen als des anderen ist.

Kardinal: Man kann vieles immer auf verschiedene Art sagen, wenn es auch ganz unzureichend bleibt. Was ich gerade gesagt habe, zeigt es. Aus vielen, häufigen und tiefen Betrachtungen bei mir selbst und aus eifrigstem Forschen in dem Schrifttum der Antike fand ich, daß die letzte und höchste Betrachtung über Gott unbegrenzt und unendlich ist und jedes Begreifen überschreitet. Alles, dessen Begriff der Begriff von irgend etwas ist, ist gänzlich in ihm eingeschlossen. Gott aber überschreitet es, denn ein Begriff von Gott ist der absolute Begriff oder das absolute Wort, das in sich alles Begreifbare einfaltet und daher in Anderem nicht begreifbar ist. Im Anderen ist ja alles anders. Nichts wird von der Vernunft als Wirklichkeit so begriffen, wie es begreifbar ist. Durch eine höhere Vernunft könnte es nämlich besser begriffen werden. Allein der durch sich bestehende oder absolute Begriff ist als Wirklichkeit der Begriff alles Begreifbaren. Unser Begriff aber ist nicht der Begriff durch-sich oder der absolute Begriff, sondern der irgend eines Menschen und kann infolgedessen den durch-sich-selbst bestehenden Begriff nicht begreifen; denn dieser ist absolut und gehört darum dem einen nicht eher als dem anderen an.