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„Rechtsquelle“ – Versionsunterschied

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'''Rechtsquelle''' ist in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtswissenschaft Rechtswissenschaft] der Ursprungsort einer Rechtsvorschrift, aus der sich die geltenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsnorm Rechtsnormen] herleiten.<div class="mw-heading mw-heading2">
[[Recht]]{{-s-}}[[Quelle]]
 
'''Rechtsquelle''' ist in der [[Rechtswissenschaft]] der [[Ursprungsort]] einer [[Rechtsvorschrift]], aus der sich die geltenden [[Rechtsnormen]] herleiten.<div class="mw-heading mw-heading2">
== Allgemeines ==
== Allgemeines ==
</div><p>Rechtsquellen sind nach der modernen, im Jahre 1929 von [https://de.wikipedia.org/wiki/Alf_Ross Alf Ross] veröffentlichten Auffassung nicht der Entstehungsgrund, sondern der „Erkenntnisgrund für etwas als [https://de.wikipedia.org/wiki/Positives_Recht positives Recht]“.<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsquelle#cite_note-1 [1]]</sup> Bei Rechtsquellen geht es nicht um den ''materiellen Inhalt'', sondern um die ''formelle Entstehung'' von [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtssatz Rechtssätzen]. Allgemein gibt es in der Rechtsquellenlehre nur zwei hauptsächliche Rechtsquellen, nämlich [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz Gesetze] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Gewohnheitsrecht Gewohnheitsrecht]. Zu den stets schriftlich abgefassten Gesetzen zählen auch andere Rechtsnormen wie Verordnungen oder Satzungen, sofern sie [https://de.wikipedia.org/wiki/Au%C3%9Fenwirkung Außenwirkung] erzeugen. Gewohnheitsrecht ist ungeschriebene, aber ständige, gleichmäßige und allgemeine [https://de.wikipedia.org/wiki/Treu_und_Glauben Übung im Rechtsverkehr]. Aber auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Verwaltungsakt_(Deutschland) Verwaltungsakte], [https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag Verträge] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Urteil_(Deutschland) Urteile] sind Rechtsquellen mit der Einschränkung, dass sie eine auf einen Einzelfall und auf die Beteiligten beschränkte [https://de.wikipedia.org/wiki/Wirksamkeit_(Recht) Rechtswirkung] erzeugen.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsquelle#cite_note-2 [2]]</sup> Die Rechtsquellenlehre untersucht, wie Recht zur Geltung gebracht wird und in welchen Formen es auftreten kann. Dabei kann sich Recht von oben ausbreiten oder von unten wachsen, wobei das geschriebene Recht dem Willen eines staatlichen Gesetzgebers und das ungeschriebene Recht den Kräften der Gesellschaft Ausdruck verleiht.<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsquelle#cite_note-3 [3]]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading2">
</div>Rechtsquellen sind nach der modernen, im Jahre 1929 von [https://de.wikipedia.org/wiki/Alf_Ross Alf Ross] veröffentlichten Auffassung nicht der [[Entstehungsgrund]], sondern der „[[Erkenntnisgrund]] für etwas als [https://de.wikipedia.org/wiki/Positives_Recht positives Recht]“.<sup class="reference" id="cite_ref-1">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsquelle#cite_note-1 [1]]</sup> Bei Rechtsquellen geht es nicht um den ''materiellen Inhalt'', sondern um die ''formelle Entstehung'' von [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtssatz Rechtssätzen]. Allgemein gibt es in der Rechtsquellenlehre nur zwei hauptsächliche Rechtsquellen, nämlich [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz Gesetze] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Gewohnheitsrecht Gewohnheitsrecht]. Zu den stets schriftlich abgefassten Gesetzen zählen auch andere Rechtsnormen wie Verordnungen oder Satzungen, sofern sie [https://de.wikipedia.org/wiki/Au%C3%9Fenwirkung Außenwirkung] erzeugen. Gewohnheitsrecht ist ungeschriebene, aber ständige, gleichmäßige und allgemeine [https://de.wikipedia.org/wiki/Treu_und_Glauben Übung im Rechtsverkehr]. Aber auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Verwaltungsakt_(Deutschland) Verwaltungsakte], [https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag Verträge] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Urteil_(Deutschland) Urteile] sind Rechtsquellen mit der Einschränkung, dass sie eine auf einen Einzelfall und auf die Beteiligten beschränkte [https://de.wikipedia.org/wiki/Wirksamkeit_(Recht) Rechtswirkung] erzeugen.<sup class="reference" id="cite_ref-2">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsquelle#cite_note-2 [2]]</sup> Die Rechtsquellenlehre untersucht, wie Recht zur Geltung gebracht wird und in welchen Formen es auftreten kann. Dabei kann sich Recht von oben ausbreiten oder von unten wachsen, wobei das geschriebene Recht dem Willen eines staatlichen Gesetzgebers und das ungeschriebene Recht den Kräften der Gesellschaft Ausdruck verleiht.<sup class="reference" id="cite_ref-3">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsquelle#cite_note-3 [3]]</sup><div class="mw-heading mw-heading2">
== Arten ==
== Arten ==
</div><p>Grundsätzlich gibt es in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Staat Staaten], deren Gefüge oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Verfassung Verfassung] nur eine Gewalt kennt, die die Kompetenz zum Erlass von Rechtssätzen hat, nur eine Rechtsquelle. Mehrere [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsnorm Normgeber], wie sie in modernen, demokratischen und [https://de.wikipedia.org/wiki/Pluralismus_(Politik) pluralistischen] Staaten üblich sind, führen zu unterschiedlichen Arten von Rechtsquellen und Rechtssätzen. Die Rechtsquellen werden üblicherweise von der Verfassung vorgegeben.</p><p>Rechtsquellen werden in Folgende unterschieden:</p>
</div>Grundsätzlich gibt es in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Staat Staaten], deren Gefüge oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Verfassung Verfassung] nur eine Gewalt kennt, die die Kompetenz zum Erlass von Rechtssätzen hat, nur eine Rechtsquelle. Mehrere [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsnorm Normgeber], wie sie in modernen, demokratischen und [https://de.wikipedia.org/wiki/Pluralismus_(Politik) pluralistischen] Staaten üblich sind, führen zu unterschiedlichen Arten von Rechtsquellen und Rechtssätzen. Die Rechtsquellen werden üblicherweise von der Verfassung vorgegeben.
*''Rechtserzeugungsquellen'' sind die gesellschaftlichen Bedingungen, welche als Ursachen für die Entstehung einer bestimmten [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsordnung Rechtsordnung] in Betracht kommen;<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsquelle#cite_note-4 [4]]</sup>
 
*''Rechtswertungsquellen'' sind die allgemeinen Maßstäbe, nach denen Recht erzeugt und an denen das Recht auf seine [https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechtigkeit Gerechtigkeit] hin überprüft wird,<sup id="cite_ref-5" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsquelle#cite_note-5 [5]]</sup> wie zum Beispiel [https://de.wikipedia.org/wiki/Freiheit Freiheit];
Rechtsquellen werden in Folgende unterschieden:
*''Rechtserkenntnisquellen'' sind die [https://de.wikipedia.org/wiki/Fundstelle Fundstellen] für geltende Rechtsnormen wie z.&nbsp;B. die jeweilige Verfassung, [https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerrechtliche_Vertr%C3%A4ge völkerrechtliche Verträge], Gesetze, [https://de.wikipedia.org/wiki/Verordnung Verordnungen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Satzung_(%C3%B6ffentliches_Recht) öffentliche]oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Satzung_(Privatrecht) privatrechtliche Satzungen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Verwaltungsvorschrift Verwaltungsvorschriften], [https://de.wikipedia.org/wiki/Gewohnheitsrecht Gewohnheitsrecht] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4zedenzfall Präzedenzfälle].
 
<p>Rechtserkenntnisquellen sind die Rechtsquellen im engeren Sinne.</p><div class="mw-heading mw-heading3">
* ''Rechtserzeugungsquellen'' sind die gesellschaftlichen Bedingungen, welche als Ursachen für die Entstehung einer bestimmten [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsordnung Rechtsordnung] in Betracht kommen;<sup class="reference" id="cite_ref-4">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsquelle#cite_note-4 [4]]</sup>
* ''Rechtswertungsquellen'' sind die allgemeinen Maßstäbe, nach denen Recht erzeugt und an denen das Recht auf seine [https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechtigkeit Gerechtigkeit] hin überprüft wird,<sup class="reference" id="cite_ref-5">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsquelle#cite_note-5 [5]]</sup> wie zum Beispiel [https://de.wikipedia.org/wiki/Freiheit Freiheit];
* ''Rechtserkenntnisquellen'' sind die [https://de.wikipedia.org/wiki/Fundstelle Fundstellen] für geltende Rechtsnormen wie z.&nbsp;B. die jeweilige Verfassung, [https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerrechtliche_Vertr%C3%A4ge völkerrechtliche Verträge], Gesetze, [https://de.wikipedia.org/wiki/Verordnung Verordnungen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Satzung_(%C3%B6ffentliches_Recht) öffentliche]oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Satzung_(Privatrecht) privatrechtliche Satzungen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Verwaltungsvorschrift Verwaltungsvorschriften], [https://de.wikipedia.org/wiki/Gewohnheitsrecht Gewohnheitsrecht] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4zedenzfall Präzedenzfälle].
 
Rechtserkenntnisquellen sind die Rechtsquellen im engeren Sinne.<div class="mw-heading mw-heading3">
=== Einteilung der dänischen Rechtswissenschaft ===
=== Einteilung der dänischen Rechtswissenschaft ===
</div><p>Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts unterschied die dänische Rechtswissenschaft fünf Rechtsquellen:</p>
</div>Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts unterschied die dänische Rechtswissenschaft fünf Rechtsquellen:
#Gesetz,
 
#Gewohnheitsrecht,
# Gesetz,
#Präjudizien,
# Gewohnheitsrecht,
#Analogie und
# Präjudizien,
#Natur der Sache.<sup id="cite_ref-dübeck21_27_6-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsquelle#cite_note-d%C3%BCbeck21_27-6 [6]]</sup>
# Analogie und
<p>Unter dem Einfluss der Arbeiten [https://de.wikipedia.org/wiki/Alf_Ross Alf Ross]’ hat diese Einteilung ihre Gültigkeit verloren. Ross legte dabei den Grad der Objektivierung zugrunde und definierte drei Gruppen:</p>
# Natur der Sache.<sup class="reference" id="cite_ref-dübeck21_27_6-0">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsquelle#cite_note-d%C3%BCbeck21_27-6 [6]]</sup>
#Das Gesetz,
 
#das Gewohnheitsrecht und die Präjudizien und
Unter dem Einfluss der Arbeiten [https://de.wikipedia.org/wiki/Alf_Ross Alf Ross]’ hat diese Einteilung ihre Gültigkeit verloren. Ross legte dabei den Grad der Objektivierung zugrunde und definierte drei Gruppen:
#die Natur der Sache.
 
<p>Die Analogie hat ihre Anerkennung als Rechtsquelle seitdem verloren. Gleiches wird in der neueren Lehre für die ''Natur der Sache'' gefordert, die demnach nur noch Auslegungsmethode sein soll. Andere Stimmen in der Literatur wollen den Kanon der Rechtsquellen um das wissenschaftliche Schrifttum erweitern.<sup id="cite_ref-dübeck21_27_6-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsquelle#cite_note-d%C3%BCbeck21_27-6 [6]]</sup></p><div class="mw-heading mw-heading2">
# Das Gesetz,
# das Gewohnheitsrecht und die Präjudizien und
# die Natur der Sache.
 
Die Analogie hat ihre Anerkennung als Rechtsquelle seitdem verloren. Gleiches wird in der neueren Lehre für die ''Natur der Sache'' gefordert, die demnach nur noch Auslegungsmethode sein soll. Andere Stimmen in der Literatur wollen den Kanon der Rechtsquellen um das wissenschaftliche Schrifttum erweitern.<sup class="reference" id="cite_ref-dübeck21_27_6-1">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsquelle#cite_note-d%C3%BCbeck21_27-6 [6]]</sup><div class="mw-heading mw-heading2">
== Kollisionen ==
== Kollisionen ==
</div><p>Da es in einer Rechtsordnung mehrere rechtsetzende [https://de.wikipedia.org/wiki/Organ_(Recht) Organe] unterschiedlichen Ranges und damit auch verschiedenartige Rechtsquellen für dasselbe [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsgebiet Rechtsgebiet] geben kann, ist eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Normenkollision Normenkollision] nicht auszuschließen. Die einzelnen Rechtsquellen stehen in der Rechtsquellenlehre nicht isoliert nebeneinander, sondern sind aufeinander bezogen. Dann sorgen [https://de.wikipedia.org/wiki/Kollisionsregel Kollisionsregeln] für die Auflösung von Normenkollisionen. Das geschieht durch eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Normenhierarchie Normenhierarchie], die das Verhältnis verschiedener Rechtsquellen zueinander festlegt.</p><p>Beispielsweise lässt sich für das [https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsrecht_(Deutschland) Arbeitsrecht] folgende Hierarchie von Rechtsquellen festlegen:<sup id="cite_ref-7" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsquelle#cite_note-7 [7]]</sup></p>
</div>Da es in einer Rechtsordnung mehrere rechtsetzende [https://de.wikipedia.org/wiki/Organ_(Recht) Organe] unterschiedlichen Ranges und damit auch verschiedenartige Rechtsquellen für dasselbe [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsgebiet Rechtsgebiet] geben kann, ist eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Normenkollision Normenkollision] nicht auszuschließen. Die einzelnen Rechtsquellen stehen in der Rechtsquellenlehre nicht isoliert nebeneinander, sondern sind aufeinander bezogen. Dann sorgen [https://de.wikipedia.org/wiki/Kollisionsregel Kollisionsregeln] für die Auflösung von Normenkollisionen. Das geschieht durch eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Normenhierarchie Normenhierarchie], die das Verhältnis verschiedener Rechtsquellen zueinander festlegt.
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Europarecht Europarecht]
 
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Grundgesetz_f%C3%BCr_die_Bundesrepublik_Deutschland Grundgesetz]
Beispielsweise lässt sich für das [https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsrecht_(Deutschland) Arbeitsrecht] folgende Hierarchie von Rechtsquellen festlegen:<sup class="reference" id="cite_ref-7">[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsquelle#cite_note-7 [7]]</sup>
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz Gesetze]
 
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsverordnung Rechtsverordnungen]
# [https://de.wikipedia.org/wiki/Europarecht Europarecht]
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Tarifvertrag Tarifverträge]
# [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundgesetz_f%C3%BCr_die_Bundesrepublik_Deutschland Grundgesetz]
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Betriebsvereinbarung Betriebsvereinbarungen]
# [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz Gesetze]
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsvertrag_(Deutschland) Arbeitsverträge]
# [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsverordnung Rechtsverordnungen]
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsanweisung Arbeitsanweisungen]/[https://de.wikipedia.org/wiki/Dienstanweisung Dienstanweisungen].
# [https://de.wikipedia.org/wiki/Tarifvertrag Tarifverträge]
<p>Diese [https://de.wikipedia.org/wiki/Rangordnung Rangordnung] hat zur Folge, dass</p>
# [https://de.wikipedia.org/wiki/Betriebsvereinbarung Betriebsvereinbarungen]
*nach dem Rangprinzip die ranghöhere Rechtsquelle der niedrigeren vorgeht und sie verdrängt (''[https://de.wikipedia.org/wiki/Lex_superior_derogat_legi_inferiori Lex superior derogat legi inferiori]''),
# [https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsvertrag_(Deutschland) Arbeitsverträge]
*ein Abweichen von einer ranghöheren Rechtsquelle nur bei einer günstigeren Regelung ([https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnstigkeitsprinzip Günstigkeitsprinzip]) oder einer [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffnungsklausel Öffnungsklausel] möglich ist,
# [https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsanweisung Arbeitsanweisungen]/[https://de.wikipedia.org/wiki/Dienstanweisung Dienstanweisungen].
*bei ranggleichen Rechtsquellen die spezielle Regelung der generellen Regelung vorgeht (''Spezialitätsgrundsatz''; ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Lex_specialis_derogat_legi_generali Lex specialis derogat legi generali]'') und
 
*die jüngere Rechtsquelle die ältere ablöst (''Ordnungsprinzip''; ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Lex_posterior_derogat_legi_priori Lex posterior derogat legi priori]'').
Diese [https://de.wikipedia.org/wiki/Rangordnung Rangordnung] hat zur Folge, dass
<p>Eine dieser Kollisionsregeln trifft im Einzelfall zu und entscheidet darüber, welche Rechtsquelle anzuwenden ist.</p><div class="mw-heading mw-heading2">
 
* nach dem Rangprinzip die ranghöhere Rechtsquelle der niedrigeren vorgeht und sie verdrängt (''[https://de.wikipedia.org/wiki/Lex_superior_derogat_legi_inferiori Lex superior derogat legi inferiori]''),
* ein Abweichen von einer ranghöheren Rechtsquelle nur bei einer günstigeren Regelung ([https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnstigkeitsprinzip Günstigkeitsprinzip]) oder einer [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffnungsklausel Öffnungsklausel] möglich ist,
* bei ranggleichen Rechtsquellen die spezielle Regelung der generellen Regelung vorgeht (''Spezialitätsgrundsatz''; ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Lex_specialis_derogat_legi_generali Lex specialis derogat legi generali]'') und
* die jüngere Rechtsquelle die ältere ablöst (''Ordnungsprinzip''; ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Lex_posterior_derogat_legi_priori Lex posterior derogat legi priori]'').
 
Eine dieser Kollisionsregeln trifft im Einzelfall zu und entscheidet darüber, welche Rechtsquelle anzuwenden ist.<div class="mw-heading mw-heading2">
== Siehe auch ==
== Siehe auch ==
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*[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Rechtsquellen_f%C3%BCr_das_deutsche_Familienrecht Liste von Rechtsquellen für das deutsche Familienrecht]
 
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Rechtsquellen_f%C3%BCr_das_deutsche_Familienrecht Liste von Rechtsquellen für das deutsche Familienrecht]
 
<div class="mw-heading mw-heading2">
<div class="mw-heading mw-heading2">
== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
</div>
</div>
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Alf_Ross Alf Ross]: ''Theorie der Rechtsquellen. Ein Beitrag zur Theorie des positiven Rechts auf Grundlage dogmengeschichtlicher Untersuchungen'', Leipzig/Wien 1929, S. 292.</span>
 
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Vogel_(Jurist) Joachim Vogel]: ''Juristische Methodik'', 1998, [https://books.google.de/books?id=v_wrimCxnU4C&pg=PA38&dq=Rechtsquellen+alf+ross&hl=de&sa=X&redir_esc=y#v=onepage&q=Rechtsquellen%20alf%20ross&f=false S. 41].</span>
# <span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Alf_Ross Alf Ross]: ''Theorie der Rechtsquellen. Ein Beitrag zur Theorie des positiven Rechts auf Grundlage dogmengeschichtlicher Untersuchungen'', Leipzig/Wien 1929, S. 292.</span>
#<span class="reference-text">Stephan Meder: <cite>Ius non scriptum = Traditionen privater Rechtsetzung</cite>. 2., völlig überarb. und erw. Auflage. Tübingen 2009, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783161501074 ISBN 978-3-16-150107-4], S.&nbsp;10&nbsp;ff.</span>
# <span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Vogel_(Jurist) Joachim Vogel]: ''Juristische Methodik'', 1998, [https://books.google.de/books?id=v_wrimCxnU4C&pg=PA38&dq=Rechtsquellen+alf+ross&hl=de&sa=X&redir_esc=y#v=onepage&q=Rechtsquellen%20alf%20ross&f=false S. 41].</span>
#<span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Kirchhof Paul Kirchhof], ''Rechtsquellen und Grundgesetz'', in: [https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Starck Christian Starck], ''Bundesverfassungsgericht und Grundgesetz'', Band II, 1976, S. 50.</span>
# <span class="reference-text">Stephan Meder: <cite>Ius non scriptum = Traditionen privater Rechtsetzung</cite>. 2., völlig überarb. und erw. Auflage. Tübingen 2009, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783161501074 ISBN 978-3-16-150107-4], S.&nbsp;10&nbsp;ff.</span>
#<span class="reference-text">Paul Kirchhof, ''Rechtsquellen und Grundgesetz'', in: Christian Starck, ''Bundesverfassungsgericht und Grundgesetz'', Band II, 1976, S. 53.</span>
# <span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Kirchhof Paul Kirchhof], ''Rechtsquellen und Grundgesetz'', in: [https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Starck Christian Starck], ''Bundesverfassungsgericht und Grundgesetz'', Band II, 1976, S. 50.</span>
#<span class="reference-text">Inger Dübeck (Hrsg.): <cite>Einführung in das dänische Recht</cite>. Nomos, Baden-Baden 1994, S.&nbsp;21–27.</span>
# <span class="reference-text">Paul Kirchhof, ''Rechtsquellen und Grundgesetz'', in: Christian Starck, ''Bundesverfassungsgericht und Grundgesetz'', Band II, 1976, S. 53.</span>
#<span class="reference-text">Siegfried Charlier, ''ABC der Pflegedienstleitung'', 2013, [https://books.google.de/books?id=ubMuBQAAQBAJ&pg=PA331&dq=Rechtsf%C3%A4higkeit+deutsche+staatsangeh%C3%B6rige&hl=de&sa=X&redir_esc=y#v=onepage&q=Rechtsf%C3%A4higkeit%20deutsche%20staatsangeh%C3%B6rige&f=false S. 331].</span>
# <span class="reference-text">Inger Dübeck (Hrsg.): <cite>Einführung in das dänische Recht</cite>. Nomos, Baden-Baden 1994, S.&nbsp;21–27.</span>
# <span class="reference-text">Siegfried Charlier, ''ABC der Pflegedienstleitung'', 2013, [https://books.google.de/books?id=ubMuBQAAQBAJ&pg=PA331&dq=Rechtsf%C3%A4higkeit+deutsche+staatsangeh%C3%B6rige&hl=de&sa=X&redir_esc=y#v=onepage&q=Rechtsf%C3%A4higkeit%20deutsche%20staatsangeh%C3%B6rige&f=false S. 331].</span>

Aktuelle Version vom 24. Juli 2024, 16:01 Uhr

Recht‎-s-Quelle

Rechtsquelle ist in der Rechtswissenschaft der Ursprungsort einer Rechtsvorschrift, aus der sich die geltenden Rechtsnormen herleiten.

Allgemeines

Rechtsquellen sind nach der modernen, im Jahre 1929 von Alf Ross veröffentlichten Auffassung nicht der Entstehungsgrund, sondern der „Erkenntnisgrund für etwas als positives Recht“.[1] Bei Rechtsquellen geht es nicht um den materiellen Inhalt, sondern um die formelle Entstehung von Rechtssätzen. Allgemein gibt es in der Rechtsquellenlehre nur zwei hauptsächliche Rechtsquellen, nämlich Gesetze und Gewohnheitsrecht. Zu den stets schriftlich abgefassten Gesetzen zählen auch andere Rechtsnormen wie Verordnungen oder Satzungen, sofern sie Außenwirkung erzeugen. Gewohnheitsrecht ist ungeschriebene, aber ständige, gleichmäßige und allgemeine Übung im Rechtsverkehr. Aber auch Verwaltungsakte, Verträge oder Urteile sind Rechtsquellen mit der Einschränkung, dass sie eine auf einen Einzelfall und auf die Beteiligten beschränkte Rechtswirkung erzeugen.[2] Die Rechtsquellenlehre untersucht, wie Recht zur Geltung gebracht wird und in welchen Formen es auftreten kann. Dabei kann sich Recht von oben ausbreiten oder von unten wachsen, wobei das geschriebene Recht dem Willen eines staatlichen Gesetzgebers und das ungeschriebene Recht den Kräften der Gesellschaft Ausdruck verleiht.[3]

Arten

Grundsätzlich gibt es in den Staaten, deren Gefüge oder Verfassung nur eine Gewalt kennt, die die Kompetenz zum Erlass von Rechtssätzen hat, nur eine Rechtsquelle. Mehrere Normgeber, wie sie in modernen, demokratischen und pluralistischen Staaten üblich sind, führen zu unterschiedlichen Arten von Rechtsquellen und Rechtssätzen. Die Rechtsquellen werden üblicherweise von der Verfassung vorgegeben.

Rechtsquellen werden in Folgende unterschieden:

Rechtserkenntnisquellen sind die Rechtsquellen im engeren Sinne.

Einteilung der dänischen Rechtswissenschaft

Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts unterschied die dänische Rechtswissenschaft fünf Rechtsquellen:

  1. Gesetz,
  2. Gewohnheitsrecht,
  3. Präjudizien,
  4. Analogie und
  5. Natur der Sache.[6]

Unter dem Einfluss der Arbeiten Alf Ross’ hat diese Einteilung ihre Gültigkeit verloren. Ross legte dabei den Grad der Objektivierung zugrunde und definierte drei Gruppen:

  1. Das Gesetz,
  2. das Gewohnheitsrecht und die Präjudizien und
  3. die Natur der Sache.

Die Analogie hat ihre Anerkennung als Rechtsquelle seitdem verloren. Gleiches wird in der neueren Lehre für die Natur der Sache gefordert, die demnach nur noch Auslegungsmethode sein soll. Andere Stimmen in der Literatur wollen den Kanon der Rechtsquellen um das wissenschaftliche Schrifttum erweitern.[6]

Kollisionen

Da es in einer Rechtsordnung mehrere rechtsetzende Organe unterschiedlichen Ranges und damit auch verschiedenartige Rechtsquellen für dasselbe Rechtsgebiet geben kann, ist eine Normenkollision nicht auszuschließen. Die einzelnen Rechtsquellen stehen in der Rechtsquellenlehre nicht isoliert nebeneinander, sondern sind aufeinander bezogen. Dann sorgen Kollisionsregeln für die Auflösung von Normenkollisionen. Das geschieht durch eine Normenhierarchie, die das Verhältnis verschiedener Rechtsquellen zueinander festlegt.

Beispielsweise lässt sich für das Arbeitsrecht folgende Hierarchie von Rechtsquellen festlegen:[7]

  1. Europarecht
  2. Grundgesetz
  3. Gesetze
  4. Rechtsverordnungen
  5. Tarifverträge
  6. Betriebsvereinbarungen
  7. Arbeitsverträge
  8. Arbeitsanweisungen/Dienstanweisungen.

Diese Rangordnung hat zur Folge, dass

Eine dieser Kollisionsregeln trifft im Einzelfall zu und entscheidet darüber, welche Rechtsquelle anzuwenden ist.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Alf Ross: Theorie der Rechtsquellen. Ein Beitrag zur Theorie des positiven Rechts auf Grundlage dogmengeschichtlicher Untersuchungen, Leipzig/Wien 1929, S. 292.
  2. Joachim Vogel: Juristische Methodik, 1998, S. 41.
  3. Stephan Meder: Ius non scriptum = Traditionen privater Rechtsetzung. 2., völlig überarb. und erw. Auflage. Tübingen 2009, ISBN 978-3-16-150107-4, S. 10 ff.
  4. Paul Kirchhof, Rechtsquellen und Grundgesetz, in: Christian Starck, Bundesverfassungsgericht und Grundgesetz, Band II, 1976, S. 50.
  5. Paul Kirchhof, Rechtsquellen und Grundgesetz, in: Christian Starck, Bundesverfassungsgericht und Grundgesetz, Band II, 1976, S. 53.
  6. Inger Dübeck (Hrsg.): Einführung in das dänische Recht. Nomos, Baden-Baden 1994, S. 21–27.
  7. Siegfried Charlier, ABC der Pflegedienstleitung, 2013, S. 331.