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| [[Diskursethik Vorgeschichte|▶]]Die bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles Aristoteles] in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Rhetorik_(Aristoteles) Rhetorik] und in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Topik_(Aristoteles) Topik] ausgearbeitete [https://de.wikipedia.org/wiki/Argumentationstheorie Theorie der Argumentation], die noch bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Cicero Cicero] (''[https://de.wikipedia.org/wiki/De_oratore De oratore]'') bedeutsam war, spielte in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_des_Mittelalters Philosophie des Mittelalters] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_der_Neuzeit Neuzeit] eine eher untergeordnete Rolle. Erst [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gottfried_Herder Herder], [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Georg_Hamann Hamann], [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_Humboldt Humboldt] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Schleiermacher Schleiermacher]betonten wieder die Sprache als konstitutives Element des Denkens. Eine ausgearbeitete Theorie, wonach Kommunikation ein Instrument der Bestimmung der Wahrheit ist, findet sich bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Sanders_Peirce Charles Sanders Peirce], für den [https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnis Erkenntnis] in einem (unendlichen) Prozess des gemeinsamen Forschens entsteht. (CP 5.407) Peirce' Ansatz einer pragmatischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Semiotik Semiotik] wurde in der Folge von [https://de.wikipedia.org/wiki/George_Herbert_Mead George Herbert Mead] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_W._Morris Charles W. Morris]aufgenommen. Die kommunikative Bedeutung der Sprache findet sich weiterhin in der Figur der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachspiel Sprachspiele] bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Wittgenstein Ludwig Wittgenstein] und in der Theorie der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprechakt Sprechakte] von [https://de.wikipedia.org/wiki/John_Langshaw_Austin Austin] und [https://de.wikipedia.org/wiki/John_Searle Searle].<ref><span class="reference-text">Die Vorgeschichte der Diskurstheorie ist ausführlich dargestellt in: Dietrich Böhler, Horst Gronke: Stichwort „Diskurs“, in: Neues Handbuch Philosophischer Grundbegriffe, Alber, Freiburg 2011; siehe auch: Helge Schalk: [http://www.eco-online.de/PDFs/UniversesOfDiscourse.pdf Kulturelle Welten – The Universes of Discourse] (abgerufen am 4. Februar 2012; PDF; 87 kB), der den Diskursbegriff schon bei Peirce zeigt (CP 2.517ff).</span></ref>
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| Die Geltung von Aussagen in der argumentativen Diskussion thematisierten in der Folge [https://de.wikipedia.org/wiki/Stephen_Toulmin Stephen Toulmin]<ref><span class="reference-text">Stephen E. Toulmin: The Uses of Arguments, Cambridge 1958</span></ref> und [https://de.wikipedia.org/wiki/Chaim_Perelman Chaim Perelman] in der „neuen Rhetorik“<ref><span class="reference-text">Chaim Perelman, Lucie Olbrechts-Tyteca: Die neue Rhetorik. Eine Abhandlung über das Argumentieren. Frommann-Holzboog, Stuttgart 2004 (Original: La Nouvelle Rhétorique, Paris 1958)</span></ref>, für die Argumente dadurch Geltung gewinnen, dass eine einsichtige, rationale Zuhörerschaft ihnen zustimmt.<ref><span class="reference-text">Horst Gronke, Jens Peter Brune: Stichwort „Diskurs/Diskurstheorie“, in: [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_J%C3%B6rg_Sandk%C3%BChler Hans Jörg Sandkühler] (Hrsg.): Enzyklopädie Philosophie. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Meiner, Hamburg 2010</span></ref> Erst hierdurch entsteht der Unterschied von Überredung und Überzeugung. Parallel entwickelten die Vertreter des [https://de.wikipedia.org/wiki/Erlanger_Konstruktivismus Erlanger Konstruktivismus] eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Dialogische_Logik Dialogische Logik]. [https://de.wikipedia.org/wiki/Michel_Foucault Michel Foucault] setzte sich 1971 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Ordnung_des_Diskurses Die Ordnung des Diskurses] kritisch mit dem Einfluss von Macht auf den praktischen Diskurs auseinander.
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| Auf der so skizzierten Grundlage begannen Apel und Habermas die Diskursethik ab Anfang der 1970er Jahre zu entwickeln. Ein weiterer Hintergrund war der mit den Vertretern des [https://de.wikipedia.org/wiki/Kritischer_Rationalismus Kritischen Rationalismus] geführte [https://de.wikipedia.org/wiki/Positivismusstreit Positivismusstreit]. Apel hat 1967 in Göteborg<ref><span class="reference-text">Karl-Otto Apel, Matthias Kettner: Einleitung, in: Karl-Otto Apel, Matthias Kettner (Hrsg.): Zur Anwendung der Diskursethik in Politik, Recht und Wissenschaft. Suhrkamp, Frankfurt 1992, 9</span></ref> den Vortrag „Das Apriori der Kommunikationsgemeinschaft und die Grundlagen der Ethik“ gehalten, in dem er die These aufstellt, dass eine „rationale Argumentation die Geltung universaler ethischer Normen voraussetzt“.<ref><span class="reference-text">Karl-Otto Apel: Das Apriori der Kommunikationsgemeinschaft und die Grundlagen der Ethik: Zum Problem einer rationalen Begründung der Ethik im Zeitalter der Wissenschaft. In: Ders.: Transformation der Philosophie. Frankfurt a. M. 1973, Bd. 2, S. 358–435, 397</span></ref> Habermas Ausgangspunkt ist seine [https://de.wikipedia.org/wiki/Konsenstheorie_der_Wahrheit Konsenstheorie der Wahrheit] (1973)<ref><span class="reference-text">Jürgen Habermas, Wahrheitstheorien, in: Helmut Fahrenbach (Hrsg.): Wirklichkeit und Reflexion. Walter Schulz zum 60. Geburtstag, 1973, S. 211–266, abgedruckt in: Vorstudien und Ergänzungen zur Theorie des kommunikativen Handelns, Suhrkamp, Frankfurt 1984, S. 127–183</span></ref>. Im Weiteren hat er seine Überlegungen zu allgemeinen Prinzipien der Ethik nach der Veröffentlichung seiner allgemeinen Gesellschaftstheorie ([https://de.wikipedia.org/wiki/Theorie_des_kommunikativen_Handelns Theorie des kommunikativen Handelns], 1981) im Jahr 1983 mit der Aufsatzsammlung „Moralbewußtsein und kommunikatives Handeln“ aufgenommen und konkretisiert.<ref><span class="reference-text">Jürgen Habermas: Moralbewußtsein und kommunikatives Handeln. Suhrkamp, Frankfurt 1983</span></ref> Im Laufe der Zeit haben sich mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Transzendentalpragmatik Transzendentalpragmatik] (Apel) und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Universalpragmatik Universalpragmatik] (Habermas) zwei Entwicklungslinien der Diskursethik herausgebildet, die sich durch wechselseitige Ergänzungen und Kritik gegenseitig befruchtet haben.<ref><span class="reference-text">Marcel Niquet: Moralität und Befolgungsgültigkeit. Prolegomena zu einer realistischen Diskurstheorie der Moral, Königshausen & Neumann, Würzburg 2002, 10</span></ref>[[Diskursethik Zielsetzung|▶]]
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