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„Diskursethik Vorgeschichte“ – Versionsunterschied

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Die Geltung von Aussagen in der argumentativen Diskussion thematisierten in der Folge [https://de.wikipedia.org/wiki/Stephen_Toulmin Stephen Toulmin]<ref><span class="reference-text">Stephen E. Toulmin: The Uses of Arguments, Cambridge 1958</span></ref> und [https://de.wikipedia.org/wiki/Chaim_Perelman Chaim Perelman] in der „neuen Rhetorik“<ref><span class="reference-text">Chaim Perelman, Lucie Olbrechts-Tyteca: Die neue Rhetorik. Eine Abhandlung über das Argumentieren. Frommann-Holzboog, Stuttgart 2004 (Original: La Nouvelle Rhétorique, Paris 1958)</span></ref>, für die Argumente dadurch Geltung gewinnen, dass eine einsichtige, rationale Zuhörerschaft ihnen zustimmt.<ref><span class="reference-text">Horst Gronke, Jens Peter Brune: Stichwort „Diskurs/Diskurstheorie“, in: [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_J%C3%B6rg_Sandk%C3%BChler Hans Jörg Sandkühler] (Hrsg.): Enzyklopädie Philosophie. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Meiner, Hamburg 2010</span></ref> Erst hierdurch entsteht der Unterschied von Überredung und Überzeugung. Parallel entwickelten die Vertreter des [https://de.wikipedia.org/wiki/Erlanger_Konstruktivismus Erlanger Konstruktivismus] eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Dialogische_Logik Dialogische Logik]. [https://de.wikipedia.org/wiki/Michel_Foucault Michel Foucault] setzte sich 1971 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Ordnung_des_Diskurses Die Ordnung des Diskurses] kritisch mit dem Einfluss von Macht auf den praktischen Diskurs auseinander.
 
Auf der so skizzierten Grundlage begannen Apel und Habermas die Diskursethik ab Anfang der 1970er Jahre zu entwickeln. Ein weiterer Hintergrund war der mit den Vertretern des [https://de.wikipedia.org/wiki/Kritischer_Rationalismus Kritischen Rationalismus] geführte [https://de.wikipedia.org/wiki/Positivismusstreit Positivismusstreit]. Apel hat 1967 in Göteborg<ref><span class="reference-text">Karl-Otto Apel, Matthias Kettner: Einleitung, in: Karl-Otto Apel, Matthias Kettner (Hrsg.): Zur Anwendung der Diskursethik in Politik, Recht und Wissenschaft. Suhrkamp, Frankfurt 1992, 9</span></ref> den Vortrag „Das Apriori der Kommunikationsgemeinschaft und die Grundlagen der Ethik“ gehalten, in dem er die These aufstellt, dass eine „rationale Argumentation die Geltung universaler ethischer Normen voraussetzt“.<ref><span class="reference-text">Karl-Otto Apel: Das Apriori der Kommunikationsgemeinschaft und die Grundlagen der Ethik: Zum Problem einer rationalen Begründung der Ethik im Zeitalter der Wissenschaft. In: Ders.: Transformation der Philosophie. Frankfurt a. M. 1973, Bd. 2, S. 358–435, 397</span></ref> Habermas Ausgangspunkt ist seine [https://de.wikipedia.org/wiki/Konsenstheorie_der_Wahrheit Konsenstheorie der Wahrheit] (1973)<ref><span class="reference-text">Jürgen Habermas, Wahrheitstheorien, in: Helmut Fahrenbach (Hrsg.): Wirklichkeit und Reflexion. Walter Schulz zum 60. Geburtstag, 1973, S. 211–266, abgedruckt in: Vorstudien und Ergänzungen zur Theorie des kommunikativen Handelns, Suhrkamp, Frankfurt 1984, S. 127–183</span></ref>. Im Weiteren hat er seine Überlegungen zu allgemeinen Prinzipien der Ethik nach der Veröffentlichung seiner allgemeinen Gesellschaftstheorie ([https://de.wikipedia.org/wiki/Theorie_des_kommunikativen_Handelns Theorie des kommunikativen Handelns], 1981) im Jahr 1983 mit der Aufsatzsammlung „Moralbewußtsein und kommunikatives Handeln“ aufgenommen und konkretisiert.<ref><span class="reference-text">Jürgen Habermas: Moralbewußtsein und kommunikatives Handeln. Suhrkamp, Frankfurt 1983</span></ref> Im Laufe der Zeit haben sich mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Transzendentalpragmatik Transzendentalpragmatik] (Apel) und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Universalpragmatik Universalpragmatik] (Habermas) zwei Entwicklungslinien der Diskursethik herausgebildet, die sich durch wechselseitige Ergänzungen und Kritik gegenseitig befruchtet haben.<ref><span class="reference-text">Marcel Niquet: Moralität und Befolgungsgültigkeit. Prolegomena zu einer realistischen Diskurstheorie der Moral, Königshausen & Neumann, Würzburg 2002, 10</span></ref>[[Diskursethik Zielsetzung|▶]]

Aktuelle Version vom 21. Juli 2026, 18:53 Uhr

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