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„Philosophische Logik“ – Versionsunterschied

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<p>Der Ausdruck '''philosophische Logik''' wird auf mehrfache Weise verwendet:<sup id="cite_ref-Burgess2009_1-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophische_Logik#cite_note-Burgess2009-1 [1]]</sup></p>
Der Ausdruck '''philosophische Logik''' wird auf mehrfache Weise verwendet:<ref name="Burgess2009">{{cite book|author=John P. Burgess|title=Philosophical logic|url=https://books.google.de/books?id=k32w3_wjBoYC&pg=PR7&redir_esc=y&hl=de|year=2009|publisher=Princeton University Press|isbn=9780691137896|pages=vii-viii}}</ref>
#Er bezeichnet jene [https://de.wikipedia.org/wiki/Logik Logik], die traditionell als Teilgebiet der [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie Philosophie] aufgefasst wird. In der Philosophie wird die Logik im Allgemeinen stärker als Beitrag zu einer allgemeinen [https://de.wikipedia.org/wiki/Argumentationstheorie Theorie des (korrekten) Argumentierens] aufgefasst, die auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Pragmatik_(Linguistik) pragmatische] Aspekte umfassen kann. Dieser Aspekt ist nicht Gegenstand der Mathematik. In der Philosophie werden im Rahmen der Disziplin Logik auch vielfach Fragen der Logikrechtfertigung u.&nbsp;ä. behandelt, die außerhalb des Untersuchungsgegenstandes der Mathematik liegen und die man der Klarheit halber der [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_der_Logik Philosophie der Logik] als eigener Disziplin zurechnen kann. Es gibt jedoch keinen allgemeinen Konsens darüber, wie diese Disziplinen voneinander und von der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachphilosophie Sprachphilosophie] abzugrenzen sind.<sup id="cite_ref-Jacquette2007_2-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophische_Logik#cite_note-Jacquette2007-2 [2]]</sup>
 
#Die moderne Logik beginnt mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Gottlob_Frege Gottlob Frege] (1879), setzte sich aber in der Philosophie eher zögerlich durch. Vor der allgemeinen Anerkennung der modernen, „symbolischen“ Logik (die anfangs auch mit dem heute veralteten Ausdruck „Logistik“ bezeichnet wurde) in der Philosophie wurde unter „philosophischer Logik“ oft die traditionelle, überwiegend aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Syllogismus Syllogistik] bestehende Logik verstanden, die so von der „anderen“, neuen Logik abgegrenzt werden sollte. „Mathematische Logik“ und „philosophische Logik“ bedeuten dann nicht verschiedene Disziplinen, sondern nur verschiedene Entwicklungsstufen derselben Logik.<sup id="cite_ref-Kutschera_3-0" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophische_Logik#cite_note-Kutschera-3 [3]]</sup> Dieser Sprachgebrauch ist heute praktisch verschwunden.
# Er bezeichnet jene [[Logik]], die traditionell als Teilgebiet der [[Philosophie]] aufgefasst wird. In der Philosophie wird die Logik im Allgemeinen stärker als Beitrag zu einer allgemeinen [[Argumentationstheorie|Theorie des (korrekten) Argumentierens]] aufgefasst, die auch [[Pragmatik (Linguistik)|pragmatische]] Aspekte umfassen kann. Dieser Aspekt ist nicht Gegenstand der Mathematik. In der Philosophie werden im Rahmen der Disziplin Logik auch vielfach Fragen der Logikrechtfertigung u.&nbsp;ä. behandelt, die außerhalb des Untersuchungsgegenstandes der Mathematik liegen und die man der Klarheit halber der [[Philosophie der Logik]] als eigener Disziplin zurechnen kann. Es gibt jedoch keinen allgemeinen Konsens darüber, wie diese Disziplinen voneinander und von der [[Sprachphilosophie]] abzugrenzen sind.<ref name="Jacquette2007">{{cite book|author=Dale Jacquette|title=Philosophy of logic|url=https://books.google.de/books?id=1xEVkzuX5e0C&pg=PA1&redir_esc=y&hl=de|year=2007|publisher=Elsevier|isbn=9780444515414|page=1}}</ref>
#Als ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Terminus_technicus terminus technicus]'' bezeichnet „philosophische Logik“ heute meist verschiedene [https://de.wikipedia.org/wiki/Formale_Logik formale Logiken], die die elementare Aussagen- und Prädikatenlogik in unterschiedlicher Weise erweitern. Im Unterschied zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Mathematische_Logik mathematischen Logik] erweitert die philosophische Logik diese um weitere satzbildende Operatoren (Intensionale Logiken).<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophische_Logik#cite_note-4 [4]]</sup> Dazu zählen die (alethische) [https://de.wikipedia.org/wiki/Modallogik Modallogik], [https://de.wikipedia.org/wiki/Deontische_Logik deontische Logik], [https://de.wikipedia.org/wiki/Epistemische_Logik epistemische Logik], [https://de.wikipedia.org/wiki/Interrogativlogik Interrogativlogik], u.v.m. Die Bezeichnung „philosophische Logik“ erklärt sich vor allem daraus, dass diese Logiken sich vorwiegend auf substanzielle philosophische Problemfelder anwenden lassen sollen (z.&nbsp;B. die deontische Logik auf die [https://de.wikipedia.org/wiki/Ethik Ethik]) und spezifisch zu diesem Zweck entwickelt wurden. Nichtsdestoweniger handelt es sich um [https://de.wikipedia.org/wiki/Formales_System formale Logiken], wie sie auch in der mathematischen Logik untersucht werden. Oft folgt aber die Normierung der Operatoren oder die Festlegung von Axiomen des Kalküls dabei Annahmen, die aus dem Anwendungsbereich stammen.
# Die moderne Logik beginnt mit [[Gottlob Frege]] (1879), setzte sich aber in der Philosophie eher zögerlich durch. Vor der allgemeinen Anerkennung der modernen, „symbolischen“ Logik (die anfangs auch mit dem heute veralteten Ausdruck „Logistik“ bezeichnet wurde) in der Philosophie wurde unter „philosophischer Logik“ oft die traditionelle, überwiegend aus [[Syllogismus|Syllogistik]] bestehende Logik verstanden, die so von der „anderen“, neuen Logik abgegrenzt werden sollte. „Mathematische Logik“ und „philosophische Logik“ bedeuten dann nicht verschiedene Disziplinen, sondern nur verschiedene Entwicklungsstufen derselben Logik.<ref name="Kutschera">Franz von Kutschera, Alfred Breitkopf: ''Einführung in die moderne Logik.'' 8. Auflage. 2007, ISBN 978-3-495-48271-1, S. 17.</ref> Dieser Sprachgebrauch ist heute praktisch verschwunden.
#Mitunter werden auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Nichtklassische_Logik nichtklassische Logiken], die aufgrund philosophischer Überlegungen einige Schlussregeln gegenüber der [https://de.wikipedia.org/wiki/Klassische_Logik klassischen Logik]verändern, als „philosophische Logiken“ bezeichnet. Standardbeispiele sind die [https://de.wikipedia.org/wiki/Logik#Intuitionismus,_Relevanzlogik_und_konnexe_Logik intuitionistische Logik], die [https://de.wikipedia.org/wiki/Parakonsistente_Logik parakonsistente Logik] und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Relevanzlogik Relevanzlogik]. Bücher wie John P. Burgess’ ''Philosophical Logic'',<sup id="cite_ref-Burgess2009_1-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophische_Logik#cite_note-Burgess2009-1 [1]]</sup> der ''Blackwell Companion to Philosophical Logic''<sup id="cite_ref-5" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophische_Logik#cite_note-5 [5]]</sup> oder das mehrbändige ''Handbook of Philosophical Logic''<sup id="cite_ref-6" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophische_Logik#cite_note-6 [6]]</sup> (hrsgg. von Dov M. Gabbay und Franz Guenthner) beschäftigen sich mit philosophischer Logik im Sinne von 3. und 4. Dieser Zweig der Logik hat durch neuere Entwicklungen in der [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz künstlichen Intelligenz] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Theoretische_Informatik theoretischen Informatik] erheblich an Bedeutung gewonnen.<sup id="cite_ref-Burgess2009_1-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophische_Logik#cite_note-Burgess2009-1 [1]]</sup> Auch solche Logiken werden in der mathematischen Logik untersucht.
# Als ''[[terminus technicus]]'' bezeichnet „philosophische Logik“ heute meist verschiedene [[formale Logik]]en, die die elementare Aussagen- und Prädikatenlogik in unterschiedlicher Weise erweitern. Im Unterschied zur [[Mathematische Logik|mathematischen Logik]] erweitert die philosophische Logik diese um weitere satzbildende Operatoren (Intensionale Logiken).<ref>Rainer Stuhlman-Laiesz: ''Philosophische Logik'', S. 3–4. Paderborn 2002, ISBN 3-89785-190-3</ref> Dazu zählen die (alethische) [[Modallogik]], [[deontische Logik]], [[epistemische Logik]], [[Interrogativlogik]], u.&nbsp;v.&nbsp;m. Die Bezeichnung „philosophische Logik“ erklärt sich vor allem daraus, dass diese Logiken sich vorwiegend auf substanzielle philosophische Problemfelder anwenden lassen sollen (z.&nbsp;B. die deontische Logik auf die [[Ethik]]) und spezifisch zu diesem Zweck entwickelt wurden. Nichtsdestoweniger handelt es sich um [[formales System|formale Logiken]], wie sie auch in der mathematischen Logik untersucht werden. Oft folgt aber die Normierung der Operatoren oder die Festlegung von Axiomen des Kalküls dabei Annahmen, die aus dem Anwendungsbereich stammen.
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# Mitunter werden auch [[nichtklassische Logik]]en, die aufgrund philosophischer Überlegungen einige Schlussregeln gegenüber der [[Klassische Logik|klassischen Logik]] verändern, als „philosophische Logiken“ bezeichnet. Standardbeispiele sind die [[Logik#Intuitionismus, Relevanzlogik und konnexe Logik|intuitionistische Logik]], die [[parakonsistente Logik]] und die [[Relevanzlogik]]. Bücher wie John P. Burgess’ ''Philosophical Logic'',<ref name="Burgess2009"/> der ''Blackwell Companion to Philosophical Logic''<ref>Lou Goble (Hrsg.): [https://books.google.ca/books?id=aaO2f60YAwIC&hl=en ''The Blackwell Guide to Philosophical Logic.''] Blackwell, Oxford 2001, ISBN 0-631-20693-0</ref> oder das mehrbändige ''Handbook of Philosophical Logic''<ref>Dov M. Gabbay, Franz Guenthner (Hrsg.): [https://www.springer.com/series/6024 ''Handbook of Philosophical Logic.''] Springer, Berlin 2001ff.</ref> (hrsgg. von Dov M. Gabbay und Franz Guenthner) beschäftigen sich mit philosophischer Logik im Sinne von 3. und 4. Dieser Zweig der Logik hat durch neuere Entwicklungen in der [[Künstliche Intelligenz|künstlichen Intelligenz]] und [[Theoretische Informatik|theoretischen Informatik]] erheblich an Bedeutung gewonnen.<ref name="Burgess2009"/> Auch solche Logiken werden in der mathematischen Logik untersucht.
 
== Siehe auch ==
== Siehe auch ==
</div><p>Intensionale Logiken, die der elementaren Logik satzbildende Konstanten hinzufügen, so dass der Wahrheitswert des entstehenden Satzes nicht vom Wahrheitswert des Abhänig ist, auf den sie angewendet werden, wie</p>
Intensionale Logiken, die der elementaren Logik satzbildende Konstanten hinzufügen, so dass der Wahrheitswert des entstehenden Satzes nicht vom Wahrheitswert des Abhänig[sic!] ist, auf den sie angewendet werden, wie
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Modallogik Modallogik] führt modale Satzoperatoren wie „es ist möglich, dass…“ oder „es ist notwendig, dass…“ ein und untersucht die Gültigkeitsbedingungen modaler Argumente;
* [[Modallogik]] führt modale Satzoperatoren wie „es ist möglich, dass…“ oder „es ist notwendig, dass…“ ein und untersucht die Gültigkeitsbedingungen modaler Argumente;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Epistemische_Logik epistemische Logik] bzw. doxastische Logik untersucht und formalisiert Aussagen des Glaubens, der Überzeugung und des Wissens sowie aus ihnen gebildete Argumente;
* [[epistemische Logik]] bzw. doxastische Logik untersucht und formalisiert Aussagen des Glaubens, der Überzeugung und des Wissens sowie aus ihnen gebildete Argumente;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Deontische_Logik Deontische Logik] oder ''Normenlogik'' untersucht und formalisiert Gebote, Verbote und Zugeständnisse („es ist erlaubt, dass…“) sowie aus ihnen gebildete Argumente;
* [[Deontische Logik]] oder ''Normenlogik'' untersucht und formalisiert Gebote, Verbote und Zugeständnisse („es ist erlaubt, dass…“) sowie aus ihnen gebildete Argumente;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Temporale_Logik Temporale Logiken] untersuchen und formalisieren Aussagen und Argumente, in denen Bezug auf Zeitpunkte oder Zeitabschnitte genommen wird;
* [[Temporale Logik]]en untersuchen und formalisieren Aussagen und Argumente, in denen Bezug auf Zeitpunkte oder Zeitabschnitte genommen wird;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Temporale_Logik_der_Aktionen Temporale Logik der Aktionen], Anwendung der Temporallogik in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Handlungstheorie_(Philosophie) Handlungstheorie (Philosophie)]
* [[Temporale Logik der Aktionen]], Anwendung der Temporallogik in der [[Handlungstheorie (Philosophie)]]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Interrogativlogik Interrogativlogik] untersucht Fragesätze sowie die Frage, ob sich zwischen Fragesätzen logische Beziehungen herstellen lassen;
* [[Interrogativlogik]] untersucht Fragesätze sowie die Frage, ob sich zwischen Fragesätzen logische Beziehungen herstellen lassen;
<p>Nicht klassische Logiken</p>
 
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenlogik Quantenlogik]
Nicht klassische Logiken
*die Logik von [https://de.wikipedia.org/wiki/Kontrafaktisches_Konditional kontrafaktischen Konditionalen]
* [[Quantenlogik]]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Parakonsistente_Logik Parakonsistente Logiken] zeichnen sich dadurch aus, dass es in ihnen nicht möglich ist, aus zwei widersprüchlichen Aussagen jede beliebige Aussage herzuleiten. Hierzu gehört auch die
* die Logik von [[Kontrafaktisches Konditional|kontrafaktischen Konditionalen]]
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Relevanzlogik Relevanzlogik], die anstelle der materialen Implikation eine Implikation verwendet, die nur dann wahr ist, wenn ihr Vordersatz für ihren Nachsatz relevant ist
* [[Parakonsistente Logik]]en zeichnen sich dadurch aus, dass es in ihnen nicht möglich ist, aus zwei widersprüchlichen Aussagen jede beliebige Aussage herzuleiten. Hierzu gehört auch die
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* [[Relevanzlogik]], die anstelle der materialen Implikation eine Implikation verwendet, die nur dann wahr ist, wenn ihr Vordersatz für ihren Nachsatz relevant ist
 
== Literatur ==
== Literatur ==
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* [[Antoine Arnauld]], [[Pierre Nicole]]: ''[[Logik von Port-Royal|Die Logik oder die Kunst des Denkens]].'' 2., durchgesehene und um eine Einleitung erweiterte Auflage. Darmstadt 1994, ISBN 3-534-03710-3.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Antoine_Arnauld Antoine Arnauld], [https://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Nicole Pierre Nicole]: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Logik_von_Port-Royal Die Logik oder die Kunst des Denkens].'' 2., durchgesehene und um eine Einleitung erweiterte Auflage. Darmstadt 1994, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3534037103 ISBN 3-534-03710-3].
* [[Kuno Lorenz]]: ''Logik, philosophische.'' In: [[Jürgen Mittelstraß]] (Hrsg.): ''Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie.'' 2. Auflage. Band 5, Metzler 2013, S. 77–78.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Kuno_Lorenz Kuno Lorenz]: ''Logik, philosophische.'' In: [https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Mittelstra%C3%9F Jürgen Mittelstraß] (Hrsg.): ''Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie.'' 2. Auflage. Band 5, Metzler 2013, S. 77–78.
 
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== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
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<references />
#<span class="reference-text"><span id="Reference-John_P._Burgess-2009" class="book">John P. Burgess: <cite>Philosophical logic</cite>. Princeton University Press, 2009, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9780691137896 ISBN 978-0-691-13789-6], S.&nbsp;vii-viii ([https://books.google.de/books?id=k32w3_wjBoYC&pg=PR7&redir_esc=y&hl=de google.de]).</span></span>
 
#<span class="reference-text"><span id="Reference-Dale_Jacquette-2007" class="book">Dale Jacquette: <cite>Philosophy of logic</cite>. Elsevier, 2007, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9780444515414 ISBN 978-0-444-51541-4], S.&nbsp;1 ([https://books.google.de/books?id=1xEVkzuX5e0C&pg=PA1&redir_esc=y&hl=de google.de]).</span></span>
[[Kategorie:Logik]]
#<span class="reference-text">Franz von Kutschera, Alfred Breitkopf: ''Einführung in die moderne Logik.'' 8. Auflage. 2007, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783495482711 ISBN 978-3-495-48271-1], S. 17.</span>
[[Kategorie:Philosophische Logik| ]]
#<span class="reference-text">Rainer Stuhlman-Laiesz: ''Philosophische Logik'', S. 3–4. Paderborn 2002, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3897851903 ISBN 3-89785-190-3]</span>
[[Kategorie:Wikipedia.de Artikel]]
#<span class="reference-text">Lou Goble (Hrsg.): [https://books.google.ca/books?id=aaO2f60YAwIC&hl=en ''The Blackwell Guide to Philosophical Logic.''] Blackwell, Oxford 2001, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/0631206930 ISBN 0-631-20693-0]</span>
#<span class="reference-text">Dov M. Gabbay, Franz Guenthner (Hrsg.): [https://www.springer.com/series/6024 ''Handbook of Philosophical Logic.''] Springer, Berlin 2001ff.</span>

Aktuelle Version vom 2. August 2026, 11:14 Uhr

Der Ausdruck philosophische Logik wird auf mehrfache Weise verwendet:[1]

  1. Er bezeichnet jene Logik, die traditionell als Teilgebiet der Philosophie aufgefasst wird. In der Philosophie wird die Logik im Allgemeinen stärker als Beitrag zu einer allgemeinen Theorie des (korrekten) Argumentierens aufgefasst, die auch pragmatische Aspekte umfassen kann. Dieser Aspekt ist nicht Gegenstand der Mathematik. In der Philosophie werden im Rahmen der Disziplin Logik auch vielfach Fragen der Logikrechtfertigung u. ä. behandelt, die außerhalb des Untersuchungsgegenstandes der Mathematik liegen und die man der Klarheit halber der Philosophie der Logik als eigener Disziplin zurechnen kann. Es gibt jedoch keinen allgemeinen Konsens darüber, wie diese Disziplinen voneinander und von der Sprachphilosophie abzugrenzen sind.[2]
  2. Die moderne Logik beginnt mit Gottlob Frege (1879), setzte sich aber in der Philosophie eher zögerlich durch. Vor der allgemeinen Anerkennung der modernen, „symbolischen“ Logik (die anfangs auch mit dem heute veralteten Ausdruck „Logistik“ bezeichnet wurde) in der Philosophie wurde unter „philosophischer Logik“ oft die traditionelle, überwiegend aus Syllogistik bestehende Logik verstanden, die so von der „anderen“, neuen Logik abgegrenzt werden sollte. „Mathematische Logik“ und „philosophische Logik“ bedeuten dann nicht verschiedene Disziplinen, sondern nur verschiedene Entwicklungsstufen derselben Logik.[3] Dieser Sprachgebrauch ist heute praktisch verschwunden.
  3. Als terminus technicus bezeichnet „philosophische Logik“ heute meist verschiedene formale Logiken, die die elementare Aussagen- und Prädikatenlogik in unterschiedlicher Weise erweitern. Im Unterschied zur mathematischen Logik erweitert die philosophische Logik diese um weitere satzbildende Operatoren (Intensionale Logiken).[4] Dazu zählen die (alethische) Modallogik, deontische Logik, epistemische Logik, Interrogativlogik, u. v. m. Die Bezeichnung „philosophische Logik“ erklärt sich vor allem daraus, dass diese Logiken sich vorwiegend auf substanzielle philosophische Problemfelder anwenden lassen sollen (z. B. die deontische Logik auf die Ethik) und spezifisch zu diesem Zweck entwickelt wurden. Nichtsdestoweniger handelt es sich um formale Logiken, wie sie auch in der mathematischen Logik untersucht werden. Oft folgt aber die Normierung der Operatoren oder die Festlegung von Axiomen des Kalküls dabei Annahmen, die aus dem Anwendungsbereich stammen.
  4. Mitunter werden auch nichtklassische Logiken, die aufgrund philosophischer Überlegungen einige Schlussregeln gegenüber der klassischen Logik verändern, als „philosophische Logiken“ bezeichnet. Standardbeispiele sind die intuitionistische Logik, die parakonsistente Logik und die Relevanzlogik. Bücher wie John P. Burgess’ Philosophical Logic,[1] der Blackwell Companion to Philosophical Logic[5] oder das mehrbändige Handbook of Philosophical Logic[6] (hrsgg. von Dov M. Gabbay und Franz Guenthner) beschäftigen sich mit philosophischer Logik im Sinne von 3. und 4. Dieser Zweig der Logik hat durch neuere Entwicklungen in der künstlichen Intelligenz und theoretischen Informatik erheblich an Bedeutung gewonnen.[1] Auch solche Logiken werden in der mathematischen Logik untersucht.

Siehe auch

Intensionale Logiken, die der elementaren Logik satzbildende Konstanten hinzufügen, so dass der Wahrheitswert des entstehenden Satzes nicht vom Wahrheitswert des Abhänig[sic!] ist, auf den sie angewendet werden, wie

  • Modallogik führt modale Satzoperatoren wie „es ist möglich, dass…“ oder „es ist notwendig, dass…“ ein und untersucht die Gültigkeitsbedingungen modaler Argumente;
  • epistemische Logik bzw. doxastische Logik untersucht und formalisiert Aussagen des Glaubens, der Überzeugung und des Wissens sowie aus ihnen gebildete Argumente;
  • Deontische Logik oder Normenlogik untersucht und formalisiert Gebote, Verbote und Zugeständnisse („es ist erlaubt, dass…“) sowie aus ihnen gebildete Argumente;
  • Temporale Logiken untersuchen und formalisieren Aussagen und Argumente, in denen Bezug auf Zeitpunkte oder Zeitabschnitte genommen wird;
  • Temporale Logik der Aktionen, Anwendung der Temporallogik in der Handlungstheorie (Philosophie)
  • Interrogativlogik untersucht Fragesätze sowie die Frage, ob sich zwischen Fragesätzen logische Beziehungen herstellen lassen;

Nicht klassische Logiken

  • Quantenlogik
  • die Logik von kontrafaktischen Konditionalen
  • Parakonsistente Logiken zeichnen sich dadurch aus, dass es in ihnen nicht möglich ist, aus zwei widersprüchlichen Aussagen jede beliebige Aussage herzuleiten. Hierzu gehört auch die
  • Relevanzlogik, die anstelle der materialen Implikation eine Implikation verwendet, die nur dann wahr ist, wenn ihr Vordersatz für ihren Nachsatz relevant ist

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c John P. Burgess: Philosophical logic. Princeton University Press, 2009, ISBN 978-0-691-13789-6, S. vii-viii (google.de).
  2. ↑ Dale Jacquette: Philosophy of logic. Elsevier, 2007, ISBN 978-0-444-51541-4, S. 1 (google.de).
  3. ↑ Franz von Kutschera, Alfred Breitkopf: Einführung in die moderne Logik. 8. Auflage. 2007, ISBN 978-3-495-48271-1, S. 17.
  4. ↑ Rainer Stuhlman-Laiesz: Philosophische Logik, S. 3–4. Paderborn 2002, ISBN 3-89785-190-3
  5. ↑ Lou Goble (Hrsg.): The Blackwell Guide to Philosophical Logic. Blackwell, Oxford 2001, ISBN 0-631-20693-0
  6. ↑ Dov M. Gabbay, Franz Guenthner (Hrsg.): Handbook of Philosophical Logic. Springer, Berlin 2001ff.