„sic“ – Versionsunterschied
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'''sic''' ([https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_IPA-Zeichen Aussprache] [<span class="IPA IPAtext" title="Aussprache im Internationalen Phonetischen Alphabet (IPA)">siːk</span>]) ist ein redaktioneller Hinweis in Zitaten, Druckvorlagen und anderen Textstellen. Es entstammt dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Latein lateinischen] ''[[sīc]]'' und bedeutet „so“ bzw. „wirklich so“ (vollständig: sic erat scriptum: „so wurde es geschrieben“).<p>In [https://de.wikipedia.org/wiki/Zitat Zitaten] wird „[sic]“ oft in eckigen Klammern geschrieben und weist darauf hin, dass die vorangehende Stelle eines Zitats korrekt übernommen wurde. Das betrifft etwa Rechtschreibfehler – würden sie geändert, wäre die Textstelle falsch zitiert. Auch kann mit „[sic]“ verdeutlicht werden, dass hier eine Besonderheit vorliegt, die dem Zitierenden bewusst ist. Damit kann er sich z. B. inhaltlich distanzieren oder auf offensichtlich falsche Informationen hinweisen.</p><p>In [https://de.wikipedia.org/wiki/Druckvorlage Druckvorlagen] machen [https://de.wikipedia.org/wiki/Schriftsetzer Schriftsetzer] oder Maschinensetzer auf eine Besonderheit aufmerksam, um Fehlern vorzubeugen. In weiteren Textstellen, die keine Zitate sind, kann mit „(sic)“ verhindert werden, dass etwas irrtümlich als Fehler interpretiert wird. Dabei will der Autor verdeutlichen, dass es bewusst genau so gemeint ist.</p><div class="mw-heading mw-heading2"> | |||
== Verwendung == | |||
</div><p>Die Verwendung dieses Zusatzes „[sic]“ findet sich überwiegend in akademischen, insbesondere [https://de.wikipedia.org/wiki/Literaturwissenschaft literaturwissenschaftlichen] Texten. Die Kennzeichnung von heute unüblichen Schreibweisen im Originaltext gilt als Ausweis präziser Arbeit; sie kann aber, wo es sich um bloß veraltete Rechtschreibungen handelt, bei denen der Unterschied keinen Bezug zum eigentlichen Thema des Textes hat, die Lesbarkeit beeinträchtigen.</p><p>Man findet auch „[sic!]“ mit einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Ausrufezeichen Ausrufezeichen] oder statt „sic“ nur ein Ausrufezeichen: „[!]“.</p><p>Man schreibt „[sic?]“ oder deutsch „[so?]“ mit einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Fragezeichen Fragezeichen], wenn man in einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Manuskript Manuskript] bei der Schreibweise (insbesondere eines Namens) unsicher ist und den [https://de.wikipedia.org/wiki/Korrektor Korrektor] darauf hinweisen will.</p><p>In [https://de.wikipedia.org/wiki/Computersprache Computersprachen] kann „sic“ innerhalb eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Kommentar_(Programmierung) Kommentars] verwendet werden. Hier ist der Hinweis allerdings explizit für Leser und Bearbeiter des [https://de.wikipedia.org/wiki/Quelltext Quelltexts] bestimmt, da der Kommentar bei der Erzeugung des daraus resultierenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Compiler Kompilats], der Verarbeitung oder der Darstellung ignoriert wird.</p><div class="mw-heading mw-heading2"> | |||
== Beispiele == | |||
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*„Göthe [sic] gilt als der bedeutendste deutsche Dichter und herausragende Persönlichkeit der Weltliteratur.“ (Grund für ''sic:'' Die korrekte Schreibweise lautet „[https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Wolfgang_von_Goethe Goethe]“.) | |||
*„sehr weit weg ist er, aber aber [sic] das macht nichts.“<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sic#cite_note-1 <span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> (Grund für ''sic:'' Das doppelte ''aber'' entstammt dem Original und ist kein Fehler des Journalisten.) | |||
*„Als erfolgreicher Schriftsteller verkaufte er regelmäßig über 100 [sic!] Bücher im Jahr.“ (Grund für ''sic:'' Kennzeichnung einer inhaltlichen Fehleinschätzung [die Zahlenangabe stimmt nicht] oder eine explizite Bestätigung der korrekten Wiedergabe [es ist weder 10 noch 1000 gemeint].) | |||
*„[https://de.wikipedia.org/wiki/Himmelspolizey Himmelspolizey] [sic]“ (Grund für ''sic:'' von den Autoren des Begriffs bewusst gewählte Abweichung von „Himmelspolizei“.) | |||
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== Siehe auch == | |||
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*[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_lateinischer_Phrasen/S#Sic Lateinische Phrasen mit ''sic''] | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Nota_bene nota bene], lateinisch für ''wohlgemerkt'', hat eine ähnliche Bedeutung wie ''sic'', wird aber als gewöhnlicher Satzbestandteil verwendet und selten in Klammern gesetzt | |||
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== Weblinks == | |||
[[Kategorie:Wikipedia.de Artikel]] | |||
</div><div class="sisterproject"><span class="noviewer" role="presentation" aria-hidden="true"><span class="mw-default-size"><span title="Wiktionary">[[file:16px-Wiktfavicon_en.svg.png|16x16px]]</span></span></span>'''[https://de.wiktionary.org/wiki/sic Wiktionary: sic]''' – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div><div class="mw-heading mw-heading2"> | |||
== Einzelnachweise == | |||
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#<span class="reference-text">Ina Hartwig: <cite>Bücher frecher Frauen – Das Dunkle und der Spaß</cite>. Zitiert aus einem Brief von [https://de.wikipedia.org/wiki/Gudrun_Ensslin Gudrun Ensslin]. In: <cite>[https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCddeutsche_Zeitung Süddeutsche Zeitung]</cite>. 19. März 2010, [https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke ISSN] [https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220174-4917%22&key=cql 0174-4917] ([https://www.sueddeutsche.de/kultur/buecher-frecher-frauen-die-haben-nerven-1.5082-2 sueddeutsche.de] [abgerufen am 9. September 2018]).</span> | |||
Aktuelle Version vom 2. April 2026, 14:53 Uhr
sic (Aussprache [siːk]) ist ein redaktioneller Hinweis in Zitaten, Druckvorlagen und anderen Textstellen. Es entstammt dem lateinischen sīc und bedeutet „so“ bzw. „wirklich so“ (vollständig: sic erat scriptum: „so wurde es geschrieben“).
In Zitaten wird „[sic]“ oft in eckigen Klammern geschrieben und weist darauf hin, dass die vorangehende Stelle eines Zitats korrekt übernommen wurde. Das betrifft etwa Rechtschreibfehler – würden sie geändert, wäre die Textstelle falsch zitiert. Auch kann mit „[sic]“ verdeutlicht werden, dass hier eine Besonderheit vorliegt, die dem Zitierenden bewusst ist. Damit kann er sich z. B. inhaltlich distanzieren oder auf offensichtlich falsche Informationen hinweisen.
In Druckvorlagen machen Schriftsetzer oder Maschinensetzer auf eine Besonderheit aufmerksam, um Fehlern vorzubeugen. In weiteren Textstellen, die keine Zitate sind, kann mit „(sic)“ verhindert werden, dass etwas irrtümlich als Fehler interpretiert wird. Dabei will der Autor verdeutlichen, dass es bewusst genau so gemeint ist.
Verwendung
Die Verwendung dieses Zusatzes „[sic]“ findet sich überwiegend in akademischen, insbesondere literaturwissenschaftlichen Texten. Die Kennzeichnung von heute unüblichen Schreibweisen im Originaltext gilt als Ausweis präziser Arbeit; sie kann aber, wo es sich um bloß veraltete Rechtschreibungen handelt, bei denen der Unterschied keinen Bezug zum eigentlichen Thema des Textes hat, die Lesbarkeit beeinträchtigen.
Man findet auch „[sic!]“ mit einem Ausrufezeichen oder statt „sic“ nur ein Ausrufezeichen: „[!]“.
Man schreibt „[sic?]“ oder deutsch „[so?]“ mit einem Fragezeichen, wenn man in einem Manuskript bei der Schreibweise (insbesondere eines Namens) unsicher ist und den Korrektor darauf hinweisen will.
In Computersprachen kann „sic“ innerhalb eines Kommentars verwendet werden. Hier ist der Hinweis allerdings explizit für Leser und Bearbeiter des Quelltexts bestimmt, da der Kommentar bei der Erzeugung des daraus resultierenden Kompilats, der Verarbeitung oder der Darstellung ignoriert wird.
Beispiele
- „Göthe [sic] gilt als der bedeutendste deutsche Dichter und herausragende Persönlichkeit der Weltliteratur.“ (Grund für sic: Die korrekte Schreibweise lautet „Goethe“.)
- „sehr weit weg ist er, aber aber [sic] das macht nichts.“[1] (Grund für sic: Das doppelte aber entstammt dem Original und ist kein Fehler des Journalisten.)
- „Als erfolgreicher Schriftsteller verkaufte er regelmäßig über 100 [sic!] Bücher im Jahr.“ (Grund für sic: Kennzeichnung einer inhaltlichen Fehleinschätzung [die Zahlenangabe stimmt nicht] oder eine explizite Bestätigung der korrekten Wiedergabe [es ist weder 10 noch 1000 gemeint].)
- „Himmelspolizey [sic]“ (Grund für sic: von den Autoren des Begriffs bewusst gewählte Abweichung von „Himmelspolizei“.)
Siehe auch
- Lateinische Phrasen mit sic
- nota bene, lateinisch für wohlgemerkt, hat eine ähnliche Bedeutung wie sic, wird aber als gewöhnlicher Satzbestandteil verwendet und selten in Klammern gesetzt
Weblinks
Einzelnachweise
- Ina Hartwig: Bücher frecher Frauen – Das Dunkle und der Spaß. Zitiert aus einem Brief von Gudrun Ensslin. In: Süddeutsche Zeitung. 19. März 2010, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 9. September 2018]).