„Dingrecht“ – Versionsunterschied
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Als '''dingliche Rechte''' (lateinisch ''[[ius in re]]'') bezeichnet man Rechte einer Person zur unmittelbaren Herrschaft (''[[dominium]]'') über eine Sache, die gegenüber jedermann wirken. Es handelt sich damit um sogenannte [[absolutes Recht|absolute Rechte]]. Sie erstrecken sich auf bewegliche Sachen und Grundstücke, wobei der Kreis der dinglichen Rechte abschließend abgesteckt ist. Es handelt sich dabei unter anderem um: | |||
*das [[Eigentum]] (''dominium'', ''proprietas''), | |||
*das [https://de.wikipedia.org/wiki/Pfandrecht Pfandrecht] (''pignus''): die Hypothek, die Grund- und Rentenschuld, | *das [https://de.wikipedia.org/wiki/Pfandrecht Pfandrecht] (''pignus''): die Hypothek, die Grund- und Rentenschuld, | ||
*die [https://de.wikipedia.org/wiki/Dienstbarkeit Dienstbarkeit], auch Servitut (''servitus''), | *die [https://de.wikipedia.org/wiki/Dienstbarkeit Dienstbarkeit], auch Servitut (''servitus''), | ||
*das [https://de.wikipedia.org/wiki/Erbbaurecht Erbbaurecht] (''superficies''), | *das [https://de.wikipedia.org/wiki/Erbbaurecht Erbbaurecht] (''superficies''), | ||
*die [https://de.wikipedia.org/wiki/Erbpacht Erbpacht] (''emphyteusis''), entwickelt aus dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Hochmittelalter hochmittelalterlichen] [https://de.wikipedia.org/wiki/Lehnswesen Lehnswesen] (''feudum''). | *die [https://de.wikipedia.org/wiki/Erbpacht Erbpacht] (''emphyteusis''), entwickelt aus dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Hochmittelalter hochmittelalterlichen] [https://de.wikipedia.org/wiki/Lehnswesen Lehnswesen] (''feudum''). | ||
<p>Ob es sich bei dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Besitz Besitz] (''possessio'') um ein (dingliches) Recht handelt oder lediglich um ein Faktum, ist in der Rechtswissenschaft umstritten.<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Dingliches_Recht?wprov=srpw1_0#cite_note-1 [1]]</sup> Jedenfalls genießt der Besitzer [https://de.wikipedia.org/wiki/Possessorischer_Besitzschutzanspruch possessorische Besitzschutzansprüche] („Recht aus Besitz“).</p><p>Aus dinglichen Rechten, sie sind nicht verjährbar, können [https://de.wikipedia.org/wiki/Dinglicher_Anspruch dingliche Ansprüche] entstehen. Als Beispiel sei hier der petitorische [https://de.wikipedia.org/wiki/Eigentumsherausgabeanspruch Eigentumsherausgabeanspruch] („Recht zum Besitz“) genannt, oder die Betreibung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Zwangsvollstreckungsrecht_(Deutschland) Zwangsvollstreckung] in das besicherte Grundstück aus Hypothek (<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1181.html § 1181]</span> Abs. 1 BGB).</p> | <p>Ob es sich bei dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Besitz Besitz] (''possessio'') um ein (dingliches) Recht handelt oder lediglich um ein Faktum, ist in der Rechtswissenschaft umstritten.<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Dingliches_Recht?wprov=srpw1_0#cite_note-1 [1]]</sup> Jedenfalls genießt der Besitzer [https://de.wikipedia.org/wiki/Possessorischer_Besitzschutzanspruch possessorische Besitzschutzansprüche] („Recht aus Besitz“).</p> | ||
<p>Aus dinglichen Rechten, sie sind nicht verjährbar, können [https://de.wikipedia.org/wiki/Dinglicher_Anspruch dingliche Ansprüche] entstehen. Als Beispiel sei hier der petitorische [https://de.wikipedia.org/wiki/Eigentumsherausgabeanspruch Eigentumsherausgabeanspruch] („Recht zum Besitz“) genannt, oder die Betreibung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Zwangsvollstreckungsrecht_(Deutschland) Zwangsvollstreckung] in das besicherte Grundstück aus Hypothek (<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1181.html § 1181]</span> Abs. 1 BGB).</p> | |||
= <span class="mw-page-title-main">Dingliches Recht (Deutschland)</span> = | |||
Als '''dingliche Rechte''' werden in der deutschen [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtswissenschaft Rechtswissenschaft] diejenigen Rechte bezeichnet, die sich auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsobjekt Gegenstände] beziehen. Sie wirken gegenüber jedermann und stellen damit im Rahmen des [https://de.wikipedia.org/wiki/Absolutheitsprinzip Absolutheitsprinzips] [https://de.wikipedia.org/wiki/Absolutes_Recht absolute Rechte] dar. | |||
=== Allgemeines === | |||
Am bedeutsamsten sind die dinglichen Rechte, welche die rechtliche Zuordnung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Sache_(Recht) Sachen] (vgl. <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__90.html § 90]</span> [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerliches_Gesetzbuch BGB]) zu Personen betreffen. Eine Untermenge der dinglichen Rechte stellen die subjektiv-dinglichen Rechte dar. Bei ihnen handelt es sich um Rechte, die nur dem jeweiligen [https://de.wikipedia.org/wiki/Eigent%C3%BCmer Eigentümer] eines [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundst%C3%BCck Grundstücks] zustehen (z. B. Grunddienstbarkeit), aber sonst niemandem. | |||
Das [https://de.wikipedia.org/wiki/Sachenrecht Sachenrecht] ist im 3. Buch des BGB (ab <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__854.html § 854]</span> BGB) erfasst. Dingliche Rechte entstehen aber auch außerhalb des Sachenrechts des BGB. So ist zum Beispiel das [https://de.wikipedia.org/wiki/Urheberrecht Urheberrecht] des Werkschöpfers ebenfalls ein dingliches Recht. Als von der Rechtsgemeinschaft geschützte Rechtsposition des einzelnen [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsinhaber Rechtsinhabers] ist das dingliche Recht mithin ein Fall des [https://de.wikipedia.org/wiki/Subjektives_Recht subjektiven Rechts]. | |||
=== Eigentum === | |||
Das praktisch bedeutsamste Beispiel für ein dingliches Recht ist das [https://de.wikipedia.org/wiki/Eigentum Eigentum]. Die Sache wird dem Rechtsinhaber zu seinem Eigentum zugewiesen, so dass dieser nach seinem Belieben mit der Sache verfahren und jeden Dritten von der Einwirkung ausschließen darf (vergl. <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__903.html § 903]</span> BGB). Wie jedes subjektive Recht kann aber auch das Eigentumsrecht nicht schrankenlos gewährt werden, was das Gesetz auch dadurch zum Ausdruck bringt, dass die Ausübung des Eigentumsrechts an entgegenstehenden gesetzlichen Bestimmungen oder Rechten Dritter seine Grenze findet. Zu dieser privatrechtlichen Einschränkung kommt noch die verfassungsrechtliche [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialbindung_des_Eigentums Sozialbindung des Eigentums] (<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_14.html Art. 14]</span> Abs. 2 [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundgesetz_f%C3%BCr_die_Bundesrepublik_Deutschland GG]) hinzu. | |||
==== Wohnungseigentum ==== | |||
Das [https://de.wikipedia.org/wiki/Wohnungseigentum_(Deutschland) Wohnungseigentum] ist eine Sonderform des Grundeigentums. Es ist das [https://de.wikipedia.org/wiki/Miteigentum Miteigentum] an einem Grundstück, das mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Sondereigentum Sondereigentum] an einer Wohnung verbunden ist. Gesetzlich geregelt ist es im [https://de.wikipedia.org/wiki/Wohnungseigentumsgesetz_(Deutschland) Wohnungseigentumsgesetz] (WEG). | |||
==== Teileigentum ==== | |||
Das Teileigentum ist gemäß <span class="plainlinks-print">[https://dejure.org/gesetze/WEG/1.html § 1]</span> Abs. 3 WEG das Bruchteilseigentum an einem Grundstück, das mit dem Sondereigentum an nicht zu Wohnzwecken dienenden Räumen verbunden ist (z. B. Büroräume). | |||
=== Beschränkte dingliche Rechte === | |||
Vom absoluten Eigentumsrecht ist noch eine Anzahl von Rechten abgeleitet, die – im Verhältnis zum Eigentum – nur mit begrenzten Rechten ausgestattet sind. | |||
==== Allgemeines ==== | |||
Die beschränkten dinglichen Rechte sind vom Eigentum abgespalten und haben sich rechtlich verselbständigt. Diese gewähren dem Rechtsinhaber nur einen beschränkten, nach der Art des jeweiligen Rechts ausgestalteten, rechtlichen Zugriff auf die Sache, der insoweit aber wiederum dem umfassenden Recht des Eigentümers, dieses seinerseits beschränkend, vorgeht. Die beschränkten dinglichen Rechte sind also [https://de.wikipedia.org/wiki/Belastung_(Eigentum) Belastungen] des Eigentums. Sie berechtigen zur Nutzung, zum Erwerb oder zur Verwertung des belasteten Eigentums. Der im [https://de.wikipedia.org/wiki/Sachenrecht Sachenrecht] vorherrschende [https://de.wikipedia.org/wiki/Typenzwang Typenzwang] lässt nur einen überschaubaren Katalog von beschränkten dinglichen Rechten zu, die nicht beliebig erweiterbar sind. | |||
Man unterscheidet folgende Arten: | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Nutzungsrecht Nutzungsrechte]: | |||
**[https://de.wikipedia.org/wiki/Erbbaurecht Erbbaurecht] nach <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/erbbauv/__1.html § 1]</span> Abs. 1 [https://de.wikipedia.org/wiki/ErbbauRG ErbbauRG], in [https://de.wikipedia.org/wiki/Nordfriesland Nordfriesland] auch in Gestalt des [https://de.wikipedia.org/wiki/Stavenrecht Stavenrechts] | |||
**[https://de.wikipedia.org/wiki/Dienstbarkeit Dienstbarkeiten]: | |||
***[https://de.wikipedia.org/wiki/Grunddienstbarkeit Grunddienstbarkeit] nach §<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1018.html § 1018]</span> ff. BGB | |||
***[https://de.wikipedia.org/wiki/Nie%C3%9Fbrauch Nießbrauch] nach §<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1030.html § 1030]</span> ff. BGB | |||
***[https://de.wikipedia.org/wiki/Beschr%C3%A4nkte_pers%C3%B6nliche_Dienstbarkeit beschränkte persönliche Dienstbarkeit] nach §<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1090.html § 1090]</span> ff. BGB, z. B. das [https://de.wikipedia.org/wiki/Wohnungsrecht Wohnungsrecht] | |||
*Erwerbsrechte: | |||
**[https://de.wikipedia.org/wiki/Vorkaufsrecht#Dingliches_Vorkaufsrecht dingliches Vorkaufsrecht] nach §<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1094.html § 1094]</span> ff. BGB | |||
**[https://de.wikipedia.org/wiki/Aneignung_(Recht) Aneignung] nach §<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__958.html § 958]</span> ff. BGB | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Verwertung Verwertungsrechte]: | |||
**[https://de.wikipedia.org/wiki/Reallast Reallast] nach §<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1105.html § 1105]</span> ff. BGB | |||
**[https://de.wikipedia.org/wiki/Grundpfandrecht Grundpfandrechte]: | |||
***[https://de.wikipedia.org/wiki/Hypothek_(Deutschland) Hypothek] nach §<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1113.html § 1113]</span> ff. BGB | |||
***[https://de.wikipedia.org/wiki/Grundschuld Grundschuld] nach §<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1191.html § 1191]</span> ff. BGB | |||
***[https://de.wikipedia.org/wiki/Sicherungsgrundschuld Sicherungsgrundschuld] nach <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1192.html § 1192]</span> Abs. 1a BGB | |||
***[https://de.wikipedia.org/wiki/Rentenschuld Rentenschuld] nach §<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1199.html § 1199]</span> ff. BGB | |||
**Mobiliarpfandrechte: | |||
***[https://de.wikipedia.org/wiki/Verpf%C3%A4ndung Verpfändung] nach §<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1204.html § 1204]</span> ff. BGB | |||
***[https://de.wikipedia.org/wiki/Pf%C3%A4ndungspfandrecht Pfändungspfandrecht] nach §<span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__808.html § 808]</span> ff. [https://de.wikipedia.org/wiki/Zivilprozessordnung_(Deutschland) Zivilprozessordnung] | |||
==== Entstehung der beschränkten dinglichen Rechte an Grundstücken ==== | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Dingliche_Einigung Dingliche Einigung] nach <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__873.html § 873]</span>, <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__104.html § 104]</span> ff. BGB | |||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Eintragung Eintragung] des Rechtes in das [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundbuch Grundbuch], <span class="plainlinks-print">[https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__873.html § 873]</span> BGB | |||
*Einigsein zum Zeitpunkt der Eintragung | |||
*Berechtigung des Bestellers. | |||
==== Form ==== | |||
Während für [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsgesch%C3%A4ft Rechtsgeschäfte] allgemein der Grundsatz der [https://de.wikipedia.org/wiki/Formfreiheit Formfreiheit] besteht, gilt indes für die meisten dinglichen Rechtsgeschäfte der Grundsatz der Formfreiheit nicht.<ref><span class="reference-text">Motive zum BGB, ''Amtliche Ausgabe'', Band 3, 1888, S. 7</span></ref> So unterliegen sämtliche mit Grundstücken oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Grundst%C3%BCcksgleiches_Recht grundstücksgleichen Rechten] verbundene Rechtsgeschäfte dem Formzwang mindestens der notariellen [https://de.wikipedia.org/wiki/Beglaubigung Beglaubigung] oder gar [https://de.wikipedia.org/wiki/Beurkundung Beurkundung]. Grund hierfür ist, dass die meisten dinglichen Rechtsgeschäfte kompliziert sind und deshalb der [https://de.wikipedia.org/wiki/Belehrung_(Recht) Belehrung] durch einen [https://de.wikipedia.org/wiki/Notar Notar] bedürfen. | |||
Aktuelle Version vom 25. August 2024, 11:32 Uhr
Ding–Recht 'dingliches Recht' mhdt.-dt.
Als dingliche Rechte (lateinisch ius in re) bezeichnet man Rechte einer Person zur unmittelbaren Herrschaft (dominium) über eine Sache, die gegenüber jedermann wirken. Es handelt sich damit um sogenannte absolute Rechte. Sie erstrecken sich auf bewegliche Sachen und Grundstücke, wobei der Kreis der dinglichen Rechte abschließend abgesteckt ist. Es handelt sich dabei unter anderem um:
- das Eigentum (dominium, proprietas),
- das Pfandrecht (pignus): die Hypothek, die Grund- und Rentenschuld,
- die Dienstbarkeit, auch Servitut (servitus),
- das Erbbaurecht (superficies),
- die Erbpacht (emphyteusis), entwickelt aus dem hochmittelalterlichen Lehnswesen (feudum).
Ob es sich bei dem Besitz (possessio) um ein (dingliches) Recht handelt oder lediglich um ein Faktum, ist in der Rechtswissenschaft umstritten.[1] Jedenfalls genießt der Besitzer possessorische Besitzschutzansprüche („Recht aus Besitz“).
Aus dinglichen Rechten, sie sind nicht verjährbar, können dingliche Ansprüche entstehen. Als Beispiel sei hier der petitorische Eigentumsherausgabeanspruch („Recht zum Besitz“) genannt, oder die Betreibung der Zwangsvollstreckung in das besicherte Grundstück aus Hypothek (§ 1181 Abs. 1 BGB).
Dingliches Recht (Deutschland)
Als dingliche Rechte werden in der deutschen Rechtswissenschaft diejenigen Rechte bezeichnet, die sich auf Gegenstände beziehen. Sie wirken gegenüber jedermann und stellen damit im Rahmen des Absolutheitsprinzips absolute Rechte dar.
Allgemeines
Am bedeutsamsten sind die dinglichen Rechte, welche die rechtliche Zuordnung von Sachen (vgl. § 90 BGB) zu Personen betreffen. Eine Untermenge der dinglichen Rechte stellen die subjektiv-dinglichen Rechte dar. Bei ihnen handelt es sich um Rechte, die nur dem jeweiligen Eigentümer eines Grundstücks zustehen (z. B. Grunddienstbarkeit), aber sonst niemandem.
Das Sachenrecht ist im 3. Buch des BGB (ab § 854 BGB) erfasst. Dingliche Rechte entstehen aber auch außerhalb des Sachenrechts des BGB. So ist zum Beispiel das Urheberrecht des Werkschöpfers ebenfalls ein dingliches Recht. Als von der Rechtsgemeinschaft geschützte Rechtsposition des einzelnen Rechtsinhabers ist das dingliche Recht mithin ein Fall des subjektiven Rechts.
Eigentum
Das praktisch bedeutsamste Beispiel für ein dingliches Recht ist das Eigentum. Die Sache wird dem Rechtsinhaber zu seinem Eigentum zugewiesen, so dass dieser nach seinem Belieben mit der Sache verfahren und jeden Dritten von der Einwirkung ausschließen darf (vergl. § 903 BGB). Wie jedes subjektive Recht kann aber auch das Eigentumsrecht nicht schrankenlos gewährt werden, was das Gesetz auch dadurch zum Ausdruck bringt, dass die Ausübung des Eigentumsrechts an entgegenstehenden gesetzlichen Bestimmungen oder Rechten Dritter seine Grenze findet. Zu dieser privatrechtlichen Einschränkung kommt noch die verfassungsrechtliche Sozialbindung des Eigentums (Art. 14 Abs. 2 GG) hinzu.
Wohnungseigentum
Das Wohnungseigentum ist eine Sonderform des Grundeigentums. Es ist das Miteigentum an einem Grundstück, das mit dem Sondereigentum an einer Wohnung verbunden ist. Gesetzlich geregelt ist es im Wohnungseigentumsgesetz (WEG).
Teileigentum
Das Teileigentum ist gemäß § 1 Abs. 3 WEG das Bruchteilseigentum an einem Grundstück, das mit dem Sondereigentum an nicht zu Wohnzwecken dienenden Räumen verbunden ist (z. B. Büroräume).
Beschränkte dingliche Rechte
Vom absoluten Eigentumsrecht ist noch eine Anzahl von Rechten abgeleitet, die – im Verhältnis zum Eigentum – nur mit begrenzten Rechten ausgestattet sind.
Allgemeines
Die beschränkten dinglichen Rechte sind vom Eigentum abgespalten und haben sich rechtlich verselbständigt. Diese gewähren dem Rechtsinhaber nur einen beschränkten, nach der Art des jeweiligen Rechts ausgestalteten, rechtlichen Zugriff auf die Sache, der insoweit aber wiederum dem umfassenden Recht des Eigentümers, dieses seinerseits beschränkend, vorgeht. Die beschränkten dinglichen Rechte sind also Belastungen des Eigentums. Sie berechtigen zur Nutzung, zum Erwerb oder zur Verwertung des belasteten Eigentums. Der im Sachenrecht vorherrschende Typenzwang lässt nur einen überschaubaren Katalog von beschränkten dinglichen Rechten zu, die nicht beliebig erweiterbar sind.
Man unterscheidet folgende Arten:
- Nutzungsrechte:
- Erbbaurecht nach § 1 Abs. 1 ErbbauRG, in Nordfriesland auch in Gestalt des Stavenrechts
- Dienstbarkeiten:
- Grunddienstbarkeit nach §§ 1018 ff. BGB
- Nießbrauch nach §§ 1030 ff. BGB
- beschränkte persönliche Dienstbarkeit nach §§ 1090 ff. BGB, z. B. das Wohnungsrecht
- Erwerbsrechte:
- dingliches Vorkaufsrecht nach §§ 1094 ff. BGB
- Aneignung nach §§ 958 ff. BGB
- Verwertungsrechte:
- Reallast nach §§ 1105 ff. BGB
- Grundpfandrechte:
- Hypothek nach §§ 1113 ff. BGB
- Grundschuld nach §§ 1191 ff. BGB
- Sicherungsgrundschuld nach § 1192 Abs. 1a BGB
- Rentenschuld nach §§ 1199 ff. BGB
- Mobiliarpfandrechte:
- Verpfändung nach §§ 1204 ff. BGB
- Pfändungspfandrecht nach §§ 808 ff. Zivilprozessordnung
Entstehung der beschränkten dinglichen Rechte an Grundstücken
- Dingliche Einigung nach § 873, § 104 ff. BGB
- Eintragung des Rechtes in das Grundbuch, § 873 BGB
- Einigsein zum Zeitpunkt der Eintragung
- Berechtigung des Bestellers.
Form
Während für Rechtsgeschäfte allgemein der Grundsatz der Formfreiheit besteht, gilt indes für die meisten dinglichen Rechtsgeschäfte der Grundsatz der Formfreiheit nicht.[1] So unterliegen sämtliche mit Grundstücken oder grundstücksgleichen Rechten verbundene Rechtsgeschäfte dem Formzwang mindestens der notariellen Beglaubigung oder gar Beurkundung. Grund hierfür ist, dass die meisten dinglichen Rechtsgeschäfte kompliziert sind und deshalb der Belehrung durch einen Notar bedürfen.
- ↑ Motive zum BGB, Amtliche Ausgabe, Band 3, 1888, S. 7