„Rechtsdogmatik“ – Versionsunterschied
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* {{Wrtdtng}} glhrt. da Dogmatik als Glaubenslehre übersetzt wird entspricht Rechtsdogmatik einer "Rechtsglaubenslehre" und wenn man es genau nimmt und dogmatik zutreffender als "Mutmaßendes, Führwahrhaltendes, … Geglaubtes" übersetzt, so entspricht Rechtsdogmatik nicht mehr als ein Rechtsmutmaßen und infolge ein Rechtsfürwahrhalten infolge einem Rechtsglauben. Es muß 'rechtsdogmatische Kunst', vglw. zutreffender 'rechtsmutmaßende Kunst' genannt werden, mehr ist es und kann es nicht. | |||
Die '''Rechtsdogmatik''' beschäftigt sich mit dem geltenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Recht Recht] ''([https://de.wikipedia.org/wiki/De_lege_lata lex lata])''. Sie ist ein Teil der [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtswissenschaft Rechtswissenschaft]. Von ihr abzugrenzen sind die [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsgeschichte Rechtsgeschichte], welche sich mit nicht mehr geltendem Recht beschäftigt, und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtspolitik Rechtspolitik], die sich mit zukünftigem Recht ''([https://de.wikipedia.org/wiki/De_lege_ferenda lex ferenda])'' befasst.<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Creifelds_(Rechtsw%C3%B6rterbuch) Carl Creifelds: ''Rechtswörterbuch''.] 21. Auflage 2014, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783406638718 ISBN 978-3-406-63871-8].</span></ref> | |||
Die Rechtsdogmatik untersucht die geltenden [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsnorm Rechtsnormen] ''([https://de.wikipedia.org/wiki/Exegese exegetische] [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtswissenschaft Jurisprudenz])'' und entwickelt daraus nach den jeweils herrschenden Rechtsauffassungen anerkannte juristische Grundsätze ([https://de.wikipedia.org/wiki/Dogma Dogmen]). Sie dient damit der Rechtssicherheit und der Vorhersehbarkeit von gerichtlichen Entscheidungen, indem sie die Möglichkeiten und Grenzen neuer juristischer Konstruktionen zur Lösung von Rechtsproblemen bestimmt. Anders als in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Theologie Theologie] bilden Dogmen in der Jurisprudenz gleichwohl keine [https://de.wikipedia.org/wiki/Apodiktische_Aussage apodiktischen] (unumstößliche) Lehrsätze. Vielmehr bleiben sie in fortwährender Diskussion und beschränken den Begriff auf Rechtssätze hoher Dignität (Würdigkeit), etwa Rechtsprinzipien.<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_de_Lazzer Dieter de Lazzer]: ''Rechtsdogmatik als Kompromissformular'', in: ''Dogmatik und Methode, Josef Esser zum 65. Geburtstag'', 1975, S. 85 ff. (87); [https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Wieacker Franz Wieacker]: ''Privatrechtsgeschichte der Neuzeit'', 2. Auflage 1967, S. 54: Wieacker formuliert: „durch eine Autorität vorweg bestimmte Fundamentalsätze“.</span></ref> Das „geltende Recht“ besteht dabei heute neben den von der Rechtswissenschaft gewonnenen Erkenntnissen über die [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsordnung Rechtsordnung] zu einem wesentlichen Teil aus den von der Rechtsprechung entwickelten Rechtsgrundsätzen ([https://de.wikipedia.org/wiki/Richterrecht Richterrecht]).<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Bernd_R%C3%BCthers Bernd Rüthers]: [https://web.archive.org/web/20160402010147/https://www.uni-trier.de/fileadmin/fb5/inst/IRP/Rechtspolitisches_Forum/15_Ruethers_EBook_geschuetzt.pdf ''Rechtsdogmatik und Rechtspolitik unter dem Einfluss des Richterrechts''] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Web-Archivierung#Begrifflichkeiten <span class="webarchiv-memento">Memento</span>] des <span class="dewiki-iconexternal">[https://redirecter.toolforge.org/?url=https%3A%2F%2Fwww.uni-trier.de%2Ffileadmin%2Ffb5%2Finst%2FIRP%2FRechtspolitisches_Forum%2F15_Ruethers_EBook_geschuetzt.pdf Originals]</span> vom 2. April 2016 im ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Archive Internet Archive]'') [https://de.wikipedia.org/wiki/Institut_f%C3%BCr_Rechtspolitik_an_der_Universit%C3%A4t_Trier Institut für Rechtspolitik an der Universität Trier], Vortrag, 30. Juni 2003</span></ref> | |||
== Kontinentaleuropäischer Rechtskreis == | == Kontinentaleuropäischer Rechtskreis == | ||
Der kontinentaleuropäische [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtskreis Rechtskreis] ist vorwiegend vom [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misches_Recht Römischen Recht] geprägt. Er bedient die Rechtsdogmatik methodisch vor allem durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Auslegung_(Recht) Auslegung] von Gesetzen. Für das zweckrationale Funktionieren der Rechtsdogmatik bedarf es dabei einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Juristische_Methodenlehre juristischen Methodenlehre] und eines daran gebundenen, weil dogmatisch geschulten Juristenstands. Dieser trägt Sorge dafür, dass die rechtsdogmatisch vorgegebenen Werte und Wertungen im Rahmen entsprechend strukturierter Verfahrensordnungen angewendet werden.<ref name=":0"><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Diederichsen Uwe Diederichsen]: ''Auf dem Weg zur Rechtsdogmatik''. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Reinhard_Zimmermann Reinhard Zimmermann] u. a. (Hrsg.): ''Rechtsgeschichte und Privatrechtsdogmatik.'' C.F. Müller, Heidelberg 1999, S. 65–77 (66 und 72).</span></ref> Der Vorteil dieser Vorgehensweise liegt darin, dass die grundlegenden Wertungsfragen im Einzelfall keiner Diskussion bedürfen.<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Claus-Wilhelm_Canaris Claus-Wilhelm Canaris]: ''Systemdenken und Systembegriff in der Jurisprudenz'', entwickelt am Beispiel des deutschen Privatrechts, Berlin 1969, 2., überarbeitete Auflage 1983, S. 83; [https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Esser_(Rechtswissenschaftler) Josef Esser]: ''Vorverständnis und Methodenwahl in der Rechtsfindung'', Athenäum-Verlag 1970, S. 88 f.; [https://de.wikipedia.org/wiki/Winfried_Brohm Winfried Brohm]: ''Die Dogmatik des Verwaltungsrechts'', Veröffentlichungen der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer 30, 1972, S. 245 f. m.w.N.</span></ref> Bisweilen wird darin identifiziert, dass dem anwendenden Juristen damit eine Entlastungsfunktion zukommt.<ref><span class="reference-text">So etwa [https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Bachof Otto Bachof]: ''Die Dogmatik des Verwaltungsrechts'', Veröffentlichungen der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer 30, 1972, S. 193 ff. (198).</span></ref> Beschränkt wird Rechtsdogmatik durch die Selbstverpflichtung gegenüber den logischen Anforderungen der Begriffslehre. Sie unterwirft sich dabei einer einheitlichen Verwendung systemimmanenter Begrifflichkeiten.<ref name=":0" /> | |||
Die Rechtsfindung ist dabei bestimmten überpositiven Einflüssen, etwa der Moral ([https://de.wikipedia.org/wiki/Naturrecht Naturrecht]) sowie politischen und wirtschaftlichen Interessen ausgesetzt, die eine einzige, objektiv „richtige“ Lösung nicht zulassen. Dies hat der [https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtspositivismus Rechtspositivismus], insbesondere [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Kelsen Hans Kelsen] mit seiner Theorie der [https://de.wikipedia.org/wiki/Reine_Rechtslehre Reinen Rechtslehre] im [https://de.wikipedia.org/wiki/Methodenstreit_der_Weimarer_Staatsrechtslehre Methodenstreit der Weimarer Staatsrechtslehre] zu korrigieren versucht.<ref><span class="reference-text">[https://de.wikipedia.org/wiki/Ota_Weinberger Ota Weinberger]: [http://biblio.juridicas.unam.mx/libros/1/422/4.pdf ''Reine Rechtslehre: Pro und Contra''] 1981</span></ref> | |||
Die überwiegend, namentlich von den [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesgericht_(Deutschland) Bundesgerichten] als gültig und verbindlich vertretene Rechtsauffassung wird als [https://de.wikipedia.org/wiki/Herrschende_Meinung herrschende Meinung] (h. M.) bezeichnet. | |||
== Skandinavischer und anglo-amerikanischer Rechtskreis == | == Skandinavischer und anglo-amerikanischer Rechtskreis == | ||
Einen anderen methodischen Ansatz wählt das [https://de.wikipedia.org/wiki/Fallrecht Fallrecht] des skandinavischen und anglosächsisch-amerikanischen Rechtskreises. Der Einfluss des römischen Rechts ist gering, allgemeine Prinzipien und gelehrte Sprache werden vermieden. Hier entsteht Rechtsfindung auf Basis richterlicher Entscheidung konkreter Fälle unter Berücksichtigung vorangegangener vergleichbarer [https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4zedenzfall Präzedenzfälle]. | |||
== Literatur == | == Literatur == | ||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Fikentscher Wolfgang Fikentscher]: ''Methoden des Rechts in vergleichender Darstellung''. Band 1–5, Mohr Siebeck, Tübingen 1975–1977. | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Fikentscher Wolfgang Fikentscher]: ''Methoden des Rechts in vergleichender Darstellung''. Band 1–5, Mohr Siebeck, Tübingen 1975–1977. | ||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_von_Hippel Fritz von Hippel]: ''Rechtstheorie und Rechtsdogmatik.'' Frankfurt am Main 1964. | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_von_Hippel Fritz von Hippel]: ''Rechtstheorie und Rechtsdogmatik.'' Frankfurt am Main 1964. | ||
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Jan_C._Schuhr Jan C. Schuhr]: [http://www.duncker-humblot.de/index.php/reihen/rechtsdogmatik-als-wissenschaft.html ''Rechtsdogmatik als Wissenschaft. Rechtliche Theorien und Modelle''] Schriften zur Rechtstheorie (RT), Band 230, Berlin 2006, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783428120796 ISBN 978-3-428-12079-6]. | *[https://de.wikipedia.org/wiki/Jan_C._Schuhr Jan C. Schuhr]: [http://www.duncker-humblot.de/index.php/reihen/rechtsdogmatik-als-wissenschaft.html ''Rechtsdogmatik als Wissenschaft. Rechtliche Theorien und Modelle''] Schriften zur Rechtstheorie (RT), Band 230, Berlin 2006, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783428120796 ISBN 978-3-428-12079-6]. | ||
Weblinks | |||
*Ingo Schulz-Schaeffer: [http://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/12187/ssoar-zrechtssoz-2004-2-schulz-schaeffer-rechtsdogmatik_als_gegenstand_der_rechtssoziologie.pdf?sequence=1 ''Rechtsdogmatik als Gegenstand der Rechtssoziologie: für eine Rechtssoziologie „mit noch mehr Recht.“''] In: Zeitschrift für Rechtssoziologie 25 (2004), 2, S. 141–174 | *Ingo Schulz-Schaeffer: [http://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/12187/ssoar-zrechtssoz-2004-2-schulz-schaeffer-rechtsdogmatik_als_gegenstand_der_rechtssoziologie.pdf?sequence=1 ''Rechtsdogmatik als Gegenstand der Rechtssoziologie: für eine Rechtssoziologie „mit noch mehr Recht.“''] In: Zeitschrift für Rechtssoziologie 25 (2004), 2, S. 141–174 | ||
*Horst Dreier: [http://www.jura.uni-wuerzburg.de/fileadmin/02160100/Elektronische_Texte/Rezeption_und_Rolle_der_Reinen_Rechtslehre.pdf Rezeption und Rolle der Reinen Rechtslehre. Festakt aus Anlaß des 70. Geburtstags von Robert Walter] Wien, 2001 | *Horst Dreier: [http://www.jura.uni-wuerzburg.de/fileadmin/02160100/Elektronische_Texte/Rezeption_und_Rolle_der_Reinen_Rechtslehre.pdf Rezeption und Rolle der Reinen Rechtslehre. Festakt aus Anlaß des 70. Geburtstags von Robert Walter] Wien, 2001 | ||
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Aktuelle Version vom 20. April 2025, 18:15 Uhr
Recht-s-Dogmatik agr.-lat.-deu. "Rechtsglaubenslehre"
- Wrtdtng: glhrt. da Dogmatik als Glaubenslehre übersetzt wird entspricht Rechtsdogmatik einer "Rechtsglaubenslehre" und wenn man es genau nimmt und dogmatik zutreffender als "Mutmaßendes, Führwahrhaltendes, … Geglaubtes" übersetzt, so entspricht Rechtsdogmatik nicht mehr als ein Rechtsmutmaßen und infolge ein Rechtsfürwahrhalten infolge einem Rechtsglauben. Es muß 'rechtsdogmatische Kunst', vglw. zutreffender 'rechtsmutmaßende Kunst' genannt werden, mehr ist es und kann es nicht.
Die Rechtsdogmatik beschäftigt sich mit dem geltenden Recht (lex lata). Sie ist ein Teil der Rechtswissenschaft. Von ihr abzugrenzen sind die Rechtsgeschichte, welche sich mit nicht mehr geltendem Recht beschäftigt, und die Rechtspolitik, die sich mit zukünftigem Recht (lex ferenda) befasst.[1]
Die Rechtsdogmatik untersucht die geltenden Rechtsnormen (exegetische Jurisprudenz) und entwickelt daraus nach den jeweils herrschenden Rechtsauffassungen anerkannte juristische Grundsätze (Dogmen). Sie dient damit der Rechtssicherheit und der Vorhersehbarkeit von gerichtlichen Entscheidungen, indem sie die Möglichkeiten und Grenzen neuer juristischer Konstruktionen zur Lösung von Rechtsproblemen bestimmt. Anders als in der Theologie bilden Dogmen in der Jurisprudenz gleichwohl keine apodiktischen (unumstößliche) Lehrsätze. Vielmehr bleiben sie in fortwährender Diskussion und beschränken den Begriff auf Rechtssätze hoher Dignität (Würdigkeit), etwa Rechtsprinzipien.[2] Das „geltende Recht“ besteht dabei heute neben den von der Rechtswissenschaft gewonnenen Erkenntnissen über die Rechtsordnung zu einem wesentlichen Teil aus den von der Rechtsprechung entwickelten Rechtsgrundsätzen (Richterrecht).[3]
Kontinentaleuropäischer Rechtskreis
Der kontinentaleuropäische Rechtskreis ist vorwiegend vom Römischen Recht geprägt. Er bedient die Rechtsdogmatik methodisch vor allem durch Auslegung von Gesetzen. Für das zweckrationale Funktionieren der Rechtsdogmatik bedarf es dabei einer juristischen Methodenlehre und eines daran gebundenen, weil dogmatisch geschulten Juristenstands. Dieser trägt Sorge dafür, dass die rechtsdogmatisch vorgegebenen Werte und Wertungen im Rahmen entsprechend strukturierter Verfahrensordnungen angewendet werden.[4] Der Vorteil dieser Vorgehensweise liegt darin, dass die grundlegenden Wertungsfragen im Einzelfall keiner Diskussion bedürfen.[5] Bisweilen wird darin identifiziert, dass dem anwendenden Juristen damit eine Entlastungsfunktion zukommt.[6] Beschränkt wird Rechtsdogmatik durch die Selbstverpflichtung gegenüber den logischen Anforderungen der Begriffslehre. Sie unterwirft sich dabei einer einheitlichen Verwendung systemimmanenter Begrifflichkeiten.[4]
Die Rechtsfindung ist dabei bestimmten überpositiven Einflüssen, etwa der Moral (Naturrecht) sowie politischen und wirtschaftlichen Interessen ausgesetzt, die eine einzige, objektiv „richtige“ Lösung nicht zulassen. Dies hat der Rechtspositivismus, insbesondere Hans Kelsen mit seiner Theorie der Reinen Rechtslehre im Methodenstreit der Weimarer Staatsrechtslehre zu korrigieren versucht.[7]
Die überwiegend, namentlich von den Bundesgerichten als gültig und verbindlich vertretene Rechtsauffassung wird als herrschende Meinung (h. M.) bezeichnet.
Skandinavischer und anglo-amerikanischer Rechtskreis
Einen anderen methodischen Ansatz wählt das Fallrecht des skandinavischen und anglosächsisch-amerikanischen Rechtskreises. Der Einfluss des römischen Rechts ist gering, allgemeine Prinzipien und gelehrte Sprache werden vermieden. Hier entsteht Rechtsfindung auf Basis richterlicher Entscheidung konkreter Fälle unter Berücksichtigung vorangegangener vergleichbarer Präzedenzfälle.
Literatur
- Wolfgang Fikentscher: Methoden des Rechts in vergleichender Darstellung. Band 1–5, Mohr Siebeck, Tübingen 1975–1977.
- Fritz von Hippel: Rechtstheorie und Rechtsdogmatik. Frankfurt am Main 1964.
- Jan C. Schuhr: Rechtsdogmatik als Wissenschaft. Rechtliche Theorien und Modelle Schriften zur Rechtstheorie (RT), Band 230, Berlin 2006, ISBN 978-3-428-12079-6.
Weblinks
- Ingo Schulz-Schaeffer: Rechtsdogmatik als Gegenstand der Rechtssoziologie: für eine Rechtssoziologie „mit noch mehr Recht.“ In: Zeitschrift für Rechtssoziologie 25 (2004), 2, S. 141–174
- Horst Dreier: Rezeption und Rolle der Reinen Rechtslehre. Festakt aus Anlaß des 70. Geburtstags von Robert Walter Wien, 2001
- ↑ Carl Creifelds: Rechtswörterbuch. 21. Auflage 2014, ISBN 978-3-406-63871-8.
- ↑ Dieter de Lazzer: Rechtsdogmatik als Kompromissformular, in: Dogmatik und Methode, Josef Esser zum 65. Geburtstag, 1975, S. 85 ff. (87); Franz Wieacker: Privatrechtsgeschichte der Neuzeit, 2. Auflage 1967, S. 54: Wieacker formuliert: „durch eine Autorität vorweg bestimmte Fundamentalsätze“.
- ↑ Bernd Rüthers: Rechtsdogmatik und Rechtspolitik unter dem Einfluss des Richterrechts ( des vom 2. April 2016 im Internet Archive) Institut für Rechtspolitik an der Universität Trier, Vortrag, 30. Juni 2003
- ↑ a b Uwe Diederichsen: Auf dem Weg zur Rechtsdogmatik. In: Reinhard Zimmermann u. a. (Hrsg.): Rechtsgeschichte und Privatrechtsdogmatik. C.F. Müller, Heidelberg 1999, S. 65–77 (66 und 72).
- ↑ Claus-Wilhelm Canaris: Systemdenken und Systembegriff in der Jurisprudenz, entwickelt am Beispiel des deutschen Privatrechts, Berlin 1969, 2., überarbeitete Auflage 1983, S. 83; Josef Esser: Vorverständnis und Methodenwahl in der Rechtsfindung, Athenäum-Verlag 1970, S. 88 f.; Winfried Brohm: Die Dogmatik des Verwaltungsrechts, Veröffentlichungen der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer 30, 1972, S. 245 f. m.w.N.
- ↑ So etwa Otto Bachof: Die Dogmatik des Verwaltungsrechts, Veröffentlichungen der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer 30, 1972, S. 193 ff. (198).
- ↑ Ota Weinberger: Reine Rechtslehre: Pro und Contra 1981