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„Boethius/Leben“ – Versionsunterschied

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Die Seite wurde neu angelegt: „<div class="mw-heading mw-heading2"> == Textausgaben und Übersetzungen == </div><div class="mw-heading mw-heading3"> === Sammlungen === </div> *[https://de.wikipedia.org/wiki/Claudio_Moreschini Claudio Moreschini] (Hrsg.): ''Boethius: De consolatione philosophiae, opuscula theologica.'' 2. Auflage, Saur, München 2005, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3598712782 ISBN 3-598-71278-2] (kritische Ausgabe der ''Consolatio philosophiae'' und d…“
 
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== Textausgaben und Übersetzungen ==
{{SchaufensterBeginn|Leben}}
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=== Herkunft, Jugend und Aufstieg ===
=== Sammlungen ===
 
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Die vier Namen des Boethius und ihre Reihenfolge sind gut bezeugt. Der angebliche weitere Name ''Torquatus'' ist nicht authentisch.<ref>Luca Obertello: ''Severino Boezio.'' Bd. 1, Genova 1974, S. 16.</ref> Mütterlicherseits entstammte Boethius, wie sein Name Anicius zeigt, dem seit dem 4.&nbsp;Jahrhundert christlichen Geschlecht der [[Gens Anicia|Anicier]], das in der Spätantike zu den einflussreichsten [[Römischer Senat|Senatorenfamilien]] zählte.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Claudio_Moreschini Claudio Moreschini] (Hrsg.): ''Boethius: De consolatione philosophiae, opuscula theologica.'' 2. Auflage, Saur, München 2005, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3598712782 ISBN 3-598-71278-2] (kritische Ausgabe der ''Consolatio philosophiae'' und der fünf theologischen Abhandlungen).
 
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Gottfried_Friedlein Gottfried Friedlein] (Hrsg.): ''Anicii Manlii Torquati Severini Boetii de institutione arithmetica libri duo, de institutione musica libri quinque.'' Minerva, Frankfurt am Main 1966 (Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1867; für ''De institutione musica'' noch zu verwenden, für ''De institutione arithmetica'' überholt).
Wahrscheinlich wurde Boethius in den frühen achtziger Jahren des 5.&nbsp;Jahrhunderts geboren; ein abweichender Datierungsvorschlag (zwischen 475 und 477) hat sich nicht durchgesetzt.<ref>Joachim Gruber: ''Boethius 1925–1998.'' In: ''[[Lustrum]]'' 39, 1997, S. 307–383, hier: 327f.; Joachim Gruber: ''Kommentar zu Boethius, De consolatione philosophiae.'' 2. Auflage, Berlin 2006, S. 3 und Anm. 17. Die abweichende Datierung stammt von Luca Obertello: ''Severino Boezio.'' Bd. 1, Genova 1974, S. 17–20; ihm stimmt John Marenbon: ''Boethius.'' Oxford 2003, S. 7 zu.</ref> Der Geburtsort ist unbekannt; die Vermutung, dass es Rom ist, entbehrt einer guten Begründung.<ref>Joachim Gruber: ''Boethius 1925–1998.'' In: ''Lustrum'' 39, 1997, S. 328.</ref> Sein [[Boethius (Prätorianerpräfekt)|Großvater]] (oder Urgroßvater?) war unter [[Valentinian III.]] Prätorianerpräfekt gewesen und wurde im September 454 im Zusammenhang mit dem Mord an [[Flavius Aëtius]] getötet. Sein Vater [[Manlius Boethius]] wurde später ebenfalls [[Prätorianerpräfekt]], [[Praefectus urbi|Stadtpräfekt]] von Rom und im Jahre 487 [[Consul sine collega|Konsul ohne Kollegen]]; er muss bald nach seinem Konsulat gestorben sein, denn Boethius ist vaterlos aufgewachsen. Nach dem Tod des Vaters fand Boethius Aufnahme im Haus des [[Quintus Aurelius Memmius Symmachus]], des Konsuls von 485, der dem berühmten senatorischen Geschlecht der Symmachi angehörte und als Philologe und Geschichtsschreiber tätig war.
*Hans-Ulrich Wöhler: ''Texte zum Universalienstreit.'' Band 1: ''Vom Ausgang der Antike bis zur Frühscholastik.'' Akademie Verlag, Berlin 1992, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3050017929 ISBN 3-05-001792-9] (enthält Teilübersetzungen von sechs logischen und theologischen Werken des Boethius).
 
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Boethius erhielt eine vorzügliche Ausbildung. Wegen der damals vielleicht bereits begrenzten Bildungsmöglichkeiten in Rom wird in der Forschung die Vermutung erörtert, dass er sich zu Studienzwecken im Oströmischen Reich aufgehalten hat. Dabei wird Athen als Studienort in Betracht gezogen, doch fehlt es dafür an überzeugenden Anhaltspunkten. Parallelen zwischen Boethius’ Kommentierweise und Argumentation und derjenigen der neuplatonischen Schule von [[Alexandria]] sollen alternativ die Vermutung stützen, dass er dort studiert habe, doch ist diese von [[Pierre Courcelle]] vorgetragene Hypothese kaum zu belegen, und die Nähe zur alexandrinischen Tradition wird von anderen Forschern bestritten.<ref>Pierre Courcelle: ''{{lang|fr|Les lettres grecques en Occident}}.'' Paris 1948, S. 259–300; vgl. Joachim Gruber: ''Boethius 1925–1998.'' In: ''Lustrum'' 39, 1997, S. 341 und 358; Joachim Gruber: ''Kommentar zu Boethius, De consolatione philosophiae.'' 2. Auflage, Berlin 2006, S. 3 f.; Cornelia J. de Vogel: ''Boethiana I.'' In: ''Vivarium'' 9, 1971, S. 49–66 (plädiert für Ausbildung zuerst in Athen, dann in Alexandria); Jean-Yves Guillaumin (Hrsg.): ''Boèce: Institution Arithmétique.'' Paris 1995, S. XXII–XXV; Eleonore Stump: ''Boethius’s In Ciceronis Topica.'' Ithaca 1988, S. 1 f.</ref> Nach seiner Studienzeit heiratete Boethius Symmachus’ Tochter Rusticiana. Er verehrte seinen Schwiegervater, der – einer Familientradition folgend – die herkömmliche römische Bildung intensiv pflegte. Schon früh begann Boethius mit der Abfassung seiner wissenschaftlichen Werke und erlangte Ruhm als Gelehrter.
=== ''Consolatio philosophiae'' ===
 
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Auch in der Politik spielte Boethius eine wichtige Rolle; er stieg zu höchsten Staatsämtern auf. Spätestens 507 erhielt er den hohen Ehrentitel ''[[patricius]],'' 510 war er Konsul ohne Kollegen. Für das Jahr 522 wurden seine beiden Söhne [[Flavius Symmachus|Symmachus]] und [[Boethius (Konsul 522)|Flavius Boethius]], obwohl sie noch nicht erwachsen waren, von König Theoderich zu Konsuln bestimmt. Dies setzt zwingend das Einverständnis des oströmischen Kaisers [[Justin I.]] voraus, dem die Besetzung einer der beiden Konsulstellen zustand und der überdies nicht nur den östlichen, sondern auch den westlichen Konsul formal einzusetzen hatte. Boethius hielt anlässlich des Konsulatsantritts seiner Söhne im Senat eine Lobrede auf den Gotenkönig. Im selben Jahr stellte ihn Theoderich an die Spitze der höfischen Verwaltung, indem er ihn zum ''[[magister officiorum]]'' ernannte. Damit erreichte Boethius den Höhepunkt seiner politischen Macht. In seiner eigenen Darstellung erscheint seine Tätigkeit in der öffentlichen Verwaltung als vorbildlich. Er behauptet, sich ausschließlich für das Gemeinwohl aller Guten eingesetzt zu haben; als Kämpfer gegen das Unrecht habe er sich die Feindschaft unredlicher Mächtiger zugezogen. Jedenfalls ist davon auszugehen, dass ihm sein energisches Vorgehen und selbstbewusstes Auftreten einflussreiche Gegner einbrachte.<ref>[[Beat Näf]]: ''Senatorisches Standesbewusstsein in spätrömischer Zeit.'' Freiburg (Schweiz) 1995, S. 225–229; Joachim Gruber: ''Kommentar zu Boethius, De consolatione philosophiae.'' 2. Auflage, Berlin 2006, S. 11 f.</ref>
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Bieler Ludwig Bieler] (Hrsg.): ''Anicii Manlii Severini Boethii Philosophiae Consolatio.'' 2. Auflage, Brepols, Turnhout 1984, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9782503009414 ISBN 978-2-503-00941-4] (''Corpus Christianorum. Series Latina.''Band 94) (kritische Ausgabe).
 
*Ernst Gegenschatz, [https://de.wikipedia.org/wiki/Olof_Gigon Olof Gigon] (Hrsg.): ''Boethius: Trost der Philosophie. Consolatio philosophiae.'' 6. Auflage, Artemis & Winkler, Düsseldorf u. a. 2002, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3760816622 ISBN 3-7608-1662-2](unkritische Ausgabe mit deutscher Übersetzung)
=== Sturz und Tod ===
*Ernst Neitzke (Hrsg.): ''Boethius: Trost der Philosophie.'' Insel Verlag, Frankfurt am Main 1997, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3458329153 ISBN 3-458-32915-3] (unkritische Ausgabe mit deutscher Übersetzung).
 
<p>'''Althochdeutsche Übersetzung'''</p>
Wichtige Einzelheiten der Umstände, die zur Amtsenthebung, Verhaftung und Hinrichtung des Boethius führten, sind nicht überliefert, nur aus seiner eigenen Darstellung bekannt oder gehen aus den Quellen nicht eindeutig hervor. Die Hintergründe, die juristische Beurteilung und die politische Einschätzung des Gerichtsverfahrens sind seit langem ein kontrovers diskutiertes Thema der Forschung. Der Hauptfaktor war jedenfalls die Spannung zwischen dem oströmischen Kaisertum und dem in [[Ravenna]] residierenden Ostgotenkönig. Dieser Gegensatz spiegelte sich in der Bildung zweier rivalisierender Richtungen unter den politisch aktiven Römern (oder Italiern, wie die [[Romanen|romanische]] Bevölkerung Italiens nach dem [[Untergang des Römischen Reiches|Ende des Weströmischen Reichs]] auch genannt wird).
*Evelyn Scherabon Firchow (Hrsg.): ''Notker der Deutsche von St. Gallen: Lateinischer Text und althochdeutsche Übersetzung der Tröstung der Philosophie (De consolatione Philosophiae) von Anicius Manlius Severinus Boethius.'' 3 Bände, Olms, Hildesheim 2003, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3487118114 ISBN 3-487-11811-4].
 
<p>'''Mittelalterliche englische Übersetzungen'''</p>
==== Vorgeschichte ====
*Malcolm Godden, Susan Irvine (Hrsg.): ''The Old English Boethius. An Edition of the Old English Versions of Boethius’s De Consolatione Philosophiae.'' 2 Bände, Oxford University Press, Oxford 2009, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9780199259663 ISBN 978-0-19-925966-3].
 
*Tim William Machan (Hrsg.): ''Chaucer’s Boece. A Critical Edition Based on Cambridge University Library, MS Ii.3.21, ff. 9<sup>r</sup>–180<sup>v</sup>.'' Winter, Heidelberg 2008, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783825354329 ISBN 978-3-8253-5432-9].
Theoderich war mit seinen ostgotischen ''[[Foederaten|foederati]]'' 489 im Auftrag des oströmischen Kaisers [[Zenon (Kaiser)|Zenon]] nach Italien gekommen, um dort die Herrschaft [[Odoaker]]s zu beenden, der 476 das [[Völkerwanderung#Der „Untergang Westroms“|Ende des weströmischen Kaisertums]] herbeigeführt hatte. Nach Zenons Tod war es zu Konflikten mit seinem Nachfolger [[Anastasios I.|Anastasius]] gekommen, und obwohl dieser 497/8 Theoderichs Machtstellung formell anerkannte, musste der Gote stets einen Versuch der Oströmer befürchten, ihn zu beseitigen und Italien wieder unter ihre direkte Kontrolle zu bringen, denn sie hielten immer am Fortbestand des Römischen Reichs auch im Westen und an ihrem Anspruch auf Oberherrschaft in Italien fest.<ref>Zur staatsrechtlichen Stellung Theoderichs gegenüber dem Kaiser siehe den klassischen Beitrag von [[Dietrich Claude]]: ''Universale und partikulare Züge in der Politik Theoderichs.'' In: ''[[Francia (Zeitschrift)|Francia]]'' 6, 1978, S. 19–58, hier: 42–58 ([https://francia.digitale-sammlungen.de/Blatt_bsb00016281,00035.html Digitalisat]). Eine neuere Diskussion bietet [[Hans-Ulrich Wiemer]]: ''Odovakar und Theoderich. Herrschaftskonzepte nach dem Ende des Kaisertums im Westen.'' In: Mischa Meier – Steffen Patzold (Hrsg.): ''Chlodwigs Welt,'' Stuttgart 2014, S. 293–338.</ref>
<p>'''Mittelalterliche französische Übersetzungen'''</p>
[[Datei:Musei civici8.jpg|mini|Grabplatte des Boethius, [[Musei civici di Pavia]]]]
*Isabelle Bétemps u. a. (Hrsg.): ''La Consolation de la Philosophie de Boèce dans une traduction attribuée à Jean de Meun d’après le manuscrit Leber 817 de la Bibliothèque Municipale de Rouen.'' Université de Rouen, Rouen 2004, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/2877753808 ISBN 2-87775-380-8].
Zu dieser machtpolitischen Rivalität kam der religiöse Gegensatz hinzu. Die Römer Italiens waren ebenso wie die Mehrheit der Oströmer Anhänger des [[Nicäno-Konstantinopolitanum]]s, während sich die Ostgoten zum [[Arianismus]] bekannten. Für traditionsbewusste Römer kam außer ihrer politischen Gesinnung und persönlichen Gründen auch ihre religiöse Überzeugung als Motiv für eine Opposition gegen Theoderich in Betracht. Somit konnte am Königshof leicht der Verdacht entstehen, dass diese Kreise eine Vernichtung des Ostgotenreichs durch den Kaiser erhofften und mit ihm konspirierten. Daher befanden sich politisch exponierte Römer, die als kaiserfreundlich galten, in einer potenziell heiklen Lage. Bei einer Zuspitzung des latenten Gegensatzes zwischen den Höfen von Ravenna und [[Konstantinopel]] konnten sie in einen Loyalitätskonflikt oder zumindest in den Verdacht mangelnder Loyalität zum König geraten.<ref>Jean-Yves Guillaumin (Hrsg.): ''Boèce: Institution Arithmétique.'' Paris 1995, S. XI f.; Henry Chadwick: ''{{lang|en|Boethius: The Consolations of Music, Logic, Theology, and Philosophy}}.'' Oxford 1981, S. 45 f.; vgl. Charles Henry Coster: ''Late Roman Studies.'' Cambridge (Massachusetts) 1968, S. 47.</ref>
*Glynnis M. Cropp (Hrsg.): ''Le Livre de Boece de Consolacion.'' Droz, Genf 2006, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/2600010289 ISBN 2-600-01028-9] (kritische Ausgabe).
 
*Rolf Schroth (Hrsg.): ''Eine altfranzösische Übersetzung der consolatio philosophiae des Boethius (Handschrift Troyes Nr. 898). Edition und Kommentar.'' Peter Lang, Frankfurt am Main 1976, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3261018453 ISBN 3-261-01845-3].
Als es 484 zwischen der östlichen und der westlichen Kirche zu einer Spaltung kam ([[Akakianisches Schisma]]), führte diese Entfremdung zwischen dem Westen und dem Osten zu einer Verminderung des Konfliktpotenzials zwischen den römischen und den germanischen Untertanen Theoderichs.<ref>[[Frank M. Ausbüttel]]: ''Theoderich der Große.'' Darmstadt 2003, S. 137; Dorothee Kohlhas-Müller: ''Untersuchungen zur Rechtsstellung Theoderichs des Großen.'' Frankfurt a. M. 1995, S. 301.</ref> 498 traten die Bruchlinien aber wieder deutlich hervor, als sich nach einer zwiespältigen Papstwahl der von Theoderich unterstützte Kandidat [[Symmachus (Papst)|Symmachus]] gegen seinen von den Oströmern favorisierten Gegner [[Laurentius (Gegenpapst)|Laurentius]] durchsetzen konnte. Im römischen Senat hatten kaiserlich gesinnte Politiker für Laurentius Partei ergriffen.<ref>Dorothee Kohlhas-Müller: ''Untersuchungen zur Rechtsstellung Theoderichs des Großen.'' Frankfurt a. M. 1995, S. 270–272 und 301.</ref> Die ostromfreundliche Richtung bestand vor allem aus Angehörigen alter, konservativer Senatorengeschlechter. Dies war das Milieu, dem die Familie des Boethius und die mit ihr befreundeten und verschwägerten Sippen angehörten.<ref>John Moorhead: ''Theoderic in Italy.'' Oxford 1992, S. 129–135. Moorhead hält es für wahrscheinlich, dass auch Boethius selbst auf der Seite des Laurentius stand.</ref>
<p>'''Mittelalterliche griechische Übersetzung'''</p>
 
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Manolis_Papathomopoulos Manolis Papathomopoulos] (Hrsg.): ''Anicii Manlii Severini Boethii De consolatione philosophiae. Traduction grecque de Maxime Planude.'' The Academy of Athens, Athen 1999, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/2711683338 ISBN 2-7116-8333-8] (kritische Ausgabe).
Nach dem Regierungsantritt des oströmischen Kaisers [[Justin I.]] wurde im Jahr 519 das Akakianische Schisma beendet und die Kirchengemeinschaft zwischen Konstantinopel und Rom wiederhergestellt. Damit war Theoderich zunächst einverstanden; er wünschte ein gutes Verhältnis zum Kaiser, auch unter dem Gesichtspunkt der oströmischen Anerkennung für eine Regelung seiner Nachfolge, denn er hatte keinen Sohn, und der Fortbestand der Dynastie hing von seiner Tochter [[Amalasuntha]] und deren Nachkommen ab. Noch 519 erreichte er, dass der Kaiser seinen Schwiegersohn [[Eutharich]] als „Waffensohn“ annahm und so als designierten Nachfolger anerkannte. Kirchenpolitisch verstärkte die in diesem Jahr erzielte Einigung jedoch die Isolation der arianischen Ostgoten in Italien, was sich für sie im Fall eines oströmischen Angriffs nachteilig auswirken konnte.<ref>Frank M. Ausbüttel: ''Theoderich der Große.'' Darmstadt 2003, S. 107, 111–112, 130–131; Dorothee Kohlhas-Müller: ''Untersuchungen zur Rechtsstellung Theoderichs des Großen.'' Frankfurt a. M. 1995, S. 282–286 und 302; John Moorhead: ''Theoderic in Italy.'' Oxford 1992, S. 198–200.</ref> Eine wichtige Rolle spielte in der oströmischen Politik schon damals der künftige Nachfolger Justins, [[Justinian I.|Justinian]],<ref>Alexander A. Vasiliev: ''Justin the First,'' Cambridge (Mass.) 1950, S. 6.</ref> der dann weniger als ein Jahrzehnt nach Theoderichs Tod tatsächlich die Invasion Italiens beginnen sollte. Von Justinian ging mutmaßlich die Initiative zur Besetzung beider Konsulstellen mit den Söhnen des Boethius im Jahr 522 aus; damit konnte er sich in ostromfreundlichen Senatskreisen Italiens zusätzliche Sympathien verschaffen.<ref>[[Wilhelm Enßlin]]: ''Theoderich der Große.'' 2. Auflage, München 1959, S. 304; [[Johannes Sundwall]]: ''Abhandlungen zur Geschichte des ausgehenden Römertums.'' Helsingfors 1919, S. 237–238; Joachim Gruber: ''Kommentar zu Boethius, De consolatione philosophiae.'' 2. Auflage, Berlin 2006, S. 11.</ref>
<p>'''Mittelalterliche hebräische Übersetzung'''</p>
 
*Sergio Joseph Sierra (Hrsg.): ''Boezio: De Consolatione Philosophiae. Traduzione ebraica di ʿAzaria ben R. Joseph Ibn Abba Mari detto Bonafoux Bonfil Astruc 5183–1423.'' Turin u. a. 1967.
Die Gegner dieser ostromfreundlichen Richtung, die den Sturz des Boethius herbeiführten, waren nicht etwa Goten, sondern progotische Römer. Sie waren dem Gotenkönig ergeben, da sie ihm ihre Karriere verdankten; Theoderich hatte solchen Römern Schlüsselstellungen anvertraut, um ein Gegengewicht zu den kaiserfreundlichen Senatskreisen zu schaffen. Sie hatten von einem Regimewechsel in Italien nichts zu erhoffen und betrachteten das Oströmische Reich als feindliche Macht.<ref>Zu Boethius’ Gegnern siehe John Moorhead: ''Boethius and Romans in Ostrogothic Service.'' In: ''[[Historia (Zeitschrift)|Historia]]'' 27, 1978, S. 604–612, hier: 609–612; John Moorhead: ''Theoderic in Italy.'' Oxford 1992, S. 226–235; Thomas S. Burns: ''A History of the Ostrogoths.'' Bloomington 1984, S. 104–105; [[Christoph Schäfer (Historiker)|Christoph Schäfer]]: ''Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.).'' St. Katharinen 1991, S. 241–243, 247–250, 255–256.</ref> Schon im weströmischen Reich des 5. Jahrhunderts war die Spaltung des Senats und des Hofes in zwei verfeindete, miteinander um die Macht ringende Gruppierungen ein typisches Merkmal der politischen Verhältnisse gewesen, sie war nicht erst mit der Errichtung der gotischen Herrschaft eingetreten.<ref>Vgl. [[Henning Börm]]: ''Westrom. Von Honorius bis Justinian,'' Stuttgart 2013, S. 115, 145–147.</ref> Allerdings verschärfte sich die Polarisierung, als sich Theoderichs Verhältnis zu Ostrom in den letzten Jahren seiner Herrschaft verschlechterte.
<p>'''Mittelalterliche italienische Übersetzung'''</p>
 
*Helmuth-Wilhelm Heinz (Hrsg.): ''Grazia di Meo, Il libro di Boeçio de chonsolazione (1343).'' Peter Lang, Frankfurt am Main 1984, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3820473254 ISBN 3-8204-7325-4].
==== Ablauf der Ereignisse ====
<div class="mw-heading mw-heading3">
 
=== Logik ===
Als Eutharich starb (wohl 522 oder 523), schwächte dies die Stellung Theoderichs, der nun keinen erwachsenen Nachfolger mehr hatte, und verstärkte die politische Unruhe. In diese Phase fiel der Beginn der Ereigniskette, die zum Tod des Boethius führte: Ein Parteigänger der königstreuen Römer fing Briefe ab, die der Senator [[Flavius Albinus iunior]] an den Kaiser gerichtet hatte.<ref>Die Überlieferung, wonach es ein Afrikaner namens Severus war, gilt heute nicht mehr als glaubwürdig, siehe John Moorhead: ''Theoderic in Italy.'' Oxford 1992, S. 219–220 und Christoph Schäfer: ''Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.).'' St. Katharinen 1991, S. 243 Anm. 19.</ref> Der Inhalt der Briefe ist unbekannt, doch ist nicht zu bezweifeln, dass er für den Absender kompromittierend war. Vermutlich wurden Themen wie die nun wieder überaus heikle ostgotische Nachfolgefrage aus der Sicht der ostromfreundlichen Senatoren erörtert.<ref>Frank M. Ausbüttel: ''Theoderich der Große.'' Darmstadt 2003, S. 133; Wilhelm Enßlin: ''Theoderich der Große.'' 2. Auflage, München 1959, S. 308 f.; Andreas Goltz: ''Barbar – König – Tyrann. Das Bild Theoderichs des Großen in der Überlieferung des 5. bis 9. Jahrhunderts.'' Berlin 2008, S. 167–168, 356–357.</ref> Der Ablauf der anschließenden Vorgänge ist umstritten. Einer Interpretation zufolge versuchte Boethius, dem die königliche Verwaltung unterstand, das Beweismaterial zu unterdrücken und so die Angelegenheit zu vertuschen, um Albinus zu decken. Diese Absicht wurde aber von einem seiner Untergebenen, dem ''[[referendarius]]'' [[Cyprian (Referendar)|Cyprianus]], der auf der Gegenseite stand, vereitelt. Nach einer anderen Deutung hat Boethius das Belastungsmaterial zwar dem König verschwiegen, aber auch nicht versucht, Cyprianus an einer Vorsprache bei Theoderich zu hindern. Jedenfalls legte Cyprianus die Briefe dem König, der sich zu dieser Zeit in [[Verona]] aufhielt, vor.<ref>Zu den Einzelheiten siehe Christoph Schäfer: ''Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.).'' St. Katharinen 1991, S. 244–246. Schäfer nimmt einen Vertuschungsversuch an, den er als grobe Verletzung der Dienstpflicht bewertet; ebenso Johannes Sundwall: ''Abhandlungen zur Geschichte des ausgehenden Römertums.'' Helsingfors 1919, S. 243–245 und Charles Henry Coster: ''Late Roman Studies.'' Cambridge (Massachusetts) 1968, S. 99. Anderer Meinung sind [[Hermann Tränkle]]: ''Philologische Bemerkungen zum Boethiusprozeß.'' In: Manfred Fuhrmann, Joachim Gruber (Hrsg.): ''Boethius.'' Darmstadt 1984, S. 52–63, hier: 56–59 und Joachim Gruber: ''Kommentar zu Boethius, De consolatione philosophiae.'' 2. Auflage, Berlin 2006, S. 12.</ref> Die ostromfeindlichen Kreise am Hof sahen darin Belege für hochverräterische Beziehungen des Albinus und seiner Gesinnungsgenossen zum Kaiser.<ref>Christoph Schäfer: ''Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.).'' St. Katharinen 1991, S. 250–251.</ref> Der König ließ Albinus verhaften. Nun solidarisierte sich Boethius öffentlich vor dem König mit dem Beschuldigten, indem er erklärte, wenn Albinus etwas getan haben sollte, dann hätten er – Boethius – und der ganze Senat es ebenfalls getan.<ref>''[[Anonymus Valesianus]]'' 85.</ref> Damit aber hatte Boethius die Lage und seinen Einfluss falsch eingeschätzt. Cyprianus sah sich gezwungen, auch Boethius in die Anklage einzubeziehen, schon um seine eigene Stellung nicht zu gefährden.<ref>Vgl. John Moorhead: ''Theoderic in Italy.'' Oxford 1992, S. 235.</ref> Boethius verlor seine Stellung am Hof und wurde in Verona unter Hausarrest gestellt.
</div><p>'''Übersetzungen des Boethius'''</p>
 
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Lorenzo_Minio-Paluello Lorenzo Minio-Paluello] (Hrsg.): ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles_Latinus Aristoteles Latinus].'' Band I 1–5: ''Categoriae vel praedicamenta.'' Desclée de Brouwer, Brügge u. a. 1961 (enthält die ''Kategorien''-Übersetzung des Boethius).
Der König ließ die Vorgänge in Abwesenheit des Boethius untersuchen. Dabei wurde der Angeklagte durch die Aussagen mehrerer seiner Untergebenen belastet. Außerdem wurden Briefe vorgelegt, in denen er sich für die Freiheit Roms – also gegen die gotische Herrschaft – aussprach; nach seiner Darstellung handelte es sich um Fälschungen.<ref>Zur „römischen Freiheit“ siehe John Moorhead: ''Theoderic in Italy.'' Oxford 1992, S. 220–222, zum Belastungsmaterial Christoph Schäfer: ''Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.).'' St. Katharinen 1991, S. 251–253 und Andreas Goltz: ''Barbar – König – Tyrann,'' Berlin 2008, S. 357–358.</ref> Der Senat lehnte es ab, offiziell zu seinen Gunsten Stellung zu nehmen; nur eine kleine Gruppe von Freunden, darunter sein Schwiegervater, trat für ihn ein. Er wurde nach Pavia gebracht, wohl weil er unter seinen Standesgenossen in Rom noch einigen Rückhalt hatte, während Norditalien eine Hochburg seiner Gegner war.<ref>Christoph Schäfer: ''Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.).'' St. Katharinen 1991, S. 257–260, 294–295; Andreas Goltz: ''Barbar – König – Tyrann,'' Berlin 2008, S. 359–360 und Anm. 21.</ref> Für ein gewöhnliches Hochverratsverfahren wäre das Gericht des Königs unter dessen Vorsitz zuständig gewesen. Theoderich zog es aber angesichts des hohen Ranges des Angeklagten vor, den Fall dem Senatsgericht zu übergeben, das für Kapitalprozesse gegen Senatoren zuständig war. Den Vorsitz in diesem Standesgericht aus fünf Senatoren ''(iudicium quinquevirale)'' hatte der [[Praefectus urbi|Stadtpräfekt]] [[Eusebius (Stadtpräfekt)|Eusebius]].<ref>Zu dem Gericht siehe die Untersuchung von Charles Henry Coster: ''The Iudicium Quinquevirale.'' Cambridge (Massachusetts) 1935 (speziell zum Prozess des Boethius S. 40–63).</ref> Der Ostgotenkönig ließ vermutlich keinen Zweifel daran, dass er einen Schuldspruch wünschte, hielt sich aber offiziell zurück. Das Gericht verurteilte Boethius in Abwesenheit zum Tode und ordnete die [[Konfiskation]] seiner Güter an.
*Lorenzo Minio-Paluello (Hrsg.): ''Aristoteles Latinus.'' Band I 6–7: ''Categoriarum supplementa: Porphyrii isagoge, translatio Boethii, et anonymi fragmentum vulgo vocatum „Liber sex principiorum“.'' Desclée de Brouwer, Brügge u. a. 1966 (enthält die ''Isagoge''-Übersetzung des Boethius).
 
*Lorenzo Minio-Paluello (Hrsg.): ''Aristoteles Latinus.'' Band II 1–2: ''De interpretatione vel periermenias: translatio Boethii, specimina translationum recentiorum.'' Desclée de Brouwer, Brügge und Paris 1965 (enthält Boethius’ Übersetzung von ''De interpretatione'').
[[Datei:0372 - Pavia - S. Pietro - Cripta - Tomba Boezio - Foto Giovanni Dall'Orto, Oct 17 2009 (cropped).jpg|miniatur|Das Grab des Boethius in der Kirche [[San Pietro in Ciel d’Oro]], Pavia|alt=Foto eines prunkvollen Sarkophags]]
*Lorenzo Minio-Paluello (Hrsg.): ''Aristoteles Latinus.'' Band III 1–4: ''Analytica priora: translatio Boethii (recensiones duae), translatio anonyma, Pseudo-Philoponi aliorumque scholia, specimina translationum recentiorum.'' Desclée de Brouwer, Brügge u. a. 1962 (enthält S. 1–191 die beiden Fassungen von Boethius’ Übersetzung der ''Analytica priora;'' auch die S. 293–372 edierten Scholien stammen von Boethius).
Die Chronologie ist umstritten. Nach der traditionellen Datierung, die weiterhin Befürworter hat, wurde Boethius bereits 523 verhaftet und 524 oder spätestens 525 hingerichtet. Manche Forscher folgen aber einem abweichenden Ansatz, den Charles H. Coster vorgeschlagen hat, wonach die Verhaftung 525 und die Vollstreckung des Todesurteils erst 526, kurz vor Theoderichs Tod, erfolgte.<ref>Charles Henry Coster: ''Late Roman Studies.'' Cambridge (Massachusetts) 1968, S. 66–85; Zustimmung findet dieser Ansatz bei Catherine Morton: ''{{lang|en|Marius of Avenches, the ‘Excerpta Valesiana’, and the Death of Boethius}}.'' In: ''Traditio'' 38, 1982, S. 107–136 und John Moorhead: ''Theoderic in Italy.'' Oxford 1992, S. 224–226 (zögernd). Vgl. Joachim Gruber: ''Boethius 1925–1998.'' In: ''Lustrum'' 39, 1997, S. 329. Eine ausführliche Argumentation für die Frühdatierung präsentiert Andreas Goltz: ''Barbar – König – Tyrann,'' Berlin 2008, S. 363–373.</ref> Die Hinrichtung wurde standesgemäß mit dem Schwert vollzogen, entweder in Pavia (was wahrscheinlicher ist) oder in Calvenzano östlich von Mailand (Provinz Bergamo).<ref>Die Angabe des Anonymus Valesianus lautet ''in agro Calventiano;'' wahrscheinlich ist Borgo Calvenzano, ein Stadtviertel von Pavia, gemeint. Da aber [[Marius von Avenches]] angibt ''in territorio Mediolanense'' („im Gebiet von Mailand“), wird auch Calvenzano in der Provinz Bergamo in Betracht gezogen. Zur Identifizierungsfrage siehe Luca Obertello: ''Severino Boezio.'' Bd. 1, Genua 1974, S. 122–125; Faustino Gianani: ''{{lang|it|„In agro Calventiano“: il luogo del supplizio di Boezio}}.'' In: Luca Obertello (Hrsg.): ''{{lang|it|Congresso internazionale di studi boeziani (Pavia, 5–8 ottobre 1980). Atti}}.'' Rom 1981, S. 41–47; Catherine Morton: ''{{lang|en|Boethius in Pavia: the Tradition and the Scholars}}.'' In: Luca Obertello (Hrsg.): ''{{lang|it|Congresso internazionale di studi boeziani (Pavia, 5–8 ottobre 1980). Atti}}.'' Rom 1981, S. 49–58; Hermann Tränkle: ''Philologische Bemerkungen zum Boethiusprozeß.'' In: Manfred Fuhrmann, Joachim Gruber (Hrsg.): ''Boethius.'' Darmstadt 1984, S. 62 Anm. 26; Christoph Schäfer: ''Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.).'' St. Katharinen 1991, S. 260 und Anm. 97; John Moorhead: ''Theoderic in Italy.'' Oxford 1992, S. 223 und Anm. 60.</ref> Der [[Sarkophag]] befindet sich in der Kirche [[San Pietro in Ciel d’Oro]] (Pavia). Die Grabplatte von Boethius, aus griechischem Marmor und im 19. Jahrhundert in [[Zeccone|Villareggio]] gefunden, ist in den [[Musei civici di Pavia|Musei Civici di Pavia]] erhalten<ref>{{Literatur |Autor=Fabio Troncarelli |Titel=Il sepolcro di Boezio |Sammelwerk=Litterae caelestes : rivista annuale internazionale di paleografia, codicologia, diplomatica e storia delle testimonianze scritte |Nummer=4 |Auflage=227-254 |Datum=2012 |Sprache=it |ISSN=1825-9189 |Online=https://www.academia.edu/6704510/Il_sepolcro_di_Boezio}}</ref>. Bei der vom ''[[Anonymus Valesianus]]'' überlieferten Behauptung, Boethius sei erst gefoltert und dann mit einem Knüppel erschlagen worden,<ref>''Anonymus Valesianus'' 87.</ref> handelt es sich um eine Erfindung; sie stammt aus einer unbekannten Schrift eines Gegners Theoderichs, auf die sich der Anonymus im zweiten Teil seiner Darstellung der Regierungszeit des Königs stützt.<ref>Frank M. Ausbüttel: ''Theoderich der Große.'' Darmstadt 2003, S. 137; Christoph Schäfer: ''Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.).'' St. Katharinen 1991, S. 260.</ref> Auch Symmachus, der Schwiegervater des Boethius, wurde hingerichtet.
*Lorenzo Minio-Paluello (Hrsg.): ''Aristoteles Latinus.'' Band V 1–3: ''Topica: translatio Boethii, fragmentum recensionis alterius, et translatio anonyma.'' Brill, Leiden 1969 (enthält Boethius’ Übersetzung der ''Topik'').
 
*Bernard G. Dod (Hrsg.): ''Aristoteles Latinus.'' Band VI 1–3: ''De sophisticis elenchis: translatio Boethii, fragmenta translationis Iacobi, et recensio Guillelmi de Moerbeke.'' Brill, Leiden 1975 (enthält Boethius’ Übersetzung der ''Sophistici elenchi'').
Der Sturz des Boethius führte zu einem Umschwung in Theoderichs Personalpolitik; am Hof wurde der Ankläger Cyprianus zum Leiter der Finanzverwaltung befördert.<ref>John Moorhead: ''{{lang|en|Boethius and Romans in Ostrogothic Service}}.'' In: ''Historia'' 27, 1978, S. 604–612, hier: 610–612; Frank M. Ausbüttel: ''Theoderich der Große.'' Darmstadt 2003, S. 137; Wilhelm Enßlin: ''Theoderich der Große.'' 2. Auflage, München 1959, S. 310 f.</ref> An die Spitze der Reichsverwaltung berief der König [[Cassiodor]], der wie Boethius ein bedeutender römischer Gelehrter, aber politisch unverdächtig war.
<p>'''Kommentare'''</p>
 
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Samuel_Brandt Samuel Brandt] (Hrsg.): ''Anicii Manlii Severini Boethii in isagogen Porphyrii commenta.'' Johnson Reprint Corporation, New York 1966 (Nachdruck der Ausgabe Wien 1906; kritische Edition beider ''Isagoge''-Kommentare).
Später gab Theoderichs Tochter [[Amalasuntha]], die nach dem Tod ihres Vaters die Regentschaft übernommen hatte, der Familie des Boethius das konfiszierte Vermögen zurück. Nach der oströmischen Invasion Italiens soll Boethius’ Witwe Rusticiana dafür gesorgt haben, dass die oströmischen Feldherren die bildlichen Darstellungen Theoderichs beseitigten.<ref>Prokopios, ''De bello Gothico'' 3,20,29.</ref>
*Karl Meiser (Hrsg.): ''Anicii Manlii Severini Boethii commentarii in librum Aristotelis ΠΕΡΙ ΕΡΜΗΝΕΙΑΣ.'' Teile 1 und 2, Teubner, Leipzig 1877–1880 (Nachdruck Garland Publishing, New York 1987, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/0824069048 ISBN 0-8240-6904-8]; kritische Ausgabe beider Kommentare zu ''De interpretatione'').
{{SchaufensterEnde|Leben}}
*Andrew Smith: ''Boethius: On Aristotle, On Interpretation 1–3.'' Bloomsbury, London 2014, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9781472557896 ISBN 978-1-4725-5789-6] (englische Übersetzung)
*[https://de.wikipedia.org/wiki/David_Blank David Blank], Norman Kretzmann (Hrsg.): ''Ammonius: On Aristotle On Interpretation 9, with Boethius: On Aristotle On Interpretation 9, first and second commentaries.'' Duckworth, London 1998, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/0715626914 ISBN 0-7156-2691-4] (enthält S. 129–191 eine englische Übersetzung von Auszügen der beiden Kommentare zu ''De interpretatione'' über den logischen Determinismus).
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Jacques_Paul_Migne Jacques Paul Migne] (Hrsg.): ''Anicii Manlii Severini Boetii in categorias Aristotelis libri quatuor.'' In: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Patrologia_Latina Patrologia Latina].'' Band 64, Paris 1891, Sp. 159–294 (unkritische Ausgabe).
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Hadot Pierre Hadot] (Hrsg.): ''Un fragment du commentaire perdu de Boèce sur les Catégories d’Aristote dans le Codex Bernensis 363.'' In: ''Archives d’Histoire Doctrinale et Littéraire du Moyen Age.'' Bd. 26 (= année 34), 1959, <span class="plainlinks-print">[https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke ISSN]&nbsp;[https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220373-5478%22&key=cql 0373-5478]</span>, S. 11–27 (kritische Ausgabe des Kommentarfragments S. 12–14).
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Caspar_von_Orelli Johann Caspar von Orelli], [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Georg_Baiter Johann Georg Baiter] (Hrsg.): ''Anicii Manlii Severini Boethii commentarii in Ciceronis topica.'' In: Johann Caspar von Orelli, Johann Georg Baiter (Hrsg.): ''M. Tullii Ciceronis opera quae supersunt omnia ac deperditorum fragmenta.'' Bd. 5, Teil 1: ''M. Tullii Ciceronis scholiastae.'' [https://de.wikipedia.org/wiki/Orell_F%C3%BCssli Orell Füssli], Zürich 1833, S. 269–395 (noch heute maßgebliche kritische Ausgabe des Kommentars zu Ciceros ''Topica'').
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Jacques_Paul_Migne Jacques Paul Migne] (Hrsg.): ''Anicii Manlii Severini Boetii in topica Ciceronis commentariorum libri sex.'' In: ''Patrologia Latina.'' Band 64, Paris 1891, Sp. 1039–1174 (unkritische Ausgabe).
*Alfredo Severiano Quevedo Perdomo (Hrsg.): ''A Critical Edition of Boethius’ Commentary on Cicero’s Topica, Book I.'' Dissertation Saint Louis 1963.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Eleonore_Stump Eleonore Stump]: ''Boethius’s In Ciceronis Topica.'' Cornell University Press, Ithaca und London 1988, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/0801420172 ISBN 0-8014-2017-2] (englische Übersetzung).
<p>'''Lehrschriften'''</p>
*[https://de.wikipedia.org/wiki/John_Cornell_Magee John Magee] (Hrsg.): ''Anicii Manlii Severini Boethii De divisione liber.'' Brill, Leiden 1998, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9004108734 ISBN 90-04-10873-4] (kritische Edition mit englischer Übersetzung und Kommentar).
*Dimitrios Z. Nikitas (Hrsg.): ''Boethius’ De topicis differentiis und die byzantinische Rezeption dieses Werkes.'' The Academy of Athens, Athen 1990, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/2711697010 ISBN 2-7116-9701-0] (kritische Edition von Boethius’ ''De topicis differentiis'' und zweier byzantinischer Übersetzungen dieses Werks).
*Luca Obertello (Hrsg.): ''A. M. Severino Boezio: De hypotheticis syllogismis.'' Paideia, Brescia 1969 (kritische Ausgabe mit Einführung, Kommentar und italienischer Übersetzung)
*Eleonore Stump: ''Boethius’s De topicis differentiis.'' Cornell University Press, Ithaca u. a. 1978, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/0801410673 ISBN 0-8014-1067-3] (englische Übersetzung).
*Christina Thomsen Thörnqvist (Hrsg.): ''Anicii Manlii Severini Boethii De syllogismo categorico.'' Acta Universitatis Gothoburgensis, Gothenburg 2008, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9789173466110 ISBN 978-91-7346-611-0](kritische Ausgabe mit englischer Übersetzung).
*Christina Thomsen Thörnqvist (Hrsg.): ''Anicii Manlii Severini Boethii Introductio ad syllogismos categoricos.'' Acta Universitatis Gothoburgensis, Gothenburg 2008, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9789173466127 ISBN 978-91-7346-612-7] (kritische Ausgabe mit Kommentar).
<p>'''Mittelalterliche Übersetzungen'''</p>
*James C. King (Hrsg.): ''Notker der Deutsche: Boethius’ Bearbeitung der „Categoriae“ des Aristoteles.'' Niemeyer, Tübingen 1972, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/348420057X ISBN 3-484-20057-X].
*James C. King (Hrsg.): ''Notker der Deutsche: Boethius’ Bearbeitung von Aristoteles’ Schrift “De Interpretatione”.'' Niemeyer, Tübingen 1975, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3484200898 ISBN 3-484-20089-8].
*Dimitrios Z. Nikitas (Hrsg.): ''Eine byzantinische Übersetzung von Boethius’ „De hypotheticis syllogismis“.'' Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1982, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3525251653 ISBN 3-525-25165-3] (kritische Ausgabe).
<div class="mw-heading mw-heading3">
=== Musiktheorie ===
</div>
*Calvin M. Bower, Claude V. Palisca: ''Anicius Manlius Severinus Boethius: Fundamentals of Music.'' Yale University Press, New Haven 1989, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/0300039433 ISBN 0-300-03943-3] (englische Übersetzung von ''De institutione musica'').
*Christian Meyer (Hrsg.): ''Boèce: Traité de la musique.'' Brepols, Turnhout 2004, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/2503517412 ISBN 2-503-51741-2] (unkritische Ausgabe von ''De institutione musica'' mit französischer Übersetzung).
<div class="mw-heading mw-heading3">
=== Mathematik ===
</div>
*Henri Oosthout, Jean Schilling (Hrsg.): ''Anicii Manlii Severini Boethii De arithmetica.'' Brepols, Turnhout 1999, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/2503009433 ISBN 2-503-00943-3] (kritische Ausgabe).
*Jean-Yves Guillaumin (Hrsg.): ''Boèce: Institution Arithmétique.'' Les Belles Lettres, Paris 1995, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/2251013903 ISBN 2-251-01390-3] (kritische Ausgabe mit französischer Übersetzung).
*Michael Masi: ''Boethian Number Theory. A translation of the De Institutione Arithmetica.'' Rodopi, Amsterdam 1983, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9062037852 ISBN 90-6203-785-2].
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Menso_Folkerts Menso Folkerts] (Hrsg.): ''„Boethius“ Geometrie II. Ein mathematisches Lehrbuch des Mittelalters.'' Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1970, S. 69–82, 173–217 (lateinische Auszüge aus Euklids ''Elementen,'' die vermutlich aus einem verlorenen Werk des Boethius stammen).
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Kai_Brodersen Kai Brodersen]: ''Boethius, Arithmetik.'' Zweisprachige Ausgabe lateinisch-deutsch. Edition Antike, Wissenschaftliche Buchgesellschaft wbg Darmstadt, 2022, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783534274260 ISBN 978-3-534-27426-0].
<div class="mw-heading mw-heading3">
=== Theologie ===
</div>
*Michael Elsässer (Hrsg.): ''Anicius Manlius Severinus Boethius: Die Theologischen Traktate.'' Meiner, Hamburg 1988, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3787307249 ISBN 3-7873-0724-9] (unkritische Ausgabe mit deutscher Übersetzung).
<div class="mw-heading mw-heading2">
== Literatur und Hilfsmittel ==
</div><p>'''Übersichtsdarstellungen'''</p>
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_von_Albrecht Michael von Albrecht]: ''Geschichte der römischen Literatur von Andronicus bis Boethius und ihr Fortwirken.'' Band 2. 3., verbesserte und erweiterte Auflage. De Gruyter, Berlin 2012, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783110265255 ISBN 978-3-11-026525-5], S. 1468–1495
*Axel Bühler, Christoph Kann, Dieter Gutknecht: ''Anicius Manlius Severinus Boethius (ca. 480–524/526 n. Chr.).'' In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfram_Ax Wolfram Ax] (Hrsg.): ''Lateinische Lehrer Europas. Fünfzehn Portraits von Varro bis Erasmus von Rotterdam.'' Böhlau, Köln 2005, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/341214505X ISBN 3-412-14505-X], S. 165–215
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Siegmar_D%C3%B6pp Siegmar Döpp]: ''Boethius.'' In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Riedweg Christoph Riedweg] u. a. (Hrsg.): ''Philosophie der Kaiserzeit und der Spätantike'' (= ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Grundriss_der_Geschichte_der_Philosophie Grundriss der Geschichte der Philosophie]. Die Philosophie der Antike.'' Band 5/3). Schwabe, Basel 2018, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783796537004 ISBN 978-3-7965-3700-4], S. 2345–2382, 2401–2422
*Dirk Kurt Kranz:&nbsp;''Boethius, Anicius Manlius Severinus.'' In: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Biographisch-Bibliographisches_Kirchenlexikon Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon]'' (BBKL). Band 24, Bautz, Nordhausen 2005, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3883092479 ISBN 3-88309-247-9], Sp. 259–310.
<p>'''Gesamtdarstellungen'''</p>
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Henry_Chadwick_(Theologe) Henry Chadwick]: ''Boethius: The Consolations of Music, Logic, Theology, and Philosophy.'' Clarendon Press, Oxford 1981, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/019826447X ISBN 0-19-826447-X].
*John Marenbon: ''Boethius.'' Oxford University Press, Oxford 2003, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/0195134079 ISBN 0-19-513407-9] (Rezension von Jeffrey Hause [http://ndpr.nd.edu/review.cfm?id=1293 online]).
*Luca Obertello: ''Severino Boezio.'' 2 Bände, Accademia Ligure di Scienze e Lettere, Genova 1974 (der zweite Band ist eine umfangreiche Bibliographie mit knappen Inhaltszusammenfassungen)
<p>'''Aufsatzsammlungen zu mehreren Themenbereichen'''</p>
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Fuhrmann Manfred Fuhrmann], [https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Gruber_(Philologe) Joachim Gruber] (Hrsg.): ''Boethius.'' Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1984, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3534070593 ISBN 3-534-07059-3] (Aufsätze zu Biographie, Werk und Rezeption).
*Alain Galonnier (Hrsg.): ''Boèce ou la chaîne des savoirs.'' Peeters, Louvain-la-Neuve 2003, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9042912502 ISBN 90-429-1250-2] (Aufsätze zu Biographie, Werk und Rezeption)
*John Marenbon (Hrsg.): ''The Cambridge Companion to Boethius.'' Cambridge University Press, Cambridge 2009, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9780521694254 ISBN 978-0-521-69425-4]
<p>'''''Consolatio philosophiae'''''</p>
*Joachim Gruber: ''Kommentar zu Boethius, De consolatione philosophiae.'' 2., erweiterte Auflage, de Gruyter, Berlin und New York 2006, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783110177404 ISBN 978-3-11-017740-4].
*Helga Scheible: ''Die Gedichte in der Consolatio Philosophiae des Boethius.'' Winter, Heidelberg 1972, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3533022463 ISBN 3-533-02246-3].
<p>'''Logik'''</p>
*Karel Berka: ''Die Aussagenlogik bei Boethius.'' In: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Philologus Philologus].'' Bd. 126, 1982, S. 90–98.
<p>'''Musiktheorie'''</p>
*Anja Heilmann: ''Boethius’ Musiktheorie und das Quadrivium. Eine Einführung in den neuplatonischen Hintergrund von „De institutione musica“.'' Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783525252680 ISBN 978-3-525-25268-0] (behandelt auch eingehend Boethius’ Mathematikverständnis).
<p>'''Mathematik'''</p>
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Bernard Wolfgang Bernard]: ''Zur Begründung der mathematischen Wissenschaften bei Boethius.'' In: ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Antike_und_Abendland Antike und Abendland].'' Bd. 43, 1997, S. 63–89.
*Detlef Illmer: ''Die Zahlenlehre des Boethius.'' In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Frieder_Zaminer Frieder Zaminer] (Hrsg.): ''Geschichte der Musiktheorie.'' Band 3: ''Rezeption des antiken Fachs im Mittelalter.'' Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1990, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3534012038 ISBN 3-534-01203-8], S. 219–252.
<p>'''Rezeption'''</p>
*Pierre Courcelle: ''La Consolation de Philosophie dans la tradition littéraire. Antécédents et Postérité de Boèce.'' Études Augustiniennes, Paris 1967
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Reinhold_F._Glei Reinhold F. Glei], Nicola Kaminski, [https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Lebsanft Franz Lebsanft] (Hrsg.): ''Boethius Christianus? Transformationen der Consolatio Philosophiae in Mittelalter und Früher Neuzeit.'' De Gruyter, Berlin 2010, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783110214154 ISBN 978-3-11-021415-4].
*Maarten J.F.M. Hoenen, Lodi Nauta (Hrsg.): ''Boethius in the Middle Ages. Latin and vernacular traditions of the Consolatio philosophiae.'' Brill, Leiden 1997, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9004108319 ISBN 90-04-10831-9].
*Noel Harold Kaylor, Philip Edward Phillips (Hrsg.): ''A Companion to Boethius in the Middle Ages.'' Brill, Leiden 2012, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9789004183544 ISBN 978-90-04-18354-4]
<p>'''Konkordanzen'''</p>
*Lane Cooper: ''A Concordance of Boethius. The Five Theological Tractates and the Consolation of Philosophy.'' The Medieval Academy of America, Cambridge (Massachusetts) 1928.
*Michael Bernhard: ''Wortkonkordanz zu Anicius Manlius Severinus Boethius, De institutione musica''. Beck, München 1979, [https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3769699947 ISBN 3-7696-9994-7].
<div class="mw-heading mw-heading2">
== Weblinks ==
</div><div class="sisterproject"><div class="noresize noviewer" role="presentation" aria-hidden="true"><span class="mw-default-size"><span title="Commons">[[file:12px-Commons-logo.svg.png|12x16px]]</span></span></div>'''<span class="plainlinks">[https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Anicius_Manlius_Torquatus_Severinus_Boethius?uselang=de <span lang="en">Commons</span>: Boëthius]</span>'''&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div><div class="sisterproject"><div class="noviewer" role="presentation" aria-hidden="true"><span class="mw-default-size"><span title="Wikisource">[[file:15px-Wikisource-logo.svg.png|15x16px]]</span></span></div>'''[https://de.wikisource.org/wiki/Bo%C3%ABthius Wikisource: Boëthius]'''&nbsp;– Quellen und Volltexte</div><div class="sisterproject"><div class="noviewer" role="presentation" aria-hidden="true"><span class="mw-default-size"><span title="Wikisource">[[file:15px-Wikisource-logo.svg.png|15x16px]]</span></span></div>'''[https://de.wikisource.org/wiki/la:Scriptor:Anicius_Manlius_Torquatus_Severinus_Boethius Wikisource: Boëthius]'''&nbsp;– Quellen und Volltexte (Latein)</div><div class="sisterproject"><div class="noviewer" role="presentation" aria-hidden="true"><span class="mw-default-size skin-invert-image"><span title="Wikiquote">[[file:13px-Wikiquote-logo.svg.png|13x16px]]</span></span></div>'''[https://de.wikiquote.org/wiki/Bo%C3%ABthius Wikiquote: Boëthius]'''&nbsp;– Zitate</div>
*[https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=11851282X Literatur von und über Boethius] im Katalog der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Nationalbibliothek Deutschen Nationalbibliothek]
*[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/person/gnd/11851282X Werke von und über Boethius]&nbsp;in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Digitale_Bibliothek Deutschen Digitalen Bibliothek]
*[http://www.boethius.de/ International Center for Boethian Studies Freiburg – Forschungszentrum zu Boethius und zur Spätantike]
<p>'''Textausgaben und Übersetzungen'''</p>
*[http://etext.lib.virginia.edu/latin/boethius/boecons.html ''Consolatio philosophiae''], Ausgabe von [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Weinberger Wilhelm Weinberger] (1935)
*[http://www.hs-augsburg.de/~harsch/boe_intr.html Werke] (lateinisch) in der Bibliotheca Augustana: ''De institutione musica'' (Ausgabe von Gottfried Friedlein, 1867); ''Consolatio'' (Ausgabe von Gegenschatz und Gigon, 1969); theologische Traktate
*[http://pvspade.com/Logic/docs/BoethiusUtrumPater.pdf ''Utrum Pater et Filius et Spiritus Sanctus de divinitate substantialiter praedicentur''], englische Übersetzung von Erik C. Kenyon, 2004 (PDF-Datei; 24&nbsp;kB)
*[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Boethius,+Anicius+Manlius+Severinus/Die+Tr%C3%B6stungen+der+Philosophie ''Consolatio philosophiae''] in deutscher Übersetzung bei Zeno.org
*[https://archive.org/details/boetiusunddiegr00paulgoog ''De institutione musica''], deutsche Übersetzung von Oscar Paul, Leipzig 1872
*[http://12koerbe.de/pan/esse.htm ''Quomodo substantiae in eo quod sint bonae sint, cum non sint substantialia bona''] (deutsch und lateinisch)
*[http://www.forumromanum.org/literature/boethius/isag.html Boethius, lateinische Übersetzung der ''Isagoge''] (Minio-Paluello, 1966)
*[https://web.archive.org/web/20080201185445/http://www.philosophy.leeds.ac.uk/GMR/hmp/texts/ancient/boethius/boethindex.html Boethius, Kommentar zur ''Isagoge,'' englische Übersetzung von George MacDonald Ross] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Web-Archivierung#Begrifflichkeiten <span class="webarchiv-memento">Memento</span>] vom 1. Februar 2008 im ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Archive Internet Archive]'')
<p>'''Literatur'''</p>
*John Marenbon:&nbsp;[https://plato.stanford.edu/entries/boethius/ ''Boethius.''] In: Edward N. Zalta (Hrsg.): ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Stanford_Encyclopedia_of_Philosophy Stanford Encyclopedia of Philosophy]''.
*Manuel Correia:&nbsp;[https://iep.utm.edu/boethius/ ''Boethius.''] In: J. Fieser, B. Dowden (Hrsg.): ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Encyclopedia_of_Philosophy Internet Encyclopedia of Philosophy]''.
*[http://pvspade.com/Logic/docs/boethius.pdf Paul Vincent Spade: Boethius against Universals. The Arguments in the Second Commentary on Porphyry] (PDF; 156&nbsp;kB)
*[http://www.ontology.co/biblio/boethius-editions.htm The Philosophical Works of Boethius. Editions and Translations]
*[http://www.historyoflogic.com/biblio/boethius-logic-biblio.htm Boethius' Logic and Metaphysics. An Annotated Bibliography]
*[http://urts99.uni-trier.de/cusanus/content/lexi.artikel.php?arid=260 Agnieszka Kijewska: Boethius] im Lexikon des Cusanus-Portals, 2009
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== Anmerkungen ==
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#Boethius, Zweiter Kommentar zu De interpretatione, S. 79,9 – 80,1 Meiser.
#Luca Obertello: Severino Boezio. Bd. 1, Genova 1974, S. 16.
#Joachim Gruber: Boethius 1925–1998. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Lustrum Lustrum] 39, 1997, S. 307–383, hier: 327f.; Joachim Gruber: Kommentar zu Boethius, De consolatione philosophiae. 2. Auflage, Berlin 2006, S. 3 und Anm. 17. Die abweichende Datierung stammt von Luca Obertello: Severino Boezio. Bd. 1, Genova 1974, S. 17–20; ihm stimmt John Marenbon: Boethius.Oxford 2003, S. 7 zu.
#Joachim Gruber: Boethius 1925–1998. In: Lustrum 39, 1997, S. 328.
#Pierre Courcelle: Les lettres grecques en Occident. Paris 1948, S. 259–300; vgl. Joachim Gruber: Boethius 1925–1998. In: Lustrum 39, 1997, S. 341 und 358; Joachim Gruber: Kommentar zu Boethius, De consolatione philosophiae. 2. Auflage, Berlin 2006, S. 3 f.; Cornelia J. de Vogel: Boethiana I. In: Vivarium 9, 1971, S. 49–66 (plädiert für Ausbildung zuerst in Athen, dann in Alexandria); Jean-Yves Guillaumin (Hrsg.): Boèce: Institution Arithmétique. Paris 1995, S. XXII–XXV; Eleonore Stump: Boethius’s In Ciceronis Topica. Ithaca 1988, S. 1 f.
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Beat_N%C3%A4f Beat Näf]: Senatorisches Standesbewusstsein in spätrömischer Zeit. Freiburg (Schweiz) 1995, S. 225–229; Joachim Gruber: Kommentar zu Boethius, De consolatione philosophiae. 2. Auflage, Berlin 2006, S. 11 f.
#Zur staatsrechtlichen Stellung Theoderichs gegenüber dem Kaiser siehe den klassischen Beitrag von [https://de.wikipedia.org/wiki/Dietrich_Claude Dietrich Claude]: Universale und partikulare Züge in der Politik Theoderichs. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Francia_(Zeitschrift) Francia] 6, 1978, S. 19–58, hier: 42–58 ([http://francia.digitale-sammlungen.de/Blatt_bsb00016281,00035.html Digitalisat]). Eine neuere Diskussion bietet [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Ulrich_Wiemer Hans-Ulrich Wiemer]: Odovakar und Theoderich. Herrschaftskonzepte nach dem Ende des Kaisertums im Westen. In: Mischa Meier – Steffen Patzold (Hrsg.): Chlodwigs Welt, Stuttgart 2014, S. 293–338.
#Jean-Yves Guillaumin (Hrsg.): Boèce: Institution Arithmétique. Paris 1995, S. XI f.; Henry Chadwick: Boethius: The Consolations of Music, Logic, Theology, and Philosophy.Oxford 1981, S. 45 f.; vgl. Charles Henry Coster: Late Roman Studies. Cambridge (Massachusetts) 1968, S. 47.
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_M._Ausb%C3%BCttel Frank M. Ausbüttel]: Theoderich der Große. Darmstadt 2003, S. 137; Dorothee Kohlhas-Müller: Untersuchungen zur Rechtsstellung Theoderichs des Großen. Frankfurt a. M. 1995, S. 301.
#Dorothee Kohlhas-Müller: Untersuchungen zur Rechtsstellung Theoderichs des Großen. Frankfurt a. M. 1995, S. 270–272 und 301.
#John Moorhead: Theoderic in Italy. Oxford 1992, S. 129–135. Moorhead hält es für wahrscheinlich, dass auch Boethius selbst auf der Seite des Laurentius stand.
#Frank M. Ausbüttel: Theoderich der Große. Darmstadt 2003, S. 107, 111–112, 130–131; Dorothee Kohlhas-Müller: Untersuchungen zur Rechtsstellung Theoderichs des Großen. Frankfurt a. M. 1995, S. 282–286 und 302; John Moorhead: Theoderic in Italy. Oxford 1992, S. 198–200.
#Alexander A. Vasiliev: Justin the First, Cambridge (Mass.) 1950, S. 6.
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_En%C3%9Flin Wilhelm Enßlin]: Theoderich der Große. 2. Auflage, München 1959, S. 304; [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Sundwall Johannes Sundwall]: Abhandlungen zur Geschichte des ausgehenden Römertums. Helsingfors 1919, S. 237–238; Joachim Gruber: Kommentar zu Boethius, De consolatione philosophiae. 2. Auflage, Berlin 2006, S. 11.
#Zu Boethius’ Gegnern siehe John Moorhead: Boethius and Romans in Ostrogothic Service. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Historia_(Zeitschrift) Historia] 27, 1978, S. 604–612, hier: 609–612; John Moorhead: Theoderic in Italy. Oxford 1992, S. 226–235; Thomas S. Burns: A History of the Ostrogoths. Bloomington 1984, S. 104–105; [https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Sch%C3%A4fer_(Historiker) Christoph Schäfer]: Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.). St. Katharinen 1991, S. 241–243, 247–250, 255–256.
#Vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Henning_B%C3%B6rm Henning Börm]: Westrom. Von Honorius bis Justinian, Stuttgart 2013, S. 115, 145–147.
#Die Überlieferung, wonach es ein Afrikaner namens Severus war, gilt heute nicht mehr als glaubwürdig, siehe John Moorhead: Theoderic in Italy. Oxford 1992, S. 219–220 und Christoph Schäfer: Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.). St. Katharinen 1991, S. 243 Anm. 19.
#Frank M. Ausbüttel: Theoderich der Große. Darmstadt 2003, S. 133; Wilhelm Enßlin: Theoderich der Große. 2. Auflage, München 1959, S. 308 f.; Andreas Goltz: Barbar – König – Tyrann. Das Bild Theoderichs des Großen in der Überlieferung des 5. bis 9. Jahrhunderts. Berlin 2008, S. 167–168, 356–357.
#Zu den Einzelheiten siehe Christoph Schäfer: Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.). St. Katharinen 1991, S. 244–246. Schäfer nimmt einen Vertuschungsversuch an, den er als grobe Verletzung der Dienstpflicht bewertet; ebenso Johannes Sundwall: Abhandlungen zur Geschichte des ausgehenden Römertums. Helsingfors 1919, S. 243–245 und Charles Henry Coster: Late Roman Studies. Cambridge (Massachusetts) 1968, S. 99. Anderer Meinung sind [https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Tr%C3%A4nkle Hermann Tränkle]: Philologische Bemerkungen zum Boethiusprozeß. In: Manfred Fuhrmann, Joachim Gruber (Hrsg.): Boethius. Darmstadt 1984, S. 52–63, hier: 56–59 und Joachim Gruber: Kommentar zu Boethius, De consolatione philosophiae. 2. Auflage, Berlin 2006, S. 12.
#Christoph Schäfer: Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.). St. Katharinen 1991, S. 250–251.
#[https://de.wikipedia.org/wiki/Anonymus_Valesianus Anonymus Valesianus] 85.
#Vgl. John Moorhead: Theoderic in Italy. Oxford 1992, S. 235.
#Zur „römischen Freiheit“ siehe John Moorhead: Theoderic in Italy. Oxford 1992, S. 220–222, zum Belastungsmaterial Christoph Schäfer: Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.). St. Katharinen 1991, S. 251–253 und Andreas Goltz: Barbar – König – Tyrann, Berlin 2008, S. 357–358.
#Christoph Schäfer: Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.). St. Katharinen 1991, S. 257–260, 294–295; Andreas Goltz: Barbar – König – Tyrann, Berlin 2008, S. 359–360 und Anm. 21.
#Zu dem Gericht siehe die Untersuchung von Charles Henry Coster: The Iudicium Quinquevirale. Cambridge (Massachusetts) 1935 (speziell zum Prozess des Boethius S. 40–63).
#Charles Henry Coster: Late Roman Studies. Cambridge (Massachusetts) 1968, S. 66–85; Zustimmung findet dieser Ansatz bei Catherine Morton: Marius of Avenches, the ‘Excerpta Valesiana’, and the Death of Boethius. In: Traditio 38, 1982, S. 107–136 und John Moorhead: Theoderic in Italy. Oxford 1992, S. 224–226 (zögernd). Vgl. Joachim Gruber: Boethius 1925–1998. In: Lustrum 39, 1997, S. 329. Eine ausführliche Argumentation für die Frühdatierung präsentiert Andreas Goltz: Barbar – König – Tyrann, Berlin 2008, S. 363–373.
#Die Angabe des Anonymus Valesianus lautet in agro Calventiano; wahrscheinlich ist Borgo Calvenzano, ein Stadtviertel von Pavia, gemeint. Da aber [https://de.wikipedia.org/wiki/Marius_von_Avenches Marius von Avenches]angibt in territorio Mediolanense („im Gebiet von Mailand“), wird auch Calvenzano in der Provinz Bergamo in Betracht gezogen. Zur Identifizierungsfrage siehe Luca Obertello: Severino Boezio. Bd. 1, Genua 1974, S. 122–125; Faustino Gianani: „In agro Calventiano“: il luogo del supplizio di Boezio. In: Luca Obertello (Hrsg.): Congresso internazionale di studi boeziani (Pavia, 5–8 ottobre 1980). Atti. Rom 1981, S. 41–47; Catherine Morton: Boethius in Pavia: the Tradition and the Scholars. In: Luca Obertello (Hrsg.): Congresso internazionale di studi boeziani (Pavia, 5–8 ottobre 1980). Atti. Rom 1981, S. 49–58; Hermann Tränkle: Philologische Bemerkungen zum Boethiusprozeß. In: Manfred Fuhrmann, Joachim Gruber (Hrsg.): Boethius. Darmstadt 1984, S. 62 Anm. 26; Christoph Schäfer: Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.). St. Katharinen 1991, S. 260 und Anm. 97; John Moorhead: Theoderic in Italy. Oxford 1992, S. 223 und Anm. 60.
#Fabio Troncarelli: Il sepolcro di Boezio. In: Litterae caelestes&nbsp;: rivista annuale internazionale di paleografia, codicologia, diplomatica e storia delle testimonianze scritte. 227-254 Auflage. Nr.&nbsp;4, 2012, [https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke ISSN]&nbsp;[https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%221825-9189%22&key=cql 1825-9189] (italienisch, [https://www.academia.edu/6704510/Il_sepolcro_di_Boezio academia.edu]).
#Anonymus Valesianus 87.
#Frank M. Ausbüttel: Theoderich der Große. Darmstadt 2003, S. 137; Christoph Schäfer: Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.). St. Katharinen 1991, S. 260.
#John Moorhead: Boethius and Romans in Ostrogothic Service. In: Historia 27, 1978, S. 604–612, hier: 610–612; Frank M. Ausbüttel: Theoderich der Große. Darmstadt 2003, S. 137; Wilhelm Enßlin: Theoderich der Große. 2. Auflage, München 1959, S. 310 f.
#Prokopios, De bello Gothico 3,20,29.
#Menso Folkerts (Hrsg.): „Boethius“ Geometrie II. Wiesbaden 1970, S. 69–82 und 173–217. Vgl. Jean-Yves Guillaumin (Hrsg.): Boèce: Institution Arithmétique. Paris 1995, S. XXV–XXVII. Die Zuschreibung an Boethius ist in der Forschung umstritten; dagegen argumentiert Max Lejbowicz: „Cassiodorii Euclides“: éléments de bibliographie boécienne.In: Alain Galonnier (Hrsg.): Boèce ou la chaîne des savoirs. Louvain-la-Neuve 2003, S. 301–339.
#Pierre Hadot: Un fragment du commentaire perdu de Boèce sur les Catégories d’Aristote dans le Codex Bernensis 363. In: Archives d’Histoire Doctrinale et Littéraire du Moyen Age 26, 1959, S. 11–27.
#Siehe dazu Ernst Gegenschatz: Zufall, Freiheit und Notwendigkeit – ein philosophiegeschichtlicher Exkurs im Kommentar des Boethius zur aristotelischen Schrift ‚De interpretatione‘. In: Peter Neukam (Hrsg.): Erbe, das nicht veraltet. München 1979, S. 5–61; Norman Kretzmann: Boethius and the truth about tomorrow’s sea battle. In: David Blank, Norman Kretzmann (Hrsg.): Ammonius: On Aristotle On Interpretation 9, with Boethius: On Aristotle On Interpretation 9, first and second commentaries. London 1998, S. 24–52.
#Lorenzo Minio-Paluello: Boethius als Übersetzer und Kommentator aristotelischer Schriften. In: Manfred Fuhrmann, Joachim Gruber (Hrsg.): Boethius. Darmstadt 1984, S. 146–154, hier: 151 f.; James Shiel: A Recent Discovery: Boethius’ Notes on the Prior Analytics. In: Vivarium 20, 1982, S. 128–141; Joachim Gruber: Boethius 1925–1998. In: Lustrum 39, 1997, S. 363–365; Sten Ebbesen: The Aristotelian commentator. In: John Marenbon (Hrsg.): The Cambridge Companion to Boethius. Cambridge 2009, S. 34–55, hier: 37.
#Siehe dazu die skeptischen Erwägungen von Sten Ebbesen: Commentators and Commentaries on Aristotle’s Sophistici Elenchi. Bd. 1: The Greek Tradition. Leiden 1981, S. 253 f.
#Joachim Gruber: Boethius 1925–1998. In: Lustrum 39, 1997, S. 371 f.; Susanne Bobzien: A Greek Parallel to Boethius’ De Hypotheticis Syllogismis. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Mnemosyne_(Zeitschrift) Mnemosyne] 55, 2002, S. 285–300, hier: 285 f. und 300.
#Zur Bedeutung des Begriffs institutio bei Boethius siehe Lambert M. de Rijk: On the chronology of Boethius’ works on logic I. In: Vivarium 2, 1964, S. 1–49, hier: 41 f.
#Zu Boethius’ [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_der_Mathematik Philosophie der Mathematik] siehe Wolfgang Bernard: Zur Begründung der mathematischen Wissenschaften bei Boethius. In: Antike und Abendland 43, 1997, S. 63–89; Anja Heilmann: Boethius’ Musiktheorie und das Quadrivium. Göttingen 2007, S. 130–151.
#Zur Funktion der Legende bei Boethius siehe Anja Heilmann: Boethius’ Musiktheorie und das Quadrivium. Göttingen 2007, S. 203–222.
#Siehe zu dem System die Inhaltszusammenfassung von De institutione musica bei Günther Wille: Musica Romana. Amsterdam 1967, S. 656–700, hier: 687–689.
#Cassiodor, Institutiones 2,6,3 und Variae 1,45,4.
#Cassiodor, Variae 1,45,4.
#Boethius, In librum Aristotelis peri hermeneias commentarii, secunda editio 3,9 (S. 190 Z. 13 Meiser); siehe dazu Henry Chadwick: Boethius: The Consolations of Music, Logic, Theology, and Philosophy. Oxford 1981, S. 139 f.
#Bernhard Pabst: Prosimetrum. Bd. 1, Köln 1994, S. 194 f.
#Eine Übersicht über die Forschungsmeinungen bietet Joachim Gruber: Boethius 1925–1998 (2. Teil). In: Lustrum 40, 1998, S. 199–259, hier: 222 f. Vgl. Christine Hehle: Boethius in St. Gallen. Tübingen 2002, S. 33–35.
#Zu den Forschungsmeinungen siehe Joachim Gruber: Boethius 1925–1998 (2. Teil). In: Lustrum 40, 1998, S. 223 f.; für bloßen Hausarrest plädiert Reinhold F. Glei: In carcere et vinculis? Fiktion und Realität in der Consolatio Philosophiae des Boethius. In: Würzburger Jahrbücher für die Altertumswissenschaft 22, 1998, S. 199–213.
#Reinhold F. Glei: In carcere et vinculis? Fiktion und Realität in der Consolatio Philosophiae des Boethius. In: Würzburger Jahrbücher für die Altertumswissenschaft 22, 1998, S. 204–206.
#Boethius, Consolatio philosophiae 3 pr. 10,23–25. Siehe dazu Michael V. Dougherty: The Problem of Humana Natura in the Consolatio Philosophiae of Boethius. In: American Catholic Philosophical Quarterly 78, 2004, S. 273–292, hier: 283–285 und 292.
#Boethius, Consolatio philosophiae 4 pr. 7,1–2.
#Boethius, Consolatio philosophiae 5 pr. 2,2–6. Siehe dazu Gerald Bechtle: Der Trost der Freiheit. Das fünfte Buch der Consolatio Philosophiae des Boethius zwischen Vorlagen und Originalität. In: Philologus 150, 2006, S. 265–289, hier: 272–286; John Marenbon: Boethius. Oxford 2003, S. 123 f.
#Paul-Bernd Lüttringhaus: Gott, Freiheit und Notwendigkeit in der Consolatio philosophiae des Boethius. In: Albert Zimmermann (Hrsg.): Studien zur mittelalterlichen Geistesgeschichte und ihren Quellen. Berlin 1982, S. 53–101, hier: 85–101.
#Die Signifikanz der Anklänge an Bibelstellen ist umstritten; siehe dazu James Shiel: Fortiter suaviter. In: Plekos 1, 1998/1999, S. 1–19 ([http://www.plekos.uni-muenchen.de/98,99/ashiel.pdf online] PDF, 212 kB); Danuta Shanzer: Interpreting the Consolation. In: John Marenbon (Hrsg.): The Cambridge Companion to Boethius. Cambridge 2009, S. 228–254, hier: 241 f.; Henry Chadwick: Boethius: The Consolations of Music, Logic, Theology, and Philosophy. Oxford 1981, S. 237 f.
#Boethius, Consolatio philosophiae 5 pr. 6,6–14.
#Zur platonischen Metaphysik des Boethius siehe [https://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Baltes Matthias Baltes]: Gott, Welt, Mensch in der Consolatio Philosophiae des Boethius. In: Matthias Baltes: Dianoemata. Kleine Schriften zu Platon und zum Platonismus. Stuttgart 1999, S. 51–80.
#Eine Übersicht über die ältere Literatur bietet Joachim Gruber: Boethius 1925–1998. In: Lustrum 39, 1997, S. 321 f. und 324 sowie Boethius 1925–1998 (2. Teil). In: Lustrum40, 1998, S. 232–234.
#Reinhold Glei: Dichtung und Philosophie in der Consolatio Philosophiae des Boethius. In: Würzburger Jahrbücher für die Altertumswissenschaft 11, 1985, S. 225–238, hier: 225 und 238.
#Luca Obertello: Severino Boezio. Bd. 1, Genova 1974, S. 257–285; Reinhold F. Glei: In carcere et vinculis? Fiktion und Realität in der Consolatio Philosophiae des Boethius.In: Würzburger Jahrbücher für die Altertumswissenschaft 22, 1998, S. 211 Anm. 38. Für die Echtheit von De fide catholica plädiert Henry Chadwick: The Authenticity of Boethius’ Fourth Tractate, De Fide Catholica. In: The Journal of Theological Studies 31, 1980, S. 551–556.
#Phoebe Robinson: Dead Boethius: Sixth-Century Accounts of a Future Martyr. In: Viator 35, 2004, S. 1–19; Howard R. Patch: The Beginnings of the Legend of Boethius. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Speculum_(Zeitschrift) Speculum] 22, 1947, S. 443–445.
#Silvia Albesano: Consolatio Philosophiae volgare. Heidelberg 2006, S. 27–29.
#Peter Dronke: Vita Boethii. From the Early Testimonies to Boecis. In: Dorothea Walz (Hrsg.): Scripturus vitam. Heidelberg 2002, S. 287–294, hier: 288–291.
#Petrus Lombardus, Libri IV sententiarum, Liber IV distinctio 33 c. 1.
#Helmuth-Wilhelm Heinz (Hrsg.): Grazia di Meo, Il libro di Boeçio de chonsolazione (1343). Frankfurt a. M. 1984, S. 7 f.
#Diane K. Bolton: The Study of the Consolation of Philosophy in Anglo-Saxon England. In: Archives d’Histoire Doctrinale et Littéraire du Moyen Age 44, 1977, S. 33–78, hier: 33–35; Pierre Courcelle: La Consolation de Philosophie dans la tradition littéraire. Paris 1967, S. 29–31 und 33–49.
#Bernd Bastert: Kontinuitäten eines »Klassikers«. Zur spätmittelalterlichen deutschen Rezeption der ›Consolatio Philosophiae‹&nbsp;des Boethius. In: Manfred Eikelmann, Udo Friedrich (Hrsg.): Praktiken europäischer Traditionsbildung im Mittelalter: Wissen – Literatur – Mythos. Berlin 2013, S. 117–140 ([https://books.google.de/books?id=iEDnBQAAQBAJ&pg=PA117#v=onepage eingeschränkte Vorschau] in der Google-Buchsuche); Manfred Eikelmann: Boethius für Laien. In: Reinhold F. Glei, Nicola Kaminski, Franz Lebsanft (Hrsg.): Boethius Christianus? Transformationen der Consolatio Philosophiae in Mittelalter und Früher Neuzeit. Berlin 2010, S. 129–156, hier: 130 f.
#Malcolm Godden, Susan Irvine (Hrsg.): The Old English Boethius. Bd. 1, Oxford 2009, S. 8 und 140–151.
#Franz Lebsanft: Der Trost der Philosophie und die christliche Tugend der Demut. In: Reinhold F. Glei, Nicola Kaminski, Franz Lebsanft (Hrsg.): Boethius Christianus? Transformationen der Consolatio Philosophiae in Mittelalter und Früher Neuzeit. Berlin 2010, S. 303–331, hier: 304 und Anm. 3; Silvia Albesano: Consolatio Philosophiae volgare. Heidelberg 2006, S. 40–45; Glynnis M. Cropp: The Medieval French Tradition. In: Maarten J.F.M. Hoenen, Lodi Nauta (Hrsg.): Boethius in the Middle Ages. Leiden 1997, S. 243–265.
#Silvia Albesano: Consolatio Philosophiae volgare. Heidelberg 2006, S. 45–53.
#Orland Grapí, Glòria Sabaté: Traducciones de Boecio en la Corona de Aragón. In: Euphrosyne 29, 2001, S. 211–220.
#Manolis Papathomopoulos (Hrsg.): Anicii Manlii Severini Boethii De consolatione philosophiae. Traduction grecque de Maxime Planude. Athen 1999, S. LIV–LVIII (mit Hinweisen auf die ältere Literatur); Nóra Fodor: Die Übersetzungen lateinischer Autoren durch M. Planudes. Dissertation Heidelberg 2004, S. 200–211.
#Zur Glossierung der Consolatio siehe Joseph Wittig: The ‘Remigian’ Glosses on Boethius’s Consolatio Philosophiae in Context. In: Charles D. Wright u. a. (Hrsg.): Source of Wisdom: Old English and Early Medieval Latin Studies in Honour of Thomas D. Hill. Toronto 2007, S. 168–200.
#Susanna E. Fischer: Boethius Christianus sive Platonicus. Frühe mittelalterliche Kommentare zu O qui perpetua mundum ratione gubernas. In: Reinhold F. Glei, Nicola Kaminski, Franz Lebsanft (Hrsg.): Boethius Christianus? Transformationen der Consolatio Philosophiae in Mittelalter und Früher Neuzeit. Berlin 2010, S. 157–177.
#Christine Hehle: Boethius in St. Gallen. Tübingen 2002, S. 50f.
#Für Einzelheiten siehe die zahlreichen Belege bei Bernhard Pabst: Prosimetrum. Bd. 1 und 2, Köln 1994.
#Dante, Convivio 2,13.
#Dante, Divina Commedia, Paradiso 10, 124–129. Zu Dantes Boethius-Rezeption siehe Winthrop Wetherbee: The Consolation and medieval literature. In: John Marenbon (Hrsg.): The Cambridge Companion to Boethius. Cambridge 2009, S. 279–302, hier: 298–300.
#Pierre Courcelle: La Consolation de Philosophie dans la tradition littéraire. Paris 1967, S. 67–99 und 185–190; im Tafelteil sind zahlreiche Abbildungen zusammengestellt.
#Petrus Abaelardus, Theologia Christiana 1,134.
#Osmund Lewry: Boethian Logic in the Medieval West. In: Margaret Gibson (Hrsg.): Boethius. His Life, Thought and Influence. Oxford 1981, S. 90–134, hier: 120.
#Sten Ebbesen: George Pachymeres and the Topics. In: Cahiers de l’Institut du Moyen-Âge grec et latin 66, 1996, S. 169–185.
#Matthias Hochadel (Hrsg.): Commentum Oxoniense in musicam Boethii. München 2002, S. LXXIX–XC.
#Siehe dazu Michael Bernhard: Überlieferung und Fortleben der antiken lateinischen Musiktheorie im Mittelalter. In: Frieder Zaminer (Hrsg.): Geschichte der Musiktheorie. Band 3: Rezeption des antiken Fachs im Mittelalter. Darmstadt 1990, S. 7–35, hier: 30.
#Wolfgang Bernard: Zur Begründung der mathematischen Wissenschaften bei Boethius. In: Antike und Abendland 43, 1997, S. 64.
#Anthony Grafton: Epilogue: Boethius in the Renaissance. In: Margaret Gibson (Hrsg.): Boethius. His Life, Thought and Influence. Oxford 1981, S. 410–414, hier: 410 f.
#Vallas Äußerungen sind zusammengestellt und erörtert bei Edward A. Synan: Boethius, Valla, and Gibbon. In: The Modern Schoolman 69, 1991/92, S. 475–491, hier: 476 Anm. 8–12 und S. 477–482. Vgl. Anthony Grafton: Epilogue: Boethius in the Renaissance. In: Margaret Gibson (Hrsg.): Boethius. His Life, Thought and Influence. Oxford 1981, S. 411.
#Siehe dazu Joachim Gruber: Kommentar zu Boethius, De consolatione philosophiae. 2. Auflage, Berlin 2006, S. 22 Anm. 45; Anthony Grafton: Epilogue: Boethius in the Renaissance. In: Margaret Gibson (Hrsg.): Boethius. His Life, Thought and Influence. Oxford 1981, S. 413.
#Angelo Poliziano: Liber miscellaneorum Kapitel 1.
#Zur Verwendung in der Schule siehe Robert Black, Gabriella Pomaro: La consolazione della filosofia nel medioevo e nel rinascimento italiano. Firenze 2000, S. 3–50.
#Zu dieser Ausgabe siehe Mauro Nasti De Vincentis: Boethiana. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Elenchos_(Zeitschrift) Elenchos] 27, 2006, S. 377–407, hier: 405 f. und Anm. 47.
#Siehe zu dieser Übersetzung Deanne Williams: Boethius Goes to Court: The Consolatio as Advice to Princes from Chaucer to Elizabeth I. In: Catherine E. Léglu, Stephen J. Milner (Hrsg.): The Erotics of Consolation. New York 2008, S. 205–226, hier: 219–223.
#Edward A. Synan: Boethius, Valla, and Gibbon. In: The Modern Schoolman 69, 1991/92, S. 477.
#Carl Prantl: Geschichte der Logik im Abendlande. Bd. 1, Leipzig 1855, S. 681 f.
#John Marenbon: Boethius. Oxford 2003, S. 4–6, 20, 25–32, 94 f. und 98.
#Jonathan Barnes: Boethius and the Study of Logic. In: Margaret Gibson (Hrsg.): Boethius. His Life, Thought and Influence. Oxford 1981, S. 73–89, hier: 79–85; James Shiel: Boethius’ commentaries on Aristotle. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Sorabji Richard Sorabji] (Hrsg.): Aristotle Transformed. The Ancient Commentators and Their Influence. 2., überarbeitete Auflage, London 2016, S. 377–402. Vgl. ferner Gerald Bechtle: Der Trost der Freiheit. Das fünfte Buch der Consolatio Philosophiae des Boethius zwischen Vorlagen und Originalität. In: Philologus 150, 2006, S. 265–289, hier: 269f., 283–287.
#Franz Brunhölzl: Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Bd. 1, München 1975, S. 25–27. Vgl. Joachim Gruber: Boethius 1925–1998. In: Lustrum 39, 1997, S.&nbsp;322&nbsp;f.; Edward A. Synan: Boethius, Valla, and Gibbon. In: The Modern Schoolman 69, 1991/92, S. 475–491, hier: 475 f. und 476 Anm. 4.
#Siehe dazu William Bark: The Legend of Boethius’ Martyrdom. In: Speculum 21, 1946, S. 312–317.
#Beispielsweise Charles Henry Coster: Late Roman Studies. Cambridge (Massachusetts) 1968, S. 55–85; Beat Näf: Senatorisches Standesbewusstsein in spätrömischer Zeit.Freiburg (Schweiz) 1995, S. 224; Luca Obertello: Severino Boezio. Bd. 1, Genova 1974, S. 87–120; John Marenbon: Boethius. Oxford 2003, S. 9 f.; Hermann Tränkle: Philologische Bemerkungen zum Boethiusprozeß. In: Manfred Fuhrmann, Joachim Gruber (Hrsg.): Boethius. Darmstadt 1984, S. 54–59 und 63.
#William Bark: Theoderic vs. Boethius: Vindication and Apology. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/The_American_Historical_Review The American Historical Review] 49, 1944, S. 410–426, hier: 423–426.
#Beispielsweise Frank M. Ausbüttel: Theoderich der Große. Darmstadt 2003, S. 133 f.; Johannes Sundwall: Abhandlungen zur Geschichte des ausgehenden Römertums.Helsingfors 1919, S. 240 und 245; John Marenbon: Boethius. Oxford 2003, S. 10. Vgl. Christoph Schäfer: Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.). St. Katharinen 1991, S. 247 und Andreas Goltz: Barbar – König – Tyrann, Berlin 2008, S. 357 und 360 f.
#Andreas Goltz: Barbar – König – Tyrann. Berlin 2008, S. 374.
#Diese Auffassung vertreten Frank M. Ausbüttel: Theoderich der Große. Darmstadt 2003, S. 135, Charles Henry Coster: The Iudicium Quinquevirale. Cambridge (Massachusetts) 1935, S. 53 und 60 und besonders nachdrücklich Hermann Tränkle: Philologische Bemerkungen zum Boethiusprozeß. In: Manfred Fuhrmann, Joachim Gruber (Hrsg.): Boethius. Darmstadt 1984, S. 61–63. Anders urteilt Christoph Schäfer: Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.). St. Katharinen 1991, S. 254 und 261 f.; er meint, das Verfahren sei „nach geltendem Recht und Gesetz korrekt und ohne ein willkürliches Eingreifen des Königs“ durchgeführt worden (S. 262). Vgl. Andreas Goltz: Barbar – König – Tyrann. Berlin 2008, S. 359–361, der in dieser Frage eine mittlere Position einnimmt.
#Erik Bach: Théodoric, Romain ou Barbare? In: Byzantion 25–27, 1955–1957, S. 413–420, hier: 418–420; John Moorhead: The Last Years of Theoderic. In: Historia 32, 1983, S. 106–120, hier: 117–120; Reinhold F. Glei: In carcere et vinculis? Fiktion und Realität in der Consolatio Philosophiae des Boethius. In: Würzburger Jahrbücher für die Altertumswissenschaft 22, 1998, S. 207; Thomas S. Burns: A History of the Ostrogoths. Bloomington 1984, S. 104 f.
#Christoph Schäfer: Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.). St. Katharinen 1991, S. 261 f.; [https://de.wikipedia.org/wiki/Herwig_Wolfram Herwig Wolfram]: Die Goten. 3. Auflage, München 1990, S. 331; Andreas Goltz: Barbar – König – Tyrann. Berlin 2008, S. 374–376.
#Andreas Goltz: Barbar – König – Tyrann. Berlin 2008, S. 375–400.

Aktuelle Version vom 2. April 2026, 13:43 Uhr


Herkunft, Jugend und Aufstieg

Die vier Namen des Boethius und ihre Reihenfolge sind gut bezeugt. Der angebliche weitere Name Torquatus ist nicht authentisch.[1] Mütterlicherseits entstammte Boethius, wie sein Name Anicius zeigt, dem seit dem 4. Jahrhundert christlichen Geschlecht der Anicier, das in der Spätantike zu den einflussreichsten Senatorenfamilien zählte.

Wahrscheinlich wurde Boethius in den frühen achtziger Jahren des 5. Jahrhunderts geboren; ein abweichender Datierungsvorschlag (zwischen 475 und 477) hat sich nicht durchgesetzt.[2] Der Geburtsort ist unbekannt; die Vermutung, dass es Rom ist, entbehrt einer guten Begründung.[3] Sein Großvater (oder Urgroßvater?) war unter Valentinian III. Prätorianerpräfekt gewesen und wurde im September 454 im Zusammenhang mit dem Mord an Flavius Aëtius getötet. Sein Vater Manlius Boethius wurde später ebenfalls Prätorianerpräfekt, Stadtpräfekt von Rom und im Jahre 487 Konsul ohne Kollegen; er muss bald nach seinem Konsulat gestorben sein, denn Boethius ist vaterlos aufgewachsen. Nach dem Tod des Vaters fand Boethius Aufnahme im Haus des Quintus Aurelius Memmius Symmachus, des Konsuls von 485, der dem berühmten senatorischen Geschlecht der Symmachi angehörte und als Philologe und Geschichtsschreiber tätig war.

Boethius erhielt eine vorzügliche Ausbildung. Wegen der damals vielleicht bereits begrenzten Bildungsmöglichkeiten in Rom wird in der Forschung die Vermutung erörtert, dass er sich zu Studienzwecken im Oströmischen Reich aufgehalten hat. Dabei wird Athen als Studienort in Betracht gezogen, doch fehlt es dafür an überzeugenden Anhaltspunkten. Parallelen zwischen Boethius’ Kommentierweise und Argumentation und derjenigen der neuplatonischen Schule von Alexandria sollen alternativ die Vermutung stützen, dass er dort studiert habe, doch ist diese von Pierre Courcelle vorgetragene Hypothese kaum zu belegen, und die Nähe zur alexandrinischen Tradition wird von anderen Forschern bestritten.[4] Nach seiner Studienzeit heiratete Boethius Symmachus’ Tochter Rusticiana. Er verehrte seinen Schwiegervater, der – einer Familientradition folgend – die herkömmliche römische Bildung intensiv pflegte. Schon früh begann Boethius mit der Abfassung seiner wissenschaftlichen Werke und erlangte Ruhm als Gelehrter.

Auch in der Politik spielte Boethius eine wichtige Rolle; er stieg zu höchsten Staatsämtern auf. Spätestens 507 erhielt er den hohen Ehrentitel patricius, 510 war er Konsul ohne Kollegen. Für das Jahr 522 wurden seine beiden Söhne Symmachus und Flavius Boethius, obwohl sie noch nicht erwachsen waren, von König Theoderich zu Konsuln bestimmt. Dies setzt zwingend das Einverständnis des oströmischen Kaisers Justin I. voraus, dem die Besetzung einer der beiden Konsulstellen zustand und der überdies nicht nur den östlichen, sondern auch den westlichen Konsul formal einzusetzen hatte. Boethius hielt anlässlich des Konsulatsantritts seiner Söhne im Senat eine Lobrede auf den Gotenkönig. Im selben Jahr stellte ihn Theoderich an die Spitze der höfischen Verwaltung, indem er ihn zum magister officiorum ernannte. Damit erreichte Boethius den Höhepunkt seiner politischen Macht. In seiner eigenen Darstellung erscheint seine Tätigkeit in der öffentlichen Verwaltung als vorbildlich. Er behauptet, sich ausschließlich für das Gemeinwohl aller Guten eingesetzt zu haben; als Kämpfer gegen das Unrecht habe er sich die Feindschaft unredlicher Mächtiger zugezogen. Jedenfalls ist davon auszugehen, dass ihm sein energisches Vorgehen und selbstbewusstes Auftreten einflussreiche Gegner einbrachte.[5]

Sturz und Tod

Wichtige Einzelheiten der Umstände, die zur Amtsenthebung, Verhaftung und Hinrichtung des Boethius führten, sind nicht überliefert, nur aus seiner eigenen Darstellung bekannt oder gehen aus den Quellen nicht eindeutig hervor. Die Hintergründe, die juristische Beurteilung und die politische Einschätzung des Gerichtsverfahrens sind seit langem ein kontrovers diskutiertes Thema der Forschung. Der Hauptfaktor war jedenfalls die Spannung zwischen dem oströmischen Kaisertum und dem in Ravenna residierenden Ostgotenkönig. Dieser Gegensatz spiegelte sich in der Bildung zweier rivalisierender Richtungen unter den politisch aktiven Römern (oder Italiern, wie die romanische Bevölkerung Italiens nach dem Ende des Weströmischen Reichs auch genannt wird).

Vorgeschichte

Theoderich war mit seinen ostgotischen foederati 489 im Auftrag des oströmischen Kaisers Zenon nach Italien gekommen, um dort die Herrschaft Odoakers zu beenden, der 476 das Ende des weströmischen Kaisertums herbeigeführt hatte. Nach Zenons Tod war es zu Konflikten mit seinem Nachfolger Anastasius gekommen, und obwohl dieser 497/8 Theoderichs Machtstellung formell anerkannte, musste der Gote stets einen Versuch der Oströmer befürchten, ihn zu beseitigen und Italien wieder unter ihre direkte Kontrolle zu bringen, denn sie hielten immer am Fortbestand des Römischen Reichs auch im Westen und an ihrem Anspruch auf Oberherrschaft in Italien fest.[6]

Grabplatte des Boethius, Musei civici di Pavia

Zu dieser machtpolitischen Rivalität kam der religiöse Gegensatz hinzu. Die Römer Italiens waren ebenso wie die Mehrheit der Oströmer Anhänger des Nicäno-Konstantinopolitanums, während sich die Ostgoten zum Arianismus bekannten. Für traditionsbewusste Römer kam außer ihrer politischen Gesinnung und persönlichen Gründen auch ihre religiöse Überzeugung als Motiv für eine Opposition gegen Theoderich in Betracht. Somit konnte am Königshof leicht der Verdacht entstehen, dass diese Kreise eine Vernichtung des Ostgotenreichs durch den Kaiser erhofften und mit ihm konspirierten. Daher befanden sich politisch exponierte Römer, die als kaiserfreundlich galten, in einer potenziell heiklen Lage. Bei einer Zuspitzung des latenten Gegensatzes zwischen den Höfen von Ravenna und Konstantinopel konnten sie in einen Loyalitätskonflikt oder zumindest in den Verdacht mangelnder Loyalität zum König geraten.[7]

Als es 484 zwischen der östlichen und der westlichen Kirche zu einer Spaltung kam (Akakianisches Schisma), führte diese Entfremdung zwischen dem Westen und dem Osten zu einer Verminderung des Konfliktpotenzials zwischen den römischen und den germanischen Untertanen Theoderichs.[8] 498 traten die Bruchlinien aber wieder deutlich hervor, als sich nach einer zwiespältigen Papstwahl der von Theoderich unterstützte Kandidat Symmachus gegen seinen von den Oströmern favorisierten Gegner Laurentius durchsetzen konnte. Im römischen Senat hatten kaiserlich gesinnte Politiker für Laurentius Partei ergriffen.[9] Die ostromfreundliche Richtung bestand vor allem aus Angehörigen alter, konservativer Senatorengeschlechter. Dies war das Milieu, dem die Familie des Boethius und die mit ihr befreundeten und verschwägerten Sippen angehörten.[10]

Nach dem Regierungsantritt des oströmischen Kaisers Justin I. wurde im Jahr 519 das Akakianische Schisma beendet und die Kirchengemeinschaft zwischen Konstantinopel und Rom wiederhergestellt. Damit war Theoderich zunächst einverstanden; er wünschte ein gutes Verhältnis zum Kaiser, auch unter dem Gesichtspunkt der oströmischen Anerkennung für eine Regelung seiner Nachfolge, denn er hatte keinen Sohn, und der Fortbestand der Dynastie hing von seiner Tochter Amalasuntha und deren Nachkommen ab. Noch 519 erreichte er, dass der Kaiser seinen Schwiegersohn Eutharich als „Waffensohn“ annahm und so als designierten Nachfolger anerkannte. Kirchenpolitisch verstärkte die in diesem Jahr erzielte Einigung jedoch die Isolation der arianischen Ostgoten in Italien, was sich für sie im Fall eines oströmischen Angriffs nachteilig auswirken konnte.[11] Eine wichtige Rolle spielte in der oströmischen Politik schon damals der künftige Nachfolger Justins, Justinian,[12] der dann weniger als ein Jahrzehnt nach Theoderichs Tod tatsächlich die Invasion Italiens beginnen sollte. Von Justinian ging mutmaßlich die Initiative zur Besetzung beider Konsulstellen mit den Söhnen des Boethius im Jahr 522 aus; damit konnte er sich in ostromfreundlichen Senatskreisen Italiens zusätzliche Sympathien verschaffen.[13]

Die Gegner dieser ostromfreundlichen Richtung, die den Sturz des Boethius herbeiführten, waren nicht etwa Goten, sondern progotische Römer. Sie waren dem Gotenkönig ergeben, da sie ihm ihre Karriere verdankten; Theoderich hatte solchen Römern Schlüsselstellungen anvertraut, um ein Gegengewicht zu den kaiserfreundlichen Senatskreisen zu schaffen. Sie hatten von einem Regimewechsel in Italien nichts zu erhoffen und betrachteten das Oströmische Reich als feindliche Macht.[14] Schon im weströmischen Reich des 5. Jahrhunderts war die Spaltung des Senats und des Hofes in zwei verfeindete, miteinander um die Macht ringende Gruppierungen ein typisches Merkmal der politischen Verhältnisse gewesen, sie war nicht erst mit der Errichtung der gotischen Herrschaft eingetreten.[15] Allerdings verschärfte sich die Polarisierung, als sich Theoderichs Verhältnis zu Ostrom in den letzten Jahren seiner Herrschaft verschlechterte.

Ablauf der Ereignisse

Als Eutharich starb (wohl 522 oder 523), schwächte dies die Stellung Theoderichs, der nun keinen erwachsenen Nachfolger mehr hatte, und verstärkte die politische Unruhe. In diese Phase fiel der Beginn der Ereigniskette, die zum Tod des Boethius führte: Ein Parteigänger der königstreuen Römer fing Briefe ab, die der Senator Flavius Albinus iunior an den Kaiser gerichtet hatte.[16] Der Inhalt der Briefe ist unbekannt, doch ist nicht zu bezweifeln, dass er für den Absender kompromittierend war. Vermutlich wurden Themen wie die nun wieder überaus heikle ostgotische Nachfolgefrage aus der Sicht der ostromfreundlichen Senatoren erörtert.[17] Der Ablauf der anschließenden Vorgänge ist umstritten. Einer Interpretation zufolge versuchte Boethius, dem die königliche Verwaltung unterstand, das Beweismaterial zu unterdrücken und so die Angelegenheit zu vertuschen, um Albinus zu decken. Diese Absicht wurde aber von einem seiner Untergebenen, dem referendarius Cyprianus, der auf der Gegenseite stand, vereitelt. Nach einer anderen Deutung hat Boethius das Belastungsmaterial zwar dem König verschwiegen, aber auch nicht versucht, Cyprianus an einer Vorsprache bei Theoderich zu hindern. Jedenfalls legte Cyprianus die Briefe dem König, der sich zu dieser Zeit in Verona aufhielt, vor.[18] Die ostromfeindlichen Kreise am Hof sahen darin Belege für hochverräterische Beziehungen des Albinus und seiner Gesinnungsgenossen zum Kaiser.[19] Der König ließ Albinus verhaften. Nun solidarisierte sich Boethius öffentlich vor dem König mit dem Beschuldigten, indem er erklärte, wenn Albinus etwas getan haben sollte, dann hätten er – Boethius – und der ganze Senat es ebenfalls getan.[20] Damit aber hatte Boethius die Lage und seinen Einfluss falsch eingeschätzt. Cyprianus sah sich gezwungen, auch Boethius in die Anklage einzubeziehen, schon um seine eigene Stellung nicht zu gefährden.[21] Boethius verlor seine Stellung am Hof und wurde in Verona unter Hausarrest gestellt.

Der König ließ die Vorgänge in Abwesenheit des Boethius untersuchen. Dabei wurde der Angeklagte durch die Aussagen mehrerer seiner Untergebenen belastet. Außerdem wurden Briefe vorgelegt, in denen er sich für die Freiheit Roms – also gegen die gotische Herrschaft – aussprach; nach seiner Darstellung handelte es sich um Fälschungen.[22] Der Senat lehnte es ab, offiziell zu seinen Gunsten Stellung zu nehmen; nur eine kleine Gruppe von Freunden, darunter sein Schwiegervater, trat für ihn ein. Er wurde nach Pavia gebracht, wohl weil er unter seinen Standesgenossen in Rom noch einigen Rückhalt hatte, während Norditalien eine Hochburg seiner Gegner war.[23] Für ein gewöhnliches Hochverratsverfahren wäre das Gericht des Königs unter dessen Vorsitz zuständig gewesen. Theoderich zog es aber angesichts des hohen Ranges des Angeklagten vor, den Fall dem Senatsgericht zu übergeben, das für Kapitalprozesse gegen Senatoren zuständig war. Den Vorsitz in diesem Standesgericht aus fünf Senatoren (iudicium quinquevirale) hatte der Stadtpräfekt Eusebius.[24] Der Ostgotenkönig ließ vermutlich keinen Zweifel daran, dass er einen Schuldspruch wünschte, hielt sich aber offiziell zurück. Das Gericht verurteilte Boethius in Abwesenheit zum Tode und ordnete die Konfiskation seiner Güter an.

Foto eines prunkvollen Sarkophags
Das Grab des Boethius in der Kirche San Pietro in Ciel d’Oro, Pavia

Die Chronologie ist umstritten. Nach der traditionellen Datierung, die weiterhin Befürworter hat, wurde Boethius bereits 523 verhaftet und 524 oder spätestens 525 hingerichtet. Manche Forscher folgen aber einem abweichenden Ansatz, den Charles H. Coster vorgeschlagen hat, wonach die Verhaftung 525 und die Vollstreckung des Todesurteils erst 526, kurz vor Theoderichs Tod, erfolgte.[25] Die Hinrichtung wurde standesgemäß mit dem Schwert vollzogen, entweder in Pavia (was wahrscheinlicher ist) oder in Calvenzano östlich von Mailand (Provinz Bergamo).[26] Der Sarkophag befindet sich in der Kirche San Pietro in Ciel d’Oro (Pavia). Die Grabplatte von Boethius, aus griechischem Marmor und im 19. Jahrhundert in Villareggio gefunden, ist in den Musei Civici di Pavia erhalten[27]. Bei der vom Anonymus Valesianus überlieferten Behauptung, Boethius sei erst gefoltert und dann mit einem Knüppel erschlagen worden,[28] handelt es sich um eine Erfindung; sie stammt aus einer unbekannten Schrift eines Gegners Theoderichs, auf die sich der Anonymus im zweiten Teil seiner Darstellung der Regierungszeit des Königs stützt.[29] Auch Symmachus, der Schwiegervater des Boethius, wurde hingerichtet.

Der Sturz des Boethius führte zu einem Umschwung in Theoderichs Personalpolitik; am Hof wurde der Ankläger Cyprianus zum Leiter der Finanzverwaltung befördert.[30] An die Spitze der Reichsverwaltung berief der König Cassiodor, der wie Boethius ein bedeutender römischer Gelehrter, aber politisch unverdächtig war.

Später gab Theoderichs Tochter Amalasuntha, die nach dem Tod ihres Vaters die Regentschaft übernommen hatte, der Familie des Boethius das konfiszierte Vermögen zurück. Nach der oströmischen Invasion Italiens soll Boethius’ Witwe Rusticiana dafür gesorgt haben, dass die oströmischen Feldherren die bildlichen Darstellungen Theoderichs beseitigten.[31]

  1. ↑ Luca Obertello: Severino Boezio. Bd. 1, Genova 1974, S. 16.
  2. ↑ Joachim Gruber: Boethius 1925–1998. In: Lustrum 39, 1997, S. 307–383, hier: 327f.; Joachim Gruber: Kommentar zu Boethius, De consolatione philosophiae. 2. Auflage, Berlin 2006, S. 3 und Anm. 17. Die abweichende Datierung stammt von Luca Obertello: Severino Boezio. Bd. 1, Genova 1974, S. 17–20; ihm stimmt John Marenbon: Boethius. Oxford 2003, S. 7 zu.
  3. ↑ Joachim Gruber: Boethius 1925–1998. In: Lustrum 39, 1997, S. 328.
  4. ↑ Pierre Courcelle: 'Les lettres grecques en Occident. Paris 1948, S. 259–300; vgl. Joachim Gruber: Boethius 1925–1998. In: Lustrum 39, 1997, S. 341 und 358; Joachim Gruber: Kommentar zu Boethius, De consolatione philosophiae. 2. Auflage, Berlin 2006, S. 3 f.; Cornelia J. de Vogel: Boethiana I. In: Vivarium 9, 1971, S. 49–66 (plädiert für Ausbildung zuerst in Athen, dann in Alexandria); Jean-Yves Guillaumin (Hrsg.): Boèce: Institution Arithmétique. Paris 1995, S. XXII–XXV; Eleonore Stump: Boethius’s In Ciceronis Topica. Ithaca 1988, S. 1 f.
  5. ↑ Beat Näf: Senatorisches Standesbewusstsein in spätrömischer Zeit. Freiburg (Schweiz) 1995, S. 225–229; Joachim Gruber: Kommentar zu Boethius, De consolatione philosophiae. 2. Auflage, Berlin 2006, S. 11 f.
  6. ↑ Zur staatsrechtlichen Stellung Theoderichs gegenüber dem Kaiser siehe den klassischen Beitrag von Dietrich Claude: Universale und partikulare Züge in der Politik Theoderichs. In: Francia 6, 1978, S. 19–58, hier: 42–58 (Digitalisat). Eine neuere Diskussion bietet Hans-Ulrich Wiemer: Odovakar und Theoderich. Herrschaftskonzepte nach dem Ende des Kaisertums im Westen. In: Mischa Meier – Steffen Patzold (Hrsg.): Chlodwigs Welt, Stuttgart 2014, S. 293–338.
  7. ↑ Jean-Yves Guillaumin (Hrsg.): Boèce: Institution Arithmétique. Paris 1995, S. XI f.; Henry Chadwick: 'Boethius: The Consolations of Music, Logic, Theology, and Philosophy. Oxford 1981, S. 45 f.; vgl. Charles Henry Coster: Late Roman Studies. Cambridge (Massachusetts) 1968, S. 47.
  8. ↑ Frank M. Ausbüttel: Theoderich der Große. Darmstadt 2003, S. 137; Dorothee Kohlhas-Müller: Untersuchungen zur Rechtsstellung Theoderichs des Großen. Frankfurt a. M. 1995, S. 301.
  9. ↑ Dorothee Kohlhas-Müller: Untersuchungen zur Rechtsstellung Theoderichs des Großen. Frankfurt a. M. 1995, S. 270–272 und 301.
  10. ↑ John Moorhead: Theoderic in Italy. Oxford 1992, S. 129–135. Moorhead hält es für wahrscheinlich, dass auch Boethius selbst auf der Seite des Laurentius stand.
  11. ↑ Frank M. Ausbüttel: Theoderich der Große. Darmstadt 2003, S. 107, 111–112, 130–131; Dorothee Kohlhas-Müller: Untersuchungen zur Rechtsstellung Theoderichs des Großen. Frankfurt a. M. 1995, S. 282–286 und 302; John Moorhead: Theoderic in Italy. Oxford 1992, S. 198–200.
  12. ↑ Alexander A. Vasiliev: Justin the First, Cambridge (Mass.) 1950, S. 6.
  13. ↑ Wilhelm Enßlin: Theoderich der Große. 2. Auflage, München 1959, S. 304; Johannes Sundwall: Abhandlungen zur Geschichte des ausgehenden Römertums. Helsingfors 1919, S. 237–238; Joachim Gruber: Kommentar zu Boethius, De consolatione philosophiae. 2. Auflage, Berlin 2006, S. 11.
  14. ↑ Zu Boethius’ Gegnern siehe John Moorhead: Boethius and Romans in Ostrogothic Service. In: Historia 27, 1978, S. 604–612, hier: 609–612; John Moorhead: Theoderic in Italy. Oxford 1992, S. 226–235; Thomas S. Burns: A History of the Ostrogoths. Bloomington 1984, S. 104–105; Christoph Schäfer: Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.). St. Katharinen 1991, S. 241–243, 247–250, 255–256.
  15. ↑ Vgl. Henning Börm: Westrom. Von Honorius bis Justinian, Stuttgart 2013, S. 115, 145–147.
  16. ↑ Die Überlieferung, wonach es ein Afrikaner namens Severus war, gilt heute nicht mehr als glaubwürdig, siehe John Moorhead: Theoderic in Italy. Oxford 1992, S. 219–220 und Christoph Schäfer: Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.). St. Katharinen 1991, S. 243 Anm. 19.
  17. ↑ Frank M. Ausbüttel: Theoderich der Große. Darmstadt 2003, S. 133; Wilhelm Enßlin: Theoderich der Große. 2. Auflage, München 1959, S. 308 f.; Andreas Goltz: Barbar – König – Tyrann. Das Bild Theoderichs des Großen in der Überlieferung des 5. bis 9. Jahrhunderts. Berlin 2008, S. 167–168, 356–357.
  18. ↑ Zu den Einzelheiten siehe Christoph Schäfer: Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.). St. Katharinen 1991, S. 244–246. Schäfer nimmt einen Vertuschungsversuch an, den er als grobe Verletzung der Dienstpflicht bewertet; ebenso Johannes Sundwall: Abhandlungen zur Geschichte des ausgehenden Römertums. Helsingfors 1919, S. 243–245 und Charles Henry Coster: Late Roman Studies. Cambridge (Massachusetts) 1968, S. 99. Anderer Meinung sind Hermann Tränkle: Philologische Bemerkungen zum Boethiusprozeß. In: Manfred Fuhrmann, Joachim Gruber (Hrsg.): Boethius. Darmstadt 1984, S. 52–63, hier: 56–59 und Joachim Gruber: Kommentar zu Boethius, De consolatione philosophiae. 2. Auflage, Berlin 2006, S. 12.
  19. ↑ Christoph Schäfer: Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.). St. Katharinen 1991, S. 250–251.
  20. ↑ Anonymus Valesianus 85.
  21. ↑ Vgl. John Moorhead: Theoderic in Italy. Oxford 1992, S. 235.
  22. ↑ Zur „römischen Freiheit“ siehe John Moorhead: Theoderic in Italy. Oxford 1992, S. 220–222, zum Belastungsmaterial Christoph Schäfer: Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.). St. Katharinen 1991, S. 251–253 und Andreas Goltz: Barbar – König – Tyrann, Berlin 2008, S. 357–358.
  23. ↑ Christoph Schäfer: Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.). St. Katharinen 1991, S. 257–260, 294–295; Andreas Goltz: Barbar – König – Tyrann, Berlin 2008, S. 359–360 und Anm. 21.
  24. ↑ Zu dem Gericht siehe die Untersuchung von Charles Henry Coster: The Iudicium Quinquevirale. Cambridge (Massachusetts) 1935 (speziell zum Prozess des Boethius S. 40–63).
  25. ↑ Charles Henry Coster: Late Roman Studies. Cambridge (Massachusetts) 1968, S. 66–85; Zustimmung findet dieser Ansatz bei Catherine Morton: 'Marius of Avenches, the ‘Excerpta Valesiana’, and the Death of Boethius. In: Traditio 38, 1982, S. 107–136 und John Moorhead: Theoderic in Italy. Oxford 1992, S. 224–226 (zögernd). Vgl. Joachim Gruber: Boethius 1925–1998. In: Lustrum 39, 1997, S. 329. Eine ausführliche Argumentation für die Frühdatierung präsentiert Andreas Goltz: Barbar – König – Tyrann, Berlin 2008, S. 363–373.
  26. ↑ Die Angabe des Anonymus Valesianus lautet in agro Calventiano; wahrscheinlich ist Borgo Calvenzano, ein Stadtviertel von Pavia, gemeint. Da aber Marius von Avenches angibt in territorio Mediolanense („im Gebiet von Mailand“), wird auch Calvenzano in der Provinz Bergamo in Betracht gezogen. Zur Identifizierungsfrage siehe Luca Obertello: Severino Boezio. Bd. 1, Genua 1974, S. 122–125; Faustino Gianani: '„In agro Calventiano“: il luogo del supplizio di Boezio. In: Luca Obertello (Hrsg.): 'Congresso internazionale di studi boeziani (Pavia, 5–8 ottobre 1980). Atti. Rom 1981, S. 41–47; Catherine Morton: 'Boethius in Pavia: the Tradition and the Scholars. In: Luca Obertello (Hrsg.): 'Congresso internazionale di studi boeziani (Pavia, 5–8 ottobre 1980). Atti. Rom 1981, S. 49–58; Hermann Tränkle: Philologische Bemerkungen zum Boethiusprozeß. In: Manfred Fuhrmann, Joachim Gruber (Hrsg.): Boethius. Darmstadt 1984, S. 62 Anm. 26; Christoph Schäfer: Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.). St. Katharinen 1991, S. 260 und Anm. 97; John Moorhead: Theoderic in Italy. Oxford 1992, S. 223 und Anm. 60.
  27. ↑ Fabio Troncarelli: Il sepolcro di Boezio. In: Litterae caelestes : rivista annuale internazionale di paleografia, codicologia, diplomatica e storia delle testimonianze scritte. 227-254 Auflage. Nr. 4, 2012, ISSN 1825-9189 (italienisch, academia.edu).
  28. ↑ Anonymus Valesianus 87.
  29. ↑ Frank M. Ausbüttel: Theoderich der Große. Darmstadt 2003, S. 137; Christoph Schäfer: Der weströmische Senat als Träger antiker Kontinuität unter den Ostgotenkönigen (490–540 n. Chr.). St. Katharinen 1991, S. 260.
  30. ↑ John Moorhead: 'Boethius and Romans in Ostrogothic Service. In: Historia 27, 1978, S. 604–612, hier: 610–612; Frank M. Ausbüttel: Theoderich der Große. Darmstadt 2003, S. 137; Wilhelm Enßlin: Theoderich der Große. 2. Auflage, München 1959, S. 310 f.
  31. ↑ Prokopios, De bello Gothico 3,20,29.