„ginnen“ – Versionsunterschied
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ginnen<ref>Zitierempfehlung für diesen Artikel | |||
„GINNEN, vb.“, Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities, Version 01/25, <<nowiki>https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemid=G17025</nowiki>>, abgerufen am 01.09.2025. | |||
Referenz zur gedruckten Ausgabe | |||
Anfang des Artikels: Bd. 7, Sp. 7518, Z. 23 | |||
Originalausgabe: IV. Band, I. Abtheilung, 4. Teil, Lfg 6. gieszen — girren. Erscheinungsjahr: 1937, Bearbeiter: S. Beyschlag, G. Thiele, H. Hildebrandt, H. Pöppel, H. Thomas, K. Münzel, M. Insam, P. Diepers | |||
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www.woerterbuchnetz.de/DWB/ginnen | |||
www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemid=G17025</ref>, vb., nachträglich gebildetes simplex zu ''[[beginnen]]'', | |||
* in der mhd. nicht-höfischen dichtung vielfach des rhythmus wegen gebraucht | |||
** (s. die belege bei Lexer mhd. 1, 1018), | |||
* reicht es von da über Burkhard Waldis, H. Sachs u. a. noch vereinzelt bis ins 17. jh. | |||
** gegenüber dem schwachen präteritum ''[[gund]]'', ''[[gunden]]'' (gundt, gundten) | |||
*** (selten stark, s. <sup>1</sup>DWb gan fürbegan bei M. Haupt Erec. s. 329 anm. 23) | |||
** tritt im mhd. gebrauchdas präsens ''[[ginnt]]'' stark zurück und erscheint auch zeitlich später. | |||
* lexikalisch: | |||
** ''ginnen'' anfangen, ordiri Henisch 1622; | |||
** ginnen Harsdörffer poetischer trichter (1647) 2, 142; | |||
** vgl. noch ginnenincipere Wachter (1787) 590; | |||
** s. auch Schmeller-Frommann 1, 919;Schiller-Lübben 2, 113<sup>a</sup>: | |||
<blockquote>mit dem gund ich erplicken | |||
ain frow bi dem brunnen | |||
mhd. minnereden I 12, 24 Matthaei;</blockquote><blockquote>der tüfel sprach: ich muos ir dik lachen, | |||
wenn si ginnent also swachen | |||
des teufels netz 5265 Barack;</blockquote><blockquote>si tribens alls lanng, pisz si paid gunden, zu müeden U. FüetrerLanzelot 205; | |||
dar nach er (Noe) Cham verflchen gund | |||
Gengenbach bundtschu v. 80 Gödeke;</blockquote><blockquote>die beschorne rott gint sich zu regen | |||
Burkhard Waldis päpstl. reich (1556) d 2<sup>a</sup>;</blockquote><blockquote>und das erdrich auffspalten gund, | |||
dasz man sah bisz in der hell grund | |||
(1562) H. Sachs 17, 435, 37 Keller;</blockquote> | |||
<blockquote>ich gunt mich weiter stecken | |||
in stauden und in hecken | |||
J. W. Zinkgref auszerl. ged. 7 ndr.</blockquote> | |||
3 GINNEN, vb., s. gienen. | |||
4 GINNEN, vb., s. <sup>1</sup>DWb gönnen. | |||
3 GINNEN, vb., kurzweilen, spielen, vereinzelt belegt,unklarer herkunft: mit einander ginnen, kurtzweil treibenludo aliquo cum alio ludere Henisch 1623; das ginnen lusus, lusioebda 1622: weler uf dem blatz gynt, der ist kumen um 1 pfuntwachss. kainer sol gynnen jn sines maisters hus am werchtagum kain gelt (Ulm. weberknechtordn. 15. jh.) bei Chr. Schmidschwäb. 231, s. auch Fischer schwäb. 3, 661. | |||
Aktuelle Version vom 1. September 2025, 10:51 Uhr
ginnen[1], vb., nachträglich gebildetes simplex zu beginnen,
- in der mhd. nicht-höfischen dichtung vielfach des rhythmus wegen gebraucht
- (s. die belege bei Lexer mhd. 1, 1018),
- reicht es von da über Burkhard Waldis, H. Sachs u. a. noch vereinzelt bis ins 17. jh.
- lexikalisch:
- ginnen anfangen, ordiri Henisch 1622;
- ginnen Harsdörffer poetischer trichter (1647) 2, 142;
- vgl. noch ginnenincipere Wachter (1787) 590;
- s. auch Schmeller-Frommann 1, 919;Schiller-Lübben 2, 113a:
mit dem gund ich erplicken
ain frow bi dem brunnen
mhd. minnereden I 12, 24 Matthaei;
der tüfel sprach: ich muos ir dik lachen,
wenn si ginnent also swachen
des teufels netz 5265 Barack;
si tribens alls lanng, pisz si paid gunden, zu müeden U. FüetrerLanzelot 205;
dar nach er (Noe) Cham verflchen gund
Gengenbach bundtschu v. 80 Gödeke;
die beschorne rott gint sich zu regen Burkhard Waldis päpstl. reich (1556) d 2a;
und das erdrich auffspalten gund,
dasz man sah bisz in der hell grund
(1562) H. Sachs 17, 435, 37 Keller;
ich gunt mich weiter stecken
in stauden und in hecken
J. W. Zinkgref auszerl. ged. 7 ndr.
3 GINNEN, vb., s. gienen.
4 GINNEN, vb., s. 1DWb gönnen.
3 GINNEN, vb., kurzweilen, spielen, vereinzelt belegt,unklarer herkunft: mit einander ginnen, kurtzweil treibenludo aliquo cum alio ludere Henisch 1623; das ginnen lusus, lusioebda 1622: weler uf dem blatz gynt, der ist kumen um 1 pfuntwachss. kainer sol gynnen jn sines maisters hus am werchtagum kain gelt (Ulm. weberknechtordn. 15. jh.) bei Chr. Schmidschwäb. 231, s. auch Fischer schwäb. 3, 661.
- ↑ Zitierempfehlung für diesen Artikel „GINNEN, vb.“, Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities, Version 01/25, <https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemid=G17025>, abgerufen am 01.09.2025. Referenz zur gedruckten Ausgabe Anfang des Artikels: Bd. 7, Sp. 7518, Z. 23 Originalausgabe: IV. Band, I. Abtheilung, 4. Teil, Lfg 6. gieszen — girren. Erscheinungsjahr: 1937, Bearbeiter: S. Beyschlag, G. Thiele, H. Hildebrandt, H. Pöppel, H. Thomas, K. Münzel, M. Insam, P. Diepers Links zu diesem Artikel www.woerterbuchnetz.de/DWB/ginnen www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemid=G17025