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„large language model (LLM)“ – Versionsunterschied

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<p>Ein '''Large Language Model''', kurz '''LLM''' (englisch, vereinzelt [https://de.wikipedia.org/wiki/Lehn%C3%BCbertragung übertragen] '''großes Sprachmodell'''), ist ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachmodell Sprachmodell], das sich durch seine Fähigkeit zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Textgenerierung Textgenerierung] auszeichnet. Es handelt sich um ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Computerlinguistik computerlinguistisches] Wahrscheinlichkeitsmodell, das statistische Wort- und Satzfolge-Beziehungen aus einer Vielzahl von Textdokumenten durch einen rechenintensiven Trainingsprozess erlernt hat. Für die mathematische Beschreibung siehe [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachmodell Sprachmodell].</p><p>Große Sprachmodelle erlangen diese Fähigkeiten durch die Verwendung gigantischer Datenmengen, um während des Trainings riesige Mengen von Parametern zu lernen. Dabei verbrauchen sie extrem viel Rechenressourcen.<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Large_Language_Model#cite_note-1 <span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Große Sprachmodelle sind im weiteren Sinne [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliches_neuronales_Netz künstliche neuronale Netze] und werden ([https://de.wikipedia.org/wiki/A_priori a priori]) entweder durch selbstüberwachtes Lernen oder halbüberwachte Lernmethoden trainiert. Stand 2024 werden meistens [https://de.wikipedia.org/wiki/Transformer_(Maschinelles_Lernen) Transformer] als Netzwerkarchitektur gewählt<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Large_Language_Model#cite_note-2 <span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>.</p><p>Große Sprachmodelle arbeiten als selbstanpassende Sprachmodelle, die „verschiedene Aufgaben in [https://de.wikipedia.org/wiki/Nat%C3%BCrliche_Sprache natürlicher Sprache] ausführen können, z.&nbsp;B. das Zusammenfassen, Übersetzen, Vorhersagen und Erstellen von Texten, indem sie einen Eingabetext nehmen und wiederholt das nächste Token oder Wort vorhersagen“.<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Large_Language_Model#cite_note-3 <span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Bis 2020 bestand die einzige Möglichkeit, ein Modell an bestimmte Aufgaben anzupassen, in der Feinabstimmung<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Large_Language_Model#cite_note-4 <span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span>]</sup>. Größere Modelle, wie z.&nbsp;B. das inzwischen populäre [https://de.wikipedia.org/wiki/Generative_Pre-trained_Transformer_3 GPT-3], wurden jedoch so konzipiert, dass sie mit Hilfe von [https://de.wikipedia.org/wiki/Prompt_Engineering Prompt Engineering] ähnliche Ergebnisse erzielen können.<sup id="cite_ref-5" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Large_Language_Model#cite_note-5 <span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span>]</sup> Zusätzlich zu der Fähigkeit, Kenntnisse über [https://de.wikipedia.org/wiki/Syntax Syntax], [https://de.wikipedia.org/wiki/Semantik Semantik] und „Ontologie“ in menschlichen [https://de.wikipedia.org/wiki/Korpuslinguistik Sprachkorpora] zu erwerben, wird angenommen, dass große Sprachmodelle auch in der Lage sind, Ungenauigkeiten und Verzerrungen in den Korpora zu erfassen.<sup id="cite_ref-6" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Large_Language_Model#cite_note-6 <span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p><p>LLMs werden beispielsweise bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Open_Assistant Open Assistant], [https://de.wikipedia.org/wiki/ChatGPT ChatGPT], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ernie_Bot Ernie Bot] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Grok Grok] eingesetzt. Einige große Sprachmodelle sind die GPT-Modellreihe von [https://de.wikipedia.org/wiki/OpenAI OpenAI] (z.&nbsp;B. GPT-3.5 und GPT-4, die in ChatGPT und [https://de.wikipedia.org/wiki/Microsoft_Copilot Microsoft Copilot] verwendet werden), Googles [https://de.wikipedia.org/wiki/PaLM PaLM], [https://de.wikipedia.org/wiki/Gemini_(Sprachmodell) Gemini] und Gemma 2, [https://de.wikipedia.org/wiki/LLaMA-Sprachmodell Metas LLaMA-Familie] von Open-Source-Modellen, [https://de.wikipedia.org/wiki/Anthropic Anthropics] [https://de.wikipedia.org/wiki/Claude_(Sprachmodell) Claude] und [https://de.wikipedia.org/wiki/X.AI X.AIs] Grok-1. Daneben gibt es auch leistungsfähige LLMs chinesischer Firmen wie diejenigen von [https://de.wikipedia.org/wiki/Alibaba_Group Alibaba], Deep Skeek, 01 AI und Zhipu AI.<sup id="cite_ref-7" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Large_Language_Model#cite_note-7 <span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span>]</sup></p>
Ein ''large language model'', kurz LLM (englisch, teilweise [[Lehnübertragung|übertragen]] '''großes Sprachmodell'''), ist ein [[Sprachmodell]], das sich durch seine Fähigkeit zur [[Textgenerierung]] auszeichnet. Es handelt sich um ein [[Computerlinguistik|computerlinguistisches]] Wahrscheinlichkeitsmodell, das statistische Wort- und Satzfolge-Beziehungen aus einer Vielzahl von Textdokumenten durch einen rechenintensiven Trainingsprozess erlernt hat. Für die mathematische Beschreibung siehe [[Sprachmodell]].


<sup class="reference"><span class="cite-bracket"></span></sup><div class="toctitle" dir="ltr" lang="de">
Große Sprachmodelle erlangen diese Fähigkeiten durch die Verwendung gigantischer Datenmengen, um während des Trainings riesige Mengen von Parametern zu lernen. Dabei verbrauchen sie extrem viel Rechenressourcen.<ref>{{Internetquelle |url=https://openai.com/research/better-language-models |titel=Better language models and their implications |sprache=en |abruf=2024-01-15}}</ref> Große Sprachmodelle sind im weiteren Sinne [[Künstliches neuronales Netz|künstliche neuronale Netze]] und werden ([[a priori]]) entweder durch selbstüberwachtes Lernen oder halbüberwachte Lernmethoden trainiert. Stand 2024 werden meistens [[Transformer (Maschinelles Lernen)|Transformer]] als Architektur für diese neuronalen Netze gewählt.<ref>{{Internetquelle |autor=Rick Merritt |url=https://blogs.nvidia.com/blog/what-is-a-transformer-model/ |titel=What Is a Transformer Model? |datum=2022-03-25 |sprache=en |abruf=2024-01-15}}</ref>
== Inhaltsverzeichnis ==
 
<label class="toctogglelabel" for="toctogglecheckbox"></label></div>
Große Sprachmodelle arbeiten als selbstanpassende Sprachmodelle, die „verschiedene Aufgaben in [[Natürliche Sprache|natürlicher Sprache]] ausführen können, z.&nbsp;B. das Zusammenfassen, Übersetzen, Vorhersagen und Erstellen von Texten, indem sie einen Eingabetext nehmen und wiederholt das nächste Token oder Wort vorhersagen“.<ref>Guandong Feng, Guoliang Zhu, Shengze Shi, Yue Sun, Zhongyi Fan, Sulin Gao, and Jun Hu: Robust NL-to-Cypher Translation for KBQA: Harnessing Large Language Model with Chain of Prompts. In: Haofen Wang, Xianpei Han, Ming Liu, Gong Cheng, Yongbin Liu, Ningyu Zhang: ''Knowledge Graph and Semantic Computing: Knowledge Graph Empowers Artificial General Intelligence. 8th China Conference, CCKS 2023, Shenyang, China, August 24–27, 2023, Revised Selected Papers'' Springer, 2023, ISBN 978-981-9972-23-4, S. 317 ff. (hier [https://www.google.de/books/edition/Knowledge_Graph_and_Semantic_Computing_K/cMrfEAAAQBAJ?hl=de&gbpv=1&dq=%22predicting+the+next+token+or+word%22&pg=PA319&printsec=frontcover S. 319]) ("LLMs can perform various natural language tasks, such as understanding, summarizing, translating, predicting, and creating texts, by taking an input text and repeatedly predicting the next token or word"); vgl. [[arXiv:2304.00612|Eight Things to Know about Large Language Models]].</ref> Bis 2020 bestand die einzige Möglichkeit, ein Modell an bestimmte Aufgaben anzupassen, in der [[Fine-Tuning|Feinabstimmung]].<ref>{{Internetquelle |url=https://www.ibm.com/de-de/topics/fine-tuning |titel=Was ist Feinabstimmung? {{!}} IBM |datum=2024-03-15 |sprache=de |abruf=2024-12-10}}</ref> Größere Modelle, wie z.&nbsp;B. das inzwischen populäre [[Generative Pre-trained Transformer 3|GPT-3]], wurden jedoch so konzipiert, dass sie mit Hilfe von [[Prompt Engineering]] ähnliche Ergebnisse erzielen können.<ref>{{Internetquelle |url=https://proceedings.neurips.cc/paper/2020/file/1457c0d6bfcb4967418bfb8ac142f64a-Paper.pdf |titel=Language Models are Few-Shot Learners |format=PDF |abruf=2024-01-15}}</ref> Zusätzlich zu der Fähigkeit, Kenntnisse über [[Syntax]], [[Semantik]] und „Ontologie“ in menschlichen [[Korpuslinguistik|Sprachkorpora]] zu erwerben, wird angenommen, dass große Sprachmodelle auch in der Lage sind, Ungenauigkeiten und Verzerrungen in den Korpora zu erfassen.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.amacad.org/publication/human-language-understanding-reasoning |titel=Human Language Understanding & Reasoning |datum=2022-04-13 |sprache=en |abruf=2024-01-15}}</ref>
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Large_Language_Model#Geschichte <span class="tocnumber">1</span><span class="toctext">Geschichte</span>]
 
**[https://de.wikipedia.org/wiki/Large_Language_Model#Hardware <span class="tocnumber">1.1</span><span class="toctext">Hardware</span>]
LLMs werden beispielsweise bei [[Open Assistant]], [[ChatGPT]], [[Ernie Bot]] und [[Grok]] eingesetzt. Einige große Sprachmodelle sind die GPT-Modellreihe von [[OpenAI]] (z.&nbsp;B. GPT-3.5 und GPT-4, die in ChatGPT und [[Microsoft Copilot]] verwendet werden), Googles [[PaLM]], [[Gemini (Sprachmodell)|Gemini]] und Gemma 2, [[LLaMA-Sprachmodell|Metas LLaMA-Familie]] von Open-Source-Modellen, [[Anthropic]]s [[Claude (Sprachmodell)|Claude]] und [[X.AI]]s Grok-1. Daneben gibt es auch leistungsfähige LLMs chinesischer Firmen wie diejenigen von [[Alibaba Group|Alibaba]], [[Deepseek]], 01 AI und Zhipu AI.<ref>Markus Städeli: [https://www.nzz.ch/wirtschaft/die-rangliste-der-weltbesten-ki-chatbots-zeigt-bei-der-kuenstlichen-intelligenz-ist-china-den-amerikanischen-anbietern-dicht-auf-den-fersen-ld.1861889 ''Die Rangliste der weltbesten KI-Chatbots zeigt: Bei der künstlichen Intelligenz ist China den amerikanischen Anbietern dicht auf den Fersen.''] In: ''NZZ am Sonntag'', 14. Dezember 2024, abgerufen am 15. Dezember 2024</ref>
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Large_Language_Model#Multimodal_Learning <span class="tocnumber">2</span><span class="toctext">Multimodal Learning</span>]
 
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Large_Language_Model#Bootstrapping_Language-Image_Pretraining <span class="tocnumber">3</span><span class="toctext">Bootstrapping Language-Image Pretraining</span>]
== Geschichte ==
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Large_Language_Model#Skalierungsgesetze <span class="tocnumber">4</span><span class="toctext">Skalierungsgesetze</span>]
Auf der „[[Conference on Neural Information Processing Systems]]“ (NeurIPS) 2017 stellten Google-Forscher unter [[Ashish Vaswani]] die Transformer-Architektur in ihrem Papier ''Attention Is All You Need'' vor.<ref>{{Internetquelle |autor=Ashish Vaswani et al |url=https://proceedings.neurips.cc/paper/2017/file/3f5ee243547dee91fbd053c1c4a845aa-Paper.pdf |titel=Attention is all you need |hrsg=Google |format=PDF |sprache=en |abruf=2024-02-05}}</ref><ref>{{Internetquelle |autor=Rob Toews |url=https://www.forbes.com/sites/robtoews/2023/09/03/transformers-revolutionized-ai-what-will-replace-them/ |titel=Transformers Revolutionized AI. What Will Replace Them? |sprache=en |abruf=2024-02-05}}</ref> Ziel dieses Papiers war es, die [[Seq2seq]]-Technologie aus dem Jahr 2014 zu verbessern, und es basierte hauptsächlich auf dem von Bahdanau et al. 2014 entwickelten Aufmerksamkeitsmechanismus (attention mechanism).<ref>{{Internetquelle |autor=Dzmitry Bahdanau, Kyunghyun Cho, Yoshua Bengio |url=https://arxiv.org/abs/1409.0473 |titel=Neural Machine Translation by Jointly Learning to Align and Translate |werk=Arxiv |datum=2014-09-01 |sprache=en |abruf=2024-02-05}}</ref> Im darauffolgenden Jahr 2018 wurde [[Bidirectional Encoder Representations from Transformers|BERT]] eingeführt und schnell „allgegenwärtig“. Obwohl der ursprüngliche Transformator sowohl [[Kodierer|Encoder]]- als auch Decoderblöcke hat, ist BERT ein reines Encoder-Modell.<ref>[//www.bigdata-insider.de/was-ist-bert-a-1116088 Was ist BERT?] – von ''Stefan Luber'', über ''Bigdata-Insider'', am 10. Mai 2022.</ref>
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Large_Language_Model#Kollaps <span class="tocnumber">5</span><span class="toctext">Kollaps</span>]
 
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Large_Language_Model#Trivia <span class="tocnumber">6</span><span class="toctext">Trivia</span>]
Obwohl GPT-1 im Jahr 2018 als reines Decoder-Modell eingeführt wurde, erregte [[OpenAI|GPT-2]] im Jahr 2019 große Aufmerksamkeit, da [[OpenAI]] es zunächst als zu leistungsfähig erachtete, um es aus Angst vor böswilliger Nutzung zu veröffentlichen. [[Generative Pre-trained Transformer 3|GPT-3]] im Jahr 2020 ging noch einen Schritt weiter und ist ab 2024 nur noch über eine API verfügbar, ohne die Möglichkeit, das Modell zur lokalen Ausführung herunterzuladen. Es war das browserbasierte ChatGPT aus dem Jahr 2022, das „die Welt komplett veränderte“.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.euronews.com/next/2023/11/30/chatgpt-a-year-on-3-ways-the-ai-chatbot-has-completely-changed-the-world-in-12-months |titel=ChatGPT turns 1: How the AI chatbot has completely changed the world |datum=2023-11-30 |sprache=en |abruf=2024-02-05}}</ref> 2023 wurde GPT-4 für seine erhöhte Genauigkeit und als „heiliger Gral“ für seine multimodalen Fähigkeiten gepriesen.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.technologyreview.com/2023/03/14/1069823/gpt-4-is-bigger-and-better-chatgpt-openai/ |titel=GPT-4 is bigger and better than ChatGPT—but OpenAI won’t say why |sprache=en |abruf=2024-02-05}}</ref> OpenAI gab die High-Level-Architektur und die Anzahl der Parameter des GPT-4 nicht bekannt.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Large_Language_Model#Siehe_auch <span class="tocnumber">7</span><span class="toctext">Siehe auch</span>]
 
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Large_Language_Model#Weblinks <span class="tocnumber">8</span><span class="toctext">Weblinks</span>]
In der Zwischenzeit haben konkurrierende Sprachmodelle größtenteils mit der GPT-Serie gleichgezogen, zumindest was die Anzahl der Parameter betrifft.<ref>{{Internetquelle |url=https://ourworldindata.org/grapher/artificial-intelligence-parameter-count?time=2017-09-05..latest |titel=Parameters in notable artificial intelligence systems |hrsg=''[[Our World in Data]]'' |datum=2024-04-03<!-- Last updated --> |sprache=en-GB |abruf=2024-05-16}}</ref> Zu den bemerkenswerten Ausnahmen in Bezug auf die Anzahl der Parameter gehören Googles T5-11B von 2019 und [[PaLM|PaLM-E]] von 2022. Am 26. Januar 2024 übertraf Googles Gemini Pro GPT-4,<ref>{{Internetquelle |autor=Siddharth Jindal |url=https://analyticsindiamag.com/googles-gemini-pro-beats-gpt-4/ |titel=Google's Gemini Pro Beats GPT-4 |datum=2024-01-27 |sprache=en-US |abruf=2024-02-05}}</ref> was die [[Elo-Zahl|Elo-Bewertung]] betrifft.
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Large_Language_Model#Einzelnachweise <span class="tocnumber">9</span><span class="toctext">Einzelnachweise</span>]
 
Seit 2022 erfreuen sich Open-Source-Modelle zunehmender Beliebtheit, zunächst vor allem BLOOM und [[LLaMA-Sprachmodell|LLaMA]], die allerdings beide Einschränkungen im Einsatzbereich aufweisen. Im Januar 2024 war Mixtral 8x7b von [[Mistral AI]] laut dem LMSYS Chatbot Arena Leaderboard das leistungsfähigste offene LLM, leistungsfähiger als GPT-3.5, aber nicht so leistungsfähig wie GPT-4.<ref>{{Internetquelle |url=https://huggingface.co/spaces/lmsys/chatbot-arena-leaderboard |titel=LMSys Chatbot Arena Leaderboard - a Hugging Face Space by lmsys |abruf=2024-02-05}}</ref>
 
=== Hardware ===
Neben [[Grafikprozessor]]en gibt es seit einigen Jahren Chiparchitekturen, die für das Training und Inferencing von großen neuronalen Netzen optimiert sind. 2016 wurde beispielsweise von Google die erste Version ihrer [[Tensor Processing Unit]] (TPU) vorgestellt. Seit den 2020er Jahren gibt es aber eine ganze Reihe von Herstellern mit Spezial-Hardware für die Bearbeitung von LLMs. So haben beispielsweise [[Cerebras]] den CS-1, CS-2 und CS-3, AMD die Instinct-Serie, Intel die Gaudi-Plattform und [[Nvidia]] Hopper bzw. dessen Nachfolger [[Blackwell (Grafikprozessor)|Blackwell]] eingeführt bzw. angekündigt.
 
== Trainingsmethoden ==
 
=== Feinabstimmung und Spezialisierung ===
Nach dem rechenintensiven Vortraining, das die allgemeinen Sprachgrundlagen erlernt, werden Large Language Models (LLMs) oft durch '''Feinabstimmung''' (englisch: ''fine-tuning'') spezialisiert. Dabei wird das Modell mit einem kleineren, aufgaben- oder domänenspezifischen Datensatz weiter trainiert. Dies ermöglicht es, die Fähigkeiten des Modells für bestimmte Anwendungsfälle, wie beispielsweise die Beantwortung von Fragen in einem bestimmten Fachgebiet oder das Generieren von Text in einem bestimmten Stil, präzise anzupassen. Im Gegensatz zum Vortraining, bei dem die gesamte Wissensbasis aufgebaut wird, dient die Feinabstimmung dazu, die bereits erlernten Kenntnisse gezielt zu formen und zu verfeinern, ohne die Grundfähigkeiten zu beeinträchtigen.
 
'''Methoden der Feinabstimmung:'''
 
* '''Vollständige Feinabstimmung (Full Fine-Tuning):''' Dies ist der traditionelle Ansatz, bei dem alle Parameter des vortrainierten Modells während des Trainings mit dem neuen Datensatz angepasst werden. Obwohl diese Methode in der Regel die besten Ergebnisse erzielt, erfordert sie erhebliche Rechenleistung und Speicherkapazitäten, was sie für viele Anwendungsfälle unpraktisch macht.
 
* '''Parameter-effiziente Feinabstimmung (Parameter-Efficient Fine-Tuning, PEFT):''' Um die Nachteile der vollen Feinabstimmung zu umgehen, wurden Methoden entwickelt, die die Anzahl der zu trainierenden Parameter drastisch reduzieren. Eine der prominentesten und weit verbreiteten Techniken in diesem Bereich ist '''Low-Rank Adaptation (LoRA)'''<ref>{{Literatur |Autor=Edward J. Hu, Yelong Shen, Phillip Wallis, Zeyuan Allen-Zhu, Yuanzhi Li, Shean Wang, Lu Wang, Weizhu Chen |Titel=LoRA: Low-Rank Adaptation of Large Language Models |Sammelwerk=Proceedings of the 10th International Conference on Learning Representations |Datum=2021 |arXiv=2106.09685 |DOI=10.48550/arXiv.2106.09685}}</ref>.
 
* '''LoRA''' friert die Gewichte des ursprünglichen, vortrainierten Modells ein. Anstelle der Aktualisierung aller Parameter werden kleine, trainierbare Matrizen (sogenannte „Rank-Decomposition-Matrizen“) in jede Schicht der Transformatoren-Architektur injiziert. Da die Anzahl der Parameter in diesen Matrizen im Vergleich zu den Milliarden von Parametern des Basismodells minimal ist, reduziert LoRA den Rechen- und Speicherbedarf erheblich. Die Idee dahinter ist, dass die erforderlichen Anpassungen, um ein Modell an eine neue Aufgabe zu adaptieren, eine inhärent niedrige Rangordnung haben. LoRA-Modelle sind dadurch sehr kompakt (oft nur wenige Megabyte groß) und können einfach gespeichert und ausgetauscht werden. Dies hat die Feinabstimmung von großen Modellen demokratisiert und für ein breiteres Spektrum von Entwicklern zugänglich gemacht. Die Methode wurde erstmals 2021 von einem Forschungsteam von Microsoft vorgestellt.
 
== Multimodal Learning ==
{{Hauptartikel|Multimodale künstliche Intelligenz}}
 
Multimodal Learning verwendet verschieden strukturierte Daten im Bereich der [[Künstliche Intelligenz|künstlichen Intelligenz]]:<ref>{{Internetquelle |url=https://datascientest.com/de/multimodal-learning-die-technik-die-die-kuenstliche-intelligenz-revolutioniert |titel=Multimodal Learning: Die Technik, die die künstliche Intelligenz revolutioniert |werk=Weiterbildung Data Science {{!}} DataScientest.com |datum=2023-08-17 |sprache=de-DE |abruf=2024-06-24}}</ref>
 
* Text ist eine der am häufigsten verwendeten Modalitäten im [[Maschinelles Lernen|maschinellen Lernen]]. Textdaten enthalten strukturierte Informationen, und mithilfe der [[Computerlinguistik|natürlichen Sprachverarbeitung]] lässt sich leicht Wissen aus ihnen extrahieren. Die Techniken, die zur Verarbeitung dieser Informationen verwendet werden, umfassen [[Tokenisierung]], [[Lemma (Lexikographie)#Lemmatisierung|Lemmatisierung]], [[Parser|Syntaxanalyse]], Erkennung von benannten Entitäten und Textklassifizierung.
* Bilder sind eine wesentliche Quelle visueller Informationen. Mithilfe von [[Convolutional Neural Network]]s konnten große Fortschritte beim Verständnis von Bildern erzielt werden. Verwendete Techniken sind z. B. die [[Objekterkennung]], die [[Gesichtserkennung]] und die Segmentierung von Bildern.
* Die Audiomodalität umfasst Informationen aus Sprachaufnahmen, Tondateien oder Live-Streams.
* Videos sind eine leistungsstarke Quelle für multimodale Daten, weil sie visuelle und auditive Informationen kombinieren. [[Computer Vision]] und Audioverarbeitungstechniken ermöglichen es, Wissen aus einer Videosequenz zu extrahieren. Dies ermöglicht die Erkennung von sich bewegenden Objekten, die Analyse menschlicher Aktivitäten oder sogar die Erkennung von Gesten.
 
== Bootstrapping Language-Image Pretraining ==
Die meisten modernen Vision-Language-Modelle benötigen während des Trainings einen hohen Rechenaufwand, weil das Training mit umfangreichen Modellen und Datensätzen erfolgt, vgl. [[Contrastive Language-Image Pre-training]] (CLIP). Die Forschung befindet sich an der Schnittstelle zwischen Sehen und Sprache. Daher ist zu erwarten, dass Vision-Language-Modelle von den leicht verfügbaren unimodalen Modellen der [[Bilderkennung]] und natürlichen [[Spracherkennung]] profitieren können.
 
Vortrainierte Vision-Modelle bieten eine qualitativ hochwertige visuelle Darstellung. Vortrainierte [[Sprachmodell]]e, insbesondere große Sprachmodelle, bieten leistungsstarke Fähigkeiten zur Sprachgenerierung und Zero-Shot-Übertragung. Um die Kosten zu senken und dem Problem des katastrophalen Vergessens entgegenzuwirken, bleiben die unimodalen vortrainierten Modelle während des Vortrainings eingefroren. Weil große Sprachmodelle jedoch während ihres [[Unimodale Abbildung|unimodalen]] Vortrainings keine Bilder gesehen haben, macht das Einfrieren die visuelle Sprachausrichtung besonders schwierig.<ref>{{Literatur |Autor=Junnan Li, Dongxu Li, Silvio Savarese, Steven Hoi |Titel=BLIP-2: Bootstrapping Language-Image Pre-training with Frozen Image Encoders and Large Language Models |Datum=2023 |arXiv=2301.12597 |DOI=10.48550/ARXIV.2301.12597}}</ref>
 
== Skalierungsgesetze ==
{{Überarbeiten}}
Passt man für jede Modalität <math>j</math> die sieben Parameter der [[Gleichung (Mathematik)|Gleichung]]
 
: <math>\mathcal{L}(N, D_j) = E_j + \frac{A_j}{N^{\alpha_j}} + \frac{B_j}{|D_j|^{\beta_j}}  </math>
 
an und minimiert
 
: <math>\sum_{i \mod j} H_{\sigma = 0.03} [ LSE(a_j - \alpha_j \cdot \log(N_i), b - \beta \cdot \log(D_i), e_j) - L_i ] </math>
 
für <math>\{a_j, b_j, e_j, \alpha_j, \beta_j\}</math>, wobei <math>H </math> der Standard-Huberverlust für jeden Durchlauf <math>i</math> und Modalität <math>j</math> ist. Man setzt dann <math>A_j = e^{a_j} </math>, <math>B_j = e^{b_j} </math>, <math>E_j = e^{e_j} </math>. Um die optimalen Minima zu identifizieren, verwendet man das [[BFGS-Verfahren|BGFS-Verfahren]] auf demselben Gitter der Initialisierungswerte. Die erhaltenen optimalen Werte befinden sich nicht an den Grenzen des Initialisierungsgitters. Die Skalierungsgesetze für jede Modalität sind im Einzelnachweis verfügbar. Die Parameter für jede Modalität variieren erheblich.<ref>{{Literatur |Autor=Armen Aghajanyan, Lili Yu, Alexis Conneau, Wei-Ning Hsu, Karen Hambardzumyan, Susan Zhang, Stephen Roller, Naman Goyal, Omer Levy, Luke Zettlemoyer |Titel=Scaling Laws for Generative Mixed-Modal Language Models |Datum=2023-01-10 |DOI=10.48550/ARXIV.2301.03728}}</ref>
 
== Kollaps ==
Bei LLM und [[Foundation Models]] anderer Art (VAE, GMM) kann es durch das andauernde Training in der laufenden Nutzung zur dauerhaften, bis zur Unbrauchbarkeit reichenden Verschlechterung der Ergebnisqualität kommen ([[Modellkollaps]], ''model collapse''). Dies betrifft insbesondere nachfolgende Modellversionen, die mit einem zunehmenden Anteil an künstlich generierten Daten trainiert werden, d.&nbsp;h. dass Teile der Trainingsdaten ebenfalls von einem LLM stammen. Eine Vorsortierung der in der Regel durch [[Screen Scraping|Webscraping]] erlangten Daten erscheint bisher als zu aufwändig.<ref>{{Literatur |Autor=Ilia Shumailov, Zakhar Shumaylov, Yiren Zhao, Nicolas Papernot, Ross Anderson, Yarin Gal |Titel=AI models collapse when trained on recursively generated data |Sammelwerk=Nature |Band=631 |Nummer=8022 |Datum=2024-07-25 |ISSN=0028-0836 |Seiten=755–759 |Online=https://www.nature.com/articles/s41586-024-07566-y |Abruf=2024-07-27 |DOI=10.1038/s41586-024-07566-y |PMC=11269175 |PMID=39048682}}</ref>
 
== Siehe auch ==
* [[Chatbot]]
* [[Generativer vortrainierter Transformer]] (GPT)
* [[Language Model for Dialogue Applications]] (LaMDA)
 
== Weblinks ==
[[Kategorie:Wikipedia.de Artikel]]
* [https://www.iese.fraunhofer.de/blog/large-language-models-ki-sprachmodelle/ iese.fraunhofer.de: ''Was sind Large Language Models? Und was ist bei der Nutzung von KI-Sprachmodellen zu beachten?'']
 
== Einzelnachweise ==
<references />
 
{{Normdaten|TYP=s|GND=1322631905}}
 
[[Kategorie:künstliche neuronale Netze]]
[[Kategorie:Computerlinguistik]]
[[Kategorie:language model (LM)]]

Aktuelle Version vom 2. April 2026, 15:07 Uhr

Ein large language model, kurz LLM (englisch, teilweise übertragen großes Sprachmodell), ist ein Sprachmodell, das sich durch seine Fähigkeit zur Textgenerierung auszeichnet. Es handelt sich um ein computerlinguistisches Wahrscheinlichkeitsmodell, das statistische Wort- und Satzfolge-Beziehungen aus einer Vielzahl von Textdokumenten durch einen rechenintensiven Trainingsprozess erlernt hat. Für die mathematische Beschreibung siehe Sprachmodell.

Große Sprachmodelle erlangen diese Fähigkeiten durch die Verwendung gigantischer Datenmengen, um während des Trainings riesige Mengen von Parametern zu lernen. Dabei verbrauchen sie extrem viel Rechenressourcen.[1] Große Sprachmodelle sind im weiteren Sinne künstliche neuronale Netze und werden (a priori) entweder durch selbstüberwachtes Lernen oder halbüberwachte Lernmethoden trainiert. Stand 2024 werden meistens Transformer als Architektur für diese neuronalen Netze gewählt.[2]

Große Sprachmodelle arbeiten als selbstanpassende Sprachmodelle, die „verschiedene Aufgaben in natürlicher Sprache ausführen können, z. B. das Zusammenfassen, Übersetzen, Vorhersagen und Erstellen von Texten, indem sie einen Eingabetext nehmen und wiederholt das nächste Token oder Wort vorhersagen“.[3] Bis 2020 bestand die einzige Möglichkeit, ein Modell an bestimmte Aufgaben anzupassen, in der Feinabstimmung.[4] Größere Modelle, wie z. B. das inzwischen populäre GPT-3, wurden jedoch so konzipiert, dass sie mit Hilfe von Prompt Engineering ähnliche Ergebnisse erzielen können.[5] Zusätzlich zu der Fähigkeit, Kenntnisse über Syntax, Semantik und „Ontologie“ in menschlichen Sprachkorpora zu erwerben, wird angenommen, dass große Sprachmodelle auch in der Lage sind, Ungenauigkeiten und Verzerrungen in den Korpora zu erfassen.[6]

LLMs werden beispielsweise bei Open Assistant, ChatGPT, Ernie Bot und Grok eingesetzt. Einige große Sprachmodelle sind die GPT-Modellreihe von OpenAI (z. B. GPT-3.5 und GPT-4, die in ChatGPT und Microsoft Copilot verwendet werden), Googles PaLM, Gemini und Gemma 2, Metas LLaMA-Familie von Open-Source-Modellen, Anthropics Claude und X.AIs Grok-1. Daneben gibt es auch leistungsfähige LLMs chinesischer Firmen wie diejenigen von Alibaba, Deepseek, 01 AI und Zhipu AI.[7]

Geschichte

Auf der „Conference on Neural Information Processing Systems“ (NeurIPS) 2017 stellten Google-Forscher unter Ashish Vaswani die Transformer-Architektur in ihrem Papier Attention Is All You Need vor.[8][9] Ziel dieses Papiers war es, die Seq2seq-Technologie aus dem Jahr 2014 zu verbessern, und es basierte hauptsächlich auf dem von Bahdanau et al. 2014 entwickelten Aufmerksamkeitsmechanismus (attention mechanism).[10] Im darauffolgenden Jahr 2018 wurde BERT eingeführt und schnell „allgegenwärtig“. Obwohl der ursprüngliche Transformator sowohl Encoder- als auch Decoderblöcke hat, ist BERT ein reines Encoder-Modell.[11]

Obwohl GPT-1 im Jahr 2018 als reines Decoder-Modell eingeführt wurde, erregte GPT-2 im Jahr 2019 große Aufmerksamkeit, da OpenAI es zunächst als zu leistungsfähig erachtete, um es aus Angst vor böswilliger Nutzung zu veröffentlichen. GPT-3 im Jahr 2020 ging noch einen Schritt weiter und ist ab 2024 nur noch über eine API verfügbar, ohne die Möglichkeit, das Modell zur lokalen Ausführung herunterzuladen. Es war das browserbasierte ChatGPT aus dem Jahr 2022, das „die Welt komplett veränderte“.[12] 2023 wurde GPT-4 für seine erhöhte Genauigkeit und als „heiliger Gral“ für seine multimodalen Fähigkeiten gepriesen.[13] OpenAI gab die High-Level-Architektur und die Anzahl der Parameter des GPT-4 nicht bekannt.

In der Zwischenzeit haben konkurrierende Sprachmodelle größtenteils mit der GPT-Serie gleichgezogen, zumindest was die Anzahl der Parameter betrifft.[14] Zu den bemerkenswerten Ausnahmen in Bezug auf die Anzahl der Parameter gehören Googles T5-11B von 2019 und PaLM-E von 2022. Am 26. Januar 2024 übertraf Googles Gemini Pro GPT-4,[15] was die Elo-Bewertung betrifft.

Seit 2022 erfreuen sich Open-Source-Modelle zunehmender Beliebtheit, zunächst vor allem BLOOM und LLaMA, die allerdings beide Einschränkungen im Einsatzbereich aufweisen. Im Januar 2024 war Mixtral 8x7b von Mistral AI laut dem LMSYS Chatbot Arena Leaderboard das leistungsfähigste offene LLM, leistungsfähiger als GPT-3.5, aber nicht so leistungsfähig wie GPT-4.[16]

Hardware

Neben Grafikprozessoren gibt es seit einigen Jahren Chiparchitekturen, die für das Training und Inferencing von großen neuronalen Netzen optimiert sind. 2016 wurde beispielsweise von Google die erste Version ihrer Tensor Processing Unit (TPU) vorgestellt. Seit den 2020er Jahren gibt es aber eine ganze Reihe von Herstellern mit Spezial-Hardware für die Bearbeitung von LLMs. So haben beispielsweise Cerebras den CS-1, CS-2 und CS-3, AMD die Instinct-Serie, Intel die Gaudi-Plattform und Nvidia Hopper bzw. dessen Nachfolger Blackwell eingeführt bzw. angekündigt.

Trainingsmethoden

Feinabstimmung und Spezialisierung

Nach dem rechenintensiven Vortraining, das die allgemeinen Sprachgrundlagen erlernt, werden Large Language Models (LLMs) oft durch Feinabstimmung (englisch: fine-tuning) spezialisiert. Dabei wird das Modell mit einem kleineren, aufgaben- oder domänenspezifischen Datensatz weiter trainiert. Dies ermöglicht es, die Fähigkeiten des Modells für bestimmte Anwendungsfälle, wie beispielsweise die Beantwortung von Fragen in einem bestimmten Fachgebiet oder das Generieren von Text in einem bestimmten Stil, präzise anzupassen. Im Gegensatz zum Vortraining, bei dem die gesamte Wissensbasis aufgebaut wird, dient die Feinabstimmung dazu, die bereits erlernten Kenntnisse gezielt zu formen und zu verfeinern, ohne die Grundfähigkeiten zu beeinträchtigen.

Methoden der Feinabstimmung:

  • Vollständige Feinabstimmung (Full Fine-Tuning): Dies ist der traditionelle Ansatz, bei dem alle Parameter des vortrainierten Modells während des Trainings mit dem neuen Datensatz angepasst werden. Obwohl diese Methode in der Regel die besten Ergebnisse erzielt, erfordert sie erhebliche Rechenleistung und Speicherkapazitäten, was sie für viele Anwendungsfälle unpraktisch macht.
  • Parameter-effiziente Feinabstimmung (Parameter-Efficient Fine-Tuning, PEFT): Um die Nachteile der vollen Feinabstimmung zu umgehen, wurden Methoden entwickelt, die die Anzahl der zu trainierenden Parameter drastisch reduzieren. Eine der prominentesten und weit verbreiteten Techniken in diesem Bereich ist Low-Rank Adaptation (LoRA)[17].
  • LoRA friert die Gewichte des ursprünglichen, vortrainierten Modells ein. Anstelle der Aktualisierung aller Parameter werden kleine, trainierbare Matrizen (sogenannte „Rank-Decomposition-Matrizen“) in jede Schicht der Transformatoren-Architektur injiziert. Da die Anzahl der Parameter in diesen Matrizen im Vergleich zu den Milliarden von Parametern des Basismodells minimal ist, reduziert LoRA den Rechen- und Speicherbedarf erheblich. Die Idee dahinter ist, dass die erforderlichen Anpassungen, um ein Modell an eine neue Aufgabe zu adaptieren, eine inhärent niedrige Rangordnung haben. LoRA-Modelle sind dadurch sehr kompakt (oft nur wenige Megabyte groß) und können einfach gespeichert und ausgetauscht werden. Dies hat die Feinabstimmung von großen Modellen demokratisiert und für ein breiteres Spektrum von Entwicklern zugänglich gemacht. Die Methode wurde erstmals 2021 von einem Forschungsteam von Microsoft vorgestellt.

Multimodal Learning

Multimodal Learning verwendet verschieden strukturierte Daten im Bereich der künstlichen Intelligenz:[18]

  • Text ist eine der am häufigsten verwendeten Modalitäten im maschinellen Lernen. Textdaten enthalten strukturierte Informationen, und mithilfe der natürlichen Sprachverarbeitung lässt sich leicht Wissen aus ihnen extrahieren. Die Techniken, die zur Verarbeitung dieser Informationen verwendet werden, umfassen Tokenisierung, Lemmatisierung, Syntaxanalyse, Erkennung von benannten Entitäten und Textklassifizierung.
  • Bilder sind eine wesentliche Quelle visueller Informationen. Mithilfe von Convolutional Neural Networks konnten große Fortschritte beim Verständnis von Bildern erzielt werden. Verwendete Techniken sind z. B. die Objekterkennung, die Gesichtserkennung und die Segmentierung von Bildern.
  • Die Audiomodalität umfasst Informationen aus Sprachaufnahmen, Tondateien oder Live-Streams.
  • Videos sind eine leistungsstarke Quelle für multimodale Daten, weil sie visuelle und auditive Informationen kombinieren. Computer Vision und Audioverarbeitungstechniken ermöglichen es, Wissen aus einer Videosequenz zu extrahieren. Dies ermöglicht die Erkennung von sich bewegenden Objekten, die Analyse menschlicher Aktivitäten oder sogar die Erkennung von Gesten.

Bootstrapping Language-Image Pretraining

Die meisten modernen Vision-Language-Modelle benötigen während des Trainings einen hohen Rechenaufwand, weil das Training mit umfangreichen Modellen und Datensätzen erfolgt, vgl. Contrastive Language-Image Pre-training (CLIP). Die Forschung befindet sich an der Schnittstelle zwischen Sehen und Sprache. Daher ist zu erwarten, dass Vision-Language-Modelle von den leicht verfügbaren unimodalen Modellen der Bilderkennung und natürlichen Spracherkennung profitieren können.

Vortrainierte Vision-Modelle bieten eine qualitativ hochwertige visuelle Darstellung. Vortrainierte Sprachmodelle, insbesondere große Sprachmodelle, bieten leistungsstarke Fähigkeiten zur Sprachgenerierung und Zero-Shot-Übertragung. Um die Kosten zu senken und dem Problem des katastrophalen Vergessens entgegenzuwirken, bleiben die unimodalen vortrainierten Modelle während des Vortrainings eingefroren. Weil große Sprachmodelle jedoch während ihres unimodalen Vortrainings keine Bilder gesehen haben, macht das Einfrieren die visuelle Sprachausrichtung besonders schwierig.[19]

Skalierungsgesetze

Passt man für jede Modalität j die sieben Parameter der Gleichung

ℒ(N,Dj)=Ej+AjNαj+Bj|Dj|βj

an und minimiert

∑imodjHσ=0.03[LSE(aj−αj⋅log⁡(Ni),b−β⋅log⁡(Di),ej)−Li]

für {aj,bj,ej,αj,βj}, wobei H der Standard-Huberverlust für jeden Durchlauf i und Modalität j ist. Man setzt dann Aj=eaj, Bj=ebj, Ej=eej. Um die optimalen Minima zu identifizieren, verwendet man das BGFS-Verfahren auf demselben Gitter der Initialisierungswerte. Die erhaltenen optimalen Werte befinden sich nicht an den Grenzen des Initialisierungsgitters. Die Skalierungsgesetze für jede Modalität sind im Einzelnachweis verfügbar. Die Parameter für jede Modalität variieren erheblich.[20]

Kollaps

Bei LLM und Foundation Models anderer Art (VAE, GMM) kann es durch das andauernde Training in der laufenden Nutzung zur dauerhaften, bis zur Unbrauchbarkeit reichenden Verschlechterung der Ergebnisqualität kommen (Modellkollaps, model collapse). Dies betrifft insbesondere nachfolgende Modellversionen, die mit einem zunehmenden Anteil an künstlich generierten Daten trainiert werden, d. h. dass Teile der Trainingsdaten ebenfalls von einem LLM stammen. Eine Vorsortierung der in der Regel durch Webscraping erlangten Daten erscheint bisher als zu aufwändig.[21]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ Better language models and their implications. Abgerufen am 15. Januar 2024 (englisch).
  2. ↑ Rick Merritt: What Is a Transformer Model? 25. März 2022, abgerufen am 15. Januar 2024 (englisch).
  3. ↑ Guandong Feng, Guoliang Zhu, Shengze Shi, Yue Sun, Zhongyi Fan, Sulin Gao, and Jun Hu: Robust NL-to-Cypher Translation for KBQA: Harnessing Large Language Model with Chain of Prompts. In: Haofen Wang, Xianpei Han, Ming Liu, Gong Cheng, Yongbin Liu, Ningyu Zhang: Knowledge Graph and Semantic Computing: Knowledge Graph Empowers Artificial General Intelligence. 8th China Conference, CCKS 2023, Shenyang, China, August 24–27, 2023, Revised Selected Papers Springer, 2023, ISBN 978-981-9972-23-4, S. 317 ff. (hier S. 319) ("LLMs can perform various natural language tasks, such as understanding, summarizing, translating, predicting, and creating texts, by taking an input text and repeatedly predicting the next token or word"); vgl. Eight Things to Know about Large Language Models.
  4. ↑ Was ist Feinabstimmung? | IBM. 15. März 2024, abgerufen am 10. Dezember 2024.
  5. ↑ Language Models are Few-Shot Learners. (PDF) Abgerufen am 15. Januar 2024.
  6. ↑ Human Language Understanding & Reasoning. 13. April 2022, abgerufen am 15. Januar 2024 (englisch).
  7. ↑ Markus Städeli: Die Rangliste der weltbesten KI-Chatbots zeigt: Bei der künstlichen Intelligenz ist China den amerikanischen Anbietern dicht auf den Fersen. In: NZZ am Sonntag, 14. Dezember 2024, abgerufen am 15. Dezember 2024
  8. ↑ Ashish Vaswani et al: Attention is all you need. (PDF) Google, abgerufen am 5. Februar 2024 (englisch).
  9. ↑ Rob Toews: Transformers Revolutionized AI. What Will Replace Them? Abgerufen am 5. Februar 2024 (englisch).
  10. ↑ Dzmitry Bahdanau, Kyunghyun Cho, Yoshua Bengio: Neural Machine Translation by Jointly Learning to Align and Translate. In: Arxiv. 1. September 2014, abgerufen am 5. Februar 2024 (englisch).
  11. ↑ Was ist BERT? – von Stefan Luber, über Bigdata-Insider, am 10. Mai 2022.
  12. ↑ ChatGPT turns 1: How the AI chatbot has completely changed the world. 30. November 2023, abgerufen am 5. Februar 2024 (englisch).
  13. ↑ GPT-4 is bigger and better than ChatGPT—but OpenAI won’t say why. Abgerufen am 5. Februar 2024 (englisch).
  14. ↑ Parameters in notable artificial intelligence systems. Our World in Data, 3. April 2024, abgerufen am 16. Mai 2024 (britisches Englisch).
  15. ↑ Siddharth Jindal: Google's Gemini Pro Beats GPT-4. 27. Januar 2024, abgerufen am 5. Februar 2024 (amerikanisches Englisch).
  16. ↑ LMSys Chatbot Arena Leaderboard - a Hugging Face Space by lmsys. Abgerufen am 5. Februar 2024.
  17. ↑ Edward J. Hu, Yelong Shen, Phillip Wallis, Zeyuan Allen-Zhu, Yuanzhi Li, Shean Wang, Lu Wang, Weizhu Chen: LoRA: Low-Rank Adaptation of Large Language Models. In: Proceedings of the 10th International Conference on Learning Representations. 2021, doi:10.48550/arXiv.2106.09685, arxiv:2106.09685.
  18. ↑ Multimodal Learning: Die Technik, die die künstliche Intelligenz revolutioniert. In: Weiterbildung Data Science | DataScientest.com. 17. August 2023, abgerufen am 24. Juni 2024 (deutsch).
  19. ↑ Junnan Li, Dongxu Li, Silvio Savarese, Steven Hoi: BLIP-2: Bootstrapping Language-Image Pre-training with Frozen Image Encoders and Large Language Models. 2023, doi:10.48550/ARXIV.2301.12597, arxiv:2301.12597.
  20. ↑ Armen Aghajanyan, Lili Yu, Alexis Conneau, Wei-Ning Hsu, Karen Hambardzumyan, Susan Zhang, Stephen Roller, Naman Goyal, Omer Levy, Luke Zettlemoyer: Scaling Laws for Generative Mixed-Modal Language Models. 10. Januar 2023, doi:10.48550/ARXIV.2301.03728.
  21. ↑ Ilia Shumailov, Zakhar Shumaylov, Yiren Zhao, Nicolas Papernot, Ross Anderson, Yarin Gal: AI models collapse when trained on recursively generated data. In: Nature. Band 631, Nr. 8022, 25. Juli 2024, ISSN 0028-0836, S. 755–759, doi:10.1038/s41586-024-07566-y, PMID 39048682, PMC 11269175 (freier Volltext) – (nature.com [abgerufen am 27. Juli 2024]).