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„Wesen“ – Versionsunterschied

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<p>wes + en |&nbsp;ein Sein, daß ein Dasein bewohnt, wobei das Bewohnte daher bspw. als Anwesen benannt wird; übertragend die Seele, das Ich oder Selbst, das einen Körperorganismus bewohnt und belebt und dies daher bspw. als Lebewesen benannt wird; Wesen steht von der Wortherkunft und vererbten Wortbedeutung unmittelbar mit wohnen, Gewohnheiten wie auch mit Aufenthalt an einem Ort in Beziehung, daher wird der Daseinszustand eines Wesen, daß von einen Ort weg ist, nicht da, jedoch weiterhin an einem anderen Ort ist, als Abwesenheit eines bestimmten Wesen benannt, zu ab "von, weg".</p>
<p>[[wesen]] [[Sprachstufe::ger.-deu.]] vg. [[Wesen (Philosophie)|''Wesen (Philosophie)'']]</p><p>{{Anm. KF}} ein Sein, daß ein Dasein bewohnt, wobei das Bewohnte daher bspw. als Anwesen benannt wird; übertragend die Seele, das Ich oder Selbst, das einen Körperorganismus bewohnt und belebt und dies daher bspw. als Lebewesen benannt wird; Wesen steht von der Wortherkunft und vererbten Wortbedeutung unmittelbar mit wohnen, Gewohnheiten wie auch mit Aufenthalt an einem Ort in Beziehung, daher wird der Daseinszustand eines Wesen, daß von einen Ort weg ist, nicht da, jedoch weiterhin an einem anderen Ort ist, als Abwesenheit eines bestimmten Wesen benannt, zu ab "von, weg".</p>{{Anm. KF}} eine Wesen, das nicht mehr da oder zugegen ist war da, wobei "war" von ''wesen'' abgeleitet der Ausdruck für ein vergangenes Wesen ist, also wesen mit "ar" anstelle "es" zu "waren" ein Nicht-Wesen, Abwesenheit von Wesen bedeutet.


<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>¦⊕¦ eine Wesen, das nicht mehr da oder zugegen ist war da, wobei "war" von ''wesen'' abgeleitet der Ausdruck für ein vergangenes Wesen ist, also wesen mit "ar" anstelle "es" zu "waren" ein Nicht-Wesen, Abwesenheit von Wesen bedeutet.</p>
{{Anm. KF}} Wesen Lehrmeinung: ‘Tun und Lassen, den Charakter eines Menschen bestimmende Grundeigenschaften, das Grundlegende einer Sache, Lebewesen’;


<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Wesen Lehrmeinung: ‘Tun und Lassen, den Charakter eines Menschen bestimmende Grundeigenschaften, das Grundlegende einer Sache, Lebewesen’;</p>
* Wesen n.
 
** ‘Tun und Lassen, den Charakter eines Menschen bestimmende Grundeigenschaften,  
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>‘das Verweilen an einem Ort, Aufenthalt, Existenz, Dasein’ (8. Jh.); mhd. mnd. ''wesen'' ‘das Sein, Verweilen, Wohnen, Aufenthalt(sort), Wohnung, Hauswesen, Existenz, Wesenheit, Leben, Art, Eigenschaft, Zustand, Ding, Sache’;</p>
** das Grundlegende einer Sache,  
 
** Lebewesen’,
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>''wesen'': im Deutsch heute noch als ''gewesen'' früher ahd. ''wesan'' (8. Jh.), mhd. ''wesen'' ‘sein, verweilen, sich aufhalten, existieren, dauern, geschehen’</p>
* –
 
** ahd. wesan ‘das Verweilen an einem Ort, Aufenthalt, Existenz, Dasein’ (8. Jh.), vgl. ''[[Anwesen]]''
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>ahd. wesan (8. Jh.), mhd. wesen ‘sein, verweilen, sich aufhalten, existieren, dauern, geschehen’</p>
** mhd. mnd. wesen ‘das Sein, Verweilen, Wohnen, Aufenthalt(sort), Wohnung, Hauswesen, Existenz, Wesenheit, Leben, Art, Eigenschaft, Zustand, Ding, Sache’,  
 
** mnl. wesen,  
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>mnl. ''wesen'', nl. ''wezen'' ist die nur im Dt. und Nl. übliche Substantivierung des alten germ. Infinitivs zu dem unter ''sein''<sup>1</sup> genannten stark beugenden Wort ahd. ''wesan'' (8. Jh.), mhd. ''wesen'' ‘sein, verweilen, sich aufhalten, existieren, dauern, geschehen’,</p>
** nl. wezen  
 
* ist die nur im Dt. und Nl. übliche Substantivierung des alten germ. Infinitivs zu dem unter ''[[sein]]<sup>1</sup>'' (s. d.) genannten stark flektierenden Verbum
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>asächs., aengl. ''wesan'', mnd. mnl. ''wesen'', afries. ''wesa'', anord. ''vesa'', got. ''wisan'' (ger. *''wesan''),</p>
** ahd. wesan (8. Jh.),  
 
** mhd. wesen ‘sein, verweilen, sich aufhalten, existieren, dauern, geschehen’,  
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>verwandt mit aind. ''vásati'' ‘wohnt, lebt, verweilt’, grie. ''aésai'' (ἀέσαι, Aorist) ‘(die Nacht) zubringen’, lat. ''Vesta'' ‘Göttin des häuslichen Herdes’, mir. fō(a)id (aus *''u̯oseti'') ‘nächtigt, bleibt, verweilt, wacht in der Nacht’.</p>
** asächs. aengl. wesan,  
 
** mnd. mnl. wesen, afries. wesa,  
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Daraus ist uig. *''u̯es''- erschließbar, das als Erweiterung der Ww. uig. *''au''- ‘verweilen, wohnen, übernachten’ erklärbar ist.</p>
** anord. vesa,  
 
** got. wisan (germ. *wesan),  
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>¦√¦ uig. ''[https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Indo-European/h%E2%82%82wes- *h<sub>₂</sub>wes-]''; zwei Urwurzeln von present tense von ''[https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Indo-European/h%E2%82%81%C3%A9sti *h<sub>₁</sub>ésti]'', von uig.''[https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Indo-European/h%E2%82%81es- *h<sub>₁</sub>es-].'', und von ''[https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Indo-European/h%E2%82%81es- *h₁es-]''. und im past tense von ''[https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Indo-European/h%E2%82%82wes- *h<sub>₂</sub>wes-]''.; verwandt Wesen und mit indo-iranisch [https://en.wiktionary.org/wiki/%E0%A4%B5%E0%A4%B8%E0%A5%8D%E0%A4%A4%E0%A5%81#Sanskrit वस्तु] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Vastu vastu], “essence, substance, truth”) (relationship to ''*weh₁'' unclear)</p>
* verwandt mit  
 
** aind. vásati ‘wohnt, lebt, verweilt’,  
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>¦↵¦ uger. *[https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Germanic/wesan%C4%85 ''wesaną'']; synonym altengl. [https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Germanic/beun%C4%85 *''beuną''] "sein, Sein"; uwger. *[https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-West_Germanic/wesan ''wesan'']; ahd. [https://en.wiktionary.org/wiki/wesan#Old_High_German ''wesan'']; mhd. mnd. [https://en.wiktionary.org/wiki/wesan#Old_High_German ''wesen'']; dt [https://en.wiktionary.org/wiki/Wesen#German ''Wesen'']</p>
** griech. aésai (ἀέσαι, Aorist) ‘(die Nacht) zubringen’,  
 
** lat. Vesta ‘Göttin des häuslichen Herdes’,  
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>‘Sache, Ding’ (Ende 13. Jh.), vgl. das ist ein seltsames Wesen ‘eine seltsame Sache’;</p>
** mir. fō(a)id (aus *u̯oseti) ‘nächtigt, bleibt, verweilt, wacht in der Nacht’.  
 
* Daraus ist uig. *[[u̯es-]] erschließbar, das als Erweiterung der Wurzel uig. *[[au-]] ‘verweilen, wohnen, übernachten’ erklärbar ist.  
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Die Gebrauchshäufigkeit von ''Wesen'' nimmt seit dem 14. Jh. beträchtlich zu; es entwickeln sich dabei zahlreiche neue Bedeutungen, z. B. ‘(sozialer) Stand, Status’ (14. Jh.); ‘Tun und Treiben’ (Hauptbedeutung im Frühnhd.), vgl. ''viel Wesens'' (‘Aufhebens, Lärm’) machen (16. Jh.), sein Wesen treiben ‘seinem Tun und Treiben nachgehen’, dann ‘sein Spiel mit etw. treiben’ (18. Jh.); ‘öffentliches Gemeinwesen und dessen Ordnung’ (14. Jh.); ‘Sache, Ding’ (Ende 13. Jh.), vgl. ''das ist ein seltsames Wesen'' ‘eine seltsame Sache’.</p>
** ¦√¦ uig. ''[[wikt:Reconstruction:Proto-Indo-European/h₂wes-|*h<sub>₂</sub>wes-]]''; zwei Urwurzeln von present tense von ''[[wikt:Reconstruction:Proto-Indo-European/h₁ésti|*h<sub>₁</sub>ésti]]'', von uig.''[[wikt:Reconstruction:Proto-Indo-European/h₁es-|*h<sub>₁</sub>es-]].'', und von ''[[wikt:Reconstruction:Proto-Indo-European/h₁es-|*h₁es-]]''. und im past tense von ''[[wikt:Reconstruction:Proto-Indo-European/h₂wes-|*h<sub>₂</sub>wes-]]''.; verwandt Wesen und mit indo-iranisch [[wikt:वस्तु#Sanskrit|वस्तु]] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Vastu vastu], “essence, substance, truth”) (relationship to ''*weh₁'' unclear)<p>¦↵¦ uger. *[[wikt:Reconstruction:Proto-Germanic/wesaną|''wesaną'']]; synonym altengl. [[wikt:Reconstruction:Proto-Germanic/beuną|*''beuną'']] "sein, Sein"; uwger. *[[wikt:Reconstruction:Proto-West_Germanic/wesan|''wesan'']]; ahd. [[wikt:wesan#Old_High_German|''wesan'']]; mhd. mnd. [[wikt:wesan#Old_High_German|''wesen'']]; dt [[wikt:Wesen#German|''Wesen'']]</p>
 
* Die Gebrauchshäufigkeit von ''Wesen'' nimmt seit dem 14. Jh. beträchtlich zu;  
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Seit dem 18. Jh. vor allem ‘Lebewesen, Ding’, dann ‘die eigentliche Natur einer Sache’ (vgl. ''das Wesen der Sache''), ‘die Art, der Charakter eines Menschen’ (vgl. ''gesetztes, einnehmendes Wesen'', 18. Jh.), ‘nationale Eigenart’ (17. Jh.; vgl. ''deutsches Wesen'', 18. Jh.); ‘Inbegriff der Persönlichkeit’ (Anfang 18. Jh.).</p>
** es entwickeln sich dabei zahlreiche neue Bedeutungen, z. B.  
*** ‘(sozialer) Stand, Status’ (14. Jh.); ‘
*** Tun und Treiben’ (Hauptbedeutung im Frühnhd.),  
** vgl.  
*** ''viel Wesens'' (‘Aufhebens, Lärm’) ''machen'' (16. Jh.),  
*** sein Wesen treiben ‘seinem Tun und Treiben nachgehen’,  
** dann  
*** ‘sein Spiel mit etw. treiben’ (18. Jh.);  
*** ‘öffentliches Gemeinwesen und dessen Ordnung’ (14. Jh.);  
*** ‘Sache, Ding’ (Ende 13. Jh.),  
*** vgl.  
**** ''das ist ein seltsames Wesen'' ‘eine seltsame Sache’.  
* Seit dem 18. Jh. vor allem ‘Lebewesen, Ding’,  
** dann ‘die eigentliche Natur einer Sache’  
*** (vgl. das Wesen der Sache),
** ‘die Art, der Charakter eines Menschen’  
*** (vgl. gesetztes, einnehmendes Wesen, 18. Jh.),  
** ‘nationale Eigenart’ (17. Jh.; vgl. deutsches Wesen, 18. Jh.);  
** ‘Inbegriff der Persönlichkeit’ (Anfang 18. Jh.).

Aktuelle Version vom 25. Juni 2026, 12:40 Uhr

wesen ger.-deu. vg. Wesen (Philosophie)

Anm. KF: ein Sein, daß ein Dasein bewohnt, wobei das Bewohnte daher bspw. als Anwesen benannt wird; übertragend die Seele, das Ich oder Selbst, das einen Körperorganismus bewohnt und belebt und dies daher bspw. als Lebewesen benannt wird; Wesen steht von der Wortherkunft und vererbten Wortbedeutung unmittelbar mit wohnen, Gewohnheiten wie auch mit Aufenthalt an einem Ort in Beziehung, daher wird der Daseinszustand eines Wesen, daß von einen Ort weg ist, nicht da, jedoch weiterhin an einem anderen Ort ist, als Abwesenheit eines bestimmten Wesen benannt, zu ab "von, weg".

Anm. KF: eine Wesen, das nicht mehr da oder zugegen ist war da, wobei "war" von wesen abgeleitet der Ausdruck für ein vergangenes Wesen ist, also wesen mit "ar" anstelle "es" zu "waren" ein Nicht-Wesen, Abwesenheit von Wesen bedeutet.

Anm. KF: Wesen Lehrmeinung: ‘Tun und Lassen, den Charakter eines Menschen bestimmende Grundeigenschaften, das Grundlegende einer Sache, Lebewesen’;

  • Wesen n.
    • ‘Tun und Lassen, den Charakter eines Menschen bestimmende Grundeigenschaften,
    • das Grundlegende einer Sache,
    • Lebewesen’,
  • –
    • ahd. wesan ‘das Verweilen an einem Ort, Aufenthalt, Existenz, Dasein’ (8. Jh.), vgl. Anwesen
    • mhd. mnd. wesen ‘das Sein, Verweilen, Wohnen, Aufenthalt(sort), Wohnung, Hauswesen, Existenz, Wesenheit, Leben, Art, Eigenschaft, Zustand, Ding, Sache’,
    • mnl. wesen,
    • nl. wezen
  • ist die nur im Dt. und Nl. übliche Substantivierung des alten germ. Infinitivs zu dem unter sein1 (s. d.) genannten stark flektierenden Verbum
    • ahd. wesan (8. Jh.),
    • mhd. wesen ‘sein, verweilen, sich aufhalten, existieren, dauern, geschehen’,
    • asächs. aengl. wesan,
    • mnd. mnl. wesen, afries. wesa,
    • anord. vesa,
    • got. wisan (germ. *wesan),
  • verwandt mit
    • aind. vásati ‘wohnt, lebt, verweilt’,
    • griech. aésai (ἀέσαι, Aorist) ‘(die Nacht) zubringen’,
    • lat. Vesta ‘Göttin des häuslichen Herdes’,
    • mir. fō(a)id (aus *u̯oseti) ‘nächtigt, bleibt, verweilt, wacht in der Nacht’.
  • Daraus ist uig. *u̯es- erschließbar, das als Erweiterung der Wurzel uig. *au- ‘verweilen, wohnen, übernachten’ erklärbar ist.
  • Die Gebrauchshäufigkeit von Wesen nimmt seit dem 14. Jh. beträchtlich zu;
    • es entwickeln sich dabei zahlreiche neue Bedeutungen, z. B.
      • ‘(sozialer) Stand, Status’ (14. Jh.); ‘
      • Tun und Treiben’ (Hauptbedeutung im Frühnhd.),
    • vgl.
      • viel Wesens (‘Aufhebens, Lärm’) machen (16. Jh.),
      • sein Wesen treiben ‘seinem Tun und Treiben nachgehen’,
    • dann
      • ‘sein Spiel mit etw. treiben’ (18. Jh.);
      • ‘öffentliches Gemeinwesen und dessen Ordnung’ (14. Jh.);
      • ‘Sache, Ding’ (Ende 13. Jh.),
      • vgl.
        • das ist ein seltsames Wesen ‘eine seltsame Sache’.
  • Seit dem 18. Jh. vor allem ‘Lebewesen, Ding’,
    • dann ‘die eigentliche Natur einer Sache’
      • (vgl. das Wesen der Sache),
    • ‘die Art, der Charakter eines Menschen’
      • (vgl. gesetztes, einnehmendes Wesen, 18. Jh.),
    • ‘nationale Eigenart’ (17. Jh.; vgl. deutsches Wesen, 18. Jh.);
    • ‘Inbegriff der Persönlichkeit’ (Anfang 18. Jh.).