„ÜdSAC/Buch II • Kapitel 7“ – Versionsunterschied
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7. Also: Worauf sich das Sehen bezieht, dies ist sichtbar. Sichtbar ist [[Farbe]] und das, was sich zwar dem Begriff nach angeben lässt, aber ohne Namen ist. Was wir meinen, wird am besten im weiteren Fortgang deutlich. Das Sichtbare ist nämlich Farbe. Diese aber ist das, was sich auf dem an sich Sichtbaren befindet; »an sich« aber nicht dem Begriff nach, sondern als das, was in sich selbst die Ursache dafür hat, sichtbar zu sein. Jede Farbe ist fähig, das der Wirklichkeit nach Durchsichtige in Bewegung zu setzen; und dies ist auch ihre Natur. Deswegen ist sie ohne Licht nicht sichtbar, sondern durchweg jede Farbe wird im [[Licht]] gesehen. Daher muss zuerst über das Licht gesagt werden, was es ist. Also: Es gibt etwas Durchsichtiges. »Durchsichtig« nenne ich das, was zwar sichtbar, nicht aber an sich sichtbar im einfachen Sinn ist, sondern aufgrund einer fremden Farbe. Von dieser Art sind Luft, Wasser und viele Festkörper. Denn weder insofern sie Wasser noch insofern sie Luft sind, sind sie durchsichtig, sondern weil sie eine bestimmte Natur in sich haben, die in diesen beiden, und auch in dem ewigen himmlischen Körper, dieselbe ist. Und Licht ist dessen Wirklichkeit: des Durchsichtigen als Durchsichtigen. Dem Vermögen nach aber befindet sich dort, worin dieses ist, auch die Dunkelheit. Das Licht ist wie die Farbe des Durchsichtigen, wenn es der Vollendung nach durchsichtig ist sei es durch Feuer oder durch etwas von der Art wie der himmlische Körper. Denn auch diesem kommt etwas zu, was (damit) ein und dasselbe ist. Was also das Durchsichtige ist und was das Licht ist, ist gesagt: nämlich dass es weder Feuer noch überhaupt Körper, noch Ausströmung irgendeines Körpers ist – denn auch so wäre es eine Art Körper –, sondern die Anwesenheit von Feuer oder etwas Derartigem im Durchsichtigen. Es ist nämlich nicht möglich, dass zwei Körper zugleich an derselben Stelle sind, und das Licht scheint der Dunkelheit entgegengesetzt zu sein. Dunkelheit ist aber die [[Privation]] des derartigen Zustands aus dem Durchsichtigen, so dass dann auch klar ist, dass dessen Anwesenheit das Licht ist. Und [[Empedokles]], und wenn sich sonst jemand auf diese Weise geäußert hat, liegt falsch (mit der Behauptung), das Licht bewege sich fort | und erstrecke sich zuweilen zwischen der Erde und ihrer Umgebung, jedoch ohne dass wir es bemerkten.< | 7. Also: Worauf sich das Sehen bezieht, dies ist sichtbar. Sichtbar ist [[Farbe]] und das, was sich zwar dem Begriff nach angeben lässt, aber ohne Namen ist. Was wir meinen, wird am besten im weiteren Fortgang deutlich. Das Sichtbare ist nämlich Farbe. Diese aber ist das, was sich auf dem an sich Sichtbaren befindet; »an sich« aber nicht dem Begriff nach, sondern als das, was in sich selbst die Ursache dafür hat, sichtbar zu sein. Jede Farbe ist fähig, das der Wirklichkeit nach Durchsichtige in Bewegung zu setzen; und dies ist auch ihre Natur. Deswegen ist sie ohne Licht nicht sichtbar, sondern durchweg jede Farbe wird im [[Licht]] gesehen. Daher muss zuerst über das Licht gesagt werden, was es ist. Also: Es gibt etwas Durchsichtiges. »Durchsichtig« nenne ich das, was zwar sichtbar, nicht aber an sich sichtbar im einfachen Sinn ist, sondern aufgrund einer fremden Farbe. Von dieser Art sind Luft, Wasser und viele Festkörper. Denn weder insofern sie Wasser noch insofern sie Luft sind, sind sie durchsichtig, sondern weil sie eine bestimmte Natur in sich haben, die in diesen beiden, und auch in dem ewigen himmlischen Körper, dieselbe ist. Und Licht ist dessen Wirklichkeit: des Durchsichtigen als Durchsichtigen. Dem Vermögen nach aber befindet sich dort, worin dieses ist, auch die Dunkelheit. Das Licht ist wie die Farbe des Durchsichtigen, wenn es der Vollendung nach durchsichtig ist sei es durch Feuer oder durch etwas von der Art wie der himmlische Körper. Denn auch diesem kommt etwas zu, was (damit) ein und dasselbe ist. Was also das Durchsichtige ist und was das Licht ist, ist gesagt: nämlich dass es weder Feuer noch überhaupt Körper, noch Ausströmung irgendeines Körpers ist – denn auch so wäre es eine Art Körper –, sondern die Anwesenheit von Feuer oder etwas Derartigem im Durchsichtigen. Es ist nämlich nicht möglich, dass zwei Körper zugleich an derselben Stelle sind, und das Licht scheint der Dunkelheit entgegengesetzt zu sein. Dunkelheit ist aber die [[Privation]] des derartigen Zustands aus dem Durchsichtigen, so dass dann auch klar ist, dass dessen Anwesenheit das Licht ist. Und [[Empedokles]], und wenn sich sonst jemand auf diese Weise geäußert hat, liegt falsch (mit der Behauptung), das Licht bewege sich fort | und erstrecke sich zuweilen zwischen der Erde und ihrer Umgebung, jedoch ohne dass wir es bemerkten. <comments>Licht regt das jeweilige Medium an und durchdringt das jeweilige Medium gemäß der Anregung in der jeweiligen bestimmten Durchdringungsgeschwindigkeit je Medium</comments> Dies widerspricht nämlich sowohl | der Evidenz der Vernunft als auch den Phänomenen: Denn auf eine kleine || Entfernung könnte es uns zwar verborgen bleiben, doch dass es | vom äußersten Osten bis zum äußersten Westen verborgen bleiben soll, ist zu viel verlangt. Fähig, Farbe aufzunehmen, | ist das Farblose, und (fähig), Schall (aufzunehmen), ist das, was ohne Schall ist. | Farblos ist aber das Durchsichtige und das Unsichtbare oder das nur mit Mühe | Gesehene, wie es z.B das Dunkle zu sein scheint. Und von dieser Beschaffenheit ist das || Durchsichtige, aber nicht, wenn es der Vollendung nach, sondern wenn es dem Vermögen nach | durchsichtig ist. Denn dieselbe Natur ist zu einer Zeit Dunkelheit und zu eine anderen Zeit Licht. | Aber nicht alles Sichtbare ist im Licht (sichtbar), sondern nur die jedem | einzelnen Ding eigene Farbe. Einiges nämlich wird zwar im Licht nicht gesehen, | bewirkt jedoch im Dunkeln Wahrnehmung, z. B. das, was feuerartig und leuchtend | erscheint und für das es keinen gemeinsamen Namen gibt, wie etwa || Pilz und Horn sowie Köpfe, Schuppen und Augen von Fischen, | aber von keinem dieser Dinge wird die eigene Farbe gesehen. Aus welchem Grund | sie (überhaupt) zu sehen sind, ist ein anderes Thema. Für jetzt ist so | viel klar, dass das, was im Licht gesehen wird, Farbe ist, | weswegen sie ohne Licht auch nicht gesehen werden kann. Denn dies war es, || was es für die Farbe hieß zu sein: fähig zu sein, das der Wirklichkeit nach Durchsichtige zu bewegen. | Die Vollendung des Durchsichtigen aber ist Licht. Dafür gibt es ein | deutliches Zeichen: Wenn man nämlich das, was Farbe hat, direkt auf das Auge | legt, wird man es nicht sehen, sondern die Farbe bewegt das Durchsichtige, | z. B. die Luft, und von dieser, da sie unmittelbar an sie anschließt, wird das || Sinnesorgan bewegt. Demokrit liegt nämlich falsch, wenn er glaubt, | dass, wenn das Dazwischenliegende leer wäre, sogar genau gesehen werden könnte, | ob eine Ameise am Himmel wäre. Denn dies ist unmöglich. Das | Sehen kommt ja dadurch zustande, dass das Wahrnehmungsvermögen etwas erleidet. Nun ist es | aber unmöglich, dass es von der gesehenen Farbe selbst erleidet. Es bleibt daher, dass es von || dem Dazwischenliegenden (erleidet), so dass es notwendig etwas gibt, was dazwischen liegt. Wenn es aber leer | wäre, dann sähe man nicht genau, sondern überhaupt nichts. Aus welcher Ursache | die Farbe also notwendig im Licht gesehen wird, ist gesagt | worden. Feuer dagegen sieht man in beidem, sowohl in der Dunkelheit als auch im Licht, | und dies aus Notwendigkeit, weil das Durchsichtige durch es || durchsichtig wird. Dasselbe gilt auch für Schall und | Geruch. Denn keines von diesen bewirkt die Wahrnehmung, indem es selbst das Sinnesorgan | berührt, sondern von Geruch und Schall wird das Dazwischenliegende bewegt | und von diesem das jeweilige Sinnesorgan. Doch wenn man | das Schallende oder Riechende direkt auf das Sinnesorgan legt, wird es keinerlei || Wahrnehmung bewirken. Beim Tast und Geschmackssinn verhält es sich | ähnlich, doch hat es nicht den Anschein; aus welchem Grund, wird später deutlich werden. | Das Dazwischenliegende für Schall ist Luft, und für Geruch ist es ohne Namen. Es gibt nämlich | eine bestimmte gemeinsame Eigenschaft bei Luft und Wasser, die in diesen beiden vorkommt – so wie das Durchsichtige | für Farbe, so auch für das, was Geruch hat. || Es scheinen nämlich auch die im Wasser lebenden Lebewesen | Geruchswahrnehmung zu haben. Aber der Mensch und alle atmenden | Landlebewesen können nicht riechen, wenn sie nicht einatmen. Die Ursache | davon wird später angegeben werden. | ||
Version vom 5. Dezember 2023, 10:05 Uhr
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7. Also: Worauf sich das Sehen bezieht, dies ist sichtbar. Sichtbar ist Farbe und das, was sich zwar dem Begriff nach angeben lässt, aber ohne Namen ist. Was wir meinen, wird am besten im weiteren Fortgang deutlich. Das Sichtbare ist nämlich Farbe. Diese aber ist das, was sich auf dem an sich Sichtbaren befindet; »an sich« aber nicht dem Begriff nach, sondern als das, was in sich selbst die Ursache dafür hat, sichtbar zu sein. Jede Farbe ist fähig, das der Wirklichkeit nach Durchsichtige in Bewegung zu setzen; und dies ist auch ihre Natur. Deswegen ist sie ohne Licht nicht sichtbar, sondern durchweg jede Farbe wird im Licht gesehen. Daher muss zuerst über das Licht gesagt werden, was es ist. Also: Es gibt etwas Durchsichtiges. »Durchsichtig« nenne ich das, was zwar sichtbar, nicht aber an sich sichtbar im einfachen Sinn ist, sondern aufgrund einer fremden Farbe. Von dieser Art sind Luft, Wasser und viele Festkörper. Denn weder insofern sie Wasser noch insofern sie Luft sind, sind sie durchsichtig, sondern weil sie eine bestimmte Natur in sich haben, die in diesen beiden, und auch in dem ewigen himmlischen Körper, dieselbe ist. Und Licht ist dessen Wirklichkeit: des Durchsichtigen als Durchsichtigen. Dem Vermögen nach aber befindet sich dort, worin dieses ist, auch die Dunkelheit. Das Licht ist wie die Farbe des Durchsichtigen, wenn es der Vollendung nach durchsichtig ist sei es durch Feuer oder durch etwas von der Art wie der himmlische Körper. Denn auch diesem kommt etwas zu, was (damit) ein und dasselbe ist. Was also das Durchsichtige ist und was das Licht ist, ist gesagt: nämlich dass es weder Feuer noch überhaupt Körper, noch Ausströmung irgendeines Körpers ist – denn auch so wäre es eine Art Körper –, sondern die Anwesenheit von Feuer oder etwas Derartigem im Durchsichtigen. Es ist nämlich nicht möglich, dass zwei Körper zugleich an derselben Stelle sind, und das Licht scheint der Dunkelheit entgegengesetzt zu sein. Dunkelheit ist aber die Privation des derartigen Zustands aus dem Durchsichtigen, so dass dann auch klar ist, dass dessen Anwesenheit das Licht ist. Und Empedokles, und wenn sich sonst jemand auf diese Weise geäußert hat, liegt falsch (mit der Behauptung), das Licht bewege sich fort | und erstrecke sich zuweilen zwischen der Erde und ihrer Umgebung, jedoch ohne dass wir es bemerkten. <comments>Licht regt das jeweilige Medium an und durchdringt das jeweilige Medium gemäß der Anregung in der jeweiligen bestimmten Durchdringungsgeschwindigkeit je Medium</comments> Dies widerspricht nämlich sowohl | der Evidenz der Vernunft als auch den Phänomenen: Denn auf eine kleine || Entfernung könnte es uns zwar verborgen bleiben, doch dass es | vom äußersten Osten bis zum äußersten Westen verborgen bleiben soll, ist zu viel verlangt. Fähig, Farbe aufzunehmen, | ist das Farblose, und (fähig), Schall (aufzunehmen), ist das, was ohne Schall ist. | Farblos ist aber das Durchsichtige und das Unsichtbare oder das nur mit Mühe | Gesehene, wie es z.B das Dunkle zu sein scheint. Und von dieser Beschaffenheit ist das || Durchsichtige, aber nicht, wenn es der Vollendung nach, sondern wenn es dem Vermögen nach | durchsichtig ist. Denn dieselbe Natur ist zu einer Zeit Dunkelheit und zu eine anderen Zeit Licht. | Aber nicht alles Sichtbare ist im Licht (sichtbar), sondern nur die jedem | einzelnen Ding eigene Farbe. Einiges nämlich wird zwar im Licht nicht gesehen, | bewirkt jedoch im Dunkeln Wahrnehmung, z. B. das, was feuerartig und leuchtend | erscheint und für das es keinen gemeinsamen Namen gibt, wie etwa || Pilz und Horn sowie Köpfe, Schuppen und Augen von Fischen, | aber von keinem dieser Dinge wird die eigene Farbe gesehen. Aus welchem Grund | sie (überhaupt) zu sehen sind, ist ein anderes Thema. Für jetzt ist so | viel klar, dass das, was im Licht gesehen wird, Farbe ist, | weswegen sie ohne Licht auch nicht gesehen werden kann. Denn dies war es, || was es für die Farbe hieß zu sein: fähig zu sein, das der Wirklichkeit nach Durchsichtige zu bewegen. | Die Vollendung des Durchsichtigen aber ist Licht. Dafür gibt es ein | deutliches Zeichen: Wenn man nämlich das, was Farbe hat, direkt auf das Auge | legt, wird man es nicht sehen, sondern die Farbe bewegt das Durchsichtige, | z. B. die Luft, und von dieser, da sie unmittelbar an sie anschließt, wird das || Sinnesorgan bewegt. Demokrit liegt nämlich falsch, wenn er glaubt, | dass, wenn das Dazwischenliegende leer wäre, sogar genau gesehen werden könnte, | ob eine Ameise am Himmel wäre. Denn dies ist unmöglich. Das | Sehen kommt ja dadurch zustande, dass das Wahrnehmungsvermögen etwas erleidet. Nun ist es | aber unmöglich, dass es von der gesehenen Farbe selbst erleidet. Es bleibt daher, dass es von || dem Dazwischenliegenden (erleidet), so dass es notwendig etwas gibt, was dazwischen liegt. Wenn es aber leer | wäre, dann sähe man nicht genau, sondern überhaupt nichts. Aus welcher Ursache | die Farbe also notwendig im Licht gesehen wird, ist gesagt | worden. Feuer dagegen sieht man in beidem, sowohl in der Dunkelheit als auch im Licht, | und dies aus Notwendigkeit, weil das Durchsichtige durch es || durchsichtig wird. Dasselbe gilt auch für Schall und | Geruch. Denn keines von diesen bewirkt die Wahrnehmung, indem es selbst das Sinnesorgan | berührt, sondern von Geruch und Schall wird das Dazwischenliegende bewegt | und von diesem das jeweilige Sinnesorgan. Doch wenn man | das Schallende oder Riechende direkt auf das Sinnesorgan legt, wird es keinerlei || Wahrnehmung bewirken. Beim Tast und Geschmackssinn verhält es sich | ähnlich, doch hat es nicht den Anschein; aus welchem Grund, wird später deutlich werden. | Das Dazwischenliegende für Schall ist Luft, und für Geruch ist es ohne Namen. Es gibt nämlich | eine bestimmte gemeinsame Eigenschaft bei Luft und Wasser, die in diesen beiden vorkommt – so wie das Durchsichtige | für Farbe, so auch für das, was Geruch hat. || Es scheinen nämlich auch die im Wasser lebenden Lebewesen | Geruchswahrnehmung zu haben. Aber der Mensch und alle atmenden | Landlebewesen können nicht riechen, wenn sie nicht einatmen. Die Ursache | davon wird später angegeben werden.