„Artikel“ – Versionsunterschied
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[[Artik]] + -el | Art + ik | eigentlich ‘kleines Gelenk, (Finger)glied, Abschnitt’, Verkleinerung zu <abbr>lat.</abbr> ''artus'' ‘Gelenk, Glied’; ‘Warengattung, Abhandlung, Gesetzesabschnitt, Geschlechtswort’; lat. ''articul'' dt. "Artigchen" (21 Jh. ndt.); Artworte, Begleitworte; | |||
* bestimme Artikel: ''das, den, dem, der, die;'' | |||
* ''unbestimmte Artikel: ein, eine, einen, einem, einer, eines,'' | |||
wobei ''das, der, die'' und ''einer'' zugleich Fürworte sind. | |||
Geschlechtswort n. ‘Artikel’ (17. Jh.), Verdeutschung von lat. articulus; gelangt in seinen Hauptverwendungen durch mehrfache Entlehnung ins <abbr>Dt.</abbr> <abbr>Lat.</abbr> ''articulus'' ‘kleines Gelenk, (Finger)glied, Abschnitt’, Verkleinerung zu <abbr>lat.</abbr> ''artus'' ‘Gelenk, Glied’ ''+ -culus'', wird in mhd. Zeit im Sinne von ‘Gesetzes-, Vertragsabschnitt’ übernommen. | |||
Im Deutschen und anderen Sprachen gibt es ''Genera'', die die Namen der biologischen Geschlechter „männlich/maskulin“ oder „weiblich/feminin“ tragen. Es besteht dabei durchaus bei vielen Wörtern ein gewisser Zusammenhang zwischen biologischem und sprwsl. Geschlecht (siehe unten). Das Genus bezeichnet jedoch ''nicht''biologische oder andere Eigenschaften des mit dem Wort bezeichneten Lebewesens, Gegenstands oder Begriffs, sondern ''nur'' die Weise der Wortbeugungsregel anderer Wörter. Auch bezeichnen die meisten männlichen und weiblichen Wörter etwas, das gar kein biologisches Geschlecht hat. In anderen Genussystemen braucht die Zuordnung der ''Genera'' zu den Hauptwörtern überhaupt nichts mit biologischen Geschlechtern zu tun zu haben. | |||
Über Zwischenstufen wie ‘Abschnitt, Teil eines Textes’, auch ‘Streitpunkt, Punkt, Verhandlungsgegenstand’ (geläufig vom 16. bis 18. Jh.), entwickelt sich im 18. Jh. die Bedeutung ‘(kleinere) Abhandlung, (Zeitungs-, Zeitschriften)aufsatz’. | |||
Im 16. Jh. wird der sprachkundliche Begriffwort aus <abbr>lat.</abbr> ''articulus'' ‘Rede-, Satzteilchen’ (eigentlich ‘satzbauliches Gelenkstück’) entlehnt, der sich seit dem 17. Jh. als Bezeichnung für den "Hauptwortbegleiter" durchsetzt. | |||
Die Abhängigkeit vom <abbr>Lat.</abbr> dauert über Jahrhunderte an. Neben bereits eingedeutschtem <abbr>mhd.</abbr> ''artikel'' (1291 ''artikeln'' Gebefall Mrz.) begegnen bis ins 18. Jh. Wortbildungen (zum Teil in <abbr>lat.</abbr> ''flexion'' "Beudung") wie ''Articul'' (Einzahl und Mehrzahl), ''Articulen'' (Gebefall Mrz.), ''Articulos'' (Wenfall Mrz.). | |||
Schließlich wird im 17. Jh. die kaufmannssprachliche Verwendung ‘Warengattung’ aus gleichbed. <abbr>frz.</abbr> articleentlehnt, das ebenfalls auf <abbr>lat.</abbr> ''articulus'' zurückgeht. | |||
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Version vom 20. Dezember 2023, 20:11 Uhr
Linguistik: Begleiter deutsche Bezeichnung für Artikel
Artik + -el | Art + ik | eigentlich ‘kleines Gelenk, (Finger)glied, Abschnitt’, Verkleinerung zu lat. artus ‘Gelenk, Glied’; ‘Warengattung, Abhandlung, Gesetzesabschnitt, Geschlechtswort’; lat. articul dt. "Artigchen" (21 Jh. ndt.); Artworte, Begleitworte;
- bestimme Artikel: das, den, dem, der, die;
- unbestimmte Artikel: ein, eine, einen, einem, einer, eines,
wobei das, der, die und einer zugleich Fürworte sind.
Geschlechtswort n. ‘Artikel’ (17. Jh.), Verdeutschung von lat. articulus; gelangt in seinen Hauptverwendungen durch mehrfache Entlehnung ins Dt. Lat. articulus ‘kleines Gelenk, (Finger)glied, Abschnitt’, Verkleinerung zu lat. artus ‘Gelenk, Glied’ + -culus, wird in mhd. Zeit im Sinne von ‘Gesetzes-, Vertragsabschnitt’ übernommen.
Im Deutschen und anderen Sprachen gibt es Genera, die die Namen der biologischen Geschlechter „männlich/maskulin“ oder „weiblich/feminin“ tragen. Es besteht dabei durchaus bei vielen Wörtern ein gewisser Zusammenhang zwischen biologischem und sprwsl. Geschlecht (siehe unten). Das Genus bezeichnet jedoch nichtbiologische oder andere Eigenschaften des mit dem Wort bezeichneten Lebewesens, Gegenstands oder Begriffs, sondern nur die Weise der Wortbeugungsregel anderer Wörter. Auch bezeichnen die meisten männlichen und weiblichen Wörter etwas, das gar kein biologisches Geschlecht hat. In anderen Genussystemen braucht die Zuordnung der Genera zu den Hauptwörtern überhaupt nichts mit biologischen Geschlechtern zu tun zu haben.
Über Zwischenstufen wie ‘Abschnitt, Teil eines Textes’, auch ‘Streitpunkt, Punkt, Verhandlungsgegenstand’ (geläufig vom 16. bis 18. Jh.), entwickelt sich im 18. Jh. die Bedeutung ‘(kleinere) Abhandlung, (Zeitungs-, Zeitschriften)aufsatz’.
Im 16. Jh. wird der sprachkundliche Begriffwort aus lat. articulus ‘Rede-, Satzteilchen’ (eigentlich ‘satzbauliches Gelenkstück’) entlehnt, der sich seit dem 17. Jh. als Bezeichnung für den "Hauptwortbegleiter" durchsetzt.
Die Abhängigkeit vom Lat. dauert über Jahrhunderte an. Neben bereits eingedeutschtem mhd. artikel (1291 artikeln Gebefall Mrz.) begegnen bis ins 18. Jh. Wortbildungen (zum Teil in lat. flexion "Beudung") wie Articul (Einzahl und Mehrzahl), Articulen (Gebefall Mrz.), Articulos (Wenfall Mrz.).
Schließlich wird im 17. Jh. die kaufmannssprachliche Verwendung ‘Warengattung’ aus gleichbed. frz. articleentlehnt, das ebenfalls auf lat. articulus zurückgeht.
| Einz. | ml. | wl. | sl. | Mrz. | |
| erster Fall, Nennfall, Werfall (Nominativ) | der | die | das | die | bestimmt |
| ein | eine | ein | unbestimmt | ||
| kein | keine | kein | keine | unbestimmt verneinend | |
| zweiter Fall, Wesfall (Genitiv) | des | der | des | der | bestimmt |
| eines | einer | eines | unbestimmt | ||
| keines | keiner | keines | keine | unbestimmt verneinend | |
| dritter Fall, Wemfall (Dativ) | dem | der | dem | den | bestimmt |
| einem | einer | einem | unbestimmt | ||
| keinem | keiner | keinem | keinen | unbestimmt verneinend | |
| vierter Fall, Wenfall (Akkusativ) | den | die | das | die | bestimmt |
| einen | eine | ein | unbestimmt | ||
| keinen | keine | kein | keine | unbestimmt verneinend |