„halb“ – Versionsunterschied
| [ungesichtete Version] | [ungesichtete Version] |
Die Seite wurde neu angelegt: „<span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">halb</span> <span class="etymwb-gramgrp">Adj. </span></span>‘den einen von zwei gleichen Teilen eines Ganzen ausmachend’, dann auch ‘unvollständig, unvollkommen, nicht ganz’, in adverbieller Verwendung (häufig verdoppelt <span class="etymwb-mentioned">halb …, halb …</span> oder <span class="etymwb-mentioned">halb und halb</span>) ‘zur Hälfte, zum Teil, beinahe, fast’ <abbr title=""…“ |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
<span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">halb</span> <span class="etymwb-gramgrp">Adj. </span></span>‘den einen von zwei gleichen Teilen eines Ganzen ausmachend’, dann auch ‘unvollständig, unvollkommen, nicht ganz’, in | <span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">halb</span> <span class="etymwb-gramgrp">Adj. </span></span>‘den einen von zwei gleichen Teilen eines Ganzen ausmachend’, dann auch ‘unvollständig, unvollkommen, nicht ganz’, in uswl. Verwendung (häufig verdoppelt ''halb …, halb …'' oder ''halb und halb'') ‘zur Hälfte, zum Teil, beinahe, fast’ ahd. ''halb'' (8. Jh.), mhd. ''halp'', | ||
asächs. mnd. mnl. nl. ''half'', aengl. ''healf'', engl. ''half'', anord. ''halfr'', schwed. dän. ''halv'', got. ''halbs''. | |||
Das Egsw. ger. ''*halba-'' läßt sich, wenn man eine Ausgangsbedeutung ‘zerschnitten, geteilt’ annimmt, wie die unter Halfter<sup>1</sup> dargestellten wger. Substantivformen mit aind. ''kálpatē'' ‘gelingt, fügt sich, wird zuteil’ (Part. Perf. ''kḷptá-'' ‘fertig, gerüstet’) sowie mit grie. ''skólops'' (''σκόλοψ'') ‘Spitzpfahl, Palisade, Dorn’, lat. ''scalpere'' ‘kratzen, ritzen, einschneiden’ (s. Skalpell), ''sculpere'' ‘schnitzen, meißeln, gravieren’ (s. Skulptur), lit. ''sklem̃bti'' ‘zuschneiden, behauen, glätten’ verbinden; | |||
es stellt sich dann zu einer p-Erweiterung der Ww. uig. ''*(s)kel-'' ‘schneiden’ (wurzelverwandt sind ferner Helm<sup>2</sup>, Holm<sup>1</sup>, Schale<sup>1</sup>, Schale<sup>2</sup>, Schild<sup>1</sup>, Scholle<sup>1</sup>, Scholle<sup>2</sup>, Skalp, verschleißen und vielleicht Schulter). | |||
Als zweites Glied erscheint <span class="etymwb-mentioned">halb</span> in Zahlenangaben wie <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="neuhochdeutsch">nhd.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">anderthalb</span> ‘eineinhalb’ (eigentlich ‘das andere, zweite nur halb’), älter ebenfalls <span class="etymwb-mentioned">dritt(e)halb</span> ‘zweieinhalb’, <span class="etymwb-mentioned">viert(e)halb</span> ‘dreieinhalb’ usw.; vgl. schon <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="althochdeutsch">ahd.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">anderhalb</span> (8. Jh.), <span class="etymwb-mentioned">thrittohalb</span> (9. Jh.), <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">anderhalp</span>, <span class="etymwb-mentioned">drithalp</span>, <span class="etymwb-mentioned">vierdehalp</span>; dieser Bildungstyp ist im <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="germanisch">Germ.</abbr> früh verbreitet (z. B. <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="altenglisch">aengl.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">ōþer healf</span>, <span class="etymwb-mentioned">þridde healf</span>, <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="altnordisch">anord.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">halfr annarr</span>, <span class="etymwb-mentioned">halfr þriði</span>). Hiervon zu unterscheiden sind die heute nur in zusammengesetzten Adverbien und Präpositionen vorkommenden Formen <span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">-halb</span>, <span class="etymwb-orth">-halben</span></span> | |||
Aktuelle Version vom 11. Dezember 2023, 20:11 Uhr
halb Adj. ‘den einen von zwei gleichen Teilen eines Ganzen ausmachend’, dann auch ‘unvollständig, unvollkommen, nicht ganz’, in uswl. Verwendung (häufig verdoppelt halb …, halb … oder halb und halb) ‘zur Hälfte, zum Teil, beinahe, fast’ ahd. halb (8. Jh.), mhd. halp,
asächs. mnd. mnl. nl. half, aengl. healf, engl. half, anord. halfr, schwed. dän. halv, got. halbs.
Das Egsw. ger. *halba- läßt sich, wenn man eine Ausgangsbedeutung ‘zerschnitten, geteilt’ annimmt, wie die unter Halfter1 dargestellten wger. Substantivformen mit aind. kálpatē ‘gelingt, fügt sich, wird zuteil’ (Part. Perf. kḷptá- ‘fertig, gerüstet’) sowie mit grie. skólops (σκόλοψ) ‘Spitzpfahl, Palisade, Dorn’, lat. scalpere ‘kratzen, ritzen, einschneiden’ (s. Skalpell), sculpere ‘schnitzen, meißeln, gravieren’ (s. Skulptur), lit. sklem̃bti ‘zuschneiden, behauen, glätten’ verbinden;
es stellt sich dann zu einer p-Erweiterung der Ww. uig. *(s)kel- ‘schneiden’ (wurzelverwandt sind ferner Helm2, Holm1, Schale1, Schale2, Schild1, Scholle1, Scholle2, Skalp, verschleißen und vielleicht Schulter).
Als zweites Glied erscheint halb in Zahlenangaben wie nhd. anderthalb ‘eineinhalb’ (eigentlich ‘das andere, zweite nur halb’), älter ebenfalls dritt(e)halb ‘zweieinhalb’, viert(e)halb ‘dreieinhalb’ usw.; vgl. schon ahd. anderhalb (8. Jh.), thrittohalb (9. Jh.), mhd. anderhalp, drithalp, vierdehalp; dieser Bildungstyp ist im Germ. früh verbreitet (z. B. aengl. ōþer healf, þridde healf, anord. halfr annarr, halfr þriði). Hiervon zu unterscheiden sind die heute nur in zusammengesetzten Adverbien und Präpositionen vorkommenden Formen -halb, -halben