Zum Inhalt springen

„Konstruktivismus“ – Versionsunterschied

aus AufEinWort, der freien Forschung
[ungesichtete Version][ungesichtete Version]
Die Seite wurde neu angelegt: „<p>konstruktiv + ismus |</p> <!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>'''Konstruktivismus''' ist eine Position der [https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnistheorie Erkenntnistheorie], entwickelt hauptsächlich in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_des_20._Jahrhunderts Philosophie des 20. Jahrhunderts]. Mehrere Strömungen werden aufgrund des gemeinsamen Namens manchmal irrtümlich für übereinstimmend gehalten. Die meist…“
 
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 1: Zeile 1:
<p>konstruktiv + ismus |</p>
<p>[[konstruktiv]] + [[-ismus]] |</p><p>'''Konstruktivismus'''&nbsp;ist eine Position der&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnistheorie Erkenntnistheorie], entwickelt hauptsächlich in der&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_des_20._Jahrhunderts Philosophie des 20. Jahrhunderts]. Mehrere Strömungen werden aufgrund des gemeinsamen Namens manchmal irrtümlich für übereinstimmend gehalten. Die meisten Varianten des Konstruktivismus gehen davon aus, dass ein erkannter Gegenstand vom Betrachter selbst durch den Vorgang des Erkennens&nbsp;''konstruiert''wird. In der Fachsprache der Philosophie ausgedrückt, nehmen sie damit eine nominalistische Position zum&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Universalienproblem Universalienproblem]&nbsp;ein.</p><p>Während im&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Radikaler_Konstruktivismus Radikalen Konstruktivismus]&nbsp;die menschliche Fähigkeit, objektive&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Realit%C3%A4t Realität]&nbsp;zu erkennen, mit der Begründung bestritten wird, dass jeder Einzelne sich seine Wirklichkeit im eigenen Kopf „konstruiert“, glauben Anhänger des&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Erlanger_Konstruktivismus Erlanger Konstruktivismus]&nbsp;an eine gemeinsame Konstruktionsweise, das heißt, dass es mit Hilfe einer besonderen Sprach- und Wissenschaftsmethodik möglich sei, „das naive Vorfinden der Welt“ zu überwinden und durch „methodische Erkenntnis- und Wissenschaftskonstruktion“ zu ersetzen. Ob dieses gemeinsam Konstruierte auch unabhängig von seiner Konstruktion existiert oder bloß einen&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Konsens Konsens]&nbsp;belegt, ist dagegen ein anderes Problem. Der&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Relationale_Konstruktivismus Relationale Konstruktivismus]&nbsp;hingegen teilt zwar den erkenntnistheoretischen Ausgangspunkt des&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Radikalen_Konstruktivismus Radikalen Konstruktivismus], legt dann aber den Fokus nicht nur auf das erkennende Subjekt, sondern gerade auch auf die sozialen und materiellen Relationen, unter denen dessen kognitiven Konstruktionsprozesse vollzogen werden.<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Konstruktivismus_(Philosophie)#cite_note-1 [1]]</sup>&nbsp;Der Erlanger Konstruktivismus ist wesentlich angeregt von der&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Konstruktive_Mathematik Konstruktiven Mathematik], die wie der Radikale Konstruktivismus eine nominalistische Anschauung vertritt. Für den Relationalen Konstruktivismus ist die Erweiterung der erkenntnistheoretischen Grundlagen um sozialtheoretische Perspektiven (insb. zur Kommunikations- und Machttheorie) kennzeichnend.<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Konstruktivismus_(Philosophie)#cite_note-2 [2]]</sup></p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>'''Konstruktivismus'''&nbsp;ist eine Position der&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnistheorie Erkenntnistheorie], entwickelt hauptsächlich in der&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_des_20._Jahrhunderts Philosophie des 20. Jahrhunderts]. Mehrere Strömungen werden aufgrund des gemeinsamen Namens manchmal irrtümlich für übereinstimmend gehalten. Die meisten Varianten des Konstruktivismus gehen davon aus, dass ein erkannter Gegenstand vom Betrachter selbst durch den Vorgang des Erkennens&nbsp;''konstruiert''wird. In der Fachsprache der Philosophie ausgedrückt, nehmen sie damit eine nominalistische Position zum&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Universalienproblem Universalienproblem]&nbsp;ein.</p>
 
<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><p>Während im&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Radikaler_Konstruktivismus Radikalen Konstruktivismus]&nbsp;die menschliche Fähigkeit, objektive&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Realit%C3%A4t Realität]&nbsp;zu erkennen, mit der Begründung bestritten wird, dass jeder Einzelne sich seine Wirklichkeit im eigenen Kopf „konstruiert“, glauben Anhänger des&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Erlanger_Konstruktivismus Erlanger Konstruktivismus]&nbsp;an eine gemeinsame Konstruktionsweise, das heißt, dass es mit Hilfe einer besonderen Sprach- und Wissenschaftsmethodik möglich sei, „das naive Vorfinden der Welt“ zu überwinden und durch „methodische Erkenntnis- und Wissenschaftskonstruktion“ zu ersetzen. Ob dieses gemeinsam Konstruierte auch unabhängig von seiner Konstruktion existiert oder bloß einen&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Konsens Konsens]&nbsp;belegt, ist dagegen ein anderes Problem. Der&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Relationale_Konstruktivismus Relationale Konstruktivismus]&nbsp;hingegen teilt zwar den erkenntnistheoretischen Ausgangspunkt des&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Radikalen_Konstruktivismus Radikalen Konstruktivismus], legt dann aber den Fokus nicht nur auf das erkennende Subjekt, sondern gerade auch auf die sozialen und materiellen Relationen, unter denen dessen kognitiven Konstruktionsprozesse vollzogen werden.<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Konstruktivismus_(Philosophie)#cite_note-1 [1]]</sup>&nbsp;Der Erlanger Konstruktivismus ist wesentlich angeregt von der&nbsp;[https://de.wikipedia.org/wiki/Konstruktive_Mathematik Konstruktiven Mathematik], die wie der Radikale Konstruktivismus eine nominalistische Anschauung vertritt. Für den Relationalen Konstruktivismus ist die Erweiterung der erkenntnistheoretischen Grundlagen um sozialtheoretische Perspektiven (insb. zur Kommunikations- und Machttheorie) kennzeichnend.<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Konstruktivismus_(Philosophie)#cite_note-2 [2]]</sup></p>

Version vom 11. Dezember 2023, 17:15 Uhr

konstruktiv + -ismus |

Konstruktivismus ist eine Position der Erkenntnistheorie, entwickelt hauptsächlich in der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Mehrere Strömungen werden aufgrund des gemeinsamen Namens manchmal irrtümlich für übereinstimmend gehalten. Die meisten Varianten des Konstruktivismus gehen davon aus, dass ein erkannter Gegenstand vom Betrachter selbst durch den Vorgang des Erkennens konstruiertwird. In der Fachsprache der Philosophie ausgedrückt, nehmen sie damit eine nominalistische Position zum Universalienproblem ein.

Während im Radikalen Konstruktivismus die menschliche Fähigkeit, objektive Realität zu erkennen, mit der Begründung bestritten wird, dass jeder Einzelne sich seine Wirklichkeit im eigenen Kopf „konstruiert“, glauben Anhänger des Erlanger Konstruktivismus an eine gemeinsame Konstruktionsweise, das heißt, dass es mit Hilfe einer besonderen Sprach- und Wissenschaftsmethodik möglich sei, „das naive Vorfinden der Welt“ zu überwinden und durch „methodische Erkenntnis- und Wissenschaftskonstruktion“ zu ersetzen. Ob dieses gemeinsam Konstruierte auch unabhängig von seiner Konstruktion existiert oder bloß einen Konsens belegt, ist dagegen ein anderes Problem. Der Relationale Konstruktivismus hingegen teilt zwar den erkenntnistheoretischen Ausgangspunkt des Radikalen Konstruktivismus, legt dann aber den Fokus nicht nur auf das erkennende Subjekt, sondern gerade auch auf die sozialen und materiellen Relationen, unter denen dessen kognitiven Konstruktionsprozesse vollzogen werden.[1] Der Erlanger Konstruktivismus ist wesentlich angeregt von der Konstruktiven Mathematik, die wie der Radikale Konstruktivismus eine nominalistische Anschauung vertritt. Für den Relationalen Konstruktivismus ist die Erweiterung der erkenntnistheoretischen Grundlagen um sozialtheoretische Perspektiven (insb. zur Kommunikations- und Machttheorie) kennzeichnend.[2]