„Protestantismus“ – Versionsunterschied
| [ungesichtete Version] | [ungesichtete Version] |
Die Seite wurde neu angelegt: „mini|hochkant|''[[Kirchenfahne der Evangelischen Kirche in Deutschland'', ein Symbol des größten evangelischen Kirchenbundes Deutschlands.<br />Die Verwendung des lateinischen Kreuzes ist für viele protestantische Gemeinden üblich.]] Mit dem seit 1529 verwendeten und ursprünglich politischen Begriff '''Protestanten''' werden im engeren Sinne die Angehörigen des '''Protestantismus''',…“ |
KKeine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 19: | Zeile 19: | ||
„Evangelisch“ muss von dem im 20. Jahrhundert entstandenen Begriff „[[evangelikal]]“ unterschieden werden, besonders bei Übersetzungen in andere bzw. aus anderen Sprachen. Im englischsprachigen Raum sind die Begriffe „Protestantism“ und „Protestant“ unentbehrlich, da „evangelical“ außer „evangelisch“ vor allem in Nordamerika auch „evangelikal“ bedeutet.<ref>[https://www.merriam-webster.com/dictionary/evangelical ''evangelical''.] [[Merriam-Webster’s Collegiate Dictionary|Merriam-Webster]], abgerufen am 21. Januar 2018 (englisch).</ref> Auch gibt es keine englische Entsprechung für das Adjektiv „reformatorisch“. Das Adjektiv „reformed“ bedeutet „reformiert“ und wird zum Beispiel in Bezeichnungen für bestimmte Kirchen verwendet, etwa Dutch Reformed Church (Niederländisch-Reformierte Kirche). Der historische Begriff „evangelical“ entstand im Umfeld des [[Puritanismus]] in England. | „Evangelisch“ muss von dem im 20. Jahrhundert entstandenen Begriff „[[evangelikal]]“ unterschieden werden, besonders bei Übersetzungen in andere bzw. aus anderen Sprachen. Im englischsprachigen Raum sind die Begriffe „Protestantism“ und „Protestant“ unentbehrlich, da „evangelical“ außer „evangelisch“ vor allem in Nordamerika auch „evangelikal“ bedeutet.<ref>[https://www.merriam-webster.com/dictionary/evangelical ''evangelical''.] [[Merriam-Webster’s Collegiate Dictionary|Merriam-Webster]], abgerufen am 21. Januar 2018 (englisch).</ref> Auch gibt es keine englische Entsprechung für das Adjektiv „reformatorisch“. Das Adjektiv „reformed“ bedeutet „reformiert“ und wird zum Beispiel in Bezeichnungen für bestimmte Kirchen verwendet, etwa Dutch Reformed Church (Niederländisch-Reformierte Kirche). Der historische Begriff „evangelical“ entstand im Umfeld des [[Puritanismus]] in England. | ||
== Einführung == | |||
[[Datei:Lucas Cranach d.Ä. (Werkst.) - Porträt des Martin Luther (Lutherhaus Wittenberg).jpg|mini|hochkant|[[Lucas Cranach der Ältere]]: Porträt [[Martin Luther]]s (1529)]] | |||
Allgemeiner werden auch nachreformatorisch entstandene Konfessionsrichtungen als evangelisch bezeichnet, die gleiche oder ähnliche Grundsätze wie die [[Reformation|reformatorischen Kirchen]] vertreten und sich deshalb von der [[Katholizismus|römisch-katholischen]] Kirche distanzierten. In diesem Sinne wird beispielsweise die [[Anglikanische Gemeinschaft|anglikanische Kirche]] zum Protestantismus gezählt. Nach der Unabhängigkeitserklärung nannten sich die amerikanischen Anglikaner [[Episkopalkirche der Vereinigten Staaten von Amerika|''Protestant Episcopal Church in the United States of America'']]. Auch die evangelischen [[Freikirche]]n gehören zum evangelischen Spektrum. Hierzu zählen im deutschsprachigen Raum unter anderem die bereits in der Reformationszeit entstandenen [[Mennoniten]] sowie die [[Baptisten]], die [[Evangelisch-methodistische Kirche|Methodisten]], die [[Siebenten-Tags-Adventisten]] und die [[Pfingstbewegung|Pfingstler]]. Die bereits im 12. Jahrhundert entstandenen [[Waldenser]] schlossen sich im 16. Jahrhundert dem schweizerischen beziehungsweise französischen Protestantismus an. Die im englischsprachigen Raum verbreiteten [[Presbyterianer]], [[Kongregationalisten]] und eine Anzahl anderer Kirchen gehören zur [[Reformierte Kirchen|reformierten]] Kirchengemeinschaft. Auch die [[Unitarismus (Religion)|Unitarier]] entstanden als reformatorische Kirche, ein Teil von ihnen hat sich jedoch ab dem späten 19. Jahrhundert vom Christentum gelöst. Die [[Quäkertum|Quäker]] entstanden ebenfalls im Umkreis der englischen Reformation. | |||
Die einflussreichsten Reformatoren waren [[Martin Luther]] und [[Philipp Melanchthon]] ([[Evangelisch-lutherische Kirchen]]), [[Ulrich Zwingli]], [[Johannes Calvin]] und [[John Knox]] (Reformierte Kirchen) sowie [[Thomas Cranmer]] und [[Martin Bucer]] (Anglikanische Kirche). Die führenden Theologen in der Frühzeit der mitgliederstärksten Freikirchen waren [[Konrad Grebel]], [[Felix Manz]] und [[Menno Simons]] ([[Täufer]]/Mennoniten), [[Robert Browne (Brownist)|Robert Browne]] und [[John Cotton]] (Kongregationalisten), [[Thomas Helwys]] und [[John Smyth]] (Baptisten), [[George Fox]] (Quäker) sowie [[John Wesley (Prediger)|John Wesley]], [[Charles Wesley]] und [[George Whitefield]] (Methodisten). | |||
Die deutschen evangelischen [[Landeskirche]]n haben sich in der [[Evangelische Kirche in Deutschland|Evangelischen Kirche in Deutschland]] (EKD) organisiert. Die evangelischen Freikirchen sind in der [[Vereinigung Evangelischer Freikirchen]] zusammengefasst. Durch Auswanderung und Mission entstanden in vielen Ländern der Erde größere oder kleinere evangelische Kirchen (Weltprotestantismus). Besonders stark wachsen sie [[Protestantismus in China|in China]] und [[Lateinamerika]]. Die meisten lutherischen Kirchen sind im [[Lutherischer Weltbund|Lutherischen Weltbund]] zusammengeschlossen, die reformierten Kirchen in der [[Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen]]. Auch die evangelischen Freikirchen kennen entsprechende internationale Zusammenschlüsse wie beispielsweise den [[Weltrat methodistischer Kirchen]], den [[Baptistischer Weltbund|Baptistischen Weltbund]] und die [[Mennonitische Weltkonferenz]]. Die große Mehrzahl der evangelischen Kirchen sind Mitglieder des [[Ökumenischer Rat der Kirchen|Ökumenischen Rates der Kirchen]]. Evangelische bilden die Bevölkerungsmehrheit in [[Skandinavien]], dem [[Vereinigtes Königreich|Vereinigten Königreich]], den [[Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten]], [[Australien]], Island und [[Neuseeland]]. In Deutschland, den [[Niederlande]]n und der Schweiz leben etwa gleich viele evangelische wie katholische Christen. | |||
<gallery caption="Die einflussreichsten protestantischen Denker und Gründerpersönlichkeiten (Abbildungen, wenn vorhanden)"> | |||
PhilippMelanchthon.jpg|[[Philipp Melanchthon]] (1497–1560), Lutheraner | |||
Ulrich-Zwingli-1.jpg|[[Huldrych Zwingli]] (1484–1531), Reformierter | |||
Martin Bucer by German School.jpg|[[Martin Bucer]] (1491–1551), Reformierter | |||
Bildnis des Johannes Oekolampad.jpg|[[Johannes Oekolampad]] (1482–1531), Reformierter | |||
John Calvin - Young.jpg|[[Johannes Calvin]] (1509–1564), Reformierter | |||
JohnKnox.jpg|[[John Knox]] (1514–1572), Reformierter | |||
Andreas Bodenstein.jpg|[[Andreas Bodenstein]] (1486–1541), Verbindungsfigur Lutheraner/Täufer | |||
Portret van Thomas Muntzer, RP-P-1909-414.jpg|[[Thomas Müntzer]] (1489–1525), Verbindungsfigur Lutheraner/Täufer | |||
Balthasar Hubmaier.png|[[Balthasar Hubmaier]] (1485–1528), Täufer | |||
Menno Simonsz (1496-1561), geestelijk vader van de doopsgezinden, Bestanddeelnr 935-0851.jpg|[[Menno Simons]] (1496–1561), Täufer | |||
Sebastian Franck.jpg|[[Sebastian Franck]] (1499–1542), Täufer | |||
Kaspar-Schwenkfeld.jpg|[[Kaspar Schwenckfeld]] (1490–1561), Begründer der [[Schwenkfeldianer]] | |||
William Tyndale.jpg|[[William Tyndale]] (1484–1536), Verbindungsfigur Anglikaner/Lutheraner | |||
Thomas Cranmer by Gerlach Flicke.jpg|[[Thomas Cranmer]] (1489–1556), Anglikaner | |||
Archbishop Matthew Parker.jpg|[[Matthew Parker]] (1504–1575), Anglikaner | |||
Wenceslas Hollar - Richard Hooker (State 1).jpg|[[Richard Hooker]] (1554–1600), Anglikaner | |||
James Arminius 2.jpg|[[Jacobus Arminius]] (1560–1609), Reformierter und Begründer des [[Arminianismus]] | |||
John-Smyth.png|[[John Smyth]] (1566–1612), englischer Dissenter und Begründer der [[Baptisten]] | |||
Roger Williams statue by Franklin Simmons.jpg|[[Roger Williams]] (1603–1683), englischer Dissenter und Baptist | |||
John.Cotton.cropped.jpg|[[John Cotton]] (1585–1652), Puritaner | |||
Fox by Lely 2.jpg|[[George Fox]] (1624–1691), englischer Dissenter und Begründer der [[Quäker]] | |||
Philipp Jakob Spener.jpg|[[Philipp Jakob Spener]] (1635–1705), lutherischer Pietist | |||
Nikolaus Ludwig von Zinzendorf (portrait by Balthasar Denner).jpg|[[Nikolaus Ludwig von Zinzendorf]] (1700–1760), lutherischer Pietist | |||
John Wesley by George Romney.jpg|[[John Wesley (Prediger)|John Wesley]] (1703–1791), Anglikaner und Begründer des [[Methodistische und Wesleyanische Kirchen|Methodismus]] | |||
William Miller.jpg|[[William Miller (Baptist)|William Miller]] (1782–1849), Baptist und Begründer des [[Adventismus]] | |||
James and Ellen White.jpg|[[James Springer White]] (1821–1881) und seine Frau [[Ellen G. White]] (1827–1915), [[Siebenten-Tags-Adventisten]] | |||
Spurgeon.png|[[Charles Spurgeon]] (1834–1892), Baptist | |||
William-Booth-c1900.jpg|[[William Booth]] (1829–1912), Methodist und Begründer der [[Heilsarmee]] | |||
William J. Seymour (cropped).jpg|[[William J. Seymour]] (1870–1922), ehemaliger Baptist und Methodist, Förderer der Heiligungsbewegung und Pfingstler | |||
Charlesparham.png|[[Charles Fox Parham]] (1873–1929), ehemaliger Methodist, Förderer der Heiligungsbewegung und Pfingstler | |||
</gallery> | |||
Keine historische Abbildung vorhanden: [[Konrad Grebel]] (1498–1526), Täufer, [[Jörg Blaurock]] (1492–1529), Täufer, [[Felix Manz]] (1498–1527), Täufer und [[Thomas Helwys]] (1550–1616), Baptist. | |||
Version vom 9. Januar 2026, 08:55 Uhr

Die Verwendung des lateinischen Kreuzes ist für viele protestantische Gemeinden üblich.
Mit dem seit 1529 verwendeten und ursprünglich politischen Begriff Protestanten werden im engeren Sinne die Angehörigen des Protestantismus, also der christlichen Konfessionen bezeichnet, die, ausgehend von Deutschland (eigentlich vom Kurfürstentum Sachsen, ab 1517) und der Schweiz (eigentlich vom Kanton Zürich, ab 1519), vor allem in Mittel- und Nordeuropa durch die Reformation des 16. Jahrhunderts entstanden sind und sich seitdem in verschiedene Gruppen weltweit weiterentwickelt haben.
Weltweit gibt es rund 900 Millionen Protestanten, darunter 300 Millionen in den durch die Reformation direkt geprägten Kirchen (Evangelische) und 600 Millionen in neuprotestantischen (teilweise durch die Erweckungsbewegungen des 18. und 19. Jahrhunderts) geprägten Kirchen (zumeist Evangelikale).[1][2][3]
Die meisten Protestanten sind nur in einer Handvoll Konfessionsfamilien verstreut: Lutheraner, Reformierte (u. a. Calvinisten, Zwinglianer, Presbyterianer, Kongregationalisten), Anglikaner (darunter auch Episkopalianer), Täufer (u. a. Mennoniten, Amische, Hutterer), Baptisten, Methodisten, Adventisten und Pfingstler. Zudem gibt es eine Mehrzahl von Kleinstgruppen wie z. B. Arminianer (darunter Remonstranten), Quäker und andere englische Dissenters (auch die ehemaligen Puritaner und Independents), die Brüderbewegung, die Heiligungsbewegung (darunter die Heilsarmee), Pietisten (darunter die Haugianer) oder die Herrnhuter Brüdergemeine.
Seit 1817 (beginnend in Deutschland) schließen sich evangelische Kirchen unterschiedlicher Konfessionen in Unionen zusammen.
Es gibt mehrere überkonfessionelle Richtungen, die die verschiedenen protestantischen Kirchen mitprägen, z. B. christlicher Fundamentalismus, Liberalismus, Neo-Orthodoxie oder Paleo-Orthodoxie.
Der Neuprotestantismus: Evangelikalismus, die Charismatische Bewegung, die Neocharismatische Bewegung, die Hauskirchenbewegung (insbesondere Chinesische Hauskirchen), die Afrikanisch-Unabhängigen Kirchen und andere neue Strömungen (darunter auch viele überkonfessionelle, konfessionslose und unabhängige Kirchen und Megachurches) wachsen und stellen einen bedeutenden Teil des Gesamtprotestantismus.
Protestantisch und Evangelisch

Die „Protestation“ war im 16. Jahrhundert ein herkömmliches Rechtsinstrument des Reichsrechts, mit der eine Minderheit von Ständen und Reichsstädten ihre Anliegen auf einem Reichstag vorbringen konnte.[4] Das lateinische Verb protestari hat eine positive Grundbedeutung: „für etwas zum Zeugen aufgerufen werden“, „für etwas Zeugnis ablegen“. Heute werden die Begriffe „protestantisch“ (geprägt aus der Fremdwahrnehmung durch die römische Kurie) und „evangelisch“ (geprägt aus der Selbstwahrnehmung der Gemeindemitglieder und ihrer Landeskirchen) in der deutschen Umgangssprache austauschbar verwendet. Jedoch bezeichnen sich die deutschen in der Tradition der Reformation stehenden Kirchen selbst als „evangelisch“ und nicht als „protestantisch“. Eine Ausnahme bildet die Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche). Auch die Begriffe „Kirche(n) der Reformation“ und „reformatorische Kirche(n)“ werden verwendet.
Daneben existieren die Bezeichnungen „lutherisch“ bzw. „A.B. (Augsburgischen Bekenntnisses)“, die die Kirchen in der Tradition der Wittenberger Reformation bezeichnen, und „reformiert“ bzw. „H.B. (Helvetischen Bekenntnisses)“, die die Kirchen in der Tradition der Schweizer Reformatoren Ulrich Zwingli (Zürich), Johannes Calvin (Genf) und Johannes Oekolampad (Basel) bezeichnen. Je nach Organisationsform gibt es Zusammenschlüsse, die eine Differenzierung aufgeben, wie die unierten Kirchen der Bremischen Evangelischen Kirche oder die United Church of Christ in den Vereinigten Staaten. Im Bereich der evangelischen Freikirchen finden sich Bezeichnungen wie evangelisch-freikirchlich, evangelisch-methodistisch, Freie evangelische Gemeinde, Altevangelisch Taufgesinnte oder Evangelische Freie Gemeinde.
„Evangelisch“ muss von dem im 20. Jahrhundert entstandenen Begriff „evangelikal“ unterschieden werden, besonders bei Übersetzungen in andere bzw. aus anderen Sprachen. Im englischsprachigen Raum sind die Begriffe „Protestantism“ und „Protestant“ unentbehrlich, da „evangelical“ außer „evangelisch“ vor allem in Nordamerika auch „evangelikal“ bedeutet.[5] Auch gibt es keine englische Entsprechung für das Adjektiv „reformatorisch“. Das Adjektiv „reformed“ bedeutet „reformiert“ und wird zum Beispiel in Bezeichnungen für bestimmte Kirchen verwendet, etwa Dutch Reformed Church (Niederländisch-Reformierte Kirche). Der historische Begriff „evangelical“ entstand im Umfeld des Puritanismus in England.
Einführung

Allgemeiner werden auch nachreformatorisch entstandene Konfessionsrichtungen als evangelisch bezeichnet, die gleiche oder ähnliche Grundsätze wie die reformatorischen Kirchen vertreten und sich deshalb von der römisch-katholischen Kirche distanzierten. In diesem Sinne wird beispielsweise die anglikanische Kirche zum Protestantismus gezählt. Nach der Unabhängigkeitserklärung nannten sich die amerikanischen Anglikaner Protestant Episcopal Church in the United States of America. Auch die evangelischen Freikirchen gehören zum evangelischen Spektrum. Hierzu zählen im deutschsprachigen Raum unter anderem die bereits in der Reformationszeit entstandenen Mennoniten sowie die Baptisten, die Methodisten, die Siebenten-Tags-Adventisten und die Pfingstler. Die bereits im 12. Jahrhundert entstandenen Waldenser schlossen sich im 16. Jahrhundert dem schweizerischen beziehungsweise französischen Protestantismus an. Die im englischsprachigen Raum verbreiteten Presbyterianer, Kongregationalisten und eine Anzahl anderer Kirchen gehören zur reformierten Kirchengemeinschaft. Auch die Unitarier entstanden als reformatorische Kirche, ein Teil von ihnen hat sich jedoch ab dem späten 19. Jahrhundert vom Christentum gelöst. Die Quäker entstanden ebenfalls im Umkreis der englischen Reformation.
Die einflussreichsten Reformatoren waren Martin Luther und Philipp Melanchthon (Evangelisch-lutherische Kirchen), Ulrich Zwingli, Johannes Calvin und John Knox (Reformierte Kirchen) sowie Thomas Cranmer und Martin Bucer (Anglikanische Kirche). Die führenden Theologen in der Frühzeit der mitgliederstärksten Freikirchen waren Konrad Grebel, Felix Manz und Menno Simons (Täufer/Mennoniten), Robert Browne und John Cotton (Kongregationalisten), Thomas Helwys und John Smyth (Baptisten), George Fox (Quäker) sowie John Wesley, Charles Wesley und George Whitefield (Methodisten).
Die deutschen evangelischen Landeskirchen haben sich in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) organisiert. Die evangelischen Freikirchen sind in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen zusammengefasst. Durch Auswanderung und Mission entstanden in vielen Ländern der Erde größere oder kleinere evangelische Kirchen (Weltprotestantismus). Besonders stark wachsen sie in China und Lateinamerika. Die meisten lutherischen Kirchen sind im Lutherischen Weltbund zusammengeschlossen, die reformierten Kirchen in der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen. Auch die evangelischen Freikirchen kennen entsprechende internationale Zusammenschlüsse wie beispielsweise den Weltrat methodistischer Kirchen, den Baptistischen Weltbund und die Mennonitische Weltkonferenz. Die große Mehrzahl der evangelischen Kirchen sind Mitglieder des Ökumenischen Rates der Kirchen. Evangelische bilden die Bevölkerungsmehrheit in Skandinavien, dem Vereinigten Königreich, den Vereinigten Staaten, Australien, Island und Neuseeland. In Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz leben etwa gleich viele evangelische wie katholische Christen.
- Die einflussreichsten protestantischen Denker und Gründerpersönlichkeiten (Abbildungen, wenn vorhanden)
-
Philipp Melanchthon (1497–1560), Lutheraner
-
Huldrych Zwingli (1484–1531), Reformierter
-
Martin Bucer (1491–1551), Reformierter
-
Johannes Oekolampad (1482–1531), Reformierter
-
Johannes Calvin (1509–1564), Reformierter
-
John Knox (1514–1572), Reformierter
-
Andreas Bodenstein (1486–1541), Verbindungsfigur Lutheraner/Täufer
-
Thomas Müntzer (1489–1525), Verbindungsfigur Lutheraner/Täufer
-
Balthasar Hubmaier (1485–1528), Täufer
-
Menno Simons (1496–1561), Täufer
-
Sebastian Franck (1499–1542), Täufer
-
Kaspar Schwenckfeld (1490–1561), Begründer der Schwenkfeldianer
-
William Tyndale (1484–1536), Verbindungsfigur Anglikaner/Lutheraner
-
Thomas Cranmer (1489–1556), Anglikaner
-
Matthew Parker (1504–1575), Anglikaner
-
Richard Hooker (1554–1600), Anglikaner
-
Jacobus Arminius (1560–1609), Reformierter und Begründer des Arminianismus
-
John Smyth (1566–1612), englischer Dissenter und Begründer der Baptisten
-
Roger Williams (1603–1683), englischer Dissenter und Baptist
-
John Cotton (1585–1652), Puritaner
-
George Fox (1624–1691), englischer Dissenter und Begründer der Quäker
-
Philipp Jakob Spener (1635–1705), lutherischer Pietist
-
Nikolaus Ludwig von Zinzendorf (1700–1760), lutherischer Pietist
-
John Wesley (1703–1791), Anglikaner und Begründer des Methodismus
-
William Miller (1782–1849), Baptist und Begründer des Adventismus
-
James Springer White (1821–1881) und seine Frau Ellen G. White (1827–1915), Siebenten-Tags-Adventisten
-
Charles Spurgeon (1834–1892), Baptist
-
William Booth (1829–1912), Methodist und Begründer der Heilsarmee
-
William J. Seymour (1870–1922), ehemaliger Baptist und Methodist, Förderer der Heiligungsbewegung und Pfingstler
-
Charles Fox Parham (1873–1929), ehemaliger Methodist, Förderer der Heiligungsbewegung und Pfingstler
Keine historische Abbildung vorhanden: Konrad Grebel (1498–1526), Täufer, Jörg Blaurock (1492–1529), Täufer, Felix Manz (1498–1527), Täufer und Thomas Helwys (1550–1616), Baptist.
- ↑ Global Christianity : A Report on the Size and Distribution of the World’s Christian Population. (pdf; 12 MB) In: Pew Forum on Religion & Public Life. Dezember 2011, S. 27, archiviert vom am 4. September 2018; abgerufen am 8. Mai 2019 (englisch).
- ↑ Christianity 2015: Religious Diversity and Personal Contact. In: gordonconwell.edu. Januar 2015, archiviert vom am 25. Mai 2017; abgerufen am 29. Mai 2015.
- ↑ Hans J. Hillerbrand: Encyclopedia of Protestantism: 4-volume Set. Routledge, 2004, ISBN 978-1-135-96028-5 (google.com).
- ↑ Ernst Wolf: Protestantismus. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 3. Auflage. Band 5, Mohr-Siebeck, Tübingen 1961, Sp. 648.
- ↑ evangelical. Merriam-Webster, abgerufen am 21. Januar 2018 (englisch).