„Ereigniß“ – Versionsunterschied
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<p> | <p>[[ereig]] + [[-niß]] | n. von ereignen abgeleitet eigtl. ''Eräugniß'', 'Fall, Geschehen, daß sich den Augen zeigt'; ‘Geschehnis, Vorkommnis’ (2. Hälfte 18. Jh. beeinflußt durch engl. event 'Aufkommendes, Vorkommniß').</p><p>Voran gehen ''Ereignuss'' (16. Jh.), ''Eräugnung'' (bis 18. Jh.), ''Ereignung'' (17. Jh.); ahd. ''irougnissa'' (8. Jh.), ''irougnessī'' (9. Jh.) ‘das Zeigen’ bleibt ohne Nachfolge.</p><p>Ein Geschehen, Vorkommniß, daß ureigen in seiner Art und Weise ist, also sich eigen ist kann man als Ereigniß bezeichnen oder benennen wie bspw. eine Sonnenfinsterniß, welches zugleich augenscheinlich ein Eräugniß ist und ein Ereigniß aufgrund seiner Eigenheit. Eräugniß wurde offenbar von Übersetzungen wie event, occasion beeinflußt und Ereigniß könnte eine Neubildung zu actus Akt und casus, res Fallursache sein, die dann den Begriff Eräugniß verdrängte oder beide Bedeutungen in Ereigniß verschmolzen, es sich somit nicht um eine fälschliche Anbindung an eignen anstelle von äugnen handelt, sondern es schlau erdacht wurde, da eigen, eignen, Ereigniß als Begriff im 16. Jh. infolge der Übersetzung lateinischer Schriften und wie auch in der Lutherbibel aufkommt.</p><p>Ein '''Ereignis''' (aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Althochdeutsche_Sprache althochdeutsch] ''irougen'', [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuhochdeutsche_Sprache neuhochdeutsch] ''eräugen'' „vor Augen stellen, zeigen“)<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Ereignis?wprov=srpw1_0#cite_note-1 [1]]</sup> ist im allgemeinen Sinn eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Situation Situation], die durch Dynamik oder Veränderung gekennzeichnet ist. Das Gegenteil eines Ereignisses ist ein „Zustand“: eine Situation ohne Veränderung oder Dynamik. Eine klassische Definition ist, dass ein Ereignis (minimal) darin besteht, dass ein Übergang von einem Zustand in einen anderen Zustand stattfindet.<sup>[https://de.wikipedia.org/wiki/Ereignis?wprov=srpw1_0#cite_note-2 [2]]</sup></p><p>Im ursprünglichen Sinne des deutschen Wortes „Ereignis“ wäre es ein Geschehen, das vor Augen tritt und ''eräugt'' wird (ein „Eräugnis“); es ist in vielen Verwendungen des Wortes ein wichtiger Aspekt, dass ein Ereignis etwas ist, das [https://de.wikipedia.org/wiki/Beobachtung beobachtet] wird. Jedoch wird von der Beobachtung eines Ereignisses auch dann gesprochen, wenn es auf anderem Wege erfahren wird als nur visuell.</p><p>[http://www.zeno.org/Georges-1910/K/Georges-1910-01-0782 [781]]'''[http://www.zeno.org/Georges-1910/A/Ereignis?hl=ereignis Ereignis]''', ''casus'' (Fall, Vorkommnis, bes. zufälliges). – ''res'' (Sache, die sich ereignet, Begebenheit, Vorfall etc.). – ''eventus'' od. ''eventum'' (ein erfolgter Fall, ein durch vorhergegangene Ursachen od. Umstände bewirktes Ereignis). – ''exemplum'' (ein Ereignis als warnendes Beispiel, s. ''Caes. b. c.'' 1, 7, 5). – glückliche Ereignisse, ''res secundae; casus secundi:'' unglückliche Ereignisse, ''res adversae, miserae; casus calamitosi, miseri:'' mannigfaltige Ereignisse,'' rerum vicissitudines:'' die letzten Ereignisse [http://www.zeno.org/Georges-1910/K/Georges-1910-01-0782 [781]] aus der neuesten Zeit, ''haec extrema, quae nuper accĭderunt.'' – Ost wird auch »Ereignis« bloß durch das Neutrum des dabeistehenden Pronomens od. Adjektivs angedeutet, z.B. dieses E., ''id:'' die dazwischenliegenden Ereignisse übergehen, ''media praeterire.'' – Die Wendung »das Ereignis, daß etc.« wird bei den Histor. bl. durch das Neutrum des Partiz. Pers. Pass. ausgedrückt, z.B. wegen des E., daß es in diesem Jahre häufig Steine geregnet habe, ''propter crebrius eo anno de caelo lapidatum (Liv.'' 29, 10, 4.)</p> | ||
Version vom 13. Dezember 2023, 13:06 Uhr
ereig + -niß | n. von ereignen abgeleitet eigtl. Eräugniß, 'Fall, Geschehen, daß sich den Augen zeigt'; ‘Geschehnis, Vorkommnis’ (2. Hälfte 18. Jh. beeinflußt durch engl. event 'Aufkommendes, Vorkommniß').
Voran gehen Ereignuss (16. Jh.), Eräugnung (bis 18. Jh.), Ereignung (17. Jh.); ahd. irougnissa (8. Jh.), irougnessī (9. Jh.) ‘das Zeigen’ bleibt ohne Nachfolge.
Ein Geschehen, Vorkommniß, daß ureigen in seiner Art und Weise ist, also sich eigen ist kann man als Ereigniß bezeichnen oder benennen wie bspw. eine Sonnenfinsterniß, welches zugleich augenscheinlich ein Eräugniß ist und ein Ereigniß aufgrund seiner Eigenheit. Eräugniß wurde offenbar von Übersetzungen wie event, occasion beeinflußt und Ereigniß könnte eine Neubildung zu actus Akt und casus, res Fallursache sein, die dann den Begriff Eräugniß verdrängte oder beide Bedeutungen in Ereigniß verschmolzen, es sich somit nicht um eine fälschliche Anbindung an eignen anstelle von äugnen handelt, sondern es schlau erdacht wurde, da eigen, eignen, Ereigniß als Begriff im 16. Jh. infolge der Übersetzung lateinischer Schriften und wie auch in der Lutherbibel aufkommt.
Ein Ereignis (aus althochdeutsch irougen, neuhochdeutsch eräugen „vor Augen stellen, zeigen“)[1] ist im allgemeinen Sinn eine Situation, die durch Dynamik oder Veränderung gekennzeichnet ist. Das Gegenteil eines Ereignisses ist ein „Zustand“: eine Situation ohne Veränderung oder Dynamik. Eine klassische Definition ist, dass ein Ereignis (minimal) darin besteht, dass ein Übergang von einem Zustand in einen anderen Zustand stattfindet.[2]
Im ursprünglichen Sinne des deutschen Wortes „Ereignis“ wäre es ein Geschehen, das vor Augen tritt und eräugt wird (ein „Eräugnis“); es ist in vielen Verwendungen des Wortes ein wichtiger Aspekt, dass ein Ereignis etwas ist, das beobachtet wird. Jedoch wird von der Beobachtung eines Ereignisses auch dann gesprochen, wenn es auf anderem Wege erfahren wird als nur visuell.
[781]Ereignis, casus (Fall, Vorkommnis, bes. zufälliges). – res (Sache, die sich ereignet, Begebenheit, Vorfall etc.). – eventus od. eventum (ein erfolgter Fall, ein durch vorhergegangene Ursachen od. Umstände bewirktes Ereignis). – exemplum (ein Ereignis als warnendes Beispiel, s. Caes. b. c. 1, 7, 5). – glückliche Ereignisse, res secundae; casus secundi: unglückliche Ereignisse, res adversae, miserae; casus calamitosi, miseri: mannigfaltige Ereignisse, rerum vicissitudines: die letzten Ereignisse [781] aus der neuesten Zeit, haec extrema, quae nuper accĭderunt. – Ost wird auch »Ereignis« bloß durch das Neutrum des dabeistehenden Pronomens od. Adjektivs angedeutet, z.B. dieses E., id: die dazwischenliegenden Ereignisse übergehen, media praeterire. – Die Wendung »das Ereignis, daß etc.« wird bei den Histor. bl. durch das Neutrum des Partiz. Pers. Pass. ausgedrückt, z.B. wegen des E., daß es in diesem Jahre häufig Steine geregnet habe, propter crebrius eo anno de caelo lapidatum (Liv. 29, 10, 4.)