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„goldener Winkel“ – Versionsunterschied

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Aktuelle Version vom 17. März 2026, 15:03 Uhr

Q: goldener Schnitt (Geometrische Aussagen)

Der Goldene Winkel ist der kleinere Kreiswinkel b, dessen Verhältnis zum größeren Winkel
(a:b) dem Goldenen Schnitt entspricht.
Blattstand einer Pflanze mit einem Blattabstand nach dem Goldenen Winkel
Blattstand einer Pflanze mit einem Blattabstand nach dem Goldenen Winkel

Der Goldene Winkel ergibt sich, wenn der Vollwinkel (360°) gemäß dem Goldenen Schnitt geteilt wird. Dies erzeugt u. a. den überstumpfen Winkel 2πΦ≈3,88≈222,5∘. Dessen Ergänzungswinkel mit 2π−2πΦ≈2,40≈137,5∘ wird als Goldener Winkel bezeichnet. Dies ist dadurch gerechtfertigt, dass es keine Rolle spielt, welcher der beiden Teilwinkel zuerst abgelesen wird und das Vorzeichen in der Angabe ±2π nur die Drehrichtung des Winkels angibt.[1]

Durch fortgesetzte Drehungen um den Goldenen Winkel entstehen immer neue Positionen, deren Besonderheit darstellt, dass sie sich theoretisch nie überschneiden. Dieser Effekt – wie im Bild skizziert bei den Blattansätzen einer Blüte – ist bedingt von der maximalen Irrationalität des Goldenen Schnitts (Näheres im Abschnitt Biologie).

Dabei zerlegen die ersten n Positionen den Kreis in n Ausschnitte. Diese n Ausschnitte haben höchstens drei verschiedene Winkel. Im Fall einer Fibonacci-Zahl n=fk treten nur zwei Winkel 2πΦk−1,2πΦk auf. Für fk<n<fk+1 tritt der Winkel 2πΦk+1 hinzu.[2]

Betrachtet man für wachsendes n fortfolgend die sich verfeinernden Zerlegungen des Kreises, so teilt die (n+1)-te Position stets einen der verbliebenen größten Ausschnitte, und zwar immer den im Verlauf der Teilungen zuerst entstandenen, das heißt den „ältesten“ Ausschnitt. Diese Teilung erfolgt im Goldenen Verhältnis, sodass, im Uhrzeigersinn gesehen, ein Winkel 2πΦl mit geradem l vor einem Winkel 2πΦl±1 mit ungeradem l±1 liegt.[3]

Wenn wir den Ausschnitt mit dem Winkel 2πΦk mit wk bezeichnen, so erhalten wir nacheinander die Kreiszerlegungen
 w0,

 w2w1,

 w2w2w3,

 w4w3w2w3,

 w4w3w4w3w3,

 w4w3w4w3w4w5,

 w4w4w5w4w3w4w5,

 w4w4w5w4w4w5w4w5,

 w6w5w4w5w4w4w5w4w5,

 w6w5w4w5w6w5w4w5w4w5

usw.

  1. ↑ Alfred Posamentier, Ingmar Lehmann: The Glorious Golden Ratio, Prometheus Books, S. 128.
  2. ↑ Stanisław Świerczkowski: On successive settings of an arc on the circumference of a circle. In: Fundamenta Mathematicae. 46.2, 1958, S. 187–189.
  3. ↑ Tony van Ravenstein: Optimal Spacing of Points on a Circle. In: The Fibonacci Quaterly. 27, 1989, S. 18–24, mathstat.dal.ca (PDF; 1,6 MB).