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„Johannes Tauler“ – Versionsunterschied

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'''Johannes Tauler''' (auch ''Johan Tauweler'', ''Johann Tauler;'' * um 1300 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Stra%C3%9Fburg Straßburg]; † [https://de.wikipedia.org/wiki/16._Juni 16. Juni] [https://de.wikipedia.org/wiki/1361 1361] ebenda) war ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Regnum_Teutonicum deutscher] Theologe, [https://de.wikipedia.org/wiki/Mystik Mystiker] und vor allem in Straßburg, Basel und Köln wirkender Prediger. Er war [https://de.wikipedia.org/wiki/Dominikaner Dominikaner] und zählte in seinem Orden zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuplatonismus neuplatonischen] Strömung. Mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Meister_Eckhart Meister Eckhart] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Seuse Heinrich Seuse] gehört er zu den bekanntesten Vertretern der spätmittelalterlichen deutschsprachigen Dominikaner-Spiritualität.
'''Johannes Tauler''' (auch ''Johan Tauweler'', ''Johann Tauler;'' * um 1300 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Stra%C3%9Fburg Straßburg]; † [https://de.wikipedia.org/wiki/16._Juni 16. Juni] [https://de.wikipedia.org/wiki/1361 1361] ebenda) war ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Regnum_Teutonicum deutscher] Theologe, [https://de.wikipedia.org/wiki/Mystik Mystiker] und vor allem in Straßburg, Basel und Köln wirkender Prediger. Er war [https://de.wikipedia.org/wiki/Dominikaner Dominikaner] und zählte in seinem Orden zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuplatonismus neuplatonischen] Strömung. Mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Meister_Eckhart Meister Eckhart] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Seuse Heinrich Seuse] gehört er zu den bekanntesten Vertretern der spätmittelalterlichen deutschsprachigen Dominikaner-Spiritualität.


Ebenso wie Meister Eckhart geht Tauler von der Überzeugung aus, dass Gott im „Grund“ der menschlichen Seele dauerhaft – wenn auch gewöhnlich auf verborgene Weise – anwesend ist und daher dort erreicht werden kann. Voraussetzung für die innere [https://de.wikipedia.org/wiki/Gotteserfahrung Gotteserfahrung] ist nach Taulers Lehre ein unablässiges Bemühen um Selbsterkenntnis. Die Selbsterkenntnis ermöglicht es, die Hindernisse, die der Begegnung mit Gott entgegenstehen, abzubauen. Die „Einkehr“, mit der man sich von weltlichen Bestrebungen abwendet, seinem Inneren zuwendet und Gelassenheit erlangt, bedeutet aber keineswegs eine Vernachlässigung der im Alltagsleben zu erfüllenden Aufgaben. Vielmehr sollen [https://de.wikipedia.org/wiki/Vita_activa tätiges] und beschauliches Leben eine unauflösliche Einheit bilden. Die nachdrückliche Aufwertung der Alltagsarbeit, insbesondere der gewöhnlichen Erwerbstätigkeit, die als integraler Bestandteil der Spiritualität aufgefasst wird, ist für Tauler charakteristisch.
Ebenso wie Meister Eckhart geht Tauler von der Überzeugung aus, dass Gott im „Grund“ der menschlichen Seele dauerhaft – wenn auch gewöhnlich auf verborgene Weise – anwesend ist und daher dort erreicht werden kann. Voraussetzung für die innere [https://de.wikipedia.org/wiki/Gotteserfahrung Gotteserfahrung] ist nach Taulers Lehre ein unablässiges Bemühen um Selbsterkenntnis. Die Selbsterkenntnis ermöglicht es, die Hindernisse, die der Begegnung mit Gott entgegenstehen, abzubauen. Die „Einkehr“, mit der man sich von weltlichen Bestrebungen abwendet, seinem Inneren zuwendet und Gelassenheit erlangt, bedeutet aber keineswegs eine Vernachlässigung der im Alltagsleben zu erfüllenden Aufgaben. Vielmehr sollen [https://de.wikipedia.org/wiki/Vita_activa tätiges] und beschauliches Leben eine unauflösliche Einheit bilden. Die nachdrückliche Aufwertung der Alltagsarbeit, insbesondere der gewöhnlichen Erwerbstätigkeit, die als integraler Bestandteil der Spiritualität aufgefasst wird, ist für Tauler charakteristisch.

Version vom 14. Dezember 2023, 09:10 Uhr

Statue von Johannes Tauler an der Außenseite der Kirche Saint-Pierre-le-Jeune protestant in Straßburg, 1898 von Ferdinand Riedel geschaffen

Johannes Tauler (auch Johan Tauweler, Johann Tauler; * um 1300 in Straßburg; † 16. Juni 1361 ebenda) war ein deutscher Theologe, Mystiker und vor allem in Straßburg, Basel und Köln wirkender Prediger. Er war Dominikaner und zählte in seinem Orden zur neuplatonischen Strömung. Mit Meister Eckhart und Heinrich Seuse gehört er zu den bekanntesten Vertretern der spätmittelalterlichen deutschsprachigen Dominikaner-Spiritualität.

Ebenso wie Meister Eckhart geht Tauler von der Überzeugung aus, dass Gott im „Grund“ der menschlichen Seele dauerhaft – wenn auch gewöhnlich auf verborgene Weise – anwesend ist und daher dort erreicht werden kann. Voraussetzung für die innere Gotteserfahrung ist nach Taulers Lehre ein unablässiges Bemühen um Selbsterkenntnis. Die Selbsterkenntnis ermöglicht es, die Hindernisse, die der Begegnung mit Gott entgegenstehen, abzubauen. Die „Einkehr“, mit der man sich von weltlichen Bestrebungen abwendet, seinem Inneren zuwendet und Gelassenheit erlangt, bedeutet aber keineswegs eine Vernachlässigung der im Alltagsleben zu erfüllenden Aufgaben. Vielmehr sollen tätiges und beschauliches Leben eine unauflösliche Einheit bilden. Die nachdrückliche Aufwertung der Alltagsarbeit, insbesondere der gewöhnlichen Erwerbstätigkeit, die als integraler Bestandteil der Spiritualität aufgefasst wird, ist für Tauler charakteristisch.