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„miß“ – Versionsunterschied

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<p>'''miß-'''&nbsp;| [[mi]] + [[-ß]] | wechsel, verwechseln, tauschen, vertauschen; nicht angemessen sein; vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktive Vorsilbe zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unrichtigen, Mangelnden und (pejorativ) Üblen, Schlechten in adjektivischen, substantivischen und verbalen Bildungen.</p>
'''miß-'''&nbsp;| [[mi]] + [[-ß]] | miß-, nicht nach rechtem, genauen, angemessenen ''Maß'' (21 Jh. ndt.);


Ahd.&nbsp;''missa-'',&nbsp;''missi-'',&nbsp;''mis-''&nbsp;‘verschieden, nicht übereinstimmend, ausgewechselt, verkehrt, falsch, schlecht, übel, mangelnd, fehlend’,&nbsp;mhd.&nbsp;mnd.&nbsp;''misse-'',&nbsp;''mis-'',&nbsp;nhd.&nbsp;''miß-''&nbsp;(die alte, volle Form nur in&nbsp;''Missetat''),<p>asächs.&nbsp;''mis(si)-'',&nbsp;mnl.&nbsp;nl.&nbsp;aengl.&nbsp;engl.&nbsp;anord.&nbsp;aschwed.&nbsp;''mis-'',schwed.&nbsp;''miss-'',&nbsp;got.&nbsp;''missa-''&nbsp;entwickeln sich wie die unter&nbsp;''missen'' genannten Egsw.- und Ustw.-formen aus einer mit ''to''-Suffix gebildeten Partizipialform&nbsp;uig.&nbsp;''*mitsto-'', die (ablautend) zu&nbsp;uig.&nbsp;''*meit(h)-'', einer Zahnlauterweiterung der Ww.&nbsp;uig.&nbsp;''*mei-''&nbsp;‘wechseln, tauschen’ (dann auch ‘vertauschen, täuschen’), steht.</p><p>Zur Verwandtschaft s.&nbsp;''gemein'',&nbsp;''Meineid'',&nbsp;''meiden'',&nbsp;''missen''.</p>
vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktive Vorsilbe zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unrichtigen, Mangelnden und (vorverurteilend) Üblen, Schlechten in eigenschaftlichen, vergegenständlichen und sprachlichen Bildungen.
 
¦√¦ <abbr>uig.</abbr>*''mitsto''- "verfehlen, missen" oder uig. ''*med-'' 'messen';
 
¦↵¦ <abbr>Ahd.</abbr> ''missa''-, ''missi''-, ''mis''- ‘verschieden, nicht übereinstimmend, ausgewechselt, verkehrt, falsch, schlecht, übel, mangelnd, fehlend’, <abbr>mhd.</abbr> <abbr>mnd.</abbr> ''misse''-, ''mis''-, <abbr>nhd.</abbr> ''miß''- (die alte, volle Form nur in Missetat, s. unten), <abbr>asächs.</abbr> ''mis''(''si'')-, <abbr>mnl.</abbr> <abbr>nl.</abbr> <abbr>aengl.</abbr> <abbr>engl.</abbr> <abbr>anord.</abbr> <abbr>aschwed.</abbr> ''mis''-, <abbr>schwed.</abbr> ''miss''-, <abbr>got.</abbr> ''missa''- entwickeln sich wie die unter missen (s. d.) genannten Adjektiv- und Adverbialformen aus einer mit to-Suffix gebildeten Partizipialform <abbr>uig.</abbr> *''mitsto''-, die (ablautend) zu <abbr>uig.</abbr> *''meit''(h)-, einer Dentalerweiterung der Wurzel <abbr>uig.</abbr> *''mei''-‘wechseln, tauschen’ (dann auch ‘vertauschen, täuschen’), steht. Zur Verwandtschaft s. gemein, Meineid, meiden, missen. ;

Version vom 21. Dezember 2023, 19:34 Uhr

miß- | mi + -ß | miß-, nicht nach rechtem, genauen, angemessenen Maß (21 Jh. ndt.);

vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktive Vorsilbe zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unrichtigen, Mangelnden und (vorverurteilend) Üblen, Schlechten in eigenschaftlichen, vergegenständlichen und sprachlichen Bildungen.

¦√¦ uig.*mitsto- "verfehlen, missen" oder uig. *med- 'messen';

¦↵¦ Ahd. missa-, missi-, mis- ‘verschieden, nicht übereinstimmend, ausgewechselt, verkehrt, falsch, schlecht, übel, mangelnd, fehlend’, mhd. mnd. misse-, mis-, nhd. miß- (die alte, volle Form nur in Missetat, s. unten), asächs. mis(si)-, mnl. nl. aengl. engl. anord. aschwed. mis-, schwed. miss-, got. missa- entwickeln sich wie die unter missen (s. d.) genannten Adjektiv- und Adverbialformen aus einer mit to-Suffix gebildeten Partizipialform uig. *mitsto-, die (ablautend) zu uig. *meit(h)-, einer Dentalerweiterung der Wurzel uig. *mei-‘wechseln, tauschen’ (dann auch ‘vertauschen, täuschen’), steht. Zur Verwandtschaft s. gemein, Meineid, meiden, missen. ;