„erörtern“ – Versionsunterschied
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<p><span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">[[erörter]] + [[-n]] | </span><span class="etymwb-gramgrp">Tw.</span></span> eigentlich ‘bis ans äußerste Ende verfolgen’; ‘eingehend beraten, durchsprechen, darlegen’, zuerst in der Rechtssprache (Anfang 16. Jh.) in der Bedeutung ‘verhandeln, entscheiden’ gebraucht und bald allgemein im heutigen Sinne verwendet.</p><p>Das Vorsilbetätigkeitswort schließt sich an <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="spätmittelhochdeutsch">spätmhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">örtern</span>'' ‘genau untersuchen’ an, das von <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">örter</span>'' Mrz. (zu <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">ort</span>'' ‘äußerster Punkt nach Raum und Zeit, Anfang, Ende, Spitze, Ecke, Rand, Platz, Stelle’, s. ''Ort'') abgeleitet ist, also eigentlich ‘bis ans äußerste Ende verfolgen’ bedeutet.</p><p>Daneben begegnet im 16. Jh. gleichbed. <span class="etymwb-mentioned">''ausörtern'' | aus + örtern |. </span> Vgl. auch ähnlich entstandenes, im 15. und 16. Jh. bezeugtes <span class="etymwb-mentioned">''ausecken'' | aus + Ecken| </span>.</ | <p><span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">[[erörter]] + [[-n]] | </span><span class="etymwb-gramgrp">Tw.</span></span> eigentlich ‘bis ans äußerste Ende verfolgen’; ‘eingehend beraten, durchsprechen, darlegen’, zuerst in der Rechtssprache (Anfang 16. Jh.) in der Bedeutung ‘verhandeln, entscheiden’ gebraucht und bald allgemein im heutigen Sinne verwendet.</p><p>Das Vorsilbetätigkeitswort schließt sich an <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="spätmittelhochdeutsch">spätmhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">örtern</span>'' ‘genau untersuchen’ an, das von <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">örter</span>'' Mrz. (zu <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">ort</span>'' ‘äußerster Punkt nach Raum und Zeit, Anfang, Ende, Spitze, Ecke, Rand, Platz, Stelle’, s. ''Ort'') abgeleitet ist, also eigentlich ‘bis ans äußerste Ende verfolgen’ bedeutet.</p><p>Daneben begegnet im 16. Jh. gleichbed. <span class="etymwb-mentioned">''ausörtern'' | aus + örtern |. </span> Vgl. auch ähnlich entstandenes, im 15. und 16. Jh. bezeugtes <span class="etymwb-mentioned">''ausecken'' | aus + Ecken| </span>.</p>Die <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="deutsch">dt.</abbr> Bildungen sind wohl in Anlehnung an <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="lateinisch">lat. </abbr>''<span class="etymwb-mentioned">dētermināre</span>'' und <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="lateinisch">lat.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">dēfinīre</span>'' (s. ''determinieren'' und ''definieren'') enstanden. | ||
* erörtern Vb. | |||
* ‘eingehend beraten, durchsprechen, darlegen’, | |||
* zuerst in der Rechtssprache (Anfang 16. Jh.) | |||
** in der Bedeutung ‘verhandeln, entscheiden’ gebraucht | |||
** und bald allgemein im heutigen Sinne verwendet. | |||
* Das Präfixverb schließt sich an spätmhd. ''[[örtern]]'' ‘genau untersuchen’ an, | |||
** das von mhd. ''örter'' Plur. (zu mhd. ort ‘äußerster Punkt nach Raum und Zeit, Anfang, Ende, Spitze, Ecke, Rand, Platz, Stelle’, s. Ort) | |||
** abgeleitet ist, | |||
*** also eigentlich ‘bis ans äußerste Ende verfolgen’ bedeutet. | |||
* Daneben begegnet im 16. Jh. gleichbed. ''[[ausörtern]]''. | |||
* Vgl. auch ähnlich entstandenes, im 15. und 16. Jh. bezeugtes ''ausecken''. | |||
* Die dt. Bildungen sind wohl in Anlehnung an lat. ''[[dētermināre]]'' und lat. ''[[dēfinīre]]'' (s. ''[[determinieren]]'' und ''[[definieren]]'') enstanden. | |||
** Anm. KF: mutmaßlich eher eine Übersetzung zu ''[[topisch]], [[Topoi]],'' soweit es Recht betrifft | |||
Version vom 24. März 2024, 18:05 Uhr
erörter + -n | Tw. eigentlich ‘bis ans äußerste Ende verfolgen’; ‘eingehend beraten, durchsprechen, darlegen’, zuerst in der Rechtssprache (Anfang 16. Jh.) in der Bedeutung ‘verhandeln, entscheiden’ gebraucht und bald allgemein im heutigen Sinne verwendet.
Das Vorsilbetätigkeitswort schließt sich an spätmhd. örtern ‘genau untersuchen’ an, das von mhd. örter Mrz. (zu mhd. ort ‘äußerster Punkt nach Raum und Zeit, Anfang, Ende, Spitze, Ecke, Rand, Platz, Stelle’, s. Ort) abgeleitet ist, also eigentlich ‘bis ans äußerste Ende verfolgen’ bedeutet.
Daneben begegnet im 16. Jh. gleichbed. ausörtern | aus + örtern |. Vgl. auch ähnlich entstandenes, im 15. und 16. Jh. bezeugtes ausecken | aus + Ecken| .
Die dt. Bildungen sind wohl in Anlehnung an lat. dētermināre und lat. dēfinīre (s. determinieren und definieren) enstanden.
- erörtern Vb.
- ‘eingehend beraten, durchsprechen, darlegen’,
- zuerst in der Rechtssprache (Anfang 16. Jh.)
- in der Bedeutung ‘verhandeln, entscheiden’ gebraucht
- und bald allgemein im heutigen Sinne verwendet.
- Das Präfixverb schließt sich an spätmhd. örtern ‘genau untersuchen’ an,
- das von mhd. örter Plur. (zu mhd. ort ‘äußerster Punkt nach Raum und Zeit, Anfang, Ende, Spitze, Ecke, Rand, Platz, Stelle’, s. Ort)
- abgeleitet ist,
- also eigentlich ‘bis ans äußerste Ende verfolgen’ bedeutet.
- Daneben begegnet im 16. Jh. gleichbed. ausörtern.
- Vgl. auch ähnlich entstandenes, im 15. und 16. Jh. bezeugtes ausecken.
- Die dt. Bildungen sind wohl in Anlehnung an lat. dētermināre und lat. dēfinīre (s. determinieren und definieren) enstanden.