„Dauer im Wechsel“ – Versionsunterschied
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Hielte diesen frühen Segen, | |||
Ach, nur eine Stunde fest! | |||
Aber vollen Blütenregen | |||
Schüttelt schon der laue West. | |||
Soll ich mich des Grünen freuen, | |||
Dem ich Schatten erst verdankt? | |||
Bald wird Sturm auch das zerstreuen, | |||
Wenn es falb im Herbst geschwankt. | |||
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Willst du nach den Früchten greifen, | |||
Eilig nimm dein Teil davon! | |||
Diese fangen an zu reifen, | |||
Und die andern keimen schon; | |||
Gleich mit jedem Regengusse | |||
Ändert sich dein holdes Tal, | |||
Ach, und in demselben Flusse | |||
Schwimmst du nicht zum Zweitenmal. | |||
Du nun selbst! Was felsenfeste | |||
Sich vor dir hervorgetan, | |||
Mauern siehst du, siehst Paläste | |||
Stets mit andern Augen an. | |||
Weggeschwunden ist die Lippe, | |||
Die im Kusse sonst genas, | |||
Jener Fuß, der an der Klippe | |||
Sich mit Gemsenfreche maß. | |||
Jene Hand, die gern und milde | |||
Sich bewegte, wohlzutun, | |||
Das gegliederte Gebilde, | |||
Alles ist ein andres nun. | |||
Und was sich an jener Stelle | |||
Nun mit deinem Namen nennt, | |||
Kam herbei wie eine Welle, | |||
Und so eilt's zum Element. | |||
Laß den Anfang mit dem Ende | |||
Sich in eins zusammenzieh'n! | |||
Schneller als die Gegenstände | |||
Selber dich vorüberflieh'n. | |||
Danke, daß die Gunst der Musen | |||
Unvergängliches verheißt: | |||
Den Gehalt in deinem Busen | |||
Und die Form in deinem Geist. | |||
Version vom 5. Juli 2026, 11:51 Uhr
Hielte diesen frühen Segen,
Ach, nur eine Stunde fest!
Aber vollen Blütenregen
Schüttelt schon der laue West.
Soll ich mich des Grünen freuen,
Dem ich Schatten erst verdankt?
Bald wird Sturm auch das zerstreuen,
Wenn es falb im Herbst geschwankt.
Willst du nach den Früchten greifen,
Eilig nimm dein Teil davon!
Diese fangen an zu reifen,
Und die andern keimen schon;
Gleich mit jedem Regengusse
Ändert sich dein holdes Tal,
Ach, und in demselben Flusse
Schwimmst du nicht zum Zweitenmal.
Du nun selbst! Was felsenfeste
Sich vor dir hervorgetan,
Mauern siehst du, siehst Paläste
Stets mit andern Augen an.
Weggeschwunden ist die Lippe,
Die im Kusse sonst genas,
Jener Fuß, der an der Klippe
Sich mit Gemsenfreche maß.
Jene Hand, die gern und milde
Sich bewegte, wohlzutun,
Das gegliederte Gebilde,
Alles ist ein andres nun.
Und was sich an jener Stelle
Nun mit deinem Namen nennt,
Kam herbei wie eine Welle,
Und so eilt's zum Element.
Laß den Anfang mit dem Ende
Sich in eins zusammenzieh'n!
Schneller als die Gegenstände
Selber dich vorüberflieh'n.
Danke, daß die Gunst der Musen
Unvergängliches verheißt:
Den Gehalt in deinem Busen
Und die Form in deinem Geist.