„Kaspar Ayndorffer“ – Versionsunterschied
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Ayndorffer stammte aus einer Münchner [[Patrizier]]-Familie. Er wurde im Jahr 1426 zum Abt des Klosters in Tegernsee gewählt. Ayndorffer gilt als verdienstvoller Erneuerer des klösterlichen Lebens. Tegernsee wurde unter ihm zum Treibrad der [[Melker Klosterreform]]en in [[Bayern]]. Die Prinzipien der Reformen waren der Versuch, streng nach der [[Benediktsregel]] zu leben, d. h. eine Ausrichtung des klösterlichen Lebens auf die gemeinsamen Gebetszeiten zu erreichen. Weitere Ziele waren der Kampf gegen die Verweltlichung der Mönche und Äbte, die Aufnahme auch Nicht-Adliger ins Kloster und nicht zuletzt die Förderung der wissenschaftlichen Arbeit im Geiste des [[Humanismus]].<ref>Albert Groiß: ''Spätmittelalterliche Lebensformen der Benediktiner von der Melker Observanz vor dem Hintergrund ihrer Bräuche. Ein darstellender Kommentar zum Caeremoniale Melicense des Jahres 1460'' (Beiträge zur Geschichte des alten Mönchtums und des Beneditinertums, Bd. 46), Münster 1999.</ref> Während Ayndorffers Amtstätigkeit stellte das Kloster Tegernsee namhafte Äbte für die Klöster [[Kloster Andechs|Andechs]], [[Kloster Benediktbeuern|Benediktbeuern]], [[Kloster Scheyern|Scheyern]] und [[Kloster Wessobrunn|Wessobrunn]]. Kirche und Kloster in Tegernsee wurden im gotischen Stil ausgebaut, ein neuer Chor mit doppelstöckiger [[Sakristei]] und das wiederum dreischiffige Langhaus wurden unter seiner Leitung begonnen. 1446 wurde zum 700-jährigen Jubiläum ein großer Passionsaltar geweiht (heute sind Tafeln in München, Nürnberg, Berlin und Freising). | |||
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Aus Ayndorffers Zeit stammt auch eine Anzahl noch heute erhaltener Kunstwerke des Klosters wie das Grabdenkmal der beiden Stifter des Klosters aus der Hand des Münchner Bildhauers [[Hans Haldner]] und die große „Tegernseer“ [[Monstranz]] des Landsberger Goldschmieds [[Hans Kistler]] aus dem Jahr 1448.<ref>[https://www.erzbistum-muenchen.de/pfarrei/pv-tegernsee-egern-kreuth/cont/75205 Pfarrkirche Tegernsee-St. Quirinus: Geschichte und Kunst], Website des Pfarrverbands Tegernsee-Egern-Kreuth, abgerufen am 14. April 2020.</ref> | |||
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Aktuelle Version vom 10. August 2026, 13:20 Uhr
Kaspar Ayndorffer (auch Aindorffer; * 1401 in München; † 17. Januar 1461 im Kloster Tegernsee) war ein deutscher Benediktiner und Abt des Klosters Tegernsee. Er machte sich um die Wiederherstellung der verfallenen Klosterdisziplin und die Erneuerung des klösterlichen Lebens verdient.
Leben
Ayndorffer stammte aus einer Münchner Patrizier-Familie. Er wurde im Jahr 1426 zum Abt des Klosters in Tegernsee gewählt. Ayndorffer gilt als verdienstvoller Erneuerer des klösterlichen Lebens. Tegernsee wurde unter ihm zum Treibrad der Melker Klosterreformen in Bayern. Die Prinzipien der Reformen waren der Versuch, streng nach der Benediktsregel zu leben, d. h. eine Ausrichtung des klösterlichen Lebens auf die gemeinsamen Gebetszeiten zu erreichen. Weitere Ziele waren der Kampf gegen die Verweltlichung der Mönche und Äbte, die Aufnahme auch Nicht-Adliger ins Kloster und nicht zuletzt die Förderung der wissenschaftlichen Arbeit im Geiste des Humanismus.[1] Während Ayndorffers Amtstätigkeit stellte das Kloster Tegernsee namhafte Äbte für die Klöster Andechs, Benediktbeuern, Scheyern und Wessobrunn. Kirche und Kloster in Tegernsee wurden im gotischen Stil ausgebaut, ein neuer Chor mit doppelstöckiger Sakristei und das wiederum dreischiffige Langhaus wurden unter seiner Leitung begonnen. 1446 wurde zum 700-jährigen Jubiläum ein großer Passionsaltar geweiht (heute sind Tafeln in München, Nürnberg, Berlin und Freising).
In dem Prior Bernhard von Waging hatte Ayndorffer seit 1452 einen tatkräftigen Helfer. Bernhard von Waging und Kaspar Ayndorffer standen dabei unter anderem in Verbindung mit Johann III. von Eych, Johannes von Melk und Nikolaus von Kues.[2] Aus Ayndorffers Zeit stammt auch eine Anzahl noch heute erhaltener Kunstwerke des Klosters wie das Grabdenkmal der beiden Stifter des Klosters aus der Hand des Münchner Bildhauers Hans Haldner und die große „Tegernseer“ Monstranz des Landsberger Goldschmieds Hans Kistler aus dem Jahr 1448.[3]
Literatur
- Friedrich Lauchert: Aindorffer, Kaspar. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 45, Duncker & Humblot, Leipzig 1900, S. 720 f.
- Romuald Bauerreiß OSB: Ayndorffer (Aindorffer), Kaspar. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 471 f. (Digitalisat).
Einzelnachweise
- ↑ Albert Groiß: Spätmittelalterliche Lebensformen der Benediktiner von der Melker Observanz vor dem Hintergrund ihrer Bräuche. Ein darstellender Kommentar zum Caeremoniale Melicense des Jahres 1460 (Beiträge zur Geschichte des alten Mönchtums und des Beneditinertums, Bd. 46), Münster 1999.
- ↑ Alois Angerpointner: Nikolaus von Kues und Bernhard von Waging. in: Amperland, 1. Jahrgang, 1965, S. 3–5.
- ↑ Pfarrkirche Tegernsee-St. Quirinus: Geschichte und Kunst, Website des Pfarrverbands Tegernsee-Egern-Kreuth, abgerufen am 14. April 2020.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Hildebrand Kastner | Abt von Tegernsee 1429–1461 | Konrad V. Ayrenschmalz |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kaspar Ayndorffer |
| ALTERNATIVNAMEN | Kaspar Aindorffer; Caspar Aindorfer |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Benediktiner und Abt von Tegernsee |
| GEBURTSDATUM | 1401 |
| GEBURTSORT | München |
| STERBEDATUM | 17. Januar 1461 |
| STERBEORT | Kloster Tegernsee |