„Geschöpf“ – Versionsunterschied
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<p style="text-align: justify;" >¦∑¦ ge + schöpf; ⇒ schöpfen; | <p style="text-align: justify;" >¦∑¦ [[ge-]] + [[schöpf]]; ⇒ schöpfen;</p><p style="text-align: justify;">¦∅¦ ‘Flüssigkeit mit einer Kelle oder einem Gefäß entnehmen’, auch ‘(er)schaffen’ (heute selten, im 19. Jh. veraltend);</p><p style="text-align: justify;">¦√¦ uig. *''skab'' "schneiden, formenspalten"; ausgehend von einer Bedeutung ‘schnitzend gestalten’, Anschluß an die Variante u<abbr title="indoeuropäisch">ie.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">*''skā̌b(h'')-</span> der Wurzel <abbr title="indoeuropäisch">ie.</abbr> <span class="etymwb-mentioned">*''(s)kē̌p''-</span>, <span class="etymwb-mentioned">*''(s)kō̌p''-</span>, <span class="etymwb-mentioned">*''(s)kā̌p''-</span> ‘mit scharfem Werkzeug schneiden, spalten’ möglich;</p><p><span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">¦√¦ </span></span>Laut- und bedeutungsgleich stehen nebeneinander ein starkes Verb <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="althochdeutsch">ahd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">skephen</span>'' und ein schwaches Verb <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="althochdeutsch">ahd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">skephen</span>'', beide für ‘(er)schaffen, gestalten, bilden’ und ‘(Wasser) schöpfen’ (s. [https://www.dwds.de/wb/etymwb/schaffen schaffen]).</p><p style="padding-left: 40px;" >Vielleicht darf davon ausgegangen werden, daß die Bedeutung ‘(Wasser) schöpfen’ zunächst allein dem schwachen Verb zukam, das dann als eine Bildung zu dem unter [https://www.dwds.de/wb/etymwb/Schaff Schaff] (s. d.) behandelten Substantiv anzusehen wäre.</p><p style="padding-left: 40px;" >Die semantische Vermischung beider Verben ist jedenfalls im <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="althochdeutsch">Ahd.</abbr> bereits vollzogen. Während starkes <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="althochdeutsch">ahd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">skephen</span>'' in <span class="etymwb-mentioned">schaffen</span> weiterlebt (und die Bedeutung ‘Wasser schöpfen’ aufgibt), setzt sich schwaches <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="althochdeutsch">ahd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">skephen</span>'' mit seinen beiden Bedeutungen in <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">schepfen</span>'', <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="neuhochdeutsch">nhd.</abbr> (mit Rundung zu ö) ''<span class="etymwb-mentioned">schöpfen</span>'' (<span class="etymwb-mentioned">schöpfte</span>, <span class="etymwb-mentioned">geschöpft</span>) fort. Vgl. auch (schwach flektierend) <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="mittelniederdeutsch">mnd.</abbr> <abbr title="" data-toggle="tooltip" data-original-title="niederländisch">nl.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">scheppen</span>'' ‘(Wasser) schöpfen’.</p> | ||
Version vom 21. Dezember 2023, 19:54 Uhr
¦∅¦ ‘Flüssigkeit mit einer Kelle oder einem Gefäß entnehmen’, auch ‘(er)schaffen’ (heute selten, im 19. Jh. veraltend);
¦√¦ uig. *skab "schneiden, formenspalten"; ausgehend von einer Bedeutung ‘schnitzend gestalten’, Anschluß an die Variante uie. *skā̌b(h)- der Wurzel ie. *(s)kē̌p-, *(s)kō̌p-, *(s)kā̌p- ‘mit scharfem Werkzeug schneiden, spalten’ möglich;
¦√¦ Laut- und bedeutungsgleich stehen nebeneinander ein starkes Verb ahd. skephen und ein schwaches Verb ahd. skephen, beide für ‘(er)schaffen, gestalten, bilden’ und ‘(Wasser) schöpfen’ (s. schaffen).
Vielleicht darf davon ausgegangen werden, daß die Bedeutung ‘(Wasser) schöpfen’ zunächst allein dem schwachen Verb zukam, das dann als eine Bildung zu dem unter Schaff (s. d.) behandelten Substantiv anzusehen wäre.
Die semantische Vermischung beider Verben ist jedenfalls im Ahd. bereits vollzogen. Während starkes ahd. skephen in schaffen weiterlebt (und die Bedeutung ‘Wasser schöpfen’ aufgibt), setzt sich schwaches ahd. skephen mit seinen beiden Bedeutungen in mhd. schepfen, nhd. (mit Rundung zu ö) schöpfen (schöpfte, geschöpft) fort. Vgl. auch (schwach flektierend) mnd. nl. scheppen ‘(Wasser) schöpfen’.