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„Geschichte“ – Versionsunterschied

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<p style="text-align: justify;" >¦∑¦ Wortbildung;</p><p style="text-align: justify;" >¦∅¦ das, dass sich ereignet;<br></p><p style="text-align: justify;" >¦⊕¦ eigentlich bezieht es sich Geschichte auf das gegenwärtige geschehen und erst als Kunde oder Wissenschaft auf die Vergangenheit; man schreibt an sich keine Geschichte - man lebt sie;<br></p><p style="text-align: justify;" >¦⊗¦ ‘Ereignis, Erzählung, Wissenschaft von der Entwicklung der Gesellschaft (im weiteren Sinne auch von der Natur) in der Vergangenheit’; Neben einem endungslosen&nbsp; <abbr title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">geschiht</span>'' stellt sich im 13. Jh. ein <abbr title="mittelhochdeutsch">mhd.,</abbr> (<abbr title="mitteldeutsch">md.</abbr>) ''<span class="etymwb-mentioned">geschicht(e); </span>''<span class="etymwb-mentioned">Aus Mehrzahl ''Geschichten'' ‘denkwürdige, sich auf einen Gegenstand, Ort, ein Land, Volk, eine Person beziehende Ereignisse’ (14. Jh.), der zunächst als Aneinanderreihung sich folgender Ereignisse, Vorgänge verstanden wird, entwickelt sich im 17. Jh. ein neuer (vermeintlicher) Einzahlbegriff ''Geschichte'' (vgl. die teutsche Geschichte und Sprache, 1644), der sowohl den ‘zusammenhängenden Bericht dieser Ereignisse’ als auch die ‘Ereignisse in ihrem chronologischen Ablauf’ umfaßt (es somit immer noch Geschichte eine Anzahl von Geschichte sind), wodurch sich eine neue Mehrzahl als ''Geschichten'' herausbildet. Im 18. Jh. ([https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant Kant], [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gottfried_Herder Herder], [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Schiller Schiller]) wird der Einzahl ''Geschichte'' als ‘Wissenschaft von Geschehenem’ bestimmt; dazu <span class="etymwb-headword">''<span class="etymwb-orth">geschichtlich</span>'' <span class="etymwb-gramgrp">als Eigenschaft </span></span>(17. Jh.).</span><br></p><p>¦√¦&nbsp;Wortwurzel;</p><p style="text-align: justify;" >¦↵¦ <abbr title="althochdeutsch">ahd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">giskiht</span>'' (um 1000), <abbr title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">geschiht</span>'' ‘Geschehen, Ereignis, Zufall, Umstände’;</p><hr><p style="text-align: justify;" >[bg_collapse view="button-blue" color="#ffffff" icon="eye" expand_text=" " collapse_text=" " ]</p><p style="text-align: justify;" >Text</p><hr><p style="text-align: justify;" ><span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">Geschichte</span> <span class="etymwb-gramgrp">f. </span></span>‘Ereignis, Erzählung, Wissenschaft von der Entwicklung der Gesellschaft (im weiteren Sinne auch von der Natur) in der Vergangenheit’, <abbr title="althochdeutsch">ahd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">giskiht</span>'' (um 1000), <abbr title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">geschiht</span>'' ‘Geschehen, Ereignis, Zufall, Umstände’, <abbr title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> auch ‘(göttliche) Schickung, Folge der Ereignisse, Angelegenheit, Eigenschaft, Art und Weise’, ist ein nur im <abbr title="deutsch">Dt.</abbr> bezeugtes ti-Abstraktum zu dem unter ↗[https://www.dwds.de/wb/etymwb/geschehen geschehen] (s. d.) behandelten Präfixverb und bedeutet eigentlich ‘was sich ereignet’. Seit dem 16. Jh. steht es für eine ‘mündliche oder schriftliche Erzählung von etw. Geschehenem oder Erdachtem’. Neben das endungslose Fem. <abbr title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">geschiht</span>'' (s. oben) stellt sich im 13. Jh. ein Neutrum <abbr title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> (<abbr title="mitteldeutsch">md.</abbr>) ''<span class="etymwb-mentioned">geschicht(e)</span>'' (vgl. <abbr title="mittelniederdeutsch">mnd. </abbr>''<span class="etymwb-mentioned">geschicht(e)</span> ''f. n.). Aus dem Plur. ''<span class="etymwb-mentioned">Geschichten</span>'' ‘denkwürdige, sich auf einen Gegenstand, Ort, ein Land, Volk, eine Person beziehende Ereignisse’ (14. Jh.), der zunächst als Aneinanderreihung sich folgender Ereignisse, Vorgänge verstanden wird, entwickelt sich im 17. Jh. ein neuer fem. Sing. <span class="etymwb-mentioned">Geschichte</span> (vgl. <span class="etymwb-mentioned">die teutsche Geschichte und Sprache</span>, 1644), der sowohl den ‘zusammenhängenden Bericht dieser Ereignisse’ als auch die ‘Ereignisse in ihrem chronologischen Ablauf’ umfaßt. Im 18. Jh. ([https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant Kant], [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gottfried_Herder Herder], [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Schiller Schiller]) wird der Sing. <span class="etymwb-mentioned">Geschichte</span> als ‘Wissenschaft von Geschehenem’ präzisiert.<span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">geschichtlich</span> <span class="etymwb-gramgrp">Adj. </span></span>(17. Jh.).</p><p style="text-align: justify;" >[/bg_collapse]</p>
[[Geschicht]] + [[-e]]<p style="text-align: justify;" >¦∅¦ das, dass sich ereignet;<br></p><p style="text-align: justify;" >¦⊕¦ eigentlich bezieht es sich Geschichte auf das gegenwärtige geschehen und erst als Kunde oder Wissenschaft auf die Vergangenheit; man schreibt an sich keine Geschichte - man lebt sie;<br></p><p style="text-align: justify;" >¦⊗¦ ‘Ereignis, Erzählung, Wissenschaft von der Entwicklung der Gesellschaft (im weiteren Sinne auch von der Natur) in der Vergangenheit’; Neben einem endungslosen&nbsp; <abbr title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">geschiht</span>'' stellt sich im 13. Jh. ein <abbr title="mittelhochdeutsch">mhd.,</abbr> (<abbr title="mitteldeutsch">md.</abbr>) ''<span class="etymwb-mentioned">geschicht(e); </span>''<span class="etymwb-mentioned">Aus Mehrzahl ''Geschichten'' ‘denkwürdige, sich auf einen Gegenstand, Ort, ein Land, Volk, eine Person beziehende Ereignisse’ (14. Jh.), der zunächst als Aneinanderreihung sich folgender Ereignisse, Vorgänge verstanden wird, entwickelt sich im 17. Jh. ein neuer (vermeintlicher) Einzahlbegriff ''Geschichte'' (vgl. die teutsche Geschichte und Sprache, 1644), der sowohl den ‘zusammenhängenden Bericht dieser Ereignisse’ als auch die ‘Ereignisse in ihrem chronologischen Ablauf’ umfaßt (es somit immer noch Geschichte eine Anzahl von Geschichte sind), wodurch sich eine neue Mehrzahl als ''Geschichten'' herausbildet. Im 18. Jh. ([https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant Kant], [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gottfried_Herder Herder], [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Schiller Schiller]) wird der Einzahl ''Geschichte'' als ‘Wissenschaft von Geschehenem’ bestimmt; dazu <span class="etymwb-headword">''<span class="etymwb-orth">geschichtlich</span>'' <span class="etymwb-gramgrp">als Eigenschaft </span></span>(17. Jh.).</span><br></p><p style="text-align: justify;" >¦↵¦ <abbr title="althochdeutsch">ahd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">giskiht</span>'' (um 1000), <abbr title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">geschiht</span>'' ‘Geschehen, Ereignis, Zufall, Umstände’;</p><p style="text-align: justify;" ></p><hr><p style="text-align: justify;" ><span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">Geschichte</span> <span class="etymwb-gramgrp">f. </span></span>‘Ereignis, Erzählung, Wissenschaft von der Entwicklung der Gesellschaft (im weiteren Sinne auch von der Natur) in der Vergangenheit’, <abbr title="althochdeutsch">ahd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">giskiht</span>'' (um 1000), <abbr title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">geschiht</span>'' ‘Geschehen, Ereignis, Zufall, Umstände’, <abbr title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> auch ‘(göttliche) Schickung, Folge der Ereignisse, Angelegenheit, Eigenschaft, Art und Weise’, ist ein nur im <abbr title="deutsch">Dt.</abbr> bezeugtes ti-Abstraktum zu dem unter ↗[https://www.dwds.de/wb/etymwb/geschehen geschehen] (s. d.) behandelten Präfixverb und bedeutet eigentlich ‘was sich ereignet’. Seit dem 16. Jh. steht es für eine ‘mündliche oder schriftliche Erzählung von etw. Geschehenem oder Erdachtem’. Neben das endungslose Fem. <abbr title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> ''<span class="etymwb-mentioned">geschiht</span>'' (s. oben) stellt sich im 13. Jh. ein Neutrum <abbr title="mittelhochdeutsch">mhd.</abbr> (<abbr title="mitteldeutsch">md.</abbr>) ''<span class="etymwb-mentioned">geschicht(e)</span>'' (vgl. <abbr title="mittelniederdeutsch">mnd. </abbr>''<span class="etymwb-mentioned">geschicht(e)</span> ''f. n.). Aus dem Plur. ''<span class="etymwb-mentioned">Geschichten</span>'' ‘denkwürdige, sich auf einen Gegenstand, Ort, ein Land, Volk, eine Person beziehende Ereignisse’ (14. Jh.), der zunächst als Aneinanderreihung sich folgender Ereignisse, Vorgänge verstanden wird, entwickelt sich im 17. Jh. ein neuer fem. Sing. <span class="etymwb-mentioned">Geschichte</span> (vgl. <span class="etymwb-mentioned">die teutsche Geschichte und Sprache</span>, 1644), der sowohl den ‘zusammenhängenden Bericht dieser Ereignisse’ als auch die ‘Ereignisse in ihrem chronologischen Ablauf’ umfaßt. Im 18. Jh. ([https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant Kant], [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gottfried_Herder Herder], [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Schiller Schiller]) wird der Sing. <span class="etymwb-mentioned">Geschichte</span> als ‘Wissenschaft von Geschehenem’ präzisiert.<span class="etymwb-headword"><span class="etymwb-orth">geschichtlich</span> <span class="etymwb-gramgrp">Adj. </span></span>(17. Jh.).</p><p style="text-align: justify;" >[/bg_collapse]</p>

Version vom 22. Dezember 2023, 14:01 Uhr

Geschicht + -e

¦∅¦ das, dass sich ereignet;

¦⊕¦ eigentlich bezieht es sich Geschichte auf das gegenwärtige geschehen und erst als Kunde oder Wissenschaft auf die Vergangenheit; man schreibt an sich keine Geschichte - man lebt sie;

¦⊗¦ ‘Ereignis, Erzählung, Wissenschaft von der Entwicklung der Gesellschaft (im weiteren Sinne auch von der Natur) in der Vergangenheit’; Neben einem endungslosen  mhd. geschiht stellt sich im 13. Jh. ein mhd., (md.) geschicht(e); Aus Mehrzahl Geschichten ‘denkwürdige, sich auf einen Gegenstand, Ort, ein Land, Volk, eine Person beziehende Ereignisse’ (14. Jh.), der zunächst als Aneinanderreihung sich folgender Ereignisse, Vorgänge verstanden wird, entwickelt sich im 17. Jh. ein neuer (vermeintlicher) Einzahlbegriff Geschichte (vgl. die teutsche Geschichte und Sprache, 1644), der sowohl den ‘zusammenhängenden Bericht dieser Ereignisse’ als auch die ‘Ereignisse in ihrem chronologischen Ablauf’ umfaßt (es somit immer noch Geschichte eine Anzahl von Geschichte sind), wodurch sich eine neue Mehrzahl als Geschichten herausbildet. Im 18. Jh. (Kant, Herder, Schiller) wird der Einzahl Geschichte als ‘Wissenschaft von Geschehenem’ bestimmt; dazu geschichtlich als Eigenschaft (17. Jh.).

¦↵¦ ahd. giskiht (um 1000), mhd. geschiht ‘Geschehen, Ereignis, Zufall, Umstände’;


Geschichte f. ‘Ereignis, Erzählung, Wissenschaft von der Entwicklung der Gesellschaft (im weiteren Sinne auch von der Natur) in der Vergangenheit’, ahd. giskiht (um 1000), mhd. geschiht ‘Geschehen, Ereignis, Zufall, Umstände’, mhd. auch ‘(göttliche) Schickung, Folge der Ereignisse, Angelegenheit, Eigenschaft, Art und Weise’, ist ein nur im Dt. bezeugtes ti-Abstraktum zu dem unter ↗geschehen (s. d.) behandelten Präfixverb und bedeutet eigentlich ‘was sich ereignet’. Seit dem 16. Jh. steht es für eine ‘mündliche oder schriftliche Erzählung von etw. Geschehenem oder Erdachtem’. Neben das endungslose Fem. mhd. geschiht (s. oben) stellt sich im 13. Jh. ein Neutrum mhd. (md.) geschicht(e) (vgl. mnd. geschicht(e) f. n.). Aus dem Plur. Geschichten ‘denkwürdige, sich auf einen Gegenstand, Ort, ein Land, Volk, eine Person beziehende Ereignisse’ (14. Jh.), der zunächst als Aneinanderreihung sich folgender Ereignisse, Vorgänge verstanden wird, entwickelt sich im 17. Jh. ein neuer fem. Sing. Geschichte (vgl. die teutsche Geschichte und Sprache, 1644), der sowohl den ‘zusammenhängenden Bericht dieser Ereignisse’ als auch die ‘Ereignisse in ihrem chronologischen Ablauf’ umfaßt. Im 18. Jh. (Kant, Herder, Schiller) wird der Sing. Geschichte als ‘Wissenschaft von Geschehenem’ präzisiert.geschichtlich Adj. (17. Jh.).

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