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„Digraph“ – Versionsunterschied

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Die Seite wurde neu angelegt: „'''Digraph''' bezeichnet in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Graphematik Graphematik] zwei [https://de.wikipedia.org/wiki/Buchstabe Buchstaben], die für eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Lautung Lautung] stehen. Für mehr als zwei Buchstaben verwendet man andere [https://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Zahlw%C3%B6rter griechische Zahlwörter] als Präfixe, zum Beispiel Trigraph oder Tetragraph. == <span id="Begriffsbestimmung">Begriffsbestimmung</s…“
 
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'''Digraph''' bezeichnet in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Graphematik Graphematik] zwei [https://de.wikipedia.org/wiki/Buchstabe Buchstaben], die für eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Lautung Lautung] stehen. Für mehr als zwei Buchstaben verwendet man andere [https://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Zahlw%C3%B6rter griechische Zahlwörter] als Präfixe, zum Beispiel Trigraph oder Tetragraph.
[[di-]] + [[-graph]] [[Abk./sgm.]] "[[zwei]]-[[Zeichen]]"
== <span id="Begriffsbestimmung">Begriffsbestimmung</span> ==
 
'''Digraph'''<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Digraph_(Linguistik); Stand 13. Februar 2022 um 11:48 Uhr</ref> bezeichnet in der [[Graphematik]] zwei [[Buchstaben]], die für eine [[Lautung]] stehen. Für mehr als zwei Buchstaben verwendet man andere [https://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Zahlw%C3%B6rter griechische Zahlwörter] als [[Präfixe]], zum Beispiel [[Trigraph]] oder [[Tetragraph]].
 
=== <span id="Begriffsbestimmung">Begriffsbestimmung</span> ===
<p>Im weiteren Sinne besteht ein ''Digraph'' aus zwei [https://de.wikipedia.org/wiki/Graphem Graphemen], die sich ''einem'' [https://de.wikipedia.org/wiki/Phonem Phonem] zuordnen lassen (z.&nbsp;B. die [https://de.wikipedia.org/wiki/Konsonantenh%C3%A4ufung Konsonantenbuchstabenkombination] ''ch'' im Deutschen dem Phonem /χ/ oder /ç/). Ebenso als Digraph wird eine Buchstabenkombination bezeichnet, die sich einer Phonem-''Kombination'' zuordnen lässt, wenn deren Bestandteile nicht eindeutig und getrennt voneinander auf die Bestandteile der Buchstabenkombination bezogen sind (z.&nbsp;B. ''ch'' im Englischen der Phonemkombination /tʃ/ – es wäre nicht sinnvoll, das ''c'' dem /t/ und das ''h'' dem /ʃ/ zuzuordnen).</p><p>Manchmal wird der Begriff auch nicht in diesem [https://de.wikipedia.org/wiki/Phonographie_(Linguistik) phonographischen] Sinne gebraucht. In einem phonemunabhängigen graphematischen Ansatz, der aber (aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Distribution_(Sprachwissenschaft) distributionellen] Gründen) davon ausgeht, dass ein Graphem aus mehreren Buchstaben ([https://de.wikipedia.org/wiki/Graph_(Linguistik) Graphen]/[https://de.wikipedia.org/wiki/Glyphe Glyphen]) bestehen kann (und z.&nbsp;B. ''ch'' und ''qu'' als jeweils ''ein'' Graphem bewertet), wird ''Digraph'' als Bezeichnung für solch ein Graphem verwendet (ohne dass damit schon etwas über die Zuordnung zu Phonemen gesagt wäre).</p><p>Im engeren Sinne sind Digraphen die Buchstabenpaare, die in einer Sprache als so eng zusammengehörig betrachtet werden, dass sie zum Beispiel auch bei der [https://de.wikipedia.org/wiki/Alphabetische_Sortierung alphabetischen Sortierung] wie ein Buchstabe behandelt werden. Dieser Gebrauch des Begriffes kann aber vom ersten abweichen. Die Vorkommen in der alphabetischen Sortierung garantiert noch nicht, dass es sich bei der zugehörigen Lautung um ein Phonem (oder eine Phonemkombination im obigen Sinne) handelt. (Es lässt sich z.&nbsp;B. darüber streiten, ob ''dž'' im Kroatischen ein Digraph im ersten Sinne ist. Das hängt auch von der vorausgesetzten Phonemdefinition ab. Wenn man /dʒ/ im Kroatischen als zwei Phoneme wertet, lassen sich die Bestandteile der Laut- und Buchstabenkombination eindeutig zuordnen –&nbsp;''d'' zu /d/ und ''ž'' zu /ʒ/&nbsp;–, und ''dž'' ist dann genauso wenig ein Digraph wie z.&nbsp;B. ''dr''.)</p>
<p>Im weiteren Sinne besteht ein ''Digraph'' aus zwei [https://de.wikipedia.org/wiki/Graphem Graphemen], die sich ''einem'' [https://de.wikipedia.org/wiki/Phonem Phonem] zuordnen lassen (z.&nbsp;B. die [https://de.wikipedia.org/wiki/Konsonantenh%C3%A4ufung Konsonantenbuchstabenkombination] ''ch'' im Deutschen dem Phonem /χ/ oder /ç/). Ebenso als Digraph wird eine Buchstabenkombination bezeichnet, die sich einer Phonem-''Kombination'' zuordnen lässt, wenn deren Bestandteile nicht eindeutig und getrennt voneinander auf die Bestandteile der Buchstabenkombination bezogen sind (z.&nbsp;B. ''ch'' im Englischen der Phonemkombination /tʃ/ – es wäre nicht sinnvoll, das ''c'' dem /t/ und das ''h'' dem /ʃ/ zuzuordnen).</p><p>Manchmal wird der Begriff auch nicht in diesem [https://de.wikipedia.org/wiki/Phonographie_(Linguistik) phonographischen] Sinne gebraucht. In einem phonemunabhängigen graphematischen Ansatz, der aber (aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Distribution_(Sprachwissenschaft) distributionellen] Gründen) davon ausgeht, dass ein Graphem aus mehreren Buchstaben ([https://de.wikipedia.org/wiki/Graph_(Linguistik) Graphen]/[https://de.wikipedia.org/wiki/Glyphe Glyphen]) bestehen kann (und z.&nbsp;B. ''ch'' und ''qu'' als jeweils ''ein'' Graphem bewertet), wird ''Digraph'' als Bezeichnung für solch ein Graphem verwendet (ohne dass damit schon etwas über die Zuordnung zu Phonemen gesagt wäre).</p><p>Im engeren Sinne sind Digraphen die Buchstabenpaare, die in einer Sprache als so eng zusammengehörig betrachtet werden, dass sie zum Beispiel auch bei der [https://de.wikipedia.org/wiki/Alphabetische_Sortierung alphabetischen Sortierung] wie ein Buchstabe behandelt werden. Dieser Gebrauch des Begriffes kann aber vom ersten abweichen. Die Vorkommen in der alphabetischen Sortierung garantiert noch nicht, dass es sich bei der zugehörigen Lautung um ein Phonem (oder eine Phonemkombination im obigen Sinne) handelt. (Es lässt sich z.&nbsp;B. darüber streiten, ob ''dž'' im Kroatischen ein Digraph im ersten Sinne ist. Das hängt auch von der vorausgesetzten Phonemdefinition ab. Wenn man /dʒ/ im Kroatischen als zwei Phoneme wertet, lassen sich die Bestandteile der Laut- und Buchstabenkombination eindeutig zuordnen –&nbsp;''d'' zu /d/ und ''ž'' zu /ʒ/&nbsp;–, und ''dž'' ist dann genauso wenig ein Digraph wie z.&nbsp;B. ''dr''.)</p>
== <span id="Trigraph,_Tetragraph,_…">Trigraph, Tetragraph, …</span> ==
 
=== <span id="Trigraph,_Tetragraph,_…">Trigraph, Tetragraph, …</span> ===
<p>Entsprechend wird der Begriff ''Trigraph'' (zu griechisch ''tri-'', „drei“, siehe [https://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Zahlw%C3%B6rter Griechische Zahlwörter]) für eine Kombination aus drei Buchstaben gebraucht (z.&nbsp;B. ''sch'' im Deutschen ('''''Sch'''ach'') und Schwedischen ('''''sch'''ack'') für das Phonem /ʃ/, ''ieh'' im Deutschen für /iː/). Die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen: ''Tetragraph'' (''tetra-'' „vier“), z.&nbsp;B. ''ough'' im Englischen für /ɔː/ in ''brought'', ''zsch'' für /tʃ/ in Eigennamen wie ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Zschopau Zschopau]'', ''Pentagraph'' (''penta-'' „fünf“), etwa ''tzsch'' für /tʃ/ in Eigennamen wie ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Nietzsche Nietzsche]'' usw. Als ''Heptagraph'' (''hepta-'' „sieben“) lässt sich ''schtsch'' zur Transkription des russischen Graphems „[https://de.wikipedia.org/wiki/%D0%A9 щ]“ bezeichnen, wenn man davon ausgeht, dass im modernen Russisch dieses Graphem als ein Phonem /ʃʲː/ (früher /ʃʲtʃʲ/) gesprochen wird.</p>
<p>Entsprechend wird der Begriff ''Trigraph'' (zu griechisch ''tri-'', „drei“, siehe [https://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Zahlw%C3%B6rter Griechische Zahlwörter]) für eine Kombination aus drei Buchstaben gebraucht (z.&nbsp;B. ''sch'' im Deutschen ('''''Sch'''ach'') und Schwedischen ('''''sch'''ack'') für das Phonem /ʃ/, ''ieh'' im Deutschen für /iː/). Die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen: ''Tetragraph'' (''tetra-'' „vier“), z.&nbsp;B. ''ough'' im Englischen für /ɔː/ in ''brought'', ''zsch'' für /tʃ/ in Eigennamen wie ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Zschopau Zschopau]'', ''Pentagraph'' (''penta-'' „fünf“), etwa ''tzsch'' für /tʃ/ in Eigennamen wie ''[https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Nietzsche Nietzsche]'' usw. Als ''Heptagraph'' (''hepta-'' „sieben“) lässt sich ''schtsch'' zur Transkription des russischen Graphems „[https://de.wikipedia.org/wiki/%D0%A9 щ]“ bezeichnen, wenn man davon ausgeht, dass im modernen Russisch dieses Graphem als ein Phonem /ʃʲː/ (früher /ʃʲtʃʲ/) gesprochen wird.</p>
== <span id="Verwendung_in_Umschriften">Verwendung in Umschriften</span> ==
 
=== <span id="Verwendung_in_Umschriften">Verwendung in Umschriften</span> ===
<p>Digraphen und Mehrfachkombinationen werden auch für die [https://de.wikipedia.org/wiki/Transliteration Transliteration] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Transkription_(Schreibung) Transkription] anderer Sprachen verwendet, etwa ''zh, sh'' im Englischen für die „sch“-Laute ([https://de.wikipedia.org/wiki/Frikativ Frikative]) /ʒ, ʃ/.</p><p>Außerdem dienen sie vielfach der Darstellung von diakritischen Zeichen (vgl. tschech. ''č, ř'' mit poln. ''cz, rz''), wenn diese selbst etwa aus technischen Gründen nicht zur Verfügung stehen.</p><p>Die lateinischen Buchstaben sind, auch wegen der Verbreitung des [https://de.wikipedia.org/wiki/American_Standard_Code_for_Information_Interchange ASCII]-Zeichensatzes in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektronische_Datenverarbeitung elektronischen Datenverarbeitung], allgemein für Umschriften verbreitet (engl. ''latinisation'' oder ''romanisation''). Auch andere Schriftsysteme verwenden ein analoges Vorgehen, wie die traditionelle chinesische Laut-Umschrift [https://de.wikipedia.org/wiki/F%C7%8Enqi%C3%A8 Fǎnqiè] (z.&nbsp;B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Chinesische_Schrift chinesisch]&nbsp;<span class="Hani" lang="zh-Hani">都宗</span>, [https://de.wikipedia.org/wiki/Pinyin Pinyin] ''dū-zōng'' für die Lautung ''dōng''des Zeichens <span class="Hani" lang="zh-Hani">冬</span>).</p>
<p>Digraphen und Mehrfachkombinationen werden auch für die [https://de.wikipedia.org/wiki/Transliteration Transliteration] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Transkription_(Schreibung) Transkription] anderer Sprachen verwendet, etwa ''zh, sh'' im Englischen für die „sch“-Laute ([https://de.wikipedia.org/wiki/Frikativ Frikative]) /ʒ, ʃ/.</p><p>Außerdem dienen sie vielfach der Darstellung von diakritischen Zeichen (vgl. tschech. ''č, ř'' mit poln. ''cz, rz''), wenn diese selbst etwa aus technischen Gründen nicht zur Verfügung stehen.</p><p>Die lateinischen Buchstaben sind, auch wegen der Verbreitung des [https://de.wikipedia.org/wiki/American_Standard_Code_for_Information_Interchange ASCII]-Zeichensatzes in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektronische_Datenverarbeitung elektronischen Datenverarbeitung], allgemein für Umschriften verbreitet (engl. ''latinisation'' oder ''romanisation''). Auch andere Schriftsysteme verwenden ein analoges Vorgehen, wie die traditionelle chinesische Laut-Umschrift [https://de.wikipedia.org/wiki/F%C7%8Enqi%C3%A8 Fǎnqiè] (z.&nbsp;B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Chinesische_Schrift chinesisch]&nbsp;<span class="Hani" lang="zh-Hani">都宗</span>, [https://de.wikipedia.org/wiki/Pinyin Pinyin] ''dū-zōng'' für die Lautung ''dōng''des Zeichens <span class="Hani" lang="zh-Hani">冬</span>).</p>
== <span id="Beispiele">Beispiele</span> ==
 
=== <span id="Beispiele">Beispiele</span> ===
<p>Beispiele für Mehrgraphe (und andere Buchstabenkombinationen):</p>
<p>Beispiele für Mehrgraphe (und andere Buchstabenkombinationen):</p>
#Mehrgraphe (für ''einen'' Laut), deren Aussprache sich synchron nicht oder nur teilweise aus der Aussprache der Einzelbuchstaben begründen lässt,
#Mehrgraphe (für ''einen'' Laut), deren Aussprache sich synchron nicht oder nur teilweise aus der Aussprache der Einzelbuchstaben begründen lässt,
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<p>[https://de.wikipedia.org/wiki/Unicode Unicode] hat aus Kompatibilitätsgründen einigen wenigen lateinischen Digraphen eigene Codes zugewiesen:</p>
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* Allgemeine Linguistik

Version vom 9. Januar 2024, 19:43 Uhr

di- + -graph Abk./sgm. "zwei-Zeichen"

Digraph[1] bezeichnet in der Graphematik zwei Buchstaben, die für eine Lautung stehen. Für mehr als zwei Buchstaben verwendet man andere griechische Zahlwörter als Präfixe, zum Beispiel Trigraph oder Tetragraph.

Begriffsbestimmung

Im weiteren Sinne besteht ein Digraph aus zwei Graphemen, die sich einem Phonem zuordnen lassen (z. B. die Konsonantenbuchstabenkombination ch im Deutschen dem Phonem /χ/ oder /ç/). Ebenso als Digraph wird eine Buchstabenkombination bezeichnet, die sich einer Phonem-Kombination zuordnen lässt, wenn deren Bestandteile nicht eindeutig und getrennt voneinander auf die Bestandteile der Buchstabenkombination bezogen sind (z. B. ch im Englischen der Phonemkombination /tʃ/ – es wäre nicht sinnvoll, das c dem /t/ und das h dem /ʃ/ zuzuordnen).

Manchmal wird der Begriff auch nicht in diesem phonographischen Sinne gebraucht. In einem phonemunabhängigen graphematischen Ansatz, der aber (aus distributionellen Gründen) davon ausgeht, dass ein Graphem aus mehreren Buchstaben (Graphen/Glyphen) bestehen kann (und z. B. ch und qu als jeweils ein Graphem bewertet), wird Digraph als Bezeichnung für solch ein Graphem verwendet (ohne dass damit schon etwas über die Zuordnung zu Phonemen gesagt wäre).

Im engeren Sinne sind Digraphen die Buchstabenpaare, die in einer Sprache als so eng zusammengehörig betrachtet werden, dass sie zum Beispiel auch bei der alphabetischen Sortierung wie ein Buchstabe behandelt werden. Dieser Gebrauch des Begriffes kann aber vom ersten abweichen. Die Vorkommen in der alphabetischen Sortierung garantiert noch nicht, dass es sich bei der zugehörigen Lautung um ein Phonem (oder eine Phonemkombination im obigen Sinne) handelt. (Es lässt sich z. B. darüber streiten, ob dž im Kroatischen ein Digraph im ersten Sinne ist. Das hängt auch von der vorausgesetzten Phonemdefinition ab. Wenn man /dʒ/ im Kroatischen als zwei Phoneme wertet, lassen sich die Bestandteile der Laut- und Buchstabenkombination eindeutig zuordnen – d zu /d/ und ž zu /ʒ/ –, und dž ist dann genauso wenig ein Digraph wie z. B. dr.)

Trigraph, Tetragraph, …

Entsprechend wird der Begriff Trigraph (zu griechisch tri-, „drei“, siehe Griechische Zahlwörter) für eine Kombination aus drei Buchstaben gebraucht (z. B. sch im Deutschen (Schach) und Schwedischen (schack) für das Phonem /ʃ/, ieh im Deutschen für /iː/). Die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen: Tetragraph (tetra- „vier“), z. B. ough im Englischen für /ɔː/ in brought, zsch für /tʃ/ in Eigennamen wie Zschopau, Pentagraph (penta- „fünf“), etwa tzsch für /tʃ/ in Eigennamen wie Nietzsche usw. Als Heptagraph (hepta- „sieben“) lässt sich schtsch zur Transkription des russischen Graphems „щ“ bezeichnen, wenn man davon ausgeht, dass im modernen Russisch dieses Graphem als ein Phonem /ʃʲː/ (früher /ʃʲtʃʲ/) gesprochen wird.

Verwendung in Umschriften

Digraphen und Mehrfachkombinationen werden auch für die Transliteration und Transkription anderer Sprachen verwendet, etwa zh, sh im Englischen für die „sch“-Laute (Frikative) /ʒ, ʃ/.

Außerdem dienen sie vielfach der Darstellung von diakritischen Zeichen (vgl. tschech. č, ř mit poln. cz, rz), wenn diese selbst etwa aus technischen Gründen nicht zur Verfügung stehen.

Die lateinischen Buchstaben sind, auch wegen der Verbreitung des ASCII-Zeichensatzes in der elektronischen Datenverarbeitung, allgemein für Umschriften verbreitet (engl. latinisation oder romanisation). Auch andere Schriftsysteme verwenden ein analoges Vorgehen, wie die traditionelle chinesische Laut-Umschrift Fǎnqiè (z. B. chinesisch 都宗, Pinyin dū-zōng für die Lautung dōngdes Zeichens 冬).

Beispiele

Beispiele für Mehrgraphe (und andere Buchstabenkombinationen):

  1. Mehrgraphe (für einen Laut), deren Aussprache sich synchron nicht oder nur teilweise aus der Aussprache der Einzelbuchstaben begründen lässt,
  2. Mehrgraphe (für einen Laut), deren Aussprache sich aus einer in der jeweiligen Sprache geltenden, allgemeinen Ausspracheregel für die Kombination der Einzelbuchstaben ergibt (produktive, potenziell reihenbildende Regel),
  3. Mehrgraphe und andere besondere Buchstabenverbindungen für Lautkombinationen (für Diphthonge, Affrikaten und andere), deren Aussprache sich nicht aus einer in der jeweiligen Sprache geltenden, allgemeinen Ausspracheregel für die Kombination der Einzelbuchstaben ergibt.

(Mehrgraphe/Buchstabenkombinationen mit einem eigenen Platz im Alphabet sind kursiv gesetzt.)

Achinesisch
eu, ng, ny
Albanisch
dh, gj, ll, nj, rr, sh, th, xh, zh
Dänisch vor 1948 und in Eigennamen
aa
Deutsch
1. ch, sch, ph, ng, ie, ou, (nur als Ersatz für ä, ö, ü, ß und in Eigennamen:) ae, oe, ue, ss oder sz; 2. bb, dd, ff, …, ss, ck, tz, dt, aa, ee, oo, ah, äh, eh, ih, …, th, gh, dh, …, (nur in unbetonter Silbe:) el, em, en, er; 3. äu, ei, eu, chs, dsch, (nur in Eigennamen:) zsch und tzsch, (nur am Stammanfang:) sp und st, (nur im Wortinnern vor Vokal:) ti, (nur am unbetonten Wortende:) ig
Indonesisch / Malaiisch
ng, ny
Kiribatisch
ng
Kroatisch, Serbisch, Bosnisch (lateinische Schrift)
dž, lj, nj
Kurdisch
xw
Maltesisch
għ
Niederländisch
au, ou, ei, ij, ui, oe, ie, sj, sp, st
Polnisch
ch, ci, cz, si, sz, rz, zi, dz, dż, dź, dzi
Portugiesisch
ei, éi, ai, oi, ói, ui, eu, éu, au, io, ãe, ão, ch, lh, nh, gu
Schwedisch
1. sj, tj, sch, ng, (nur am Stammanfang:) dj, gj, hj, kj, lj, skj, stj, (nur am Stammanfang vor e, i, y, ä, ö:) sk, (nur im Wortinnern vor Vokal, außer i:) ti, si, ssi; 2. bb, dd, ff, …, ck, rd, rl, rn, rs, rt; 3.(nur zwischen Vokalen und am Wortende:) gn
Slowakisch
ch, dz, dž
Sorbisch
dź, ch
Spanisch
ch, ll
Sundanesisch
eu, ng, ny
Tschechisch
ch
Ungarisch
1. gy, ly, ny, ty, sz, zs, (nur in Eigennamen:) eö; 2. bb, cc, dd, ff, …, ggy, ssz, …, (nur in Eigennamen:) cz; 3. cs
Usbekisch
gʻ, oʻ, ch, sh
Wilmesaurisch
ao

Zeichenkodierung

Unicode hat aus Kompatibilitätsgründen einigen wenigen lateinischen Digraphen eigene Codes zugewiesen:

Unicode
Position U+01C6 U+01C9 U+01CC U+01F3
Darstellung als Digraph dž lj nj dz
Einzelbuchstaben dž lj nj dz

Kategorie:

  • Allgemeine Linguistik
  1. ↑ https://de.wikipedia.org/wiki/Digraph_(Linguistik); Stand 13. Februar 2022 um 11:48 Uhr