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„Starkes Verb“ – Versionsunterschied

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29. März 2023 um 15:43 Uhr<p>Die '''starken Verben''' (Abkürzung ''stV'' u. ä.)<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Starke_Verben#cite_note-1 [1]]</sup><sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Starke_Verben#cite_note-2 [2]]</sup> bilden eine eigene Gruppe in allen [https://de.wikipedia.org/wiki/Germanische_Sprachen germanischen Sprachen], die sich von den [https://de.wikipedia.org/wiki/Germanisches_schwaches_Verb schwachen Verben] durch ihre [https://de.wikipedia.org/wiki/Konjugation_(Grammatik) Beugung] unterscheidet. Ein starkes Verb zeichnet sich in erster Linie durch einen [https://de.wikipedia.org/wiki/Ablaut Ablaut], d.&nbsp;h. Wechsel des Stammvokals zwischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4sens Präsens], [https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4teritum Präteritum] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Partizip_Perfekt Partizip Perfekt], aus. Der Begriff ''starkes Verb'' wurde von dem deutschen Sprachforscher [https://de.wikipedia.org/wiki/Jacob_Grimm Jacob Grimm] um 1819 in die Sprachwissenschaft eingeführt.</p><p>Starke Verben werden in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Grammatik deutschen Grammatik] oft den [https://de.wikipedia.org/wiki/Unregelm%C3%A4%C3%9Fige_Verben unregelmäßigen Verben] zugeordnet; dabei ist es umstritten, ob diese unregelmäßig sind, denn das System der starken Verben war – genauso wie das der schwachen – ursprünglich völlig regelmäßig, aber die Zahl der Ausnahmen und die Spaltung der sieben Klassen in Untergruppen führt dazu, dass man der Einfachheit halber im Sprachunterricht alle starken Verben als unregelmäßig betrachtet.</p><div class="sieheauch" role="navigation"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: [https://de.wikipedia.org/wiki/Regelm%C3%A4%C3%9Figes_Verb Regelmäßiges Verb]</div><div class="sieheauch" role="navigation"><div id="mw-content-text" class="mw-body-content"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" dir="ltr" lang="de">
https://de.wikipedia.org/wiki/Starkes_Verb 29. März 2023 um 15:43 Uhr<p>Die '''starken Verben''' (Abkürzung ''[[stV.]]'' [[u. ä.]])<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Starke_Verben#cite_note-1 [1]]</sup><sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Starke_Verben#cite_note-2 [2]]</sup> bilden eine eigene Gruppe in allen [https://de.wikipedia.org/wiki/Germanische_Sprachen germanischen Sprachen], die sich von den [https://de.wikipedia.org/wiki/Germanisches_schwaches_Verb schwachen Verben] durch ihre [https://de.wikipedia.org/wiki/Konjugation_(Grammatik) Beugung] unterscheidet. Ein starkes Verb zeichnet sich in erster Linie durch einen [[Ablaut]], d.&nbsp;h. Wechsel des [[Stammvokal]] zwischen [[Präsens]], [[Präteritum]] und [[Partizip Perfekt]], aus. Der Begriff ''starkes Verb'' wurde von dem deutschen Sprachforscher [[Jacob Grimm]] um 1819 in die Sprachwissenschaft eingeführt.</p><p>Starke Verben werden in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Grammatik deutschen Grammatik] oft den [https://de.wikipedia.org/wiki/Unregelm%C3%A4%C3%9Fige_Verben unregelmäßigen Verben] zugeordnet; dabei ist es umstritten, ob diese unregelmäßig sind, denn das System der starken Verben war – genauso wie das der schwachen – ursprünglich völlig regelmäßig, aber die Zahl der Ausnahmen und die Spaltung der sieben Klassen in Untergruppen führt dazu, dass man der Einfachheit halber im Sprachunterricht alle starken Verben als unregelmäßig betrachtet.</p><div class="sieheauch" role="navigation"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: [[Regelmäßiges Verb]]</div><div class="sieheauch" role="navigation"><div id="mw-content-text" class="mw-body-content"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" dir="ltr" lang="de">
== <span id="Kriterien">Kriterien</span> ==
== <span id="Kriterien">Kriterien</span> ==
<p>Das primäre Kriterium eines starken Verbes ist der [https://de.wikipedia.org/wiki/Ablaut Ablaut], d.&nbsp;h. der Wechsel des Stammvokals. Der Ablaut ist ein altes Phänomen, welches bereits für die [https://de.wikipedia.org/wiki/Indogermanische_Ursprache indogermanische Ursprache], von der u.&nbsp;a. die germanischen Sprachen abstammen, angenommen werden kann. Allerdings hat sich der Ablaut nur in den germanischen Sprachen zu einem System entwickelt, mit dem die Vergangenheit regelmäßig ausgedrückt werden kann. Ursprünglich gab es sechs sogenannte Ablautreihen, welche von den jeweils dem Stammvokal nachfolgenden Konsonanten abhingen. Im Neuhochdeutschen folgen einige Verben noch heute diesen sechs Ablautreihen; dazu kommt eine siebte Reihe, die nicht auf einem historischen Ablaut beruht, sondern u.&nbsp;a. ehemals [https://de.wikipedia.org/wiki/Reduplikation_(Sprache) reduplizierende Verben] enthält. Eine Übersicht der Ablautreihen mit deutschen Verbformen:</p>
<p>Das primäre Kriterium eines starken Verbes ist der [[Ablaut]], d.&nbsp;h. der Wechsel des Stammvokals. Der Ablaut ist ein altes Phänomen, welches bereits für die [https://de.wikipedia.org/wiki/Indogermanische_Ursprache indogermanische Ursprache], von der u.&nbsp;a. die germanischen Sprachen abstammen, angenommen werden kann. Allerdings hat sich der Ablaut nur in den germanischen Sprachen zu einem System entwickelt, mit dem die Vergangenheit regelmäßig ausgedrückt werden kann. Ursprünglich gab es sechs sogenannte [[Ablautreihen]], welche von den jeweils dem [[Stammvokal]] nachfolgenden Konsonanten abhingen. Im Neuhochdeutschen folgen einige Verben noch heute diesen sechs Ablautreihen; dazu kommt eine siebte Reihe, die nicht auf einem historischen Ablaut beruht, sondern u.&nbsp;a. ehemals [https://de.wikipedia.org/wiki/Reduplikation_(Sprache) reduplizierende Verben] enthält. Eine Übersicht der Ablautreihen mit deutschen Verbformen:</p>
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! Ablautreihe
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! Stammvokal (Präsens)
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! Ablaut (Präteritum)
! Ablaut ([[Präteritum]])
! Ablaut (Partizip Perfekt)
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| I. Reihe:
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== <span id="Starke_Verben_im_Deutschen">Starke Verben im Deutschen</span> ==
== <span id="Starke_Verben_im_Deutschen">Starke Verben im Deutschen</span> ==
<p>Starke Verben sind im Deutschen –&nbsp;wie in einigen anderen Sprachen&nbsp;– durch Wechsel des Stamm[https://de.wikipedia.org/wiki/Vokal vokals] gekennzeichnet ([https://de.wikipedia.org/wiki/Ablaut Ablaut]), wie beispielsweise bei ''s'''i'''ngen'' – ''s'''a'''ng'' – ''ges'''u'''ngen'' oder ''tr'''e'''ffen'' – ''tr'''a'''f'' – ''getr'''o'''ffen'', wobei die Vokaländerungen historisch erklärbaren Mustern folgen und keinesfalls beliebig sind.</p><p>Da die starken Verben ursprünglich einem klaren Muster folgten, haben die sieben starken Verbklassen im Neuhochdeutschen immer noch so viel Homogenität, dass man mit etwas Erfahrung mit der Sprache in sehr vielen Fällen die Beugungen vorhersagen kann. Begegnet einem ein Verb mit der Form ''K<sub>1</sub>'''ei'''K<sub>2</sub>en'' (etwa ''bleiben'' oder ''reiten''), so kann man zwar nicht erkennen, ob es stark oder schwach gebeugt wird, weiß man aber, dass es stark ist, so erkennt man aus dem Stammvokal die Klasse 1 und kann erschließen, dass das Präteritum ''K<sub>1</sub>'''ie'''K<sub>2</sub>'' (''blieb'') lauten muss, sofern der Konsonant K<sub>2</sub> stimmhaft ist, bzw. ''K<sub>1</sub>'''i'''K<sub>2</sub>K<sub>2</sub>'' (''ritt''), wenn K<sub>2</sub> stimmlos ist. Ausnahmen sind die Verben ''leiden'' und ''schneiden''.</p><div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable noprint Vorlage_Uberarbeiten"><div class="noviewer noresize" role="presentation" aria-hidden="true"><br></div><div><div>Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer grundsätzlichen Überarbeitung:<div>es gibt auch die Präteritumsform ''schnie'' statt ''schneite'' oder älter ''schneyete'' (siehe z.&nbsp;B. bei [https://books.google.com/books?id=ZdlIAAAAcAAJ&pg=PA344 Gottsched] oder in [https://books.google.com/books?id=oZRKAAAAcAAJ&pg=PA222 Moritz' Grammatischen Wörterbuch der deutschen Sprache]), d.&nbsp;h. der Wechsel von schwach zu stark ist nicht auf "Partizipformen" beschränkt</div>Bitte hilf mit, ihn zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wie_schreibe_ich_gute_Artikel verbessern], und entferne anschließend diese Markierung.</div></div></div><p>In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Umgangssprache Umgangssprache] kann es vorkommen, dass aus schwachen Verben starke Partizipformen gebildet werden, zum Beispiel sind im süddeutschen Sprachgebrauch die Formen ''gewunschen'' (statt ''gewünscht'') oder ''geschalten'' (statt ''geschaltet'') oder teilweise ''geschnien/geschnieben'' (statt ''geschneit'') verbreitet. Ebenfalls als umgangssprachlich gelten manche regelmäßige Konjugationsformen im Präsens, wie etwa bei den Verben ''halten/laden'' die Formen ''er haltet/ladet'' statt ''er hält/lädt''.</p>
<p>Starke Verben sind im Deutschen –&nbsp;wie in einigen anderen Sprachen&nbsp;– durch Wechsel des [[Stammvokal]] gekennzeichnet ([[Ablaut]]), wie beispielsweise bei ''s'''i'''ngen'' – ''s'''a'''ng'' – ''ges'''u'''ngen'' oder ''tr'''e'''ffen'' – ''tr'''a'''f'' – ''getr'''o'''ffen'', wobei die Vokaländerungen historisch erklärbaren Mustern folgen und keinesfalls beliebig sind.</p><p>Da die starken Verben ursprünglich einem klaren Muster folgten, haben die sieben starken Verbklassen im Neuhochdeutschen immer noch so viel Homogenität, dass man mit etwas Erfahrung mit der Sprache in sehr vielen Fällen die Beugungen vorhersagen kann. Begegnet einem ein Verb mit der Form ''K<sub>1</sub>'''ei'''K<sub>2</sub>en'' (etwa ''bleiben'' oder ''reiten''), so kann man zwar nicht erkennen, ob es stark oder schwach gebeugt wird, weiß man aber, dass es stark ist, so erkennt man aus dem Stammvokal die Klasse 1 und kann erschließen, dass das Präteritum ''K<sub>1</sub>'''ie'''K<sub>2</sub>'' (''blieb'') lauten muss, sofern der Konsonant K<sub>2</sub> stimmhaft ist, bzw. ''K<sub>1</sub>'''i'''K<sub>2</sub>K<sub>2</sub>'' (''ritt''), wenn K<sub>2</sub> stimmlos ist. Ausnahmen sind die Verben ''leiden'' und ''schneiden''.</p><div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable noprint Vorlage_Uberarbeiten"><div class="noviewer noresize" role="presentation" aria-hidden="true"><br></div><div><div>Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer grundsätzlichen Überarbeitung:<div>es gibt auch die Präteritumsform ''schnie'' statt ''schneite'' oder älter ''schneyete'' (siehe z.&nbsp;B. bei [https://books.google.com/books?id=ZdlIAAAAcAAJ&pg=PA344 Gottsched] oder in [https://books.google.com/books?id=oZRKAAAAcAAJ&pg=PA222 Moritz' Grammatischen Wörterbuch der deutschen Sprache]), d.&nbsp;h. der Wechsel von schwach zu stark ist nicht auf "Partizipformen" beschränkt</div>Bitte hilf mit, ihn zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wie_schreibe_ich_gute_Artikel verbessern], und entferne anschließend diese Markierung.</div></div></div><p>In der [https://de.wikipedia.org/wiki/Umgangssprache Umgangssprache] kann es vorkommen, dass aus schwachen Verben starke Partizipformen gebildet werden, zum Beispiel sind im süddeutschen Sprachgebrauch die Formen ''gewunschen'' (statt ''gewünscht'') oder ''geschalten'' (statt ''geschaltet'') oder teilweise ''geschnien/geschnieben'' (statt ''geschneit'') verbreitet. Ebenfalls als umgangssprachlich gelten manche regelmäßige Konjugationsformen im Präsens, wie etwa bei den Verben ''halten/laden'' die Formen ''er haltet/ladet'' statt ''er hält/lädt''.</p>
== <span id="Siehe_auch">Siehe auch</span> ==
== <span id="Siehe_auch">Siehe auch</span> ==



Aktuelle Version vom 22. Januar 2024, 14:49 Uhr

starkes Verb

https://de.wikipedia.org/wiki/Starkes_Verb 29. März 2023 um 15:43 Uhr

Die starken Verben (Abkürzung stV. u. ä.)[1][2] bilden eine eigene Gruppe in allen germanischen Sprachen, die sich von den schwachen Verben durch ihre Beugung unterscheidet. Ein starkes Verb zeichnet sich in erster Linie durch einen Ablaut, d. h. Wechsel des Stammvokal zwischen Präsens, Präteritum und Partizip Perfekt, aus. Der Begriff starkes Verb wurde von dem deutschen Sprachforscher Jacob Grimm um 1819 in die Sprachwissenschaft eingeführt.

Starke Verben werden in der deutschen Grammatik oft den unregelmäßigen Verben zugeordnet; dabei ist es umstritten, ob diese unregelmäßig sind, denn das System der starken Verben war – genauso wie das der schwachen – ursprünglich völlig regelmäßig, aber die Zahl der Ausnahmen und die Spaltung der sieben Klassen in Untergruppen führt dazu, dass man der Einfachheit halber im Sprachunterricht alle starken Verben als unregelmäßig betrachtet.