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„Sprachvarietät“ – Versionsunterschied

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<p>Eine '''Varietät''' oder '''Sprachvarietät''' ist in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachwissenschaft Sprachwissenschaft] eine bestimmte Ausprägung einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Einzelsprache Einzelsprache], die diese Einzelsprache ergänzt, erweitert oder modifiziert, jedoch nicht unabhängig von dieser existieren kann. Von ''Varietät'' spricht man jedoch nur, wenn die Sprachformen einer untersuchten Gruppe eindeutige sprachliche Gemeinsamkeiten aufweisen. Teilgebiete der Sprachwissenschaft, die sich mit der Untersuchung von Varietäten beschäftigen, sind die [https://de.wikipedia.org/wiki/Variet%C3%A4tenlinguistik Varietätenlinguistik], die [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziolinguistik Soziolinguistik] und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Dialektologie Dialektologie], zudem im Zusammenhang mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachwandel Sprachwandel]­prozessen, die historisch-[https://de.wikipedia.org/wiki/Vergleichende_Sprachwissenschaft vergleichende Sprachwissenschaft].</p><p>Eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Standardvariet%C3%A4t Standardsprache] (Hochsprache) ist eine Varietät, die sich, beispielsweise durch den Gebrauch als [https://de.wikipedia.org/wiki/Geschriebene_Sprache Schriftsprache] oder hinsichtlich Grammatik und Aussprache, als eine großräumig verfügbare Sprachnorm einordnen lässt. Man unterscheidet standardisierte Varietäten (Standardsprachen einer Einzelsprache) und weniger standardisierte Varietäten (oft [https://de.wikipedia.org/wiki/Regionalsprache Regionalsprachen] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Regiolekt Regiolekte], [https://de.wikipedia.org/wiki/Dialekt Dialekte]/Mundarten, [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziolekt Soziolekte], [https://de.wikipedia.org/wiki/Umgangssprache Umgangssprache]). Das ist unabhängig davon, ob es sich bei diesen jeweils um eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Abstand_und_Ausbau Vollsprache] handelt oder nicht. Beispiele für nicht-vollsprachliche Varietäten sind etwa die [https://de.wikipedia.org/wiki/Fachsprache Fachsprachen]bestimmter Berufsgruppen, die zwar meist über ein ausgeprägtes eigenständiges [https://de.wikipedia.org/wiki/Wortschatz Fachvokabular] verfügen, aber ohne die Wörter und die Grammatik der zugrundeliegenden Sprache nicht denkbar wären.</p>
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| der Sprachvarietät
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:Sprach·va·ri·e·tät, Plural: Sprach·va·ri·e·tä·ten
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:[1] „Diese Art der wechselseitigen Beeinflussung von ''Sprachvarietäten'' und die dadurch bedingte Weiterentwicklung der Sprache ist in der Vergangenheit vorwiegend am Beispiel der Existenzformen untersucht worden, indem verschiedene Interferenzerscheinungen erfaßt wurden.“<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wiktionary.org/wiki/Sprachvariet%C3%A4t#cite_note-4 [4]]</sup>
:[1] „Diese Art der wechselseitigen Beeinflussung von ''Sprachvarietäten'' und die dadurch bedingte Weiterentwicklung der Sprache ist in der Vergangenheit vorwiegend am Beispiel der Existenzformen untersucht worden, indem verschiedene Interferenzerscheinungen erfaßt wurden.“<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wiktionary.org/wiki/Sprachvariet%C3%A4t#cite_note-4 [4]]</sup>
:[1] „Ohne Basiskenntnisse der ''Sprachvarietäten'' beziehungsweise der Regiolekte kommt man schwer voran.“<sup id="cite_ref-5" class="reference">[https://de.wiktionary.org/wiki/Sprachvariet%C3%A4t#cite_note-5 [5]]</sup>
:[1] „Ohne Basiskenntnisse der ''Sprachvarietäten'' beziehungsweise der Regiolekte kommt man schwer voran.“<sup id="cite_ref-5" class="reference">[https://de.wiktionary.org/wiki/Sprachvariet%C3%A4t#cite_note-5 [5]]</sup>
<p>Eine '''Varietät''' oder '''Sprachvarietät''' ist in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachwissenschaft Sprachwissenschaft] eine bestimmte Ausprägung einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Einzelsprache Einzelsprache], die diese Einzelsprache ergänzt, erweitert oder modifiziert, jedoch nicht unabhängig von dieser existieren kann. Von ''Varietät'' spricht man jedoch nur, wenn die Sprachformen einer untersuchten Gruppe eindeutige sprachliche Gemeinsamkeiten aufweisen. Teilgebiete der Sprachwissenschaft, die sich mit der Untersuchung von Varietäten beschäftigen, sind die [https://de.wikipedia.org/wiki/Variet%C3%A4tenlinguistik Varietätenlinguistik], die [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziolinguistik Soziolinguistik] und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Dialektologie Dialektologie], zudem im Zusammenhang mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachwandel Sprachwandel]­prozessen, die historisch-[https://de.wikipedia.org/wiki/Vergleichende_Sprachwissenschaft vergleichende Sprachwissenschaft].</p><p>Eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Standardvariet%C3%A4t Standardsprache] (Hochsprache) ist eine Varietät, die sich, beispielsweise durch den Gebrauch als [https://de.wikipedia.org/wiki/Geschriebene_Sprache Schriftsprache] oder hinsichtlich Grammatik und Aussprache, als eine großräumig verfügbare Sprachnorm einordnen lässt. Man unterscheidet standardisierte Varietäten (Standardsprachen einer Einzelsprache) und weniger standardisierte Varietäten (oft [https://de.wikipedia.org/wiki/Regionalsprache Regionalsprachen] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Regiolekt Regiolekte], [https://de.wikipedia.org/wiki/Dialekt Dialekte]/Mundarten, [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziolekt Soziolekte], [https://de.wikipedia.org/wiki/Umgangssprache Umgangssprache]). Das ist unabhängig davon, ob es sich bei diesen jeweils um eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Abstand_und_Ausbau Vollsprache] handelt oder nicht. Beispiele für nicht-vollsprachliche Varietäten sind etwa die [https://de.wikipedia.org/wiki/Fachsprache Fachsprachen] bestimmter Berufsgruppen, die zwar meist über ein ausgeprägtes eigenständiges [https://de.wikipedia.org/wiki/Wortschatz Fachvokabular] verfügen, aber ohne die Wörter und die Grammatik der zugrundeliegenden Sprache nicht denkbar wären.</p>
<p>Eine '''Varietät''' oder '''Sprachvarietät''' ist in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachwissenschaft Sprachwissenschaft] eine bestimmte Ausprägung einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Einzelsprache Einzelsprache], die diese Einzelsprache ergänzt, erweitert oder modifiziert, jedoch nicht unabhängig von dieser existieren kann. Von ''Varietät'' spricht man jedoch nur, wenn die Sprachformen einer untersuchten Gruppe eindeutige sprachliche Gemeinsamkeiten aufweisen. Teilgebiete der Sprachwissenschaft, die sich mit der Untersuchung von Varietäten beschäftigen, sind die [https://de.wikipedia.org/wiki/Variet%C3%A4tenlinguistik Varietätenlinguistik], die [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziolinguistik Soziolinguistik] und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Dialektologie Dialektologie], zudem im Zusammenhang mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachwandel Sprachwandel]­prozessen, die historisch-[https://de.wikipedia.org/wiki/Vergleichende_Sprachwissenschaft vergleichende Sprachwissenschaft].</p>
<p>Eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Standardvariet%C3%A4t Standardsprache] (Hochsprache) ist eine Varietät, die sich, beispielsweise durch den Gebrauch als [https://de.wikipedia.org/wiki/Geschriebene_Sprache Schriftsprache] oder hinsichtlich Grammatik und Aussprache, als eine großräumig verfügbare Sprachnorm einordnen lässt. Man unterscheidet standardisierte Varietäten (Standardsprachen einer Einzelsprache) und weniger standardisierte Varietäten (oft [https://de.wikipedia.org/wiki/Regionalsprache Regionalsprachen] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Regiolekt Regiolekte], [https://de.wikipedia.org/wiki/Dialekt Dialekte]/Mundarten, [https://de.wikipedia.org/wiki/Soziolekt Soziolekte], [https://de.wikipedia.org/wiki/Umgangssprache Umgangssprache]). Das ist unabhängig davon, ob es sich bei diesen jeweils um eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Abstand_und_Ausbau Vollsprache] handelt oder nicht. Beispiele für nicht-vollsprachliche Varietäten sind etwa die [https://de.wikipedia.org/wiki/Fachsprache Fachsprachen] bestimmter Berufsgruppen, die zwar meist über ein ausgeprägtes eigenständiges [https://de.wikipedia.org/wiki/Wortschatz Fachvokabular] verfügen, aber ohne die Wörter und die Grammatik der zugrundeliegenden Sprache nicht denkbar wären.</p>
 
== <span id="Modell_nach_Coseriu">Modell nach Coseriu</span> ==
== <span id="Modell_nach_Coseriu">Modell nach Coseriu</span> ==
<p>Im Modell des Varietätenraumes unterscheidet [https://de.wikipedia.org/wiki/Eugenio_Coseriu Eugenio Coseriu] Varietäten nach ihrer Funktion in der</p>
<p>Im Modell des Varietätenraumes unterscheidet [https://de.wikipedia.org/wiki/Eugenio_Coseriu Eugenio Coseriu] Varietäten nach ihrer Funktion in der</p>
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*diatopischen (geografischer Bezug: [https://de.wikipedia.org/wiki/Dialekt Dialekte] (Mundart), [https://de.wikipedia.org/wiki/Regiolekt Regiolekte])
*diatopischen (geografischer Bezug: [https://de.wikipedia.org/wiki/Dialekt Dialekte] (Mundart), [https://de.wikipedia.org/wiki/Regiolekt Regiolekte])
<p>Dimension. Für diastratische Varietäten sind dabei die Identität der Sprecher (beispielsweise [https://de.wikipedia.org/wiki/Jugendsprache Jugendsprache], [https://de.wikipedia.org/wiki/Idiolekt Idiolekt], Frauensprache, Männersprache, Fachsprachen) und die Zugehörigkeit zu einer Schicht oder Gruppe ([https://de.wikipedia.org/wiki/Soziolekt Soziolekt], s.&nbsp;a. [https://de.wikipedia.org/wiki/Bernstein-Hypothese Bernstein-Hypothese]) ausschlaggebend. Diaphasische Varietäten sind durch funktionelle und situative Orientierung gekennzeichnet (z.&nbsp;B. ebenfalls [https://de.wikipedia.org/wiki/Fachsprache Fachsprachen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Umgangssprache Umgangssprache]).<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachvariet%C3%A4t#cite_note-1 [1]]</sup> Die spezifische Varietätenstruktur einer Einzelsprache bezeichnet [https://de.wikipedia.org/wiki/Eugenio_Coseriu Eugenio Coseriu] als Architektur der Sprache.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachvariet%C3%A4t#cite_note-2 [2]]</sup></p>
<p>Dimension. Für diastratische Varietäten sind dabei die Identität der Sprecher (beispielsweise [https://de.wikipedia.org/wiki/Jugendsprache Jugendsprache], [https://de.wikipedia.org/wiki/Idiolekt Idiolekt], Frauensprache, Männersprache, Fachsprachen) und die Zugehörigkeit zu einer Schicht oder Gruppe ([https://de.wikipedia.org/wiki/Soziolekt Soziolekt], s.&nbsp;a. [https://de.wikipedia.org/wiki/Bernstein-Hypothese Bernstein-Hypothese]) ausschlaggebend. Diaphasische Varietäten sind durch funktionelle und situative Orientierung gekennzeichnet (z.&nbsp;B. ebenfalls [https://de.wikipedia.org/wiki/Fachsprache Fachsprachen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Umgangssprache Umgangssprache]).<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachvariet%C3%A4t#cite_note-1 [1]]</sup> Die spezifische Varietätenstruktur einer Einzelsprache bezeichnet [https://de.wikipedia.org/wiki/Eugenio_Coseriu Eugenio Coseriu] als Architektur der Sprache.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachvariet%C3%A4t#cite_note-2 [2]]</sup></p>
== <span id="Varietäten_im_deutschen_Sprachraum">Varietäten im deutschen Sprachraum</span> ==
== <span id="Varietäten_im_deutschen_Sprachraum">Varietäten im deutschen Sprachraum</span> ==
<p>Die „diatopische“ Dimension: Im mitteleuropäischen deutschen Sprachraum wird das [https://de.wikipedia.org/wiki/Standarddeutsch Standarddeutsche] als [https://de.wikipedia.org/wiki/Plurizentrische_Sprache plurizentrische Sprache] neben den Dialektvarietäten gesprochen oder ist von diesen beeinflusst. Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Oberdeutsche_Dialekte oberdeutschen]Sprachraum der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschschweiz Deutschschweiz] spricht man (auch) ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Schweizer_Hochdeutsch Schweizer Hochdeutsch] und verwendet sogenannte [https://de.wikipedia.org/wiki/Helvetismus Helvetismen]; in der Republik Österreich spricht man [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichisches_Deutsch österreichisches Deutsch] und verwendet sogenannte [https://de.wikipedia.org/wiki/Austriazismus Austriazismen]. Die meisten sprachlichen Ausprägungen der hochdeutschen Standardsprache sind im größten und bevölkerungsreichsten Staat im deutschen Sprachraum anzutreffen, in der Bundesrepublik Deutschland. Hier vermischen sich Ausformungen des Hochdeutschen auch mit regionalen Sprachformen des [https://de.wikipedia.org/wiki/Niederdeutsche_Sprache Nieder-], [https://de.wikipedia.org/wiki/Mitteldeutsche_Sprachen_und_Dialekte Mittel-] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Oberdeutsche_Dialekte Oberdeutschen]. Ein einheitliches sogenanntes [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesdeutsches_Hochdeutsch bundesdeutsches Hochdeutsch] aller „Bundesdeutschen“ (= Deutsche in der Bundesrepublik Deutschland) mit sogenannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Teutonismus_(Sprache) Teutonismen] gibt es nicht,<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachvariet%C3%A4t#cite_note-3 [3]]</sup> denn es kommen auch innerhalb Deutschlands verschiedene Varietäten vor. Auch in Liechtenstein, Luxemburg, in Ostbelgien und Südtirol sind eigene Sprachvarietäten der deutschen Standardhochsprache verbreitet.<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachvariet%C3%A4t#cite_note-4 [4]]</sup></p><p>Beispiele für Varietäten des Deutschen in der „diastratischen“ Dimension sind neben dem Standarddeutschen das [https://de.wikipedia.org/wiki/Ruhrdeutsch Ruhrdeutsch], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kiezdeutsch Kiezdeutsch] oder die verschiedenen Formen des [https://de.wikipedia.org/wiki/Rotwelsch Rotwelschen], wie beispielsweise das [https://de.wikipedia.org/wiki/Jenische_Sprache Jenische].</p>
<p>Die „diatopische“ Dimension: Im mitteleuropäischen deutschen Sprachraum wird das [https://de.wikipedia.org/wiki/Standarddeutsch Standarddeutsche] als [https://de.wikipedia.org/wiki/Plurizentrische_Sprache plurizentrische Sprache] neben den Dialektvarietäten gesprochen oder ist von diesen beeinflusst. Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Oberdeutsche_Dialekte oberdeutschen]Sprachraum der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschschweiz Deutschschweiz] spricht man (auch) ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Schweizer_Hochdeutsch Schweizer Hochdeutsch] und verwendet sogenannte [https://de.wikipedia.org/wiki/Helvetismus Helvetismen]; in der Republik Österreich spricht man [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichisches_Deutsch österreichisches Deutsch] und verwendet sogenannte [https://de.wikipedia.org/wiki/Austriazismus Austriazismen]. Die meisten sprachlichen Ausprägungen der hochdeutschen Standardsprache sind im größten und bevölkerungsreichsten Staat im deutschen Sprachraum anzutreffen, in der Bundesrepublik Deutschland. Hier vermischen sich Ausformungen des Hochdeutschen auch mit regionalen Sprachformen des [https://de.wikipedia.org/wiki/Niederdeutsche_Sprache Nieder-], [https://de.wikipedia.org/wiki/Mitteldeutsche_Sprachen_und_Dialekte Mittel-] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Oberdeutsche_Dialekte Oberdeutschen]. Ein einheitliches sogenanntes [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesdeutsches_Hochdeutsch bundesdeutsches Hochdeutsch] aller „Bundesdeutschen“ (= Deutsche in der Bundesrepublik Deutschland) mit sogenannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Teutonismus_(Sprache) Teutonismen] gibt es nicht,<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachvariet%C3%A4t#cite_note-3 [3]]</sup> denn es kommen auch innerhalb Deutschlands verschiedene Varietäten vor. Auch in Liechtenstein, Luxemburg, in Ostbelgien und Südtirol sind eigene Sprachvarietäten der deutschen Standardhochsprache verbreitet.<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachvariet%C3%A4t#cite_note-4 [4]]</sup></p>
<p>Beispiele für Varietäten des Deutschen in der „diastratischen“ Dimension sind neben dem Standarddeutschen das [https://de.wikipedia.org/wiki/Ruhrdeutsch Ruhrdeutsch], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kiezdeutsch Kiezdeutsch] oder die verschiedenen Formen des [https://de.wikipedia.org/wiki/Rotwelsch Rotwelschen], wie beispielsweise das [https://de.wikipedia.org/wiki/Jenische_Sprache Jenische].</p>
 
== <span id="Siehe_auch">Siehe auch</span> ==
== <span id="Siehe_auch">Siehe auch</span> ==


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== <span id="Weblinks">Weblinks</span> ==
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*[http://www.coseriu.de/ Coseriu-Archiv der Uni Tübingen]
*[http://www.coseriu.de/ Coseriu-Archiv der Uni Tübingen]



Version vom 3. Mai 2024, 16:10 Uhr

Sprachvarietät (Deutsch)

Eine Varietät oder Sprachvarietät ist in der Sprachwissenschaft eine bestimmte Ausprägung einer Einzelsprache, die diese Einzelsprache ergänzt, erweitert oder modifiziert, jedoch nicht unabhängig von dieser existieren kann. Von Varietät spricht man jedoch nur, wenn die Sprachformen einer untersuchten Gruppe eindeutige sprachliche Gemeinsamkeiten aufweisen. Teilgebiete der Sprachwissenschaft, die sich mit der Untersuchung von Varietäten beschäftigen, sind die Varietätenlinguistik, die Soziolinguistik und die Dialektologie, zudem im Zusammenhang mit Sprachwandel­prozessen, die historisch-vergleichende Sprachwissenschaft.

Eine Standardsprache (Hochsprache) ist eine Varietät, die sich, beispielsweise durch den Gebrauch als Schriftsprache oder hinsichtlich Grammatik und Aussprache, als eine großräumig verfügbare Sprachnorm einordnen lässt. Man unterscheidet standardisierte Varietäten (Standardsprachen einer Einzelsprache) und weniger standardisierte Varietäten (oft Regionalsprachen oder Regiolekte, Dialekte/Mundarten, Soziolekte, Umgangssprache). Das ist unabhängig davon, ob es sich bei diesen jeweils um eine Vollsprache handelt oder nicht. Beispiele für nicht-vollsprachliche Varietäten sind etwa die Fachsprachenbestimmter Berufsgruppen, die zwar meist über ein ausgeprägtes eigenständiges Fachvokabular verfügen, aber ohne die Wörter und die Grammatik der zugrundeliegenden Sprache nicht denkbar wären.


Singular Plural
Nominativ die Sprachvarietät die Sprachvarietäten
Genitiv der Sprachvarietät der Sprachvarietäten
Dativ der Sprachvarietät den Sprachvarietäten
Akkusativ die Sprachvarietät die Sprachvarietäten

Worttrennung:

Sprach·va·ri·e·tät, Plural: Sprach·va·ri·e·tä·ten

Aussprache:

IPA: [ˈʃpʁaːxvaʁieˌtɛːt]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Sprachvarietät (Info)

Bedeutungen:

[1] Linguistik: Begriff für die verschiedenen lokalen, sozialen, temporalen Erscheinungsformen einer Sprache

Herkunft:

Determinativkompositum aus dem Stamm von Sprache und Varietät

Synonyme:

[1] Lekt, Varietät, Sprachform

Oberbegriffe:

[1] Sprache

Unterbegriffe:

[1] Berufssprache, Dialekt, Funktionalstil, Jugendsprache, Soziolekt
[1] Standardvarietät

Beispiele:

[1] „Während die Standardsprache als die zentrale Sprachvarietät in einer Sprachgemeinschaft gilt, stellt die Jugendsprache eine gruppenspezifische Varietät dar.“[1]
[1] „Daß die Soziolinguistik letztlich ein Beschreibungs- und Erklärungsmodell der verschiedenen Sprachvarietäten darstellt, wird bereits hier modellhaft deutlich.“[2]
[1] „In seinem Konzept der »inneren Mehrsprachigkeit des Deutschen« zeigt H. Henne auf, daß Sprachvarietäten nicht nur nebeneinander, sondern miteinander existieren.“[3]
[1] „Diese Art der wechselseitigen Beeinflussung von Sprachvarietäten und die dadurch bedingte Weiterentwicklung der Sprache ist in der Vergangenheit vorwiegend am Beispiel der Existenzformen untersucht worden, indem verschiedene Interferenzerscheinungen erfaßt wurden.“[4]
[1] „Ohne Basiskenntnisse der Sprachvarietäten beziehungsweise der Regiolekte kommt man schwer voran.“[5]

Eine Varietät oder Sprachvarietät ist in der Sprachwissenschaft eine bestimmte Ausprägung einer Einzelsprache, die diese Einzelsprache ergänzt, erweitert oder modifiziert, jedoch nicht unabhängig von dieser existieren kann. Von Varietät spricht man jedoch nur, wenn die Sprachformen einer untersuchten Gruppe eindeutige sprachliche Gemeinsamkeiten aufweisen. Teilgebiete der Sprachwissenschaft, die sich mit der Untersuchung von Varietäten beschäftigen, sind die Varietätenlinguistik, die Soziolinguistik und die Dialektologie, zudem im Zusammenhang mit Sprachwandel­prozessen, die historisch-vergleichende Sprachwissenschaft.

Eine Standardsprache (Hochsprache) ist eine Varietät, die sich, beispielsweise durch den Gebrauch als Schriftsprache oder hinsichtlich Grammatik und Aussprache, als eine großräumig verfügbare Sprachnorm einordnen lässt. Man unterscheidet standardisierte Varietäten (Standardsprachen einer Einzelsprache) und weniger standardisierte Varietäten (oft Regionalsprachen oder Regiolekte, Dialekte/Mundarten, Soziolekte, Umgangssprache). Das ist unabhängig davon, ob es sich bei diesen jeweils um eine Vollsprache handelt oder nicht. Beispiele für nicht-vollsprachliche Varietäten sind etwa die Fachsprachen bestimmter Berufsgruppen, die zwar meist über ein ausgeprägtes eigenständiges Fachvokabular verfügen, aber ohne die Wörter und die Grammatik der zugrundeliegenden Sprache nicht denkbar wären.

Modell nach Coseriu

Im Modell des Varietätenraumes unterscheidet Eugenio Coseriu Varietäten nach ihrer Funktion in der

  • diaphasischen (in Bezug auf den kommunikativen Kontext: Intention, Stil)
  • diastratischen (in Bezug auf die Gesellschaftsschicht: Soziolekt)
  • diatopischen (geografischer Bezug: Dialekte (Mundart), Regiolekte)

Dimension. Für diastratische Varietäten sind dabei die Identität der Sprecher (beispielsweise Jugendsprache, Idiolekt, Frauensprache, Männersprache, Fachsprachen) und die Zugehörigkeit zu einer Schicht oder Gruppe (Soziolekt, s. a. Bernstein-Hypothese) ausschlaggebend. Diaphasische Varietäten sind durch funktionelle und situative Orientierung gekennzeichnet (z. B. ebenfalls Fachsprachen, Umgangssprache).[1] Die spezifische Varietätenstruktur einer Einzelsprache bezeichnet Eugenio Coseriu als Architektur der Sprache.[2]

Varietäten im deutschen Sprachraum

Die „diatopische“ Dimension: Im mitteleuropäischen deutschen Sprachraum wird das Standarddeutsche als plurizentrische Sprache neben den Dialektvarietäten gesprochen oder ist von diesen beeinflusst. Im oberdeutschenSprachraum der Deutschschweiz spricht man (auch) ein Schweizer Hochdeutsch und verwendet sogenannte Helvetismen; in der Republik Österreich spricht man österreichisches Deutsch und verwendet sogenannte Austriazismen. Die meisten sprachlichen Ausprägungen der hochdeutschen Standardsprache sind im größten und bevölkerungsreichsten Staat im deutschen Sprachraum anzutreffen, in der Bundesrepublik Deutschland. Hier vermischen sich Ausformungen des Hochdeutschen auch mit regionalen Sprachformen des Nieder-, Mittel- und Oberdeutschen. Ein einheitliches sogenanntes bundesdeutsches Hochdeutsch aller „Bundesdeutschen“ (= Deutsche in der Bundesrepublik Deutschland) mit sogenannten Teutonismen gibt es nicht,[3] denn es kommen auch innerhalb Deutschlands verschiedene Varietäten vor. Auch in Liechtenstein, Luxemburg, in Ostbelgien und Südtirol sind eigene Sprachvarietäten der deutschen Standardhochsprache verbreitet.[4]

Beispiele für Varietäten des Deutschen in der „diastratischen“ Dimension sind neben dem Standarddeutschen das Ruhrdeutsch, Kiezdeutsch oder die verschiedenen Formen des Rotwelschen, wie beispielsweise das Jenische.

Siehe auch

Literatur

  • Ulrich Ammon, Hans Bickel, Jakob Ebner u. a.: Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol. Walter de Gruyter, Berlin u. a. 2004, ISBN 3-11-016574-0.
  • Ulrich Ammon: Die deutsche Sprache in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Problem der nationalen Varietäten. Walter de Gruyter, Berlin u. a. 1995, ISBN 3-11-014753-X.
  • Snježana Kordić: Nationale Varietäten der serbokroatischen Sprache. In: Biljana Golubović, Jochen Raecke (Hrsg.): Bosnisch – Kroatisch – Serbisch als Fremdsprachen an den Universitäten der Welt (= Die Welt der Slaven, Sammelbände – Sborniki). Band 31. Sagner, München 2008, ISBN 978-3-86688-032-0, S. 93–102 (/bib.irb.hr [PDF; 1,3 MB; abgerufen am 3. Oktober 2012]).
  • Alexandra N. Lenz, Klaus J. Mattheier (Hrsg.): Varietäten. Theorie und Empirie. Peter Lang, Frankfurt am Main u. a. 2005, ISBN 3-631-53867-7 (VarioLingua 23).
  • Alexandra N. Lenz: Emergence of Varieties through Restructuring and Reevaluation. In: Peter Auer, Jürgen Erich Schmidt (Hrsg.): Language and Space. An International Handbook of Linguistic Variation. Volume 1: Theories and Methods. De Gruyter Mouton, Berlin u. a. 2010, ISBN 978-3-11-018002-2, S. 295–315.
  • Ursula Reutner (Hrsg.): Manuel des francophonies. Walter de Gruyter, Berlin u. a. 2017, ISBN 978-3-11-034670-1.
Wiktionary: Varietät – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Sprachvarietät – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Sinner: Varietätenlinguistik. Narr, Tübingen 2014, S. 190; Kalverkämper (1998): Rahmenbedingungen für Fachkommunikation. In: Handbuch der Sprach- und Kommunikationswissenschaften: Fachsprachen. S. 34.
  2. „Historische Sprache“ und „Dialekt“. In J. Göschel, P. Ivic, K. Kehr (Hrsg.): Dialekt und Dialektologie. Ergebnisse des Internationalen Symposions „Zur Theorie des Dialekts“. Marburg/Lahn, 5.–10. Sept. 1977, Wiesbaden 1980, S. 106–122.
  3. Schon der Versuch, eine einheitliche Aussprache des Deutschen in West- und Ostdeutschland zu definieren, ein gemeinsames Projekt der Universitäten Köln und Leipzig nach der Vereinigung von DDR und BRD, ist gescheitert.
  4. Vgl. Ammon 1995.