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„Wortbildungsmorphem“ – Versionsunterschied

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<p>Ein '''Wortbildungsmorphem''' oder '''Ableitungsmorphem'''<sup id="cite_ref-1" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-1 [1]]</sup> ist ein unselbständiges [https://de.wikipedia.org/wiki/Morphem Morphem], das einen vorhandenen [https://de.wikipedia.org/wiki/Wortstamm Wortstamm] zu einem neuen Wort erweitert.</p><p>Statt vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildung Wortbildungs]­morphem spricht man auch vom ''Derivationsmorphem'' (''Derivatem'') oder ''Formationsmorphem''.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-2 [2]]</sup></p><p>Wortbildungsmorpheme sind insbesondere Vorsilben ([https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4fix Präfixe]) oder Nachsilben ([https://de.wikipedia.org/wiki/Suffix Suffixe]).</p><div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable Vorlage_Beispiel beispiel hintergrundfarbe2 rahmenfarbe1"><div><div role="note"><div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable"><div><div>Beispiele für Präfix und Suffix</div></div></div>
<p>Wortbildung + -s- + Morphem | (oder Ableitungsmorphem) "Wortbildungsgestalt, Wortbildungsform"</p><p>ist ein [[Wortbildungselement]] als unselbständiges [[Morphem]], das einen vorhandenen [[Wortstamm]] zu einem neuen Wort erweitert.</p><p>Statt vom Wortbildungs­morphem spricht man auch vom ''Derivationsmorphem'' (''Derivatem'') oder ''Formationsmorphem''.<sup id="cite_ref-2" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-2 [2]]</sup></p>Wortbildungsmorpheme sind insbesondere [[Vorsilbe|Vorsilben]] ([[Präfix|Präfixe]]) oder [[Nachsilbe|Nachsilben]] ([[Suffix|Suffixe]]).
;Präfix {be-}
 
Beispiele für Präfix und Suffie
 
'''Vorsilbe {be-}'''
 
:''be-erben'', ''be-singen'', ''be-dauern'', ''be-weinen'' …
:''be-erben'', ''be-singen'', ''be-dauern'', ''be-weinen'' …
;Suffix {-ung}
;Nachsilbe {-ung}
:''Satz-ung'', ''Beobacht-ung'', ''Bewunder-ung'', ''Bild-ung'' …
:''Satz-ung'', ''Beobacht-ung'', ''Bewunder-ung'', ''Bild-ung'' …<p>Die Wortbildungsmorpheme sind von den [[Flexionsmorphem|Flexionsmorphemen]] (Flexeme) zu unterscheiden, die der Durchführung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Flexion Flexion] dienen. In der formalen Hinsicht der Stellung zu einem lexikalischen Grundmorphem sind die Flexionsmorpheme allerdings wie die Wortbildungsmorpheme Prä-, Suf- oder Infixe, d.&nbsp;h. [https://de.wikipedia.org/wiki/Affix_(Linguistik) Affixe].</p><p>Die systematische Einordnung der Wortbildungsmorpheme ist umstritten oder unklar: Wortbildungsmorpheme werden vielfach den [https://de.wikipedia.org/wiki/Grammatisches_Morphem grammatischen Morphemen]zugerechnet.<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-3 [3]]</sup> Grammatische Morpheme werden jedoch als Morpheme mit nur grammatischer oder struktureller Bedeutung definiert.<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-4 [4]]</sup> Für Wortbildungsmorpheme wird aber eingeräumt, dass sie „auch semantische Modifikationen“<sup id="cite_ref-5" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-5 [5]]</sup> bewirken können. Andere unterscheiden daher lexikalische Morpheme, grammatische Morpheme und Wortbildungsmorpheme<sup id="cite_ref-6" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-6 [6]]</sup> oder qualifizieren das Wortbildungsmorphem explizit als „gebundenes lexikalisches Morphem“.<sup id="cite_ref-7" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-7 [7]]</sup></p><p>Die Wortbildungsmorpheme generell führen vielfach zu einem Genus- oder Wortartwechsel,<sup id="cite_ref-8" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-8 [8]]</sup> die Suffixe immer.<sup id="cite_ref-9" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-9 [9]]</sup></p><p>Beispiel für Wortartwechsel</p><p>''Kind'' – ''kind-isch'', ''kind-lich''<sup id="cite_ref-10" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-10 [10]]</sup></p><p>Der Unterschied bzw. der Übergang von [https://de.wikipedia.org/wiki/Lexem Lexemen] zu Affixen ist bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Diachronisch diachronischer] Betrachtung fließend und bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Synchronisch synchronischer] Betrachtung entweder abgeschlossen oder nicht abgeschlossen.</p><p>Beispiel für abgeschlossenen Übergang<sup id="cite_ref-11" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-11 [11]]</sup></p><p>Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Althochdeutsch Althochdeutschen] war das Wort ''scaf'' ein Lexem mit der Bedeutung Beschaffenheit, Ordnung, Plan. Heute ist es als ''-schaft'' ein Suffix (z.&nbsp;B.: ''Bot-schaft'', ''Hinterlassen-schaft'' …).</p><p>Für die deutsche Sprache wird von ungefähr 3000 lexikalischen, 16 grammatischen und 100 Wortbildungsmorphemen ausgegangen.<sup id="cite_ref-12" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-12 [12]]</sup></p>Bei der abstrakten Beschreibung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Konstituentenanalyse Konstituentenstruktur] eines zusammengesetzten Wortes benutzt man auch Abkürzungen wie ''WBM'' (für Wortbildungsmorphem) oder ''D'' (für [https://de.wikipedia.org/wiki/Derivation_(Linguistik) Derivations]­morphem).
</div></div></div><p>Die Wortbildungsmorpheme sind von den [https://de.wikipedia.org/wiki/Flexionsmorphem Flexionsmorphemen] (Flexeme) zu unterscheiden, die der Durchführung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Flexion Flexion] dienen. In der formalen Hinsicht der Stellung zu einem lexikalischen Grundmorphem sind die Flexionsmorpheme allerdings wie die Wortbildungsmorpheme Prä-, Suf- oder Infixe, d.&nbsp;h. [https://de.wikipedia.org/wiki/Affix_(Linguistik) Affixe].</p><p>Die systematische Einordnung der Wortbildungsmorpheme ist umstritten oder unklar: Wortbildungsmorpheme werden vielfach den [https://de.wikipedia.org/wiki/Grammatisches_Morphem grammatischen Morphemen]zugerechnet.<sup id="cite_ref-3" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-3 [3]]</sup> Grammatische Morpheme werden jedoch als Morpheme mit nur grammatischer oder struktureller Bedeutung definiert.<sup id="cite_ref-4" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-4 [4]]</sup> Für Wortbildungsmorpheme wird aber eingeräumt, dass sie „auch semantische Modifikationen“<sup id="cite_ref-5" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-5 [5]]</sup> bewirken können. Andere unterscheiden daher lexikalische Morpheme, grammatische Morpheme und Wortbildungsmorpheme<sup id="cite_ref-6" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-6 [6]]</sup> oder qualifizieren das Wortbildungsmorphem explizit als „gebundenes lexikalisches Morphem“.<sup id="cite_ref-7" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-7 [7]]</sup></p><p>Die Wortbildungsmorpheme generell führen vielfach zu einem Genus- oder Wortartwechsel,<sup id="cite_ref-8" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-8 [8]]</sup> die Suffixe immer.<sup id="cite_ref-9" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-9 [9]]</sup></p><div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable Vorlage_Beispiel beispiel hintergrundfarbe2 rahmenfarbe1"><div><div role="note"><div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable"><div><div>Beispiel für Wortartwechsel</div></div></div>''Kind'' – ''kind-isch'', ''kind-lich''<sup id="cite_ref-10" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-10 [10]]</sup></div></div></div><p>Der Unterschied bzw. der Übergang von [https://de.wikipedia.org/wiki/Lexem Lexemen] zu Affixen ist bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Diachronisch diachronischer] Betrachtung fließend und bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Synchronisch synchronischer] Betrachtung entweder abgeschlossen oder nicht abgeschlossen.</p><div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable Vorlage_Beispiel beispiel hintergrundfarbe2 rahmenfarbe1"><div><div role="note"><div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable"><div><div>Beispiel für abgeschlossenen Übergang<sup id="cite_ref-11" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-11 [11]]</sup></div></div></div>Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Althochdeutsch Althochdeutschen] war das Wort ''scaf'' ein Lexem mit der Bedeutung Beschaffenheit, Ordnung, Plan. Heute ist es als ''-schaft'' ein Suffix (z.&nbsp;B.: ''Bot-schaft'', ''Hinterlassen-schaft'' …).</div></div></div><p>Für die deutsche Sprache wird von ungefähr 3000 lexikalischen, 16 grammatischen und 100 Wortbildungsmorphemen ausgegangen.<sup id="cite_ref-12" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-12 [12]]</sup></p><p>Bei der abstrakten Beschreibung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Konstituentenanalyse Konstituentenstruktur] eines zusammengesetzten Wortes benutzt man auch Abkürzungen wie ''WBM'' (für Wortbildungsmorphem) oder ''D'' (für [https://de.wikipedia.org/wiki/Derivation_(Linguistik) Derivations]­morphem).</p><div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable Vorlage_Beispiel beispiel hintergrundfarbe2 rahmenfarbe1"><div><div role="note"><div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable"><div><div>Beispiel<sup id="cite_ref-13" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-13 [13]]</sup></div></div></div>
 
Beispiel<sup id="cite_ref-13" class="reference">[https://de.wikipedia.org/wiki/Wortbildungsmorphem#cite_note-13 [13]]</sup>
 
:''Ver-bind-ung'' (D-K-D)
:''Ver-bind-ung'' (D-K-D)
:''Ver-bind-ung-en'' (D-K-D-F)
:''Ver-bind-ung-en'' (D-K-D-F)
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Version vom 12. November 2023, 14:46 Uhr

Wortbildung + -s- + Morphem | (oder Ableitungsmorphem) "Wortbildungsgestalt, Wortbildungsform"

ist ein Wortbildungselement als unselbständiges Morphem, das einen vorhandenen Wortstamm zu einem neuen Wort erweitert.

Statt vom Wortbildungs­morphem spricht man auch vom Derivationsmorphem (Derivatem) oder Formationsmorphem.[2]

Wortbildungsmorpheme sind insbesondere Vorsilben (Präfixe) oder Nachsilben (Suffixe).

Beispiele für Präfix und Suffie

Vorsilbe {be-}

be-erben, be-singen, be-dauern, be-weinen …
Nachsilbe {-ung}
Satz-ung, Beobacht-ung, Bewunder-ung, Bild-ung …

Die Wortbildungsmorpheme sind von den Flexionsmorphemen (Flexeme) zu unterscheiden, die der Durchführung der Flexion dienen. In der formalen Hinsicht der Stellung zu einem lexikalischen Grundmorphem sind die Flexionsmorpheme allerdings wie die Wortbildungsmorpheme Prä-, Suf- oder Infixe, d. h. Affixe.

Die systematische Einordnung der Wortbildungsmorpheme ist umstritten oder unklar: Wortbildungsmorpheme werden vielfach den grammatischen Morphemenzugerechnet.[3] Grammatische Morpheme werden jedoch als Morpheme mit nur grammatischer oder struktureller Bedeutung definiert.[4] Für Wortbildungsmorpheme wird aber eingeräumt, dass sie „auch semantische Modifikationen“[5] bewirken können. Andere unterscheiden daher lexikalische Morpheme, grammatische Morpheme und Wortbildungsmorpheme[6] oder qualifizieren das Wortbildungsmorphem explizit als „gebundenes lexikalisches Morphem“.[7]

Die Wortbildungsmorpheme generell führen vielfach zu einem Genus- oder Wortartwechsel,[8] die Suffixe immer.[9]

Beispiel für Wortartwechsel

Kind – kind-isch, kind-lich[10]

Der Unterschied bzw. der Übergang von Lexemen zu Affixen ist bei diachronischer Betrachtung fließend und bei synchronischer Betrachtung entweder abgeschlossen oder nicht abgeschlossen.

Beispiel für abgeschlossenen Übergang[11]

Im Althochdeutschen war das Wort scaf ein Lexem mit der Bedeutung Beschaffenheit, Ordnung, Plan. Heute ist es als -schaft ein Suffix (z. B.: Bot-schaft, Hinterlassen-schaft …).

Für die deutsche Sprache wird von ungefähr 3000 lexikalischen, 16 grammatischen und 100 Wortbildungsmorphemen ausgegangen.[12]

Bei der abstrakten Beschreibung der Konstituentenstruktur eines zusammengesetzten Wortes benutzt man auch Abkürzungen wie WBM (für Wortbildungsmorphem) oder D (für Derivations­morphem).

Beispiel[13]

Ver-bind-ung (D-K-D)
Ver-bind-ung-en (D-K-D-F)